Netter Versuch, Sky

Beim Überfliegen der Post, die uns im Urlaub erreichte, bemerkte ich den Brief von Sky.

Der Inhalt trieb mir zwar nicht gerade vor Lachen die Tränen in die Augen, aber schmunzeln musste ich trotzdem.

Man will mir weiterhin dieses „Sky Welt“-Paket andrehen (12 Monate á 16,90 Euro).

Zusätzlich macht man mir ein „unschlagbares Vorteilsangebot“:

Bei Buchung des „Sky Welt“-Paketes bis 18.07.2010 (für 12 Monate), erlaubt man mir bis zum 30.09.2010 das „gesamte Programmangebot von Sky“ zu schauen.

Netter Versuch, Sky.

Liebe Annett Viehweger, Leiterin Kundenbeziehung, ich bin nicht an diesen schicken, tollen, neuen Programmangeboten von Sky interessiert.

„Sky Welt“ dürfen Sie behalten.

Ich bin, wie eben seit 1998 jedes Jahr aufs Neue, immer noch nur an Fußball interessiert. Bundesliga-Fußball. Allenfalls noch Championsleague.

Wollen oder können Sie das nicht verstehen?

Machen Sie mir diesbzgl. ein Angebot, können wir uns weiter unterhalten, ansonsten unterlassen Sie bitte zukünftig diese Art von Werbebotschaften.

Vielen Dank.

Wo stünde der FC Bayern, wenn er auch noch Schulden machen würde?

Die Bayern sind Vize-Championsleage-Sieger geworden. Nicht zu Unrecht. Und vor allem mit dem Festgeldkonto.

Wo stünde der FC Bayern – sportlich, nicht finanziell – wenn er auch zusätzlich noch so sehr auf Pump leben würde wie der frische Sieger in der Championsleague?

Alter Schwede. 431.550.000,- Euro Schulden hat Inter. Zwar befindet man sich in Italien somit in guter Gesellschaft, aber was hat das mit „Chancengleichheit“ zu tun?

Nur damit mich niemand falsch versteht: Inter hat das Finale völlig verdient gewonnen. Ebenso wie das Triple. Und ich will hier auch nicht Inter klein und uns selbst groß schreiben, aber diese Zeilen brennen mir seit Tagen unter den Nägeln.

1.800.000.000,- Euro Schulden haben Italiens Top-20 insgesamt. Wo stünde der ital. Vereinsfußball mit dem deutschen Lizenzierungssystem?

Eben. Ich wollte es halt nur festgehalten haben. Ist schließlich Sommerpause…

Besser spät als nie.

Also der Beitrag zum Spiel der Bayern in Berlin. Am letzten Spieltag.

Die Luft war irgendwie raus.

Trotzdem gaben die Bayern vom Anpfiff an Gas. Schnell hätte es ein, zwei, oder drei Tore geben können.

Hätte. Wenn die Bayern gemusst hätten.

So war es allein Wühlmaus Olic vorbehalten, die Führung der Bayern zu erzielen.

Gleichzeitig wurde vielen bewusst, weshalb die Hertha tatsächlich nur ein einziges Heimspiel in dieser Saison gewonnen hatte. Die Bayern haben in dieser Saison allerdings schon gegen (noch) schwächere Teams gespielt. Bitter für Hertha.

Mein Respekt aber für Spieler und Fans der Hauptstädter.

Nicht nur, dass das Funkel-Team es tatsächlich auszunutzen verstand, die Räume und Freiheiten zu nutzen, die ihnen die Bayern anboten, als sie nicht nur einen Gang herunter, sondern vielmehr in den Leerlauf schalteten und verdient den Ausgleich erzielten.

Einen Ausgleich, der das Heim-Tor-Konto der Berliner in dieser Rückrunde auf einen Schlag um 50% erhöhte.

Den Fans muss man ebenfalls Respekt zollen, weil sie ihre Mannschaft weiter unterstützten und sogar noch nach dem Spiel ihrerseits dem neuen Deutschen Meister die Ehre erwiesen und nicht fluchtartig das Stadion verließen.

Danke. Hätte ich nicht unbedingt erwartet.

Eine Einzelbewertung der Spieler fällt mir hingegen schwer. Nicht bei einer solchen Konstellation. Allenfalls dass es den Einwechselspielern schwer fiel das Niveau zu heben. Aber ein Fazit – auch von Seiten des Vereins – wird es wohl hoffentlich nach der Saison geben.

Am wichtigsten war irgendwann ohnehin das Drumherum. Die Meisterehrung. Die Feier des Meisters. Wer es am Ende wagen würde, unseren Meistertrainer mit Bier zu überschütten.

Inzwischen alles geklärt.

Nach dem Schlusspfiff nur noch Freude. Auf allen Ebenen. Aber hier hatte ich ja schon angedeutet, dass bei mir emotional, von der Lautstärke ebenfalls erstmal Luft holen angesagt war.

Begeisterung dagegen bei mir über die Feier der Spieler, des Trainers. Wie die Kinder tollten sie über den Rasen oder ließen endlich mal Dampf ab. Recht so.

Und in den nächsten Tagen wird sich bei mir der Dampf auch wieder aufbauen. Versprochen.

Rechtzeitig zu den beiden letzten Spielen der Saison. Einer Saison, die die Spieler unsterblich werden lassen könnte!

Und hoffentlich nicht mit einem Ende wie vor 11 Jahren…

Am Ende brach es dann aus uns heraus!

Das letzte Spiel war gespielt. Der Titel stand fest. Die Handbremse wurde gelöst.

Und plötzlich brachen bei den Bayern alle Dämme. Wir sind Meister!

Meine Frau wunderte sich, dass ich so gar nicht ausflippte.

Das kommt noch. Denn nach dem Meistertitel ist vor dem Pokal, ist vor der Championsleague. Aktuell speichert mein HDD-Rekorder alles, was so über die Flimmerkiste läuft zu diesem Thema. Schau‘ ich mir später an. Erst mal kommt heute die Familie dran.

Und zum Thema Freude: Ich habe mir unlängst schon (lautlos) die Seele aus dem Hals geschriehen.

Bei all den wundervollen Siegen gegen Hamburg, Schalke und Co. – ferner im Pokal gegen Schalke und in den letzten ebenso spannenden wie berauschenden Championsleague-Auftritten der Bayern. Gestern gab es kein nervöses Zucken, kein Daumendrücken bis es schmerzt. Die Luft war irgendwie raus und auch eben nicht (siehe oben).

Deshalb kommt der Detailbericht zum Hertha-Spiel was später. Ebenso wie die Ekstase. Hoffentlich.

Nur gucken, nicht anfassen!

Na gut. Sicher.

Meister ist der FC Bayern noch nicht.

Wenn Schalke in Mainz 8:0 gewinnt, müssen wir in Berlin bei der Tasmania Hertha 10:0 verlieren?

Mhm. Also lassen wir das mal.

Am Ende war es dann schon merkwürdig. Das Spiel war aus und die Bayern verhalten sich mehr als verhalten.

Bis dann das Endergebnis aus Schalke eintrudelte. Da gingen zumindest Spieler und Fans noch einmal aus sich heraus.

Offiziell will man sich aber bis nach dem letzten Spieltag zurückhalten. Und van Gaal hat ja jetzt seinen Spielern ohnehin zwei Tage freigegeben („damit sie mit ihren Freundinnen spielen können“ – herrlich).

Die Emotionalität war ohnehin viel früher viel stärker. Als die Bayern auch gegen Bochum (wie erhofft, aber immer wieder nicht erwartet) Gas gaben und schnell klar war, dass weder Magaths noch Woszs Worten Taten folgen sollten.

Spannend blieb also nur, ob Werder wirklich versuchen würde, beim FC Schalke noch was für die CL-Quali tun zu wollen.

Taten sie.

Und dieser Orkan war in der Allianz-Arena wohl bislang einzigartig (auch wenn viele Aussenstehende sowas dort für unmöglich hielten). Das 0:1 und erst Recht das 0:2 besiegelte die bayerische Meisterschaft. Mehr oder weniger. Und da – zum ersten Mal in dieser Endphase der Meisterschaft – sah man Unsicherheit bei den van-Gaal-Kickern.

Plötzlich kam Bochum doch noch einmal gefährlich in die Offensive. Weil die Spieler wohl auf einmal mehr Augen für die Anzeigetafel hatten und der Orkan sie kurzfristig selbst durcheinander brachte.

Ging ja noch mal gut. Und der Ehrentreffer hilft doch auch Bochum.

Das Spiel ist schnell erzählt. Ein Sieg stand zu kaum einer Zeit in Frage. Pech für Bochum, Schalke und Magath. Klar, wäre Bochum am 25.Spieltag bei uns angetreten, rund um ein CL-Hin- und Rückspiel – vielleicht wäre was gegangen. Aber so? Keine Chance. Ein FC Bayern auf der Zielgeraden, in dieser Konstellation, hält weder Ochs noch Esel auf.

Einzelne Spieler hervorzuheben verbietet sich für mich. Das war weder Hannover noch Schalke oder Leverkusen der Hinrunde, als wir unsere Überlegenheit nicht umsetzen konnten.

Es war gut, phasenweise sehr gut und es reichte. Punkt. Will jemand tauschen?

Die schwierigste Aufgabe für die nächsten beiden Berlin-Wochen ist jetzt die Einstellung für unser Freizeit-Spiel gegen die Absteiger aus Berlin. Spieler schonen oder Spannung hochhalten?

Ich bin mir sicher, dass van Gaal auch hier das Richtige tun wird.

Belassen wir es dabei.

Saisonrückblicke und Euphorieausbrüche dann ebenfalls erst nach der Saison…

Felix, mach den Rasensprenger aus!

Nein, Felix, es hätte Dir besser zu Gesicht gestanden, wenn Du Dir vorher noch einmal ein paar Statistiken durchgelesen hättest.

Diese hier zum Beispiel. Oder direkt diese.

Und dann hättest Du Dich in Deiner (gespielten) Souveränität einfach zurücklehnen können, um wirkliche Größe zu zeigen und dem FC Bayern zur verdienten Meisterschaft zu gratulieren.

Wolltest Du aber nicht.

Weil Du (und nur Du) mit dem zweiten Platz nämlich ganz und gar nicht zufrieden bist. Seit Du beim FC Bayern warst, wir Dich zum „Meistertrainer“ gemacht haben, ist Dein Anspruchsdenken ein anderes.

Im Gegensatz zum Umfeld des FC Schalke reicht(e) Dir das Erreichen der sicheren CL-Qualifikation nicht. Du wolltest mehr. Sicher. Die Fans dann auch. Aber beim Stand von 0:2 gegen Werder haben die Fans angefangen zu feiern. Nicht Du.

Du hast gute Miene zum – für Dich – bösen Spiel gemacht und die Welle mit Saurem-Gurken-Gesicht absolviert.

Schade.

Wie erwähnt, an Deiner Stelle hätte ich diese Diskussion nicht angefangen. Ich hätte vielleicht die Faust in meiner Tasche geballt und mir danach einen hinter die Binde gekippt.

Vizemeister ist Schalke nämlich aus ganz anderen Gründen geworden!

Schalke hatte keine Chance gegen die Bayern. Diese hat der sog. Arbeiterverein aber genutzt. Hat über große Teile der Saison am obersten Limit gespielt und von der besten Saison eines Kevin K. profitiert.

Denn wer redet von all den SR-Entscheidungen gegen die Bayern? Von all den Pfosten- und Lattentreffern, die wir nicht genutzt haben?

Hörst Du da bei uns irgendjemanden?

Ab und an vielleicht. Direkt nach dem Spiel, wenn man aufgeladen ist. Aber Stunden später? Im ASS-Interview? Als Aufmacher? Nö.

Egal.

Meister ist ja jetzt der FC Bayern. Von daher könnte mir Deine Gefühlslage eigentlich egal sein. Trotzdem wollte ich paar Gedanken zum Besten geben. Denn – und da sind wir uns doch alle einig – was wäre wohl für ein Aufschrei durch Deutschland, die Bundesliga und die gesamte Blogosphäre gegangen, wenn die Bayern sich derlei Begründung für einen Vize-Titel zurechtgelegt hätten?

Eben.

Ich persönlich freue mich für euch. Auf Schalke in der Championsleague. Und auf ein Schalke mit Doppel- und Dreifachbelastung. Und vor allem mit Deinen Gesetzen zu diesem Thema.

Meine Phrasen stehen schon parat.

Statistik zum Spiel FC Bayern – VfL Bochum

Ich hatte das auf meinem Plan stehen. Einen Beitrag schreiben zum Thema Statistik der Partie FC Bayern gegen den VfL aus Bochum.

Und dann habe ich angefangen zu recherchieren. Und gleich wieder aufgehört.

Das ist mir einfach zu anstrengend.

Sogar bei mir, auf meinem Blog komme ich da nicht weiter. Dafür sind die Spielberichte dann doch viel zu unklassifiziert.

Da findet man allenfalls was übers Hinspiel (gut). Oder über dieses Heimspiel (schlecht).

Von daher: Macht ihr doch mal!

Ernsthaft.

Wer von euch hat Statistiken zum nächsten Spiel parat? Bitte in die Kommentare. Mich interessiert das.

Weisheiten #138

„Wir haben in München nichts zu verlieren. Die Bayern haben eine Euphorie vom feinsten, und auf uns setzt doch niemand einen Cent. Trotzdem wollen wir uns da nicht verstecken, sondern Fußball nach vorne spielen. […] Wir wollen München vor ein paar Probleme stellen.“

Dariusz Wosz, Feuerwehrmann und Optimist.