Nur gucken, nicht anfassen!

Na gut. Sicher.

Meister ist der FC Bayern noch nicht.

Wenn Schalke in Mainz 8:0 gewinnt, müssen wir in Berlin bei der Tasmania Hertha 10:0 verlieren?

Mhm. Also lassen wir das mal.

Am Ende war es dann schon merkwürdig. Das Spiel war aus und die Bayern verhalten sich mehr als verhalten.

Bis dann das Endergebnis aus Schalke eintrudelte. Da gingen zumindest Spieler und Fans noch einmal aus sich heraus.

Offiziell will man sich aber bis nach dem letzten Spieltag zurückhalten. Und van Gaal hat ja jetzt seinen Spielern ohnehin zwei Tage freigegeben („damit sie mit ihren Freundinnen spielen können“ – herrlich).

Die Emotionalität war ohnehin viel früher viel stärker. Als die Bayern auch gegen Bochum (wie erhofft, aber immer wieder nicht erwartet) Gas gaben und schnell klar war, dass weder Magaths noch Woszs Worten Taten folgen sollten.

Spannend blieb also nur, ob Werder wirklich versuchen würde, beim FC Schalke noch was für die CL-Quali tun zu wollen.

Taten sie.

Und dieser Orkan war in der Allianz-Arena wohl bislang einzigartig (auch wenn viele Aussenstehende sowas dort für unmöglich hielten). Das 0:1 und erst Recht das 0:2 besiegelte die bayerische Meisterschaft. Mehr oder weniger. Und da – zum ersten Mal in dieser Endphase der Meisterschaft – sah man Unsicherheit bei den van-Gaal-Kickern.

Plötzlich kam Bochum doch noch einmal gefährlich in die Offensive. Weil die Spieler wohl auf einmal mehr Augen für die Anzeigetafel hatten und der Orkan sie kurzfristig selbst durcheinander brachte.

Ging ja noch mal gut. Und der Ehrentreffer hilft doch auch Bochum.

Das Spiel ist schnell erzählt. Ein Sieg stand zu kaum einer Zeit in Frage. Pech für Bochum, Schalke und Magath. Klar, wäre Bochum am 25.Spieltag bei uns angetreten, rund um ein CL-Hin- und Rückspiel – vielleicht wäre was gegangen. Aber so? Keine Chance. Ein FC Bayern auf der Zielgeraden, in dieser Konstellation, hält weder Ochs noch Esel auf.

Einzelne Spieler hervorzuheben verbietet sich für mich. Das war weder Hannover noch Schalke oder Leverkusen der Hinrunde, als wir unsere Überlegenheit nicht umsetzen konnten.

Es war gut, phasenweise sehr gut und es reichte. Punkt. Will jemand tauschen?

Die schwierigste Aufgabe für die nächsten beiden Berlin-Wochen ist jetzt die Einstellung für unser Freizeit-Spiel gegen die Absteiger aus Berlin. Spieler schonen oder Spannung hochhalten?

Ich bin mir sicher, dass van Gaal auch hier das Richtige tun wird.

Belassen wir es dabei.

Saisonrückblicke und Euphorieausbrüche dann ebenfalls erst nach der Saison…

Felix, mach den Rasensprenger aus!

Nein, Felix, es hätte Dir besser zu Gesicht gestanden, wenn Du Dir vorher noch einmal ein paar Statistiken durchgelesen hättest.

Diese hier zum Beispiel. Oder direkt diese.

Und dann hättest Du Dich in Deiner (gespielten) Souveränität einfach zurücklehnen können, um wirkliche Größe zu zeigen und dem FC Bayern zur verdienten Meisterschaft zu gratulieren.

Wolltest Du aber nicht.

Weil Du (und nur Du) mit dem zweiten Platz nämlich ganz und gar nicht zufrieden bist. Seit Du beim FC Bayern warst, wir Dich zum „Meistertrainer“ gemacht haben, ist Dein Anspruchsdenken ein anderes.

Im Gegensatz zum Umfeld des FC Schalke reicht(e) Dir das Erreichen der sicheren CL-Qualifikation nicht. Du wolltest mehr. Sicher. Die Fans dann auch. Aber beim Stand von 0:2 gegen Werder haben die Fans angefangen zu feiern. Nicht Du.

Du hast gute Miene zum – für Dich – bösen Spiel gemacht und die Welle mit Saurem-Gurken-Gesicht absolviert.

Schade.

Wie erwähnt, an Deiner Stelle hätte ich diese Diskussion nicht angefangen. Ich hätte vielleicht die Faust in meiner Tasche geballt und mir danach einen hinter die Binde gekippt.

Vizemeister ist Schalke nämlich aus ganz anderen Gründen geworden!

Schalke hatte keine Chance gegen die Bayern. Diese hat der sog. Arbeiterverein aber genutzt. Hat über große Teile der Saison am obersten Limit gespielt und von der besten Saison eines Kevin K. profitiert.

Denn wer redet von all den SR-Entscheidungen gegen die Bayern? Von all den Pfosten- und Lattentreffern, die wir nicht genutzt haben?

Hörst Du da bei uns irgendjemanden?

Ab und an vielleicht. Direkt nach dem Spiel, wenn man aufgeladen ist. Aber Stunden später? Im ASS-Interview? Als Aufmacher? Nö.

Egal.

Meister ist ja jetzt der FC Bayern. Von daher könnte mir Deine Gefühlslage eigentlich egal sein. Trotzdem wollte ich paar Gedanken zum Besten geben. Denn – und da sind wir uns doch alle einig – was wäre wohl für ein Aufschrei durch Deutschland, die Bundesliga und die gesamte Blogosphäre gegangen, wenn die Bayern sich derlei Begründung für einen Vize-Titel zurechtgelegt hätten?

Eben.

Ich persönlich freue mich für euch. Auf Schalke in der Championsleague. Und auf ein Schalke mit Doppel- und Dreifachbelastung. Und vor allem mit Deinen Gesetzen zu diesem Thema.

Meine Phrasen stehen schon parat.

Statistik zum Spiel FC Bayern – VfL Bochum

Ich hatte das auf meinem Plan stehen. Einen Beitrag schreiben zum Thema Statistik der Partie FC Bayern gegen den VfL aus Bochum.

Und dann habe ich angefangen zu recherchieren. Und gleich wieder aufgehört.

Das ist mir einfach zu anstrengend.

Sogar bei mir, auf meinem Blog komme ich da nicht weiter. Dafür sind die Spielberichte dann doch viel zu unklassifiziert.

Da findet man allenfalls was übers Hinspiel (gut). Oder über dieses Heimspiel (schlecht).

Von daher: Macht ihr doch mal!

Ernsthaft.

Wer von euch hat Statistiken zum nächsten Spiel parat? Bitte in die Kommentare. Mich interessiert das.

Weisheiten #138

„Wir haben in München nichts zu verlieren. Die Bayern haben eine Euphorie vom feinsten, und auf uns setzt doch niemand einen Cent. Trotzdem wollen wir uns da nicht verstecken, sondern Fußball nach vorne spielen. […] Wir wollen München vor ein paar Probleme stellen.“

Dariusz Wosz, Feuerwehrmann und Optimist.

Jetzt hauen sie ihn um. Nein. Er macht sie alle fertig!

Unter uns Bayern-Fans ist dieses Zitat bekannt. Und obwohl ich zu diesem Zeitpunkt noch selbst kein Fernsehen schauen konnte, erzeugt dieser Moment immer noch eine gewisse Gänsehaut wenn ich nur dran denke.

Sternstunde nennt man sowas. Noch dazu in der Championsleague. Auch wenn die damals noch nicht erfunden war. Es ging aber um den gleichen Pott. Bayerns ersten Pott.

Für diese Momente ist man Fußball-Fan. Andere Fans anderer Vereine haben andere Momente. Aber jeder dieser Momente brennt sich in das Gedächtnis.

All das mag in der Überflutung mit Adrenalin liegen, oder an der unbequemen Haltung vor dem TV, weil man befürchtet, dass eine Veränderung Unglück bringt.

Klar. Nach dem Spiel ist man immer schlauer. Nach dem Spiel ist allen klar, dass unser Gegner in diesem Halbfinale so gut wie nie eine echte Chance auf das Finale hatte.

Derlei war aber nicht abzusehen.

Waren die Bayern in den Runden zuvor doch eher taktisch meisterlich. Und nicht so sehr auch spielerisch.

Diese unterschiedlichen Facetten machen den FC Bayen 2009/10 aber wohl so spannend, so abwechslungsreich, so – Entschuldigung – geil!

Gestern Abend war geil, dass

– der FC Bayern einen Trainer hat, der das IV-Problem fulminant löste: Einfach jeden Angeschlagenen nur 45 Minuten spielen lassen.

– ein Bastian Schweinsteiger endlich auch mich überzeugt hat, dass er einer der besten Spieler in Europa auf seiner neuen Position ist.

– in Kombination mit van Bommel beide das Spiel dermaßen beherrscht haben, dass es mich vollends die Beherrschung verlieren ließ.

– ein Philipp Lahm endlich wieder zu seiner Weltklasse-Form vergangener Spielzeiten fand.

– die Verpflichtung eines Ivica Olic – neben dem Robben-Transfer – die beste Tat des FC Bayern der letzten 10-20 Jahre war.

– der FC Bayern – nur ein Spiel vom Finale der Championsleague entfernt – einen Gegner wie Lyon, in dessen Stadion, so dermaßen demoralisieren kann, dass es richtig weh tut. Lyon jetzt.

– ich als Fan des FC Bayern nun endlich wieder eine meiner Lieblings-Phrasen dreschen kann – der FC Bayern nämlich erneut dem deutschen Fußball, der Bundesliga und all den europäischen Fahrstuhlmannschaften, große Dienste erwiesen hat: Mit dem Finaleinzug der Bayern haben wir offensichtlich Italien in der 5-Jahreswertung überholt und ab der übernächsten Saison einen dritten, sicheren CL-Teilnehmer – zumindestens solange, bis Stuttgart, Wolfsburg & Co. das wieder kaputt machen (ich liebe diesen Absatz…).

Für mich ist diese Saison schon seit einiger Zeit gelungen. Mehr und mehr tendiere ich dazu sie als „total geil“ zu bezeichnen.

Wer hätte nach den Niederlagen gegen Bordeaux, nach dem massiven Rückstand zur Tabellenspitze in der Hinrunde, nur ansatzweise mit einem derartigen Resultat gerechnet?

In seinen Träumen vielleicht, ja.

Für mich ist heute alles rosarot. Und am Samstag gegen Bochum? Wie unser Kapitän das gestern so schön formulierte: Die Hütte wird brennen!

All das Gefasel aus der Königsblauen Ecke, dass die Championsleague uns auf dem Weg zur Meisterschaft stolpern lassen würde, halte ich seit gestern Abend für erledigt.

Ganz im Gegenteil wird uns dies imho nun in den nächsten beiden Spielen beflügeln. Armer VfL, aber ein Heimspiel eines Gegners mit Glückshormon-Überschuss ist ein Heimspiel gegen einen Gegner mit Glückshormon-Überschuss.

Wieso sollten wir mit Weltklasse-Spielern wie Robben, Olic, Schweinsteiger, van Bommel & Co. nicht mit der gleichen Intensität weiter machen?

CL-Schwächen kann ich in der Hinrunde erklären, oder in Sandwich-Spielen wie in Gladbach, wenn nebenbei der Gegner auch noch eigene Spieler vom Rasen tritt und diese dann beim Gegentor ihren Gegenspielern nur noch hinterherhumpeln können. Aber Bochum? Am 33.Spieltag? Während der Gegner ein Heimspiel gegen einen ebenfalls auf der Erfolgswelle schwimmenden CL-Aspiraten zu bestreiten hat?

No, Sir.

Ich hatte eine Einladung zum diesjährigen Telekom-Event in der Logo in der Allianz-Arena für nächsten Samstag. Leider musste ich diese aus privaten Gründen absagen.

Mit dem heutigen Wissen um die sportliche und private Situation, hätte die Absage nicht unbedingt sein müssen, aber da sind wir wieder beim Thema: Nachher ist man immer schlauer!

Umso mehr gilt die Devise aus der Ferne:

Auf gehts, Ihr Roten! In die Endspiel-Samstage im Mai!

Noch neun, dann ist die Fußballmannschaft komplett!

Kinder wie die Zeit vergeht.

Etwas mehr als zweieinhalb Jahre ist diese Nachricht alt.

Und jetzt?

Jetzt sind wir im Hause Breitnigge ab Spät-Herbst zu viert.

Schon komisch, wenn man den alten Beitrag überfliegt und man sich selbst was von „weniger Zeit zum Bloggen“ reden hört.

Dabei ging das doch die letzten 2 1/4 Jahre ganz gut, oder?

Der eine oder andere Spät-Ankömmling hat das damals bestimmt nicht mitbekommen und weiß gar nix über die frühere Frequenz.

Ergo wird es auch in Zukunft genug Themen und Zeit geben auf und für Breitnigge.de.

Bis dahin bereitet sich Paule und Anhang auf das neue Teammitglied vor. Im Frühling-, Sommer-, und Herbst-Trainingslager.

P.S. Die größere Wohnung von damals bleibt übrigens die gleiche…

Felix, Du bist ein Hellseher!

Respekt, Felix.

Von Dir können wir alle noch was lernen. Du kannst in die Zukunft schauen. Hast Du doch tatsächlich vorhergesehen, dass eine Mannschaft, die „noch auf allen drei Hochzeiten tanzt“ ab und an Probleme im Liga-Alltag bekommt. Vor allem im Gegensatz zu Fahrstuhlmannschaften, die, wenn die Großen spielen, nur zuschauen dürfen.

Aber – meinen Glückwunsch – das wird sich ja in der nächsten Saison ändern: Schalke ist seit heute für die Championsleague, der Liga der Erwachsenen, qualifiziert.

Ich find‘ das gut. Freue ich mich doch schon darauf, wie Deine zusammengesparte Rasselbande mit dieser Mehrfachbelastung klarkommt.

Meiner Meinung nach müssen wir uns um Euch in der nächsten Saison keine Sorgen mehr machen…

Aber genug davon für den Moment.

Die Bayern haben in Mönchengladbach zwei Punkte verloren. Das ist doof. Aber ich hatte damit gerechnet. Insgesamt durften wir uns auf dem Weg zum Titel ein Remis leisten. Und das Auswärtsspiel bei den Ex-Fohlen sah ich als das schwerste Spiel unseres Restprogramms.

Aus mehreren Gründen.

Es gibt halt ein paar Vereine, die haben pro Saison nur zwei Ziele: Nicht absteigen und den Bayern Punkte, oder – im Idealfall – Titel abnehmen. Neben Gladbach zählen z.B. die Lauterer dazu. Das Vergnügen haben wir ja in der nächsten Saison wohl auch wieder. Ich freu‘ mich.

Betrachten wir das Spiel mal bei Lichte, hat der Verlust unseres Vorsprungs in der Tabelle tatsächlich mehrere Gründe. Die Championsleague spielt da imho nur eine Nebenrolle.

Erstens kann ich mir kaum vorstellen, dass es irgendeinen Spieler im Bayern-Kader gibt, der ernsthaft glaubt, dass man am 31.Spieltag, mit zwei Punkten Vorsprung, auch nur einen Millimeter nachlassen kann.

Zweitens kam das Gegentor nur deshalb zustande, weil van Gaal einen seiner wenigen Fehler begang. Er ließ den offensichtlich verletzten van Buyten im Spiel. Und dieser ließ vor dem 0:1 Reus ziehen. Vielmehr musste er ihn ziehen lassen, denn er konnte kaum noch laufen.

Schlimm.

Das sich in Halbzeit 1 ebenfalls van Buytens Pendant Demichelis verletzt zu haben schien, erklärt zumindest dessen Ausfälle im Spiel und somit die sonstigen Chancen der Gladbacher.

Ich will damit nicht behaupten, dass der Punkt für die Gladbacher unverdient gewesen wäre, oder das Tor nur Zufall sein konnte, nein, es geht mir darum, dass Tore durch Fehler passieren und davon gab es auf Seiten der Bayern heute wieder ’ne Menge.

Kloses Tor dagegen war schon eher der Klasse der Bayern geschuldet. Selbst wenn Lahm (wg. der Flanke) oder Klose (wg. des Tores selbst) beteiligt sind.

Davon ab und nur um es noch einmal klarzustellen: Die nun wieder erreichte Punktgleichheit an der Tabellenspitze liegt nicht im heutigen Spiel der Bayern begründet, sondern eher in solchen in Frankfurt oder Köln oder ähnlichen läppischen Begegnungen seitens der Bayern.

Nun, Schalke schießt den Siegtreffer gegen das schwächste Team der Liga in der 87. Minute und kann sich ansonsten bei Herrn Neuer bedanken – duselig, aber zu ändern ist das nicht und verlassen kann sich der FC Bayern sowieso nicht auf die Gegner der Schalker.

Das muss allen bewusst sein.

Ich für meinen Teil gehe sogar fest davon aus, dass die Bremer am nächsten Spieltag die Qualifikation für die Championsleague aufs Spiel setzen würden, wenn es eine Meisterschaft der Bayern verhindert. Es wäre nicht das erste Mal.

Trotzdem hat sich kaum etwas geändert.

Die Bayern können am nächsten Spieltag Deutscher Meister werden. Gewinnen sie gegen Bochum und verlieren die Schalker ihr Heimspiel gegen Bremen, müsste Schalke am letzten Spieltag mind. 15 Tore aufholen. Insofern die Bayern in Berlin verlieren und die Königsblauen in Mainz gewinnen.

Rechenspiele.

Die machen genauso viel Sinn, wie Spekulationen über Konzentrationsschwächen rund um Championsleague-Spiele…

Einfach zwei Siege und alles ist geritzt.

Und sonst?

Hoffentlich ist Catcher van Buyten, nach der Attacke von Bodybuilder Bobadilla nicht ernsthaft verletzt. Ebenso wie Demichelis. Denn der Wirbel, den Lyon sicher über unsere Defensive jagen wird, sollte kein Tandem Badstuber / Timoschtschuk ertragen müssen.

Zum Glück ist unser Kapitän endlich wieder an Bord. Leider muss ich Herrn Reif zustimmen: Herr Pranjic ist auf Dauer keine Alternative. Die Freistoß-Szene mit Ribéry kurz vor dem Schlusspfiff war dafür symbolhaft.

Schlimmer.

Was übrigens ebenfalls für uns spricht in der Meisterschaft: Ribéry kann sich schonen und nur noch auf diesen Titel konzentrieren. Schade für Bochum, gut für uns. Irgendwann wird sich hoffentlich all dieser Frust seinen Weg bahnen. Und dann schnappt sich unsere Flügelzange den Titel. Wenn Ribéry zurückkommt. Mental, körperlich.

Wie auch immer.

Ich habe mich nach Spielen in dieser Spielzeit schon heftiger aufgeregt. Belassen wir es dabei. Es ist weiterhin alles offen und das meiste spricht für uns.

Also dann: Auf gehts, Ihr Roten!

Alter, was ist das für ein Film in dieser Saison?

Ich bin immer noch fassungslos. Was sich da so abspielt. In dieser Saison.

Was sind das für Spiele, die meine Bayern da zeigen?

Und was ist das für ein Stadion, in dem plötzlich sogar explosive Stimmung herrscht?

Ich habe gezweifelt, als die Bayern gegen Bordeaux verloren haben.
Ich habe gezweifelt, als wir in Turin 0:1 zurücklagen.
Ich habe gezweifelt, als wir gegen Florenz mehrfach vor dem Aus standen.
Und ich habe erst Recht gezweifelt, vor, während und bis kurz vor Schluss gegen Manchester.

Aber jedes Mal haben wir uns durchgesetzt.

So auch gestern.

Wir waren besser als Lyon mit 11:11, mit 10:11 und sowieso mit 10:10.

Das 1:0 war ein verdienter Sieg und am Ende vielleicht gar um ein Tor zu niedrig.

Der Traum geht weiter.

Zum Spiel selbst.

Lyon zeigte sich nach der Chaos-Anreise dann doch nicht so schwach wie Hannover. Auch wenn einige dies erwartet hatten. Die Bayern mussten investieren. Was sie taten. Ribéry motiviert und agil, wie man es nach den Boulevard-Schlagzeilen der letzten Tage gerade nicht erwartet hatte. Insgesamt konnten die Münchner mehrfach in Führung gehen. Lyon spekulierte ausschließlich auf Konter.

Dann der Platzverweis. Den man geben kann (was ich erst nach dem Studium mehrerer Zeitlupen so sehe). Das Problem mit den Schiedsrichter war aber ein anderes: Er hat erst die Stimmung auf dem Platz erzeugt, die derlei ermöglichte. Und ein Heimschiedsrichter war er nun so ganz und gar nicht.

Zum Glück glich sich manches in der zweiten Halbzeit aus.

Einmal mehr zeigte sich auch, welch guter Trainer van Gaal ist. Wie schnell er auf die unterschiedlichen Situationen und Anforderungen des Spiels reagierte. Und wie beeindruckt ich dann auch war, wie gut die eingesetzten Spieler dann noch agierten.

Pranjic spielte ordentlich bis gut, Contento zeigte endlich auch einmal in der CL die guten Ansätze aus der Liga und selbst ein Timoschtschuk mit einer guten bis sehr guten Leistung.

Überhaupt fiel kaum ein Bayer ab. Wie selbstverständlich ein Schweinsteiger nicht und zu meiner größten Verwunderung auch kein Demichelis.

Selbst Lahm agierte auf seiner Seite (zusammen mit Robben oder alleine) wie zu fast schon vergessenen Zeiten.

Ein rund herum perfekter Abend also.

Wollen wir nur hoffen, dass sich dieser Trend auch nächsten Dienstag fortsetzt.

Lyon muss kommen und Lyon wird kommen.

Was die Konstellation mit dem Gladbach-Spiel dazwischen für das Gladbach-Spiel, die Bundesliga-Tabellenführung und das Lyon-Spiel bedeutet, werden wir am Samstag und am Dienstag sehen.

Wie Stefan Effenberg dies aber gestern schon andeutete:

Dies sind die besten Wochen für einen Fußballspieler. Es geht um alles, darum, was Du Dir in der gesamten Saison erarbeitet hast. Da fliegst Du, da gibst Du immer Vollgas.

Ausruhen können wir uns danach (nächste Woche ist die letzte englische Woche der Saison!) oder bei der WM…

Felix, Du hast völlig Recht

Nein, wirklich, Felix, Du hast mit Deinen profunden Kenntnissen der Münchner Verhältnisse den Nagel auf den Kopf getroffen.

Hätte der FC Bayern den läppischen Spielplan Deiner Kumpel-und-Malocher-Truppe, wäre die Meisterschaft schon längst entschieden. Wohl zugunsten des FC Bayern.

Wie das?

Na wenn man sieht, zu welcher Leistung Robben und Co. fähig sind, wenn sie mal unter der Woche Pause haben, dann kann man sich wohl vorstellen, wie das punktemäßig an der Tabellenspitze der höchsten deutschen Spielklasse aussähe.

Langweilig. Fürs Boulevard.

So aber – mit einer Belastung, die (gefühlt) mind. doppelt so hoch ist, wie die Deiner Spieler – halten wir trotzdem Kurs.

Und dies mit ebenfalls jeder Menge Jugendspieler. Bei uns werden die allerdings eingesetzt, weil wir sie einsetzen wollen und die das Zeug dazu haben, schon in ihrem Alter diesem Druck und dieser Belastung standzuhalten. Und nicht, weil der eigene Verein vor der Pleite stand/steht und man dazu gezwungen wurde (ähnlich wie übrigens in Stuttgart, lieber Felix, nicht wahr? Da wo Geld vorhanden war (Bayern und Wolfsburg) haben Dich Jugendspieler dann nicht so richtig interessiert) – aber ich schweife ab. Wollte nur mal kurz was entgegnen.

Zum Spiel des FC Bayern selbst.

Sicher. Hannover ist nicht Manchester. Aber Hannover hat in der letzten Woche Schalke geschlagen. Und da Schalke ja die „kommende Kraft in Deutschland“ ist, kann uns dies schon was sagen.

Nur was?

Das der FC Bayern 11:2 besser ist als Schalke?

Nein.

Vielmehr, dass der neue FC Bayern, der Verein der van Gaals und Robbens, ein Gebilde ist, dass nicht aufgibt, nicht zurückschaltet, nichts verwaltet, dass immer noch mehr Gas gibt, bis der Tank leer ist (siehe Leverkusen – wie sonst ist dieser positive Ausreißer in dieser Grottenserie Bayers zu erklären?).

Dieser Umstand ist jetzt mal Pech für Dich, Felix.

Zeigt er doch, dass Schalke im Grunde wohl kaum eine Chance auf den Titel mehr hat, oder?

Denn der FC Bayern will den Titel. Und wenn ein FC Bayern den Titel will, dann hatte in der Vergangenheit kaum ein Gegner eine Chance.

Dies ist keine Arroganz, dies ist eine Tatsache. Statistisch gesprochen.

Diese Willenskraft war gegen Hannover vom Anpfiff an zu spüren. Was mich beeindruckte. Schließlich trau‘ ich dem Braten immer noch nicht so ganz. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass das alles in dieser, sich mehr und mehr zu einer Wahnsinnssaison entwickelnden Spielzeit, wirklich klappen könnte.

Es sind noch drei Spiele in der Bundesliga und zwei Halbfinalspiele in der Championsleague. Alles so nah, dass man es fast greifen kann.

Sicher – und mal ganz ohne Polemik – der FC Bayern kann in der Liga Probleme bekommen, wenn er die nächsten Gegner unterschätzt, oder auch nur ein klein bisschen nachlässt. In Gladbach, gegen Bochum oder in Berlin. Auf dem Papier sind das klare Kisten, aber vom Körper und vom Kopf her schwere Kost.

Trotzdem. Nach dieser Leistung gegen Hannover – von fast jedem Spieler über 90 Minuten – bin ich wieder optimistischer. Und Schalke muss schließlich auch erstmal die restlichen 9 Punkte holen.

Nicht immer wird der Schiedsrichter die Schubserei der Schalker übersehen. Andere Gegner (Werder) haben da vielleicht eine ganz andere Klasse (und Lauf).

Aktuell sehe ich das Rennen um die Meisterschaft bei 60:40 pro Bayern. Tendenz steigend.

Noch was?

Einzelkritik ist kaum notwendig.

Robben war wie immer Weltklasse. Wenn der aufdreht, sieht – in der Bundesliga – kaum jemand Land. Die Abwehr – Kunststück – war diesmal durchaus als Sattelfest zu bezeichnen, Contento gab gestern den besseren Linksverteidiger ab.

Daneben sehe selbst ich langsam ein, dass Herr Schweinsteiger inzwischen für diesen FC Bayern mehr als wertvoll ist. Was wohl auch daran liegt, dass ich kaum noch Fehlpässe von ihm bemerke, die selektive Wahrnehmung sich somit immer mehr der Realität anzunähern scheint.

Gut, unser kleiner Franzose stand schon ein wenig im Schatten unseren flitzenden Holländers, aber wie man dies im Nachbericht dann auch öfters hörte: Allein, dass Ribéry da ist, verschafft Robben die nötigen Räume. Eine Situation, allein für die wir immer ein Pendant zu Ribéry haben wollten!

Der Sturm? Tja, Olic nähert sich wieder seiner Topform von November bis Februar. Sehr gut. So einen Wühler brauchen wir dort vorne. Der sorgt für Unruhe. Neben den Dribblern auf Außen – ein Genuss.

Nein. Ich bin mehr als zufrieden. So kann es weitergehen. Und mein Glückstrikot werd’ ich jetzt auch nicht mehr ausziehen!

Paules Interview mit dem Fanmagazin

Vor einigen Tagen trudelte mal wieder eine Interview-Anfrage in meinen Posteingang. Weil Nils vom Fanmagazin so nett gefragt hat, habe ich den Hannover-Fans mal einen kleinen Einblick gegeben.

Hier noch einmal das Interview:

Die Saison geht in die heiße Phase und sowohl unten als auch oben in der Tabelle ist noch nichts entschieden. Wie zufrieden bist Du mit der bisherigen Saison des FCB?

Meine Güte. Wie kann man an der aktuellen Situation der Bayern was auszusetzen haben? Nach diesem Start in die Saison? Nach dieser CL-Vorrunde? Nach dem miserablen Auftakt in die Wochen der Wahrheit?
Nein. Man muss als Bayern-Fan nach dieser ständigen Berg- und Talfahrt mit diesen Perspektiven zufrieden sein. Auch wenn noch nichts gewonnen ist. Um doch noch eine Phrase einzubauen.

Anfangs stand nach erheblichen Startschwierigkeiten ja euer Trainer unter großer Kritik. Wie hast Du das zu diesem Zeitpunkt gesehen? Und inwiefern sind die damaligen Kritikpunkte auch heute noch zutreffend?

Ich war unschlüssig. Irgendwie wollte ich van Gaal nicht als Problem sehen. Nicht noch ein Problem – nach Klinsmann. Dann kamen die schmutzigen Siege, dann die wichtigen und plötzlich platzte der Knoten und es wurde auch noch hoch und schön gewonnen. Bis wir uns zu Tode siegten. Aber insgesamt bin ich inzwischen ganz bei van Gaal.

Wenn Du könntest, was würdest Du mit oberster Priorität beim FC Bayern ändern?

Spontan würde mir da ’ne Menge einfallen, aber für den Kader und seine Veränderung sind andere zuständig. Denke ich mal intensiver nach, fände ich das Problem Hexenkessel Arena als verbesserungswürdig. Zunächst mal müsste man imho Abschied nehmen vom Zweikurven-Konzept. Alle „echten“ Fans in die Südkurve. Rauf bis unter das Dach. Und dann bitte noch die Gästefans in die akustisch schlechteste Ecke des Stadions. Wäre schon mal ein Anfang.

Glaubst Du eigentlich, dass sich ein Bayern-Fan genauso über die x-te Meisterschaft der letzten Jahren freuen kann wie – beispielsweise – ein Anhänger des FC Schalke 04? Oder ist es nicht eher so, dass eine Meisterschaft eine Art der „Pflichterfüllung“ ist und der FC Bayern so gesehen nur „verlieren“ kann?

Ja. Und nein. Also ich persönlich freue mich über jede Meisterschaft und jeden Titel. Wie andere Bayern-Fans das sehen kann ich nicht beurteilen. Gestern habe ich vielmehr irgendwo ein Zitat eines vermeintlichen Schalke-Fans gelesen, der doch lieber keine Titel gewinnen will, weil ihm das „Ausharren“ so sehr gefällt. So kann man das als Fan natürlich auch sehen.
Zugeben muss ich allerdings, dass sich meine Gefühlswelt als Bayern-Fan wahrscheinlich nur eine Ebene höher abspielt. In Sachen Championsleague. Wenn hier von Schalke und der Meisterschaft die Rede ist, dann empfand ich vielleicht Ähnliches als wir 2001 – nach 25 Jahren – zum ersten Mal wieder den Thron Europas erklommen hatten. Vielleicht.

Bist Du manchmal vielleicht etwas „neidisch“ auf Fans anderer Vereine, die sich auch über kleinere Erfolge wie das Erreichen der Europa-League oder den Klassenerhalt inbrünstig freuen können?

Nein. Auf sowas kann man nicht neidisch sein. Man muss sich seine eigenen Freuden entwickeln. Die habe ich. So skurril die andere finden mögen…

Wie siehst Du die Bayern-Fans, die sich den Verein gewissermaßen bewusst ausgesucht und keinen regionalen Bezug zum Verein haben und womöglich noch kein einziges Mal im Stadion waren? Freust Du Dich über die vielen Sympathien, die „Deinem“ Club entgegengebracht werden, oder bist Du davon eher genervt?

Wie ein Fan zu einem Fan wird, muss jeder Fan mit sich selber ausmachen. Ich kann das nicht mehr „begründen“, wie das damals bei war. Vor über 30 Jahren. Schmunzeln muss ich immer, wenn ich allerdings in diesem Zusammenhang vom regionalen Bezug höre. Das kann ein Motiv sein – was machen allerdings Fans wie ich, die in ihrem Leben schon 5x umgezogen sind und dies nicht nur innerhalb einer Stadt?!
Darüber hinaus hat mein Fan-Sein nix mehr der Masse an Bayern-Fans zu tun. Ich muss mich nicht hinter dieser großen Anzahl von Sympathisanten „verstecken“. Deshalb bin ich nicht mehr oder weniger Bayern-Fan. Ich bins einfach und kann mir heute überhaupt nichts vorstellen, was daran etwas ändern sollte.
Schönwetter-Fans gibt es heutzutage in fast allen Vereinen, das belastet mich nicht.

Zurück zum Sportlichen: Kommt ein möglicher Punkteverlust gegen Hannover 96 überhaupt in irgendwelchen Gedankenspielen vor oder wird das Spiel eine reine Pflichtaufgabe sein, deren erfolgreiche Bewältigung überhaupt nicht angezweifelt wird?

Wie in den letzten Tagen häufiger geäußert: Die eigentlichen Wochen der Wahrheit kommen für den FC Bayern erst jetzt. Gegen die scheinbar „leichten“ Gegner. Gegen die die Bayern traditionell am liebsten die Punkte liegen lassen. Scheint wohl eine Kopfsache zu sein. Eigentlich muss man Hannover klar besiegen. Vom Papier her. Aber auf dem Papier steht auch das Halbfinal-Hinspiel der Championsleague gegen Lyon. Schwierig.
„Trost“ bietet nur die Perspektive, dass Schalke die 12 Punkte auch erst einmal holen muss.

Wenn man in der CL im Halbfinale steht, sind dann solche Aufgaben wie ein BL-Spiel gegen einen 16. der Tabelle für Dich überhaupt noch wirklich interessant oder ist das schon eher lästige Pflichtaufgabe, die nicht viel Spaß bereitet?

Für mich ist jedes Bayern-Spiel interessant und spannend. Erst wenn ein Titel unter Dach und Fach ist, kann ich ein Spiel meines Klubs mal entspannt verfolgen. Im Gegenteil ist es so, dass, je weiter man kommt, die Anspannung ständig steigt. Allein weil man so kurz vor dem Erfolg steht. Unter Bayern-Fans nennt man dies wohl das Barcelona-Syndrom…

Ist für Dich denn auch der Abstiegskampf interessant? Wen siehst Du am Ende als Absteiger und wen wünschst Du Dir als Absteiger?

Ganz ehrlich: Der Abstiegskampf ist für mich nur dann interessant, wenn ich emotional eingebunden bin. Im Positiven, wie im Negativen. Bochum zum Beispiel würde ich mir lieber in der ersten Liga wünschen. Kaiserslautern hingegen ist für mich immer Wunschabsteiger. Egal in welcher Liga.

Und wer wird am Ende deutscher Meister?

Politisch korrekt müsste ich jetzt antworten: Wer am Ende oben steht. Tatsächlich wird es aber wohl am Ende Schalke oder Bayern sein.

Gutes Spiel!