„Lukas ist einer junger Spieler, der noch viel zu lernen hat. Das muss er akzeptieren.“
NationalMichael Ballack nach der PrinzPeng-Watschn.
Schlagwort: Nachwuchs
Von Brandreden, Polgas und 30 langen Jahren
Die Bayern stehen im UEFA-Championsleague-Viertelfinale. Das war das Mindestziel für FCB-Trainer Klinsmann.
Aber diese Nachricht spiegelt nicht im Ansatz die Umstände dieses Achtelfinales wider.
Insgesamt 12:1 haben die Bayern gegen Sporting Lissabon gewonnen. Zwölf zu eins.
Rekord. Wahrscheinlich für eine lange, lange Zeit.
Klar können sich die Bayern dafür im Viertelfinale nix kaufen und ehrlich gesagt, hätte ich lieber schon mal 3-4 Tore für die nächste K.O.-Runde aufgehoben, aber so ähnlich lief es ja auch im DFB-Pokal…
Trotzdem.
Es tut mal wieder gut. Und heuer muss man als Bayern-Fan wohl nehmen, was man kriegen kann. Auch wenn es derlei Extreme sind. Grottige Auftritte wie gegen den kölschen FC und erste 70 Minuten gegen Leverkusen.
Im Gegensatz dazu, allein in 2009 schon vier Spiele mit fünf oder mehr Toren!
Habe ich ansonsten so meine Probleme mit dem Kleinreden des Gegners, was viele, die den Bayern nicht nahe stehen, in der Folge solcher Auftritte gerne erzählen, kann ich mich derlei nach diesem Achtelfinale nicht komplett verschließen.
Und dabei waren die ersten 30 der insgesamt 180 Minuten alles andere als souverän und hätte Herr Lahm im Hinspiel diesen Ball nicht von der Linie geköpft, wer weiß, wo wir jetzt stehen würden und mit welchem Trainer…
Kam aber anders.
Und hätte man die zwei nicht gegebenen Elfer und die restlichen 95%-Chancen nocht verwertet, hätte allein das gestrige Spiel zweistellig für die Bayern ausgehen können.
Meine Güte. Was war das denn für eine Thekenmannschaft?
Es zeigt sich aber einmal mehr, wie sehr der Kopf ein Spiel entscheiden kann.
Bleibt nur die Frage, ob man sowas als CL-Teilnehmer der erste K.O.-Runde zulassen darf.
Taten die Portugiesen, zu meinem größten Vergnügen…
Selbst mit der B-Elf spielten die Bayern mit Sporting Katz und Maus. Zeigten ihr gesamtes Repertroire. Auch wenn sie dabei tatkräftig und fast mit Vorsatz von Spielern wie Ânderson Corrêa Polga unterstützt wurden.
Sowas habe ich überhaupt nicht nicht gesehen. Noch nicht einmal in einem Spiel des FC Bayern. Und ich habe im Laufe der letzten Jahrzehnte einige Zumutungen auf der IV-Position bei den Roten ertragen…
Der Kollege wird seines Lebens in Portugal wohl nicht mehr froh.
Respekt aber dafür, dass er bis zum bitteren Ende durchgehalten hat. Sowas nenn‘ ich mutig.
Auf Seiten der Bayern einzelne Spieler hervorzuheben, wäre ein klein wenig ungerecht. Trotzdem bin ich mal so frei. Aus diversen Gründen.
Zum einen weil ich kaum fassen konnte, dass selbst in so einem Spiel, gegen so einen Gegner, in so einer Leichtigkeit des Seins, noch bayerische Akteure auf die Idee kommen, schlecht auszusehen und teilweise (vor allem in HZ2) Fehler auf Fehler zu produzieren. Zum Glück war Sporting auch mit neun Spielern locker und leicht zu besiegen.
Herr Ottl und Herr Sosa.
Alter Schwede. Ich leg‘ mich fest. Bei Sosa. Mit dem, das wird nix mehr. Vielleicht ist er ja auch sauer, weil man ihn in der Winterpause ausleihen wollte und das nicht klappte, er also jetzt weiter bei uns bleiben muss. Trotzdem. Wie kann man da so eine Leistung anbieten? So langsam müsste er sich doch mal an das Tempo in Europa gewöhnt haben, oder?
Hat er nicht. Wirkt auch nach 1,5 Jahren immer noch wie ein Fremdkörper. Keine Impulse. Eher müssen die anderen noch für ihn mitlaufen…
Und Ottl?
Naja. Man kennt ja seine Pappenheimer. Er wird auf absehbare Zeit nur der Fallback beim FC Bayern sein. Wenn nach dieser Saison van Bommel (imho sicher) und Zé Roberto (vielleicht) weg sind, kommt derTimo und für Ottl wird weiterhin kein Platz sein. Warum? Na weil derTimo so stark sein wird, wie MvB und ZR zusammen. Auf dieser Position. Meine Meinung.
Egal.
Was mir den gestrigen Abend aber vollends zum gelungenen Ereignis machte, war der erste CL-Einsatz eines gewissen Thomas Müller.
Mir war zwar bewusst, dass der sich bei Gerland gut entwickelt haben soll, eine Option für’s offensive Mittelfeld sein kann und ab der nächsten Saison mit Profivertrag ausgestattet beim FC Bayern spielt, aber was war das denn bitte?
Der Typ ist ja mal ’ne Granate. Und da verliere ich auch gerne mal meine sonstige Zurückhaltung. Zurückhaltung, die wir alle ja immer bei Herrn Kroos haben walten lassen. Aber was hat’s gebracht? Er wurde ausgeliehen.
Nein. Angreifen.
So wie Herr Müller gestern nach seiner Einwechslung.
Da denkt man sich:
Schön. Gibt Klinsi diesem Talent noch mal ’ne Chance ein bißchen Spielpraxis zu zeigen. In einem Spiel das eh gelaufen ist und wo sich keiner mehr verletzten will…
Und dann gibt der Typ auf einmal Gas, als gäb’s kein Morgen!
Spielt die Gegner schwindelig, schaltet auf rechts den „Ribéry“-Turbo ein, flankt, ist direkt am Tor beteiligt und versenkt kurz vor Schluss selbst – in bester Müller-Manier – seinen ersten Ball.
Wahnsinn.
Der Name ist Verpflichtung beim FC Bayern und tatsächlich war es das erste Müller-Tor beim FC Bayern seit über 30 Jahren. Der Müller, Gerd hat sich am 18.11.1978 mit seinem 365.Tor beim FC Bayern verabschiedet und erst gestern schallte wieder einmal der Name „Müller“ durch das weite Rund eines Bayern-Stadions.
Da kann man schon mal Gänsehaut bekommen…
Mehr muss man zum gestrigen Spiel auch nicht mehr sagen.
Update: Muss man doch. ‚Habe schließlich das mit der Brandrede noch nicht erklärt. Nach dem Hannover-Spiel habe ich ein Gerücht gehört, dass Klinsmann in der Kabine eine Brandrede gehalten haben soll. À la 2006. Es soll danach ferner Applaus der Spieler gegeben haben. Holla.
Kein Menschenhandel beim FC Bayern
Ich bin bei Yalcin über ein Thema gestolpert, dass ich selbst auch schon gar nicht mehr auf dem Screen hatte:
Dieser damals 13-jährige wurde vom FC Bayern „verpflichtet“ und sollte in der C-Jugend spielen. Nebst Betreuung im FCB-eigenen Jugendinternat.
Der neue Messi. So nannte man ihn damals schon und schickte fleissig YouTube-Videos durchs Web…
Naja.
Auf jeden Fall ist Pierre schon längst wieder in Peru. Das Heimweh war für den Jungen dann doch zu groß. Verständlich. Irgendwo.
Und für den FC Bayern eventuell eine Lehre hier nicht mit den sog. „Großen“ mitspielen zu wollen, die sowas ja quasi in ihre Transferpolitik mit aufgenommen haben.
Dann entdecken wir halt keinen Messi oder Kaka.
Mit unserer Scouting-Abteilung für Südamerika ist das ohnehin mehr als fraglich…
Angst vor Hoffenheim haben nur die Kleinen
Ich hatte für Hoffenheim nicht viel übrig. Emporkömmlinge, die SAP-Hopp auf der Tasche liegen, dachte ich. Retorten-Team.
Dann sollten sie den Aufstieg des FC verhindern. Verloren stattdessen in Köln, machten das Daum-Comeback perfekt. Das nahm ich denen echt übel. Im Anschluss waren sie mir nur eins: Egal.
Ein ernsthaftes Problem haben mit Hoffenheim ohnehin nur „die Kleinen“. Also die, die kämpfen müssen um den Verbleib in der der deutschen Top-Liga, oder denen Hoffenheim beim Aufstieg in diesselbe im Weg stand.
In der „Liga“, in der die Bayern spielen, sieht man sowas ganz anders, hat mehr Details, kennt und schätzt sich.
Meine Meinung über Hoffenheim bröckelte, als ich erfuhr, dass die eben nicht nur blind die SAP-Kohle auf den Kopf hauen, sondern dass die vielmehr in die Strukturen investieren. Die machen sowas wie Jugendarbeit (aktueller B-Jugend-Meister) und setzen die dann auch noch in der Bundesliga ein (Durchschnittsalter am letzten Samstag 22,5(?)) – Frechheit!
Wieviele Jugendspieler spielen eigentlich in den Mannschaften, deren Fans Hoffenheim, Hopp und Co. immer wieder beleidigen?!
Gar sympathisch wurde mir Hopp, als ich hörte, dass a) Hopp selbst mal für Hoffenheim gespielt hat (weiß Abramowitsch, was das ist?!), b) er nach dem Aufstieg sich von Boulevard-Aussagen distanzierte, dass Hoffenheim jetzt sofort den FCB angreift, c) sich der Verein mittelfristig selber tragen soll, ganz ohne die Hopp-Milliarden und d) das neue Stadion eben nicht protzig daherkommt, sondern der eigene Fan-Struktur Rechnung trägt. Respekt.
Das Ganze hat also Sinn und Verstand genauso wie eine seriöse Grundlage.
Wieviele sogenannte Traditionsvereine können derlei Verhaltensweisen in den letzten Jahrzehnten vorweisen?
Sicher. Was Hopp zum Thema „Tradition“ sagt, muss man nicht unterschreiben, aber wo z.B. die Pfalz Hilfe für die arme, arme Region von Politik und Steuerzahlern einfordert, handelt ein Hopp mit seinem Privatvermögen und schafft eine echte und ernstzunehmende Region. Die Rhein-Neckar-Region.
Und dieses Privatvermögen ist auch noch ehrlich und hart erarbeitet. Oder hat SAP irgendjemand gezwungen, seine Software zu kaufen?
Wie auch immer.
Soviel Lobhudelei sollte es gar nicht sein. Ich wollte nur einen Gegenpol, zu diesen Gästeblock-Gesängen vom letzten Samstag etablieren.
Berater sind die Pest
Spielerberater jetzt.
Das wollte ich schon lange mal schreiben. Rund um den Olympiatrouble und das van-der-Vaart-Gezerre.
Aktuell kamen mir folgende Zitate vor die Linse:
„Toto Tamuz ist ein ganz besonderer Spieler, und er hat das Potenzial, es in Europa nach ganz oben zu schaffen.“
Worum geht’s?
Na das besagter Toto Tamuz kurz davon stehen soll, beim FC Bayern anzuheuern. Ich persönlich habe von dem noch nie was gehört. Ihr? Trotzdem wird er schon mit Samuel Etoó verglichen.
Na dann.
Wahrscheinlich ist er sich deshalb zu fein für sowas:
„Wenn die Bayern ihn kaufen wollen, um ihn in die zweite Mannschaft zu stecken, werden wir ihnen mitteilen, dass wir nicht interessiert sind.“
Interessant. Ist natürlich richtig. Schließlich ist die israelische Liga ’ne Top-Liga in Europa. Da kann Tamuz sofort mithalten. Akklimatisierung, was ist das? Nur gut, dass sein Berater mit dem Verein alles im Griff hat…
Noch aber steht der Angreifer bei Beitar Jerusalem unter Vertrag. Und sein Verein will ihn auch gerne halten. „Sie haben aber realisiert, dass es sich hier um einen europäischen Topklub handelt.“
Berater-Geschwätz eben.
Oder liegt’s vielleicht doch an der Quelle?!
Die Jugend von heute
Eigentlich wollte ich einen ganz anderen Bericht schreiben.
Über die Jungend von heute. Die deutsche. Die U19. Vor ihrem EM-Turnier. Und das die spanische Jugend seit Jahren einen Titel nach dem anderen abräumt und deshalb auch Europameister geworden ist. Bei den Erwachsenen jetzt.
Und dann?
Dann gewinnt die deutsche U19 doch tatsächlich gegen eben diese Spanier das erste Turnierspiel. Macht ferner immer so weiter.
Am Samstag steht man zu allem Überfluss im Endspiel gegen Italien.
So kann man sich irren.
Dem-Gerd-sein-Bomber-Stadion
Herrlich diese Wortspiele. Ich liebe das.
Heute wurde in Nördlingen, mit einem Freundschaftsspiel gegen Gerd Müllers Erben, das neue Stadion, das Gerd-Müller-Stadion, eingeweiht.
Wieso das?
Weil Gerd Müller am 3. November 1945 in Nördlingen geboren wurde und vom dortigen TSV zum FC Bayern wechselte. [1]
So schließt sich also der Kreis. Insgesamt sahen 10.500 Zuschauer das lockere 8:0 der Klinsmann-Kicker.
Durchschnitt, könnte man meinen. Man sollte allerdings nicht vergessen, dass der TSV in der Bezirksliga spielt!
Anyway.
In diesem Beitrag wird gleich noch ein weiteres Thema abgefrühstückt:
Bayerische Ersatzstürmer.
Geplant war dazu ein eigener Text, der das gesamte Team Bayern II beleuchten sollte. Allein mir fehlt dazu inzwischen Zeit und Lust.
So also nur Stürmer. Ist ohnehin, glaubt man dem Boulevard, die Achillesferse des Klinsi-Teams (Komisch eigentlich. Wollte man doch zuvor PrinzPoldi penetrant nach Köln oder Bremen schreiben…).
Gegen Nördlingen spielten folgende Spieler aus der dritten Reihe vor:
Thomas Müller (ab 30. Deniz Yilmaz), Joseph Ngwenya und Toni Kroos.
Ok. Über Kroos gibt’s nix zu sagen. Der ist ohnehin auf dem Sprung.
Aber Müller, Yilmaz und Ngwenya?
Ngwenya ist doch, soweit ich mich erinnere, nur auf Probe und mal zum Schnuppern beim FCB, oder?
Ist er. Und bei ein wenig Recherche fiel mir noch was anderes auf: Der hat schon in den USA gespielt (ist ja auch schon 27). Bridge to Klinsmann.
Naja. Hat zwei Tore gemacht gegen Nördlingen.
Derer drei hat gar Deniz Yilmaz nach seiner Einwechslung für Müller erzielt. Yilmaz ist ohnehin unter verschäfter Beobachtung bei Bayern II, oder?
20 Jahre alt und in der letzten Regionalliga in 22 Spielen 7 Tore erzielt. Bessere Quote als PrinzPoldi?
Zumindestens hat er schon mal den Vorteil beidfüßig zu sein. Sollte sich Klinsmann ins Notizbuch schreiben. Vor allem, da er nur 75.000,- Euro Marktwert und Vertrag bis 2009 hat.
Was ist also mit des Bombers Namensvetter Thomas Müller?
Nun. Soll eigentlich ein Mittelfeldspieler sein und war beim Fall der Mauer 2 Monate alt!
Alter bin ich alt geworden… 😉
Was bringt uns also nun diese kleine Recherche?
Keine Ahnung.
Wir sich zeigen, wenn sich Toni mal verletzt, Klose weiter Ball und Form hinterläuft und Poldi auch im Herbst/Winter noch von Daum und Dom träumt…
[1] Die Story, dass es fast 1860 geworden wäre, ist, denke ich, bekannt oder?
Es gibt Wichtigeres als Fußball
Ich habe weiß Gott einige Mal auf ihn drauf gehauen. Aus meiner Sicht völlig zu Recht.
Es gibt allerdings Dinge, da ist das dann alles sekundär. Gerade wenn man selbst Vater geworden ist.
In diesen Stunden bin ich bei Khalid Boulahrouz.
Alles bleibt anders – Ein Ausblick.
Die alte Saison ist zu Ende. Eine neue steht uns bevor.
In der neuen Saison wird sich allerdings hier auf meinem kleinen, aber feinen Blog ein bißchen was ändern.
Die meisten von euch werden wissen, dass derPaule sich vor einigen Monaten fortgepflanzt hat. Irgendwie kollidiert sowas Kleines dann irgendwann mit dem „alten Leben“, dass man als Blogger so sorglos führte: Immer am Puls der Zeit, alle Web 2.0-Features aufsaugen und auch sonst noch jede Menge Hobbies rund um den Fußball.
Tja.
Eine genervte Ehefrau kann man ja noch ertragen, aber einen Sohn, der zunehmend Aufmerksamkeit erwartet, bildet hier dann die Grenze – den Vätern unter euch erzähle ich da wohl nix Neues. 😉
Aber keine Sorge.
Bisher ist es mir ja auch immer noch gelungen Frau, Familie und Nachwuchs mit dem FC Bayern und meinen Gedanken zu diesem Thema unter einen Hut zu bringen.
Was es in Zukunft aber definitiv nicht mehr geben wird, sind regelmäßige Rubriken, wie z.B. diese oder diese hier. Denn selbst wenn ich auch in Zukunft noch Zeit für’s Bloggen haben werde, werde ich mich nicht mehr dem Druck aussetzen, nach einem Spiel auch unbedingt (zeitnah) einen Beitrag verfassen zu müssen/wollen.
Schon in der Vergangenheit habe ich da ja meine Kanäle ein wenig neu justiert und mich mehrheitlich auf den FC Bayern konzentriert.
Also alles halb so schlimm, nur seid mir bitte nicht böse, wenn hier zukünftig mal ein paar Tage nix passieren wird: Breitnigge.de wird weiterleben, wenn auch reduzierter.
Die 70-Mio-Euro-Strategie
Oder so.
Es musste sich was ändern.
Platz 4 in der Liga bedeutet für den FC Bayern sowas wie Platz 18 für denClub.
Das Experiment mit all den jungen 2006-WM-Helden-Hüpfern schlug fehl. Man kann’s ja mal probieren. Die Erwartungshaltung (Ballack-Ersatz, Double-Verteidigung nebst Championsleague-Zielen) war wohl einfach eine Nummer zu groß.
Beim Klub und seiner Führung setzte somit ein Umdenken ein. Man wollte die alten Pfade verlassen, nahm einen Schwung vom Festgeldkonto und schmiss es auf den Markt.
Das Resultat: Die wohl größte Investition im deutschen Fußball. Und in der Folge eine gewisse Dominanz. Aber nicht nur das. Womit wir beim Thema wären.
War die Strategie richtig?
Also jetzt nicht mit den 70 Millionen, nur vom Spielprinzip.
Man entschied sich gegen einen Spielmacher und setzte stattdessen auf ein (neues) Flankenspiel mit kopfballstarken Stürmern im Zentrum. Deshalb wurden ja auch Ribery, Altintop, Jansen, Sosa (Flanken), Toni und Klose (Kopfballstärke) und all die anderen geholt.
Jetzt sind wir auf der Zielgeraden und alles sieht auf den ersten Blick perfekt aus. In der Meisterschaft mit einigem Vorsprung kurz vor dem Titel, im Pokalfinale und im Europapokal ebenfalls kurz davor.
Aber wie kam das alles zustande?
Auf jeden Fall nicht aufgrund der Überzahl der vielen präzisen Flanken, die punktgenau die Stürmer fütterten. Meiner Meinung nach.
Getafe war dafür einmal mehr ein gutes Beispiel.
Das solche Spiele trotzdem gewonnen wurden, kam imho nur deshalb zustande, weil es die individuelle Klasse des Einzelnen und dessen blitzgescheiten Moment gab.
Sicher. Flanken gab’s genug. Aber was für welche! Kann mir keiner mit alten Ballack-Mechanismen erklären – der war auch keine 1,50 Meter groß!
Und wenn man dann lauter Flanken-Fußballer im Team hat, wird’s zäh, wenn man Kurzpassspiel zelebrieren will, oder?
Klappte zwar phasenweise auch nicht schlecht, aber dazu siehe wieder Thema „individuelle Klasse“.
EIN Argument will ich hier trotzdem gelten lassen: Die Uneingespieltheit.
Gleichzeitig meine größte Hoffnung für die neue Saison.
Wie Hoeneß das gestern im Sportstudio sagte, man hat die Probleme in diesem Punkt viel größer eingeschätzt. Die guten Leistung zu Saisonbeginn haben uns alle da wohl ein wenig die Augen getrübt.
Ich will also nicht allzu schwarz malen. Vielleicht schafft es ja Klinsmann Lahm, Sagnol, Sosa und Co. beizubringen, solche Flanken zu schlagen, wie ich sie in dieser Saison zumeist nur von Fußballgott Toni Kroos gesehen habe.
Wir geben die Hoffnung einfach nicht auf und freuen uns, ebenso wie Uli Hoeneß, auf die neue Saison!