Der FC Bayern – mehr Durchschnitt geht nicht

Die Hinrunde ist zur Hälfte rum und der FC Bayern ist das Sinnbild für Durchschnitt. Neun Spiele, dreimal gewonnen, dreimal remis und dreimal verloren. Dabei noch acht Tore geschossen und acht Tore bekommen.

Ist der aktuelle FC Bayern also eine graue Maus und reden wir uns die Perspektiven so langsam mehr als schön?

Kann man so sehen. Muss man aber nicht.

Der FC Bayern hat gestern mit einer engagierten Leistung dem Tabellenfünften in dessen Stadion Paroli geboten. Und abgesehen von der Monster-Pitroipa-Chance waren die Möglichkeiten auf beide Seiten gleichmäßig verteilt. In Hälfte eins wie auch nach dem Seitenwechsel gab es immer wieder Phasen in denen mal der HSV und mal der FC Bayern dominierte.

Diese Tatsache ist aber eher ein Problem für den HSV. Denn diese Bayern sind B. Und B ist noch nicht einmal eingespielt. Was wäre in Hamburg zusätzlich möglich gewesen, wenn Herr Schweinsteiger gestern nicht die schlechteste Passquote seiner Karriere abgeliefert hätte und Herr Kroos mal endlich sein Phlegma ablegen würde?

Es tat fast schon körperlich weh, zuzusehen wie die beiden einen Offensivfehlpass nach dem anderen produzierten. Von Herrn Kroos ist man derlei ja in seiner zweiten Bayern-Zeit leider gewohnt, aber was war mit demBastian los (agierte wie in meinem Fifa 2011 auf dem iPhone…)?

Beides war im Übrigen einer der Gründe, weshalb der FC Bayern zum ersten Mal(?) in einem Spiel dieser Saison wohl eine Ballbesitzquote unter 50% hatte.

Nicht dass das einen Einfluss auf das Ergebnis gehabt hätte, es soll nur verdeutlichen, dass der aktuelle FC Bayern mit diesem 0:0 scheinbar ganz gut leben kann.

Der Super-GAU wäre eine Niederlage gewesen. Jetzt haben wir den HSV zumindest auf Schlagdistanz gehalten (weiterhin nur drei Punkte Rückstand).

Und Spieltag 9 und 10 sind so oder so entscheidend für die bayerische Aufholjagd, da diverse Team vor uns gegeneinander spielen. Klar wäre da ein Sieg in Hamburg besser gewesen, aber man kann mit dieser B-Elf nicht alles haben.

Worin der Unterschied zwischen beiden Teams liegt?

Beim FC Bayern ist wesentlich mehr Luft nach oben. Und die werden wir jetzt nach und nach aufholen. Davon bin ich überzeugt.

Nicht zuletzt weil ich sehe, dass einige B-Spieler – eher unerwartet – so langsam zu A-Spielern werden.

Herr Ottl und Herr Timoschtschuk seien hier in erster Linie lobend erwähnt.

Klar, derTymo (ob i oder y ist mir inzwischen schnuppe) hat immer noch mal kleine Aussetzer und z.B. gegen Cluj führten die auch zu Gegentoren, aber mal ehrlich, wer diesen Spieler spielen sieht und gleichzeitig daran denkt, welche Magengeschwüre wir beim Anblick von Micho&Daniela bekommen – regelmäßig in dieser Saison – der kann die aktuelle Situation nur gut finden.

Wer es gestern nicht live gesehen hat, dem sei gesagt: Die Gelassenheit mit der Timoschtschuk den Gegner erwartet, stellt und ihm den Ball abnimmt oder Defensiv-Kopfbälle (obwohl offiziell in dieser Disziplin schwächer als DvB) gewinnt, ist der Hammer.

Das Gefühl ist nur mit der beruhigenden Sicherheit zu vergleichen, die wir alle bekamen, als Butt endgültig Rensing ablöste.

Hätte Schweinsteiger nicht einen derart schwachen Abend, Herr Rincon das beste HSV-Spiel ever erlebt und wäre Ottl mit dieser Belastung (Herrn Schweinsteiger mitzuziehen) nicht überfordert gewesen, der Druck auf unser IV-Duo wäre geringer gewesen und offensiv bei den Hanseaten wesentlich weniger möglich gewesen.

Apropos Ottl.

Das war über weite Strecken solide. Eine w.e.s.e.n.t.l.i.c.h. bessere Passquote als beim Bastian und gegen Ende sogar mit richtig guten Offensiv-Aktionen. Hammer. Da hat es einer begriffen. Das mit der Chance. Und gut auch für uns, dass man sich auf solche Backups, die es nicht immer leicht hatten und wahrscheinlich haben werden, verlassen kann.

Andere B-Akteure, die jetzt im kalten Wasser schwimmen, haben da mehr Probleme.

Thema Offensive.

Ein bitterer Abend für Herrn Gomez. Kaum Bälle und eine starke Heim-Defensive. Kein Vergleich zum Hannover-Spiel.

Der gestrige Abend sprach nicht unbedingt gegen denMario. Wie soll das auch funktionieren, wenn Herr Kroos zwar ein, zwei Weltklasse-Pässe spielt, dann aber auch wieder, im Strafraum, so ca. 13 Meter vorm Tor, den Ball 20 Meter zurückspielt. Irgendwann ist mal Schluss mit Ballkontrolle und van-Gaal’scher Passspiel-Orgie.

Ich begreif es nicht.

Da hat er mal die Chance sich zu zeigen, weil jedwede Konkurrenz abwesend ist und dann das? Hat er so was in Leverkusen gelernt? Oder ist der Druck, immer durchspielen zu dürfen, zu groß, Herr Kroos?

Gut gefallen hat mir hingegen mal wieder Herr Müller. Der hat aktuell auch so seine Schwankungen. Aber was der gestern an Sololäufen und Pässen an und im Strafraum auf den Rasen gebrannt hat – Respekt. Weiter so.

Über den Rest decken wir einmal den Mantel des Schweigens.

Abgesehen vielleicht von Herrn Butt. Ihm zuliebe. Butt ist gut(t)!

Das zweitwichtigste Spiel der Saison

Neben einem Sieg gegen die Pfälzer ist das Spiel gegen die Hamburger für mich das wichtigste Spiel der Saison. Beides hat fan-historische Gründe.

Das erste Spiel ging ja schon mal in die Hose. Das zweite hat auch keine extrem guten Vorzeichen zu bieten.

Unser FC Bayern befindet sich aktuell nicht wirklich in Bestform. Weder personell noch in jedweder anderen Form. Wenigstens gewinnen wir wieder. Immerhin.

Der Hamburger SV ist zum einen tabellarisch fünf Plätze besser und zum anderen mit überwiegender Top-Elf am Start (entscheidend fehlt wohl nur Elia, wenn ich das korrekt überblicke).

Der FC Bayern hat da wesentlich mehr zu bieten. Auf der Verletztenliste. Zum Beispiel das europäische Top-Flügel-Paar Ribéry und Robben, 2/3 des Sturms (Olic & Klose), die Hälfte der etatmäßigen Abwehr (Contento, van Buyten plus Breno) und als i-Tüpfelchen unser Capitano und Leader van Bommel.

Toll.

Andererseits hat es unsere B-Mannschaft geschafft, sich das Glück zurück zu erkämpfen. Besser als andersherum.

Und obwohl es aktuell (noch) fünf Plätze Rückstand in der Tabelle sind, sind das auch nur drei Punkte. Gewinnen wir in Hamburg mit zwei Toren Unterschied überholen wir die Hanseaten – so ist eben diese Saison.

Ist Petric jetzt eigentlich im Kader, oder nicht?

Davon hängt wohl auch einiges ab – oder ist er heuer nicht mehr der Faktor der letzten Heimspiele gegen uns?

Apropos Vergangenheit.

Nachdem die Gesamtserie der Rauten-Kicker gegen uns ja gerissen ist, bleibt ihnen trotzdem noch die Heimserie. Eben diese beiden Petric-1:0-Siege in Folge.

Nur zwei Spiele, sicher, aber für viele HSVer Balsam auf die jahrzehntelang gepeinigte Statistiker-Seele.

Noch einmal Apropos.

Seit langer, langer Zeit versuche ich mehr Struktur in meine Beiträge zu bekommen. Historisch gesehen. Zum Beispiel eine Auflistung aller Blog-Beiträge pro Verein über die Jahre.

Für die HSV-Heimspiele gegen uns will ich das hier mal machen.

Saison 2009/10: 26.09.2009 HSV – FC Bayern 1:0 (0:0), Torschütze: Petric
Saison 2008/09: 30.01.2009 HSV – FC Bayern 1:0 (1:0), Torschütze: Petric
Saison 2007/08: 02.09.2007 HSV – FC Bayern 1:1 (0:0), Torschützen: Zidan / Klose
Saison 2006/07: 25.11.2006 HSV – FC Bayern 1:2 (1:0), Torschützen: van der Vaart / Makaay, Pizarro
Saison 2005/06: 24.09.2005 HSV – FC Bayern 2:0 (1:0), Torschützen: van der Vaart, Trochowski [*]
Saison 2004/05: 07.08.2004 HSV – FC Bayern 0:2 (0:1), Torschützen: Ballack, Deisler

Schon lustig, was man über die Jahre so raushaut…

Ansonsten: Auf geht’s, Ihr Roten!

[*] Da war ich doch tatsächlich im Urlaub, also sowas.

Weisheiten #149

„Die Ausführungen des ehemaligen CEO des holländischen Verbandes, wie sie in den Medien widergegeben wurden, empfinde ich als peinlich und äußerst niveaulos, ja geradezu lächerlich. Ich bedauere sehr, dass die Diskussion nicht auf medizinisch fachlicher Ebene geführt wird, sondern auf eine armselige, persönliche Ebene abgeglitten ist. Dies geht mir zu weit. Es zeigt die offensichtliche Ohnmacht gegenüber meinen fachlichen Argumenten.“

Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt, Arzt und Buchautor

Die bayerische Notelf marschiert weiter

Schon das zweite Spiel meiner Bayern am Radio verfolgt. Hat was. Irgendwie dramatischer. Oder übler. Weil man alles gesagt, im Detail beschrieben bekommt, statt es nur gemeinsam still zu ertragen. Das Elend.

Klar haben die Bayern gestern Glück gehabt, dass unser rumänischer Gegner ein wenig mitgeholfen hat. Bei unseren Toren.

Andererseits erinnere ich gerne noch einmal an die Gegentore in Dortmund oder an die Tatsache, dass man erst mal direkt vorm Tor in einer 1:1-Situation sein muss, um angeschossen ein Tor zu erzielen.

So kann man das auch sehen.

Was bleibt – zumindest für mich – ist der Fakt, dass die Bayern natürlich noch lange nicht wieder da sind, wo ich sie gerne sehen würde, wir aber jetzt wenigstens wieder gewinnen.

Das gefällt mir weitaus besser als in den Wochen zuvor.

Einzelne Spieler vom gestrigen Fast-Gruppensieg zu bewerten, fällt mir schwer, wenn man die 93 Minuten nur hörend vor dem geistigen Auge verfolgen konnte und den Worten der Männer aus dem iPhone-Radio glauben muss, sich kein eigenes Bild machen kann.

Iss aber auch egal, weil ein Sieg immer noch ein Sieg ist.

Und wenn wir am Freitag dann in Hamburg, durch zwei unberechtigte, Abseits-zuvor-Foul-und-Handspiel-Eigen-Tore gewinnen? So, what?

Schönspielen ist Rückrunde.

Nach dem nächsten Spiel in der Championsleague gibt es wieder mehr von mir zu hören, versprochen. Kommt ja auf S*T1.

Schafft die B-Elf die Wende gegen den CL-Qualifikanten?

Sattelmeier – Alaba, Van Buyten, Breno, Contento – Robben, Schweinsteiger, Van Bommel, Ribéry – Klose, Olic

Diese Mannschaft spielt schon mal nicht gegen Hannover, den aktuellen Tabellendritten der Bundesliga.

Eher diese hier:

Butt – Lahm, Demichelis, Badstuber, Braafheid – Altintop, Kroos, Timoshchuk (Ottl), Pranjic – Müller, Gomez

Ist das jetzt gut oder schlecht?

Abgesehen von Demichelis, Braafheid und Pranjic sehe ich tatsächlich kaum Unsicherheitsfaktoren. Auf dem Papier. Wie all das dann aber am Samstag aussieht, wenn Hannover vielleicht in Führung geht?

Die Abwehr stellt sich von selbst auf. Mehr geht nicht. Außer vielleicht noch Herr Haas. Vorne Müller und Gomez. Das letzte Aufgebot. Vielleicht mit einem platzenden Gomez-Knoten? Kein Spiel zu früh.

Und das Mittelfeld?

Timoshchuk und Pranjic als Doppelsechs? Reicht das gegen Hannover? Muss es.

Ähnlich wie ich dies im verspätet gehörten Fehlpass-Podcast vernahm, würde ich Timoshchuk durchaus als ernsthafte Option sehen. Allein aufgrund seiner Berufseinstellung und seiner grundlegenden Fähigkeiten. Zeig es uns, Anatoliy!

Insofern van Gaal weiter sturköpfig an seinem System festhalten will, können wir ja alternativ davon ausgehen, dass auch diese Startelf eingespielt ist, oder habe ich da was falsch mitbekommen?

Wie auch immer, Samstag Abend um 17:30 sind wir schlauer.

Nur der FCB!

Auf sie mit Gebrüll. Die Holländer.

Klar. Wenn es um das Thema FC Bayern geht, hat jeder was zu melden. Sportjournalisten, Blogger, Twitterer. Und fast jeder hat so seine Schublade.

Wird es kontrovers, macht es noch viel mehr Spaß.

Und kontrovers ist es heuer mal wieder. Aufgrund des Saisonstarts. Aufgrund der Verletzten. Und überhaupt.

Aber versuchen wir doch einfach mal all das außen vor zu lassen. Selbst wenn es schwer fällt.

Hauptsächlich geht es mir hier um das Thema Verletzungen.

Den ersten Schock erlitten wir im Rahmen des Oberschenkels des Sportskameraden Robben.

Das Thema ist noch nicht ausgestanden und offenbar werden hier irgendwie ordentliche Gerichte ins Spiel kommen. Der KNVB sieht sich auf der sicheren Seite. Abwarten.

Hat man dieses Thema aber im Hinterkopf – aus Bayernsicht hat hier ein verletzter Spieler bei der WM gespielt und sich somit eine noch größere Verletzung zugezogen – dann kann man doch vielleicht die eine oder andere Reaktion aus dem FC Bayern-Umfeld rund um die Verletzung unseres Kapitäns Mark von Bommel ein wenig nachvollziehen, oder?

Nicht? Dann besser jetzt aufhören mit dem Lesen.

Mark van Bommel ist im ersten EM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien auf sein lädiertes Knie gefallen. Daraufhin – mit dem Fall Robben im Hinterkopf – wollte der FC Bayern (van Bommels Arbeitgeber) kein Risiko eingehen und seinen Spieler zwecks Untersuchung nach München zurückbeordern.

Spätestens nach der verharmlosenden Aussage von van Bommels Schwiegervater wurden die Reaktionen des FC Bayern von den obigen üblichen Verdächtigen nur noch belächelt. [1]

„Es ist nichts kaputt in Marks Knie. Es handelt sich um eine kleine Schleimbeutelentzündung am rechten Knie. Die hat er schon einige Wochen.“

Von KNVB-Chef Bert van Oostveen wurden wir ob dieser Pressemitteilung gar als asozial beschimpft.

Das Blatt wendete sich imho erst, als van Bommel dann tatsächlich schwerer verletzt vom Länderspiel zurückkehrte. Wie eben von uns Bayern befürchtet.

Der Spieler hat sich […] einen Faszienriss mit ausgedehntem Hämatom (Bluterguss) im rechten Knie zugezogen. Der Bluterguss musste von unserem Klub-Arzt heute auf Grund dieser Verletzung punktiert werden, dabei wurden 25 ml Blut aus dem Kniegelenk entfernt. Mark van Bommel wird wegen dieser Verletzung fünf Tage absolute Ruhe benötigen und muss sich danach an weiteren fünf Tagen einer Bewegungstherapie unterziehen.

Soso. Also nur eine kleine Schleimbeutelentzündung.

Ich will hier nicht die uralte Diskussion weiterführen, dass man sich Nationalspieler auch leisten können muss und dass Vereine, die mehr Nationalspieler beschäftigen, kaufen oder selber ausbilden, hier eben ein höheres Risiko tragen als Vereine, die kaum Spieler für deren Verbände anbieten.

Es geht mir ausschließlich darum, was der holländische Verband und die Verantwortlichen (Mediziner) rund um die holländische Nationalmannschaft hier für ein Spiel betreiben. Da werden angeschlagene Spieler eingesetzt, die sich bei der Gelegenheit aber mal richtig verletzen und anschließend wieder bei uns vor der Tür abgelegt. Vielleicht, damit wir sie dann bis zum nächsten Länderspiel wieder fit bekommen?

Waren so nicht auch Rummenigges Worte?

„Leider ist nun genau das eingetreten, was wir schon vor dem EM-Qualifikationsspiel Niederlande – Schweden am Dienstag befürchtet hatten […] Es wäre verantwortungsvoll gewesen, wenn Mark van Bommel schon gestern nach München zurückgekehrt und von unserem Klub-Arzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt diagnostiziert und behandelt worden wäre. Stattdessen wurde einmal mehr der Beweis erbracht, dass ein Verband ausschließlich seine eigenen Interessen vertritt – und dabei sogar eine Gesundheitsgefährdung der Spieler in Kauf nimmt.“

Diese Meinung hat der FC Bayern übrigens doch nicht exklusiv.

„In dem Fall müssten Verein wie Verband sagen: Dann spielt er halt nicht. Aber die Niederländer handeln nach dem Motto: Nach uns die Sintflut. Damit verletzten sie die Verpflichtungen nationaler Verbände gegenüber FIFA und abgebendem Klub. […] Wir haben dieses Problem in der Tat nur in Holland, wo Spieler ohne Rücksicht auf Verluste für die nächste Begegnung fit gemacht werden. Ansonsten wird damit offensichtlich verantwortungsbewusster umgegangen.“

Vielleicht aber doch auch in anderen Ländern und mit anderen Bundesligateams.

Zurück zum roten Faden. Der holländische Verband.

Wären wir Bayern ob all dieser Verletzungen und Verhaltensweisen nicht ohnehin schon geladen, müssen wir uns immer weiter provozieren lassen.

„Wir saßen in der Klinik von Klubarzt Müller-Wohlfahrt. Er sprach nur mühsam Englisch und wiederholte eigentlich nur seinen einen Spruch, dass Muskelverletzungen nur durch Ruhe auskuriert werden können. Das stünde auch in diesem berühmten Buch, sagte er stets. Wer denn das berühmte Buch geschrieben habe, fragte ich ihn. ‚Ich natürlich‘, antwortete er. Bert van Oostveen hatte danach Probleme, ihn ernst zu nehmen.“

So Henk Kesler, Vorgänger von Bert van Oostveen. Diese Worte sprach er im Nachgang der Fifa-Auszeichnung des „KNVB mit dem MEDICAL CENTRE OF EXCELLENCE AWARD“ („Wir haben eine Kopie der Auszeichnung sofort nach München geschickt.“).

Wie lange ist Müller-Wohlfahrt jetzt eigentlich schon als Mediziner tätig? Nicht nur für den FC Bayern, sondern auch für die deutsche Nationalmannschaft? Nicht nur für Fußballer?

Und? Hat er in all den Jahren bei irgendwelchen Sportlern 5cm große Löcher übersehen?

Ganz im Ernst: Bin ich der einzige Bayern-Fan dem bei so was das Messer in der Tasche aufgeht?

[1] Selbst wenn van Bommel zuvor schon eine Verletzung hatte, mit der er beim FC Bayern gespielt hat, muss der FC Bayern das gewusst, bzw. die Ärzte ihn behandelt haben. Falls er dies verschwiegen hat, müsste man mit ihm auch mal ein Wörtchen reden. Im Rahmen der Pressemitteilung ging es aber um die Verschlechterung seines Zustandes (-> Faszienriss) und die Absicht der Holländer ihn trotzdem spielen zu lassen.

Die bayerischen Blagen auf Klassenfahrt in Holland

Vor lauter iPhone kam ich in den letzten Tagen kaum zum Bloggen. Dann las ich das hier, das hier, das hier und zum Überfluss noch sowas und sowas.

Schön.

Versuchen wir mal all die Polemik und Emotion außen vor zu lassen. Aber wie kann es sein, dass der niederländische Fußballverband nach der Robben-Geschichte jetzt ein zweites Mal einen (scheinbar) verletzten Spieler spielen lassen will?

Sicher. Im Falle Robben, war der Spieler ja aus Sicht der Niederländer gesund. Darüber wird sich aktuell gestritten. Vielleicht weil er nur vor und nach der WM verletzt war. Oder so. Egal.

Und jetzt also Bayern-Kapitän van Bommel?

Oder ist das alles doch nur halb so schlimm und van Bommel ist „fit“? Wird allenfalls nach seiner Rückkehr nach München als verletzt eingestuft und fällt dann – beim FC Bayern – ein paar Spiele aus?

Ach nein, ich wollte die Polemik ja außen vor lassen. So wie in der Replik an meinen verehrten Schalker Kollegen…

Weil es weh tut, geil und Länderspielpause ist

Ich kann nicht anders. In dieser trüben Stimmung (herbstlich jetzt) und mit der miesen Perspektive, derlei erst wieder 2011 sehen zu dürfen, muss ich einfach auf diese drei Schmankerl verweisen.

Leidet und erfreut euch mit mir.

Einmal, zweimal, dreimal.

So gewinnt der FC Durchschnitt keinen Blumentopf

Was ist der Unterschied zwischen dem heutigen Spiel in Dortmund und dem letzten?

Ribéry und Robben.

Das klingt platt, ist aber so gemeint.

Dem aktuellen FC Bayern fehlt es an offensiver Inspiration, an Geschwindigkeit, an Anarchie vor dem Tor.

Kurz, an allem, was Ribéry und Robben auszeichnet.

Den Kollegen, die die beiden vertreten, fällt diesbezüglich nichts, aber auch gar nischt ein.

Und hinten gibt es in jedem Spiel immer und immer wieder einen Kollegen, der den üblichen Bock schießt und somit seine Mannschaft auf die Verliererstraße bringt.

Die berühmt-berüchtigte Bayern-Philosophie „lass die hinten mal offen wie ein Scheunentor sein, wir machen vorne schon unsere Buden“ ist tot.

Wie soll das auch gehen, wenn wie aus dem Nichts ein Mario Gomez zum Gastspiel in Dortmund der Hoffnungsträger ist?

Sicher, er machte seine Sache mehr als gut, war fast noch bester Münchner auf dem Platz der ersten Halbzeit. Vor allem, weil man ihm anmerkte, dass es besser wurde, je länger er machen durfte. Aber von Mario zu erwarten, dass er sämtliche zwei, drei Chancen eiskalt verwandelt – nach dieser Vorgeschichte? In dieser Saison?

Also bitte.

Andererseits hätte es den BVB der zweiten Halbzeit wohl nicht gegeben, wenn Gomez getroffen hätte.

Wir werden es nicht erfahren. Stattdessen wurde Herr Demichelis zum besten Borussen. Was für ein „Comeback“. Unfassbar. Ob van Buyten den Ball vor dem 0:1 genauso im eigenen Strafraum zum Gegner geköpft hätte? Wahrscheinlich. Also drehen wir uns ohnehin im Kreis. Sein Handspiel vor dem Traumfreistoß zum 0:2? Geschenkt.

Überhaupt. War die Borussia jetzt wirklich so stark oder die Bayern so schwach? Allwöchentlich die gleiche Frage.

Sowohl als auch.

Inzwischen hat wohl der letzte Gegner begriffen, dass man die Bayern einfach spielen lassen darf. 80-90% Ballbesitz? Kein Thema, irgendjemand semmelt den Ball schon für uns in die Maschen und davon erholen sich die Bayern nicht…

Vier erzielte Tore in sieben Spielen. VIER!

So was nennt man Durchschnitt. Und das wird sich auch nicht ändern bis zum ominösen 10.Spieltag. Von Seiten des FC Bayern und seinen Fans will man ja die Tabelle vorher nicht anschauen. Na dann viel Spaß.

Es mag verbittert klingen, aber ich würde eher darauf tippen, vor der Rückrunde keinen Blick darauf zu verschwenden. Bis dahin sind es dann eher 20 Punkte Abstand. Oder so.

FC Durchschnitt.

Wie soll man das anders nennen, wenn wir ein System spielen lassen, für das wir nicht die Spieler haben (Thema Ribéry & Robben) und mit aller Macht unser Trainer Louis van Ratlos trotzdem einfach so weiterspielen lässt?

Butt (solide, keine Fehler, bei den Toren machtlos),
Lahm (rennt seiner Form immer noch und immer langsamer hinterher),
van Buyten (diesmal nicht den entscheidenden Fehler gemacht – immerhin),
Badstuber (hölzern und ungeschmeidig – wie immer, trotzdem den Ball vor dem 0:1 unhaltbar abgefälscht),
Braafheid (noch mit die beste Leistung von ihm im Bayern-Dress, zumeist die Position gehalten, an keinem Tor beteiligt gewesen (oder?)),
van Bommel (am stärksten immer noch nach dem Spiel am Mikro – beim Verteidigen seines Spiels und seiner Mitspieler),
Pranjic (Mr. Durchschnitt),
T. Müller (sein schwächstes Spiel seit langem),
Schweinsteiger (verschenkt auf der 10),
Kroos (Leistung seiner zweiten Bayern-Zeit wird immer unverschämter),
Gomez (Respekt – beste Leistung seit Wochen, fehlte noch ein wenig die Sicherheit und Präzision),
Demichelis (ohne Worte) und
Olic (wo ist der Olic der Vorsaison?).

Was aber bei all dem schlimmsten ist?

Wenn man keine Zauberer, keine Anarchen mehr auf dem Platz hat – wo sind dann die Arbeiter, die Läufer, die Kämpfer?

Einige Spieler sind nach dieser Vorsaison wohl so selbstverliebt und den Robben-Schatten so sehr gewöhnt, dass sie gar nicht merken, wie sie sich lächerlich machen, wenn man eben dieses immer noch einräumt.

Also genug zu laufen, zu kämpfen und Einsatz bis zum Umfallen an den Tag zu legen.

Ist es wirklich nur das Pech, dass wir vorne das Tor nicht treffen?

All das ist ja momentan schlimmer als unter Magath und Hitzfeld, als wir diesen Langweiler-Erfolgsfußball spielten. Und selbst dieses Gerede vom „Kaputtspielen des Gegners“ zieht doch inzwischen nicht mehr.

Irgendwann muss man dann eben doch mal ’ne Bude machen, sonst verliert man beim Gegner den Respekt. Zum Beispiel beim BVB.

Ob die wussten, dass hinten ohnehin nix anbrennt und sie sich deshalb im ersten Spielabschnitt geschont haben?

Es hatte fast den Anschein. Erschütternd.

Und was passiert jetzt?

Die Führungskräfte des FC Bayern werden Zeter und Mordio schreien, der Trainer in sein „Paradies“ nach Portugal(?) entfliehen und die Herren Nationalspieler stellen ihre Knochen erneut den Geld scheffelnden nationalen Verbänden zur Verfügung.

Und was mache ich?

Nix.

Als Fan kann man ja eh nix machen. Ach ne, da fällt mir doch noch was ein: Sich von der Meisterschaft verabschieden.