Projekt Breitnigge-Blogger-Historie: 1.FC Nürnberg

Wie schon vor dem HSV-Spiel möchte ich auch vor dem anstehenden bayerischen Derby gegen den 1.FC aus Nürnberg mal ein wenig in der eigenen Historie kramen.

Diese Recherche ist Teil eines weiteren Breitnigge-Projektes.

Hier also die Liste:

Saison 2009/10: 19.09.2009 FC Bayern – 1. FC Nürnberg 2:1 (0:0)
Saison 2008/09: kein Spiel, 1.FC Nürnberg leider zweitklassig
Saison 2007/08: 07.10.2007 FC Bayern – 1. FC Nürnberg 3:0 (2:0)
Saison 2006/07: 26.08.2006 FC Bayern – 1. FC Nürnberg 0:0 (0:0) [*]
Saison 2005/06: 12.02.2006 FC Bayern – 1. FC Nürnberg 2:1 (1:1) [**]
Saison 2004/05: 14.05.2005 FC Bayern – 1. FC Nürnberg 6:3 (5:0) [**]

[*] Dazu habe ich tatsächlich keinen eigenen Beitrag geschrieben, zu geschockt war ich, dass Roy Makaay einen Ball aus vier Metern alleine vorm Tor an den Pfosten setzte.

[**] Komisch. Hier sind überhaupt keine Beiträge von mir auffindbar. Waren das wirklich uninteressante Spiele? Speziell an das 6:3 erinnere ich mich noch ganz genau, war es doch das letzte Spiel im Olympiastadion und war es doch ein Clubberer, der das letzte Tor dort erzielte…

Breitnigge – Podcast #09

Puh, na das hat ja mal gedauert. Bis ich mich mal wieder zu einem neuen Podcast aufraffen konnte. Fast ein Jahr.

Folgende Themen wurden beackert:

– Bastian Schweinsteiger und seine (Vertrags-)Situation beim FC Bayern (auch im Vergleich zum 2006er-Ballack)

– aktuelle Comebacks beim FC Bayern

– Vorschau auf das bayerische Derby am Sonntag

– Transfergerüchte rund um den FC Bayern

Viel Spaß!

Podcast bei Podhost.

Comeback-Wochen beim FC Bayern?

Man muss ja auch mal was Positives berichten, wenn es dazu Anlass gibt.

Offenbar kann Herr Ribéry sein Comeback im bayerischen Derby gegen die Clubberer geben.

Eigentlich wollte der 27-Jährige schon am vergangenen Samstag in Mönchengladbach wieder auf dem Platz stehen, wegen der Beerdigung seiner Tante musste er seine Rückkehr allerdings verschieben. Nächster Anlauf: Das Derby am Sonntag gegen Nürnberg. In der „Bild“ verspricht Ribery: „Gegen den Club will ich auf jeden Fall wieder spielen!“

Er will, ob er darf werden wir dann sehen. Herr van Gaal, übernehmen Sie.

Nicht mehr ganz so schlecht sieht es übrigens auch bei den Sportskameraden Breno, Contento und van Bommel aus. Wobei unserem Kapitän hier die größten Chancen eingeräumt werden. Ob auf dem Platz, der Bank oder nur im Kader.

We’ll see.

P.S. Habe ich Herrn Alaba vergessen? Naja, der war ja auch verletzt (und wurde vom Boulevard vor allem zum Durchzählen gebraucht) und hat sein Comeback ja schon in Gladbach gegeben…

P.P.S. Gar nicht reden wollen wir natürlich von den Problemen, all die Rückkehrer jetzt wieder so nach und nach zu integrieren…

Die Akte Robben 07-08/10 – es brodelt wieder

[18.10.2010] Der FC Bayern will es im Fall Robben notfalls zu einem zweiten Fall Bosman kommen lassen. Ein Umstand, der alle Vereine mit Nationalspielern freuen dürfte.

Der FC Bayern will den Mediziner-Streit mit dem […] KNVB zum Präzedenzfall machen. In der Zeitung DeTelegraaf sagte […] Rummenigge, die Münchner seien zu einer ‚jahrelangen‘ juristischen Auseinandersetzung bereit, um eine finanzielle Entschädigung für die Ausfälle von Arjen Robben und Mark van Bommel zu erzwingen. ‚Wenn ein Prozess kommen sollte, hat dieser Bosman“sche Dimensionen‘

Haben wir denn wenigstens eine gültige Rechtsschutzversicherung?

[18.10.2010] Da offenbar die bisherigen Verhandlungen mit dem KNVB zu keinem sinnvollen Ergebnis gekommen sind, kommt jetzt ein neuer Verhandlungsführer ins Spiel.

In den Streit zwischen dem FC Bayern und dem holländischen Fußballverband KNVB kommt Bewegung. […] Die niederländische Zeitung De Telegraaf berichtet, dass KNVB-Präsident Michael van Praag […] Kontakt zu der Führung des deutschen Rekordmeisters aufgenommen habe. […] Nun sollen sich Van Praag und Rummenigge beim Bundestag des DFB treffen […] Beide Funktionäre sind als Gäste eingeladen. Auch KNVB-Direktor Henk Kesler sei dabei. „Van Praag und Rummenigge hoffen, dort einen Schritt in Richtung einer Lösung zwischen Bayern München und dem KNVB gehen zu können“

[22.10.2010] Das Treffen in Essen lieferte zunächst keine brauchbaren Ergebnisse. Man will sich noch ‚mal treffen. Ahja.

„Die Atmosphäre hat sich entspannt. Wir haben unsere Positionen ausgetauscht. Die Holländer wünschen sich, dass wir uns mit Attacken zurückhalten.“ […] Noch gibt es keine Einigung zwischen den beiden Parteien. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll ein weiteres Treffen stattfinden. Dann wird auch Verbands-Direktor Bert van Oostveen dabei sein.

[05.11.2010] Na sowas, der KNVB erkennt seine Verantwortung im Fall Robben an? Wirklich? Bayern-Boss Rummenigge sieht es so.

Die Holländer hätten jetzt „erkannt, dass sie eine Verantwortung tragen“, sagte der Vorstandschef des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenigge. In naher Zukunft habe man ein Gespräch vereinbart, um die „Causa Robben“ zu besprechen. Karl-Heinz Rummenigge zeigte sich „vorsichtig optimistisch“, dass man zu einer Einigung kommen könnte.

Hier meint KHR ausserhalb der Gerichte.

[07.11.2010] Er läuft.

Nach monatelanger Verletzungspause ist der niederländische Superstart zurück auf dem Trainingsplatz. Eine knappe halbe Stunde lang absolvierte Robben unter der Regie von Fitness- und Rehacoach Thomas Wilhelmi das genau auf seine Bedürfnisse abgestimmte Programm. […] Und Wilhelmi war „sehr zufrieden“ mit den Eindrücken, die er dabei von seinem Schützling gewonnen hat.

Mehr will man eigentlich nicht wissen, oder?

[09.11.2010] Alles zurück auf Los. Pustekuchen mit Einigung.

Der niederländische Verbandsdirektor Bert van Oostveen ist mittlerweile vom FC Bayern München in der Causa Arjen Robben genervt. „Karl-Heinz Rummenigge geht mir auf die Nerven. Lassen sie mich Eines klarstellen: Der KNVB erkennt die Schuld an der Verletzung Robbens nicht an. Die Parteien verhandeln noch“, so van Oostveen gegenüber ‚Voetbal International‘.

Jetzt mal ganz im Ernst: Gehen einem die Holländer auf den Sack oder nicht? Und wer ist da eigentlich alles im Boot? Wieviele Chefs haben die beim KNVB?

Die größte Klappe hat Verbandsdirektor Bert van Oostveen. So. Bad Cop. Good Cop ist KNVB-Präsident Michael van Praag. Vorher KNVB-Generalsekretär Harry Been und ein gewisser Henk Kesler.

Für mich wirkt das alles immer noch wie Hinhaltetaktik. Wenn der FC Bayern sich sicher ist und auch alle juristischen Fachberater, dann sollte man einfach klagen. Zack. Wenn man sich aber nicht sicher ist und die Holländer tatsächlich Recht haben – was ich mir auch kaum vorstellen kann – dann sollte man das Thema möglichst bald beenden. So oder so.

P.S. Auf der Wikipedia-Seite des KNVB wird man auch nicht schlauer. Da stehen nur Michael van Praag und Harry Been. Was haben van Oostveen und Kesler also zu melden?

Na laut KNVB-Webseite ist van Oostveen Chef der „Businessunit Betaald Voetbal“. Na dann.

Reminder: Breitnigge-Podcast Call-In startet mal wieder

Man glaubt es kaum, aber ich verspüre mal wieder Lust auf einen neuen Podcast.

Und damit ich da nicht nur alleine meinen Senf abgebe, will ich noch einmal auf meinen Call-In-Service hinweisen.

Unter 0228 – 30 41 49 71 erreicht man meine Breitnigge-Podcast-Mailbox. Zum Ortstarif oder kostenlos, insofern Festnetzflat vorhanden. Maximale Aufnahmedauer: 85 Sekunden.

Das sollte reichen.

Wer also etwas zu sagen hat zu folgenden Themen…

– Spiel des FC Bayern in Mönchengladbach
– Vertragssituation und Stellenwert Bastian Schweinsteiger
– Vorschau bayerisches Derby gegen die Clubberer

…der sollte mal zum Hörer greifen und schon ist er Gast im nächsten Podcast.

Nur zu, ich freu‘ mich!

P.S. Wer eigene FCB-Themen hat – umso besser.

Von Dominanz, Arroganz und jeder Menge Fohlen-Dusel

So was macht mich richtig wütend. Immer wieder. Auch nach fast 35 Jahren als Bayern-Fan.

Erstaunlich oft überkommt mich dieses Gefühl, wenn meine Bayern in Mönchengladbach spielen. So wie heute.

Nach einhelliger Meinung wollten die Bayern gegen den Tabellenletzten ihre Aufholjagd fortsetzen.

Ein albernes Unterfangen und ich hätte es besser wissen müssen.

Klar weiß ich, dass solche Planspiele zumeist Unglück bringen

Andererseits sah es in der kompletten ersten Halbzeit so ganz und gar überhaupt nicht danach aus, als würde der FCB den Platz als Verlierer oder mit einem Remis verlassen.

Schon der frühe Rückstand war an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Lässiges, allzu lässiges Defensivverhalten einiger bayerischer Akteure an der Seitenauslinie und dann eine Flanke, ein Torschuss, der – natürlich in einem Spiel gegen uns – diese ach so tollen Flugeigenschaften dieses neuen Ligaballes repräsentieren muss.

Über die Flugbahn des Balles wird Butt wohl noch seinen Enkeln erzählen.

Trotzdem ließ die Antwort der Münchner nicht lange auf sich warten. Schon wenige Minuten später wuchtete Mario – Tor-Phönix – Gomez den Ball – aus dem Stand – in die Maschen des Fohlentores.

Hier offenbarte sich eine Gladbacher Defensivschwäche in der ersten Halbzeit, die in der bayerischen Gegnerschaft dieser Saison ihresgleichen suchte.

So unfassbar schlecht agierte noch keine Abwehr gegen uns. So harm- und hilflos, dass es uns zwar eine Freude war, für die Gladbacher aber größte Befürchtungen bezüglich des Verbleibs in der höchsten deutschen Spielklasse wecken musste.

Allein Herr Altintop überlief seinen Gegenspieler dermaßen, wie es sonst nur ein Robben in Bestform vermag. Logische Konsequenz war das Führungstor. Auch in seiner Ausführung. Diese Leichtigkeit des Seins sollte Herrn Schweinsteiger kurze Zeit später aber noch zum Verhängnis werden, als er den Elfmeter – in seiner Entstehung der Höhepunkt der Gladbacher Hilflosigkeit – gegen den Pfosten setzte.

Dreimal trafen die Bayern in der ersten Halbzeit Pfosten oder Latte. Inklusive des Elfmeters. Dreimal.

Nicht das mich irgendjemand falsch versteht, diese Halbzeit war für mich das Beste, was ich von unserer aktuellen „B-Elf“ bislang gesehen habe. Das war Robbery-esk. Gerade Schweinsteiger und Timoschtschuk spielten auf Weltklasse-Niveau. Um die 80% Ballbesitz und 91% Passquote. Umso wichtiger wäre es da aber gewesen, einen „am Boden liegenden Gegner“ endgültig zu erlegen.

Elfmeter muss man verwandeln.

Zumindest wenn man so eine zweite Halbzeit hinlegt wie die Bayern.

Liebe Bayern-Spieler, es war doch wohl völlig klar, dass die Gladbacher nicht über 90 Minuten derart passiv agieren würden, oder?

Und dass Herr Frontzeck irgendwann den Sportskameraden Schachten auswechselt, nur logisch, oder??

Derlei muss man nutzen! Aber da ist wohl eben das Manko unserer aktuellen „B-Elf“ – es fehlt der Killerinstinkt.

Ferner fallen einige Spieler, die ich schon wieder auf dem Weg der Besserung vermutete, nun doch wieder ab.

Gelang es Herrn Timoschtschuk zumindest auch in den schlappen zweiten 45 Minuten seinen Level einigermaßen zu halten, fällt Herr Ottl jetzt doch wieder auf sein altbekanntes Leistungsvermögen zurück. Ebenso zeigte unsere IV (leider) einmal mehr das gruselige Gesicht. Herr Demichelis verhindert vor dem Dusel-Flatter-1:0 die Flanke nicht und Herr van Buyten lässt sich beim zweiten und dritten(?) Gegentor Knoten in die Beine spielen. Wann bemerkt unsere Führungsriege eigentlich endlich, dass die Hüftsteifheit unseres Belgiers unheilbar ist?

Lahm und Pranjic? Mhm. Hätte unser Aushilfskapitän nicht das Remis gerettet, seine Bewertung wäre wohl erneut eher durchschnittlich ausgefallen und Herr Pranjic, naja, so richtig rumreissen konnte er das Flügelruder dann später auch nicht mehr.

Weiterhin und zum wiederholten Male konnte sich Herr Kroos nicht für eine Position auf dem Platz empfehlen. Für die Zeit nach der Rückkehr der Sportkameraden Ribéry und Robben. Das Problem mit ihm: Man sieht immer wieder gute Ansätze (Freistoß vorm 1:1?) und danach aber auch wieder Schlafmützigkeit und leichte Ballverluste. Kommt da noch mal irgendwann etwas, Toni?

Der Rest wurde im Abwärtssog der zweiten Halbzeit mit nach unten gezogen. Schlimm.

Mich stört jetzt nicht so sehr das Gefasel, „dass ja in der Bundesliga jeder jeden schlagen kann“, oder so. Nein, mich stört, dass wir zwar alle von dieser besagten Aufholjagd reden, aber wir nicht danach handeln.

Wie konnte es überhaupt zu diesem Rückstand kommen und wie kann es sein, dass eine Gladbacher Borussia nach einer solchen ersten Halbzeit in der zweiten gegen uns plötzlich den Schalter derart umlegt, dass es so weh tut? Wo war unsere Leidenschaft? Unser Kratzen, Beißen, unser Dagegenhalten?

Kaum haben wir in den letzten Spielen (vielleicht auch ein wenig glücklich?) mal wieder Ergebnisse eingefahren, heben wir ab und versuchen alles spielerisch zu lösen? Beim Stand von 2:3? Beim Tabellenletzten?

Noch mal: Schönspielen ist Thema, wenn Robben UND Ribéry zurück sind.

Vorher ist Arbeiten angesagt.

Und hat man dann mal das Glück, dass sich eine Mannschaft nicht vom Anpfiff weg die Seele aus dem Leib rennt und so spielt wie die Fohlen, dann muss man das – verdammt noch mal – in Tore ummünzen!

Natürlich nutzt als das Gezeter so gar nix. Die Herren Fußballer werden weiter ihren Stiefel herunterspielen. Und in der Zwischenzeit haben wir Sonntagabend entweder wieder 12 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze oder liegen auf Tabellenplatz 11.

Für mich hat das nur eine Konsequenz: Die Meisterschaft ist ab sofort kein Thema mehr. Wir sollten uns auf Platz 3 konzentrieren. Darauf können es am Ende des Spieltags ja maximal 3-5 Punkte Rückstand sein.

Schlimm genug.

Der FC Bayern steht im Achtelfinale. Schon wieder.

Der FC Bayern steht im Achtelfinale. Schon wieder. Diesmal in der Championsleague.

Ferner erzielte der FC Bayern einen neuen Startrekord. Vier Siege in den ersten vier Spielen. Hätte die Roma in Basel nur Remis gespielt, wäre auch der Gruppensieg schon geritzt.

So braucht es beim nächsten Spiel in der italienischen Hauptstadt – bei 6 Punkten und 10 Toren Vorsprung – nur noch ein 1:3 oder 2:4, oder, oder, um auch den direkten Vergleich beim letzten Konkurrenten um Platz 1 zu gewinnen.

Gute Aussichten.

Überhaupt gibt es noch eine kleine Schieflage zwischen der Liga und den Pokalwettbewerben. Gut, dass die nun aktuell in trockenen Tüchern liegen, da kann man sich mehr und mehr auf die Aufholjagd konzentrieren.

Zum Spiel selbst kann man so einiges Gutes sagen.

Klar ist Cluj kein übermächtiger Gegner (gewesen), aber aus drückender Überlegenheit haben die gleichen Bayern zu Saisonbeginn noch keine vier Tore erzielen können. Da mag ich nicht mehr tauschen.

Das sogenannte B-Team scheint sich immer mehr zu finden und somit ließ es sich auch nicht vom „Streit“ in der bayerischen Führungsebene beeindrucken. Andererseits: Das sind Fußballprofis. Wer sich von derlei Dingen in seiner Leistung beeinflussen lässt – wie will der da vor 80.000 „Gegnern“ bestehen?

Gut war Gomez, gut war Schweinsteiger, gut war Timoschtschuk, sogar Demichelis hatte keine entscheidenden Fehler drin. Sicher, Herr Lahm fallen im Moment Unterschriften leichter als herausragende Leistungen auf dem Platz und ja, für Herrn van Buyten wird, für die Rückkehr von Herrn Badstuber und/oder Herrn Breno, schon einmal ein Platz auf der Bank warmgehalten, aber ansonsten überzeugte das Kollektiv.

Abgesehen von einer Phase nach der Halbzeit hatte unser FCB die Lage doch im Griff, oder?

Und über vier Spiele in der Championsleague ist es dann eben nicht nur Dusel oder Glück.

Wie auch immer.

Die Gruppenphase ist überstanden und auch der Gruppensieg sollte jetzt kein Problem mehr sein. Oder glaubt jemand, dass wir in Rom mit drei Toren Differenz verlieren und dann noch das Heimspiel gegen Basel, während Rom Cluj schlägt?

Wer weiß.

Ausgerechnet im trüben November hellt sich offenbar die Stimmung und Perspektive beim FC Bayern auf.

Aufholjagd in der Bundesliga gestartet, Mindestziel in der CL erreicht (auch finanziell) und die Verletzten kommen auch so nach und nach wieder zurück.

Gut. Sehr gut.

Aufholjagd 2010/11 #01

Irgendwo bei Twitter habe ich heute gelesen, dass Herr Wontorra beim Stammtisch was gefaselt haben soll, dass „die Bayern ja der Verlierer des Spieltages seien“.

Als ich dies las, stelle sich bei mir eher die Frage, wieviel Bier zum Zeitpunkt des Zitats schon geflossen war.

Hier einmal die nackten Zahlen:

Mit dem Sieg am Freitag haben wir in der Tabelle einen Sprung von Platz 11 auf Platz 7 gemacht. Lagen wir in dieser Saison in der Tabelle schon einmal besser?

Vor uns liegen jetzt „nur“ noch sechs Teams. Auf Hannover und Mainz haben wir zusätzlich drei Punkte gemacht. Der Rückstand auf Platz 3 beträgt nur noch drei Punkte (statt vier), auf die Tabellenspitze nur noch zehn statt zwölf.

So.

Schau‘ ich mir jetzt die nächsten Spieltage an, frage ich mich, wer hier bald Verlierer der Spieltage sein wird, Herr Wontorra.

Spieltag 11: HSV – TSG, SGE – WOB, SCF – M05, H96BVB, LEV – FCK

Spieltag 12: BVB – HSV, BRE – SGE, STP – LEV, M05H96, TSG – SCF

Spieltag 13: SGETSG, BMG – M05, SCF – BVB, H96 – HSV, LEV – FCB

Spieltag 14: M05 – FCN, FCB – SGE, TSGLEV, H96 – SCF, BVB – BMG

Klar weiß ich, dass solche Planspiele zumeist Unglück bringen, aber WENN der FC Bayern seine Spiele in Gladbach, gegen Nürnberg, in Leverkusen und gegen Frankfurt gewinnt – was spricht dann dagegen, dass der Abstand nach oben sowohl tabellarisch als auch punktuell massiv kleiner wird?

Die lediglich so „um die fünf Punkte Rückstand zur Winterpause“ sind doch da mehr als realistisch, oder?

Von mir aus auch weiter die Politik der kleinen Schritte – nächsten Spieltag erst einmal Hannover 96 schlucken…

Komm zur B-Elf, da erlebst Du was

Freitagabend-Spiele sind sch**sse. Deshalb verpasste ich die größten Dramen im Spiel meiner Bayern vor und unmittelbar nach Anpfiff.

Badstuber verletzt, Demichelis in der Startelf und auch dieser nach 10 Minuten am Spielfeldrand mit einer Nähnadel im Oberschenkel. Alter.

Welch eine Dramaturgie dann aber im Fortgang, dass ausgerechnet dieser Spieler einen Kopfball zum nicht unerheblichen 1:0 in die Freiburger Maschen drischt.

So muss das eigentlich sein, Martin – wo war derlei in den letzten 1-2 Jahren? Mehr solche Spiele und um Deinen Stammplatz gibt es überhaupt keine Diskussionen.

Aber wer auch immer Tore für den FC Bayern im Rahmen dieser Aufholjagd schießt, schießt solch somit in unsere Herzen. Wir haben gerade nur eine B- bis C-Elf auf dem Platz? Who cares. Tore sind Tore und Punkte sind Punkte.

Nimmt man die Ergebnisse des heutigen Samstag hinzu, war es doch bisher ein (fast) perfekter Spieltag. Zu solchen Einschätzungen bin ich in dieser Saison noch viel zu wenig gekommen. Es wird Zeit.

Überhaupt ist die aktuelle Zeit doch – bei all der spielerischen Defizite – mehr als spannend, oder?

Was sind das für Spielertypen, die da plötzlich so nach und nach aus dem zweiten Glied zur bayerischen A-Klasse aufrücken? Ein Timoschtschuk ist gar nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft, ein Pranjic bereitet drei(!) Tore vor, noch dazu teilweise per Eckball(!!)?

Da wird einem schon ganz schön was geboten. Auf diesem B-Niveau.

Aber was heißt schon B-Niveau, wenn es Tore und Punkte bringt?

Stand jetzt gerade sind wir vier Plätze nach oben gerutscht, haben weiterhin nur drei Punkt Rückstand auf Platz 3 und morgen spielen 1. und 2. gegeneinander.

Es könnte schlechter aussehen.

Klar, diverse Spieler laufen immer noch ihrer Form aus der Vorsaison hinterher, aber was will man machen, es hilft ja nix. Wir haben aktuell keine anderen Spieler und werden auch in den nächsten Monaten keine anderen bekommen.

Ich gebe zu, dass dies eine eher positive Betrachtung der aktuellen Ereignisse ist und dieser Rückblick auf das Spiel auch schlechter hätte ausfallen können, wenn wir das Spiel nicht gewonnen hätten. Aber wenn wir uns schon wieder einen Braafheid auf dem Platz leisten können und der eines seiner seltenen Tore erzielt – na dann kann es uns nicht so schlecht gehen.

Übel ist weiterhin das Verletzungs- oder doch-nicht-Zurückkehrer-Pech (Badstuber, Klose, Ribéry), aber scheinbar dreht sich gerade die Grundstimmung der Göttin Fortuna zu unseren Gunsten. So auf die Spiele bezogen. Ich kann nicht behaupten, dass mich das stört.

Gibt es Anlass zu weiterer Einzelkritik?

Unser Sturm müht sich redlich, aber wir haben einfach nicht die etablierten Spieler, die diesen perfekt bedienen können. Kroos wäre vielleicht so einer, aber der kommt von allen noch am langsamsten in die Spur. Da rächt es sich, dass wir so stark auf das Robbery-System fixiert sind.

Das Mittelfeld macht, was es aktuell kann. Ganz ordentlich. Nicht mehr und nicht weniger (selbst Boss Schweinsteiger schwankt zu sehr).

Tja. Bleibt noch die Abwehr (über das Tor müssen wir nicht reden – ein gutes Zeichen).

Die bereitet Sorgen, oder?

Herr Lahm immer noch und wieder (a la 2006) im Post-WM-Loch. Ganz, ganz übel. In der Innenverteidigung macht man sich Sorgen, weil ein junger Badstuber ausfällt und man „nur“ auf die gesunden van Buyten und Demichelis zurückgreifen kann. Das spricht imho Bände. Aber – wie oben erwähnt – mit so einer Leistung wie im gestrigen Spiel, sollte es für Micho keine Sorgen um Einsätze geben. Da trifft es dann eher van Buyten, der uns in dieser Saison ebenfalls schon diverse Gegentore und Nerven gekostet hat.

Nicht in die Defensiv-Bewertung Eingang findet die linke Abwehrseite. Wen sollte ich da bewerten, es gibt ja keine Stammkräfte dort. Ein Versuch gibt dem anderen die Klinge in die Hand. Jetzt hat es Herr Pranjic mal ganz ordentlich gemacht. Und im nächsten Spiel? Ich mag nicht daran denken.

Aber vielleicht schon.

Könnten wir im Cluj doch den Gruppensieg(!) klarmachen. Am vierten Spieltag der Gruppenphase. Auch eine Aussage.

Ganz ehrlich Leute, ich habe (von den Ergebnissen her) schon schlimmeres FCB-Gewurschtel in unseren berühmten Herbst-Phasen erlebt…

Der FC Bayern steht im Achtelfinale. Wahnsinn.

Leute mir fehlt die Zeit. Seit heute sind Frau und Kind 2 zurück aus dem Krankenhaus. Somit herrscht hier erst einmal Ausnahmezustand.

Trotzdem soll / muss es natürlich einen Beitrag zum gestrigen Spiel geben. Wenn auch nur kurz.

Der FC Bayern steht im Achtelfinale des DFB-Pokals. Das ist schon Wahnsinn. Wenn man sich die aktuelle Form, den aktuellen Kader und die Torchancen der Bremer in der zweiten Halbzeit vor Augen führt.

Meinen Frust, meine Lust, mein Leiden und meine Phrasen habe ich schon auf Twitter abgelassen. Daraus noch einen eigenen Beitrag zu formen, dazu fehlt mir – heute zumindest – die Zeit.

Nur soviel: Im Achtelfinale zu stehen ist besser als nicht.

Mein Tipp für das Achtelfinale: Bayern gegen Lautern.