Der Stachel von 2001

Bei einigen Schalkern scheint auch acht Jahre danach der Stachel von 2001 immer noch recht stark zu schmerzen. Teilweise verständlich, teilweise nicht, wenn man bedenkt, dass die gestrige Niederlage gegen Schalke nicht die erste seit Mai 2001 war.

Eine derartige „Emotion“, wie sie gestern Manuel Neuer nach dem Schlusspfiff zeigte, hätte ich dem Phlegmatiker im Schalker Tor gar nicht zugetraut, tatsächlich hatte ich bei seinem Eckfahnenjubel ebenfalls spontan den Gedanken an Kahn. Aber irgendwie konnte ich mir das bei Neuer und in dieser Abklatsch-Version gar nicht vorstellen.

Ich lag falsch.

„Ich habe mich wahnsinnig über unseren Sieg gefreut. Ich wollte einfach feiern“, begründete Neuer seine süße Rache an den Bayern. „Da kam die Erinnerung hoch von 2001. Es war ein bisschen Genugtuung für mich“, bekannte Neuer, der trotzdem versicherte: „Es war aber nicht gegen Bayern gerichtet.“

Nein. Natürlich nicht. Vielleicht gegen die Eckfahne?

Neuer war damals 15 und im Parkstadion Zeuge der Kahn’schen Aktion. Das ist bitter und sicher keine schöner Erinnerung. Aber glaubte er ernsthaft, er könnte mit seiner Aktion uns Bayern-Fans gestern einen ähnlichen Stich versetzen?

Ernsthaft? Da muss ich, ob seiner Naivität schon ein wenig schmunzeln. Auf der anderen Seite passt es ganz gut zu meiner Einschätzung seiner Person.

Damit mich keiner falsch versteht: Mich hat seine Aktion in keinster Weise wütend gemacht. Ganz im Gegenteil – ich fand’s schon fast süß. Kindlich süß.

Für die Bayern-Fans gibt’s aktuell ganz andere Probleme und wirklich treffen könnten Neuer und seine Schalker uns nur, wenn sie uns genau das gleiche zurückgeben, was wir ihnen angetan haben.

Ist mir doch schnuppe, ob wir ManU in den Jahren nach Barcelona x-mal geschlagen haben – es muss exakt die gleiche Situation gegen sie sein – erst dann würde ich so etwas wie Genugtuung empfinden. Alles andere ist Kinderkram.

Das sind hochkommende Erinnerungen, Manuel! 😉

Was soll ich bloß machen, wo soll ich bloß hin?

Eigentlich wäre das ja ein Bericht für mein privates Weblog. Auf der anderen Seite geht’s dabei aber hauptsächlich um das Thema Fußball. Und danach gefragt wurde auch zuerst hier. Also bitte.

Mehrere Verträge laufen bei mir in den nächsten Monaten aus. Da wäre zunächst einmal Premiere. Mein 12-Monats-Abo endet – per Kündigungsbestätigung – zum 31.07.2009.

Wieso die Kündigung?

Weil mein Abo im letzten Jahr zwecks Freundschaftswerbung zustande kam und ich dabei die Option hatte über Premiere Bundesliga und Championsleague für zusammen 19,95 Euro zu schauen. Hätte ich nicht gekündigt, wären ab der neuen Saison jeweils 19,95 Euro fällig gewesen.

Das ist mir eindeutig zu viel. Und das stört mich nicht nur aufgrund der penetranten Eigenwerbung in den letzten Wochen und Monaten oder dem Boulevard-Gehabe, dass in den letzten Wochen auch und gerade bei Premiere gegen Klinsmann an den Tag gelegt wurde.

Das ist mir einfach nur so einfach viel zu teuer. Punkt. Dazu bin ich nicht mehr bereit. Auch wenn arena gefloppt ist, habe ich das immer für einen angemessenen Preis gehalten.

So. Premiere endet für mich also zunächst mal Ende Juli.

Parallel enden im August und im Oktober jeweils meine 24-Monatsverträge bei Arcor (DSL- und Telefon-Flat).

Ab April hätte ich frühestens vorzeitig (und kostenfrei) verlängern können. Was geschah? Anfang April erhielt ich einen Anruf vom Arcor-Callcenter.

Thema: Verlängerung meiner Verträge.

Ok. Man sagte das natürlich so direkt, aber war ja klar.

Das Gute daran: ich hätte die ohnehin bald mal angerufen, denn mein Tarif ist a) uralt (nämlich so ca. 2 Jahre) und b) ebenfalls viel zu teuer (insgesamt so um die 44,- Euro).

Parallel hatte ich mich natürlich schon bei der Konkurrenz umgeschaut. Hier im Raum Köln/Bonn ist das zunächst mal NetCologne. Komisch, da kostet ein vergleichbares Angebot so um die 29,90 Euro.

Auf das Gespräch mit Arcor will ich nicht näher eingehen – alles andere wäre zu bitter für deren Hotline – abschließend bot man mir eine Verlängerung für 33,- Euro an. Prima. Das bringt’s. Allerdings vor allem für Arcor.

Schade. So kommen wir eben nicht zusammen, Arcor. Und danke, dass man nach fast 10 Jahren als Kunde solche „Angebote“ bekommt…

Was ist aber denn jetzt der Punkt?

Na dass ich sowohl Internet, Telefon als auch Premiere zeitnah wechseln kann. Und wer kommt da auf einmal ins Spiel?

Richtig, T-Home Entertain.

Hätte ich auch nicht so schnell erwartet. Nach dem ersten intensiven „Kontakt“.

Tatsächlich habe ich mich nämlich vor kurzem durch die T-Home Entertain-Webseite gewühlt. Anders kann man das nicht bezeichnen.

Das Basis-Angebot ist für mich interessant. Kostet 44,95 Euro. Bietet allerei Schnickschnack, der mich nicht weiter interessiert. Aber eben IP-TV, Telefon-Flat, DSL-Flat („DSL 16plus“ – fast 3x mehr als bei Arcor) und Zugang zu Premiere für jeweils 9,95 Euro (10 Euro weniger als direkt über Premiere).

Insgesamt würde mich T-HE mit Premiere „Doppelpack“ also 64,85 Euro kosten.

Hätte ich nicht gekündigt, müsste ich für das (noch nicht einmal) gleiche Paket (Arcor, Premiere doppelt) 83,90 Euro zahlen (pro Monat!).

Das ist schon eine Hausmarke.

Sicher ist mir bekannt, dass da noch versteckte Kosten schlummern (mtl. z.B. 4,95 Euro für Media Receiver und 1,95 Euro für WLAN Router), aber das beeindruckt dann schon. Dieser Unterschied (ganz zu schweigen davon, dass ich dann auch ish kündigen könnte, allein, das geht bei mir nicht, weil ish über die Hausgemeinschaft abgerechnet wird).

Wieso also zögern?

Weil ich unsicher bin. In Bezug auf viele Punkte.

1. Netzstabilität, -Qualität

Wenn die DTAG Stress mit der Verfügbarkeit hat, kann ich weder ins Internet, noch kann ich Fernsehen. Das ist übel. Und eine Gewährleistung gibt’s dafür auch nicht – nach allem was man so hört. Hat man Pech gehabt, ist da zumeist die Aussage. Ferner ist man beim IP-TV aber eben auch von der verfügbaren Bandbreite und äußeren Einflüssen abhängig (Stichwort „Bohrmaschine Nachbar“).

2. Generelle Abhängigkeit und technische Realisierung

Schon mit Arcor und unseren räumlichen Verhältnissen habe ich ab und an Probleme mit dem W-LAN, ergo bin ich darauf angewiesen, für IP-TV Kabel zu verlegen. Und das, wo unser Sohn gerade Kabel im Wohnzimmer doch so interessant findet. Ist also zunächst mal Planung gefragt. Des Weiteren ist der Vorteil, alles aus einer Hand zu bekommen, aber auch der größte Nachteil: Man ist komplett abhängig. Von einem Anbieter.

3. Kein Premiere-Paket mehr bei T-HE

Vor kurzem wurde entscheiden, dass ab der nächsten Saison bei T-HE kein Premiere mehr buchbar ist, die Bundesliga (die IP-TV-Rechte hat nun einmal die DTAG) vom Constantin-Medien-Konzern, also quasi vom DSF produziert wird. Mit Tarifen kommt man bislang noch nicht um die Ecke. Will offenbar bis Sommer warten – das macht eine Entscheidung, sagen wir mal, schwierig.

Ebenfalls unruhig lassen einen Erfahrungsberichte werden, die man bei diesem Thema so hört. Vor allem die Story vom Pottblog (von der ich über Kai erfuhr) machte mich da mehr als skeptisch.

Zwar gibt es auch ganz andere Berichte (wie der von scholly), aber an was soll ich da eher glauben?

Ich bin – ehrlich gesagt – aktuell mehr als unentschlossen.

Zwar wäre es für mich persönlich schon mehr als bitter, wenn ich zum ersten Mal seit 1998 in der nächsten Saison keine Bundesliga-Spiele des FC Bayern mehr live verfolgen könnte, aber wenn’s nicht anders geht, geht’s nicht anders.

Vielleicht gibt’s aber auch noch weitere Alternativen.

Mit der Kündigungsbestätigung wurde mir von Premiere das Angebot gemacht, doch noch mal mit der Hotline zu sprechen (ist nicht die, die aktuell quer durch’s Programm gejagt wird). Wahrscheinlich eine der wichtigsten Hotlines – Thema Kundenrückgewinnung, oder so.

Drücken wir es mal so aus:

Ich bin da offen. Seit Koflers Abgang hege ich keine prinzipielle Abneigung, keine Hass-Liebe mehr gegen Premiere und wenn man mir ein angemessenes Angebot unterbreitet (z.B. eine Verlängerung zu den aktuellen Tarifen), dann könnte ich mir das vorstellen. Arcor-Konkurrenten (ausserhalb von T-Home) gibt’s hier auch genug – alles kein Problem.

Mal schauen.

Wie seht ihr das?

Na dann sind die drei Musketiere ja bald wieder zusammen

Heute las ich, dass Johannes Baptist Kerner tatsächlich zurück zu SAT1 geht.

Nach dem sog. Fußball-Experten Oliver neinDubistnichtwitzig Welke fehlt jetzt nur noch Reinhold Tränendrüse Beckmann, dann wäre das Trio Labernale wieder komplett.

Schlimm.

Auf der anderen Seite: Jeder bekommt das, was er verdient. Und der durchschnittliche SAT1- oder Ex-ran-Zuschauer eben jene „Qualität“.

Muss man ja nicht einschalten. SAT1 jetzt.

Auf der anderen Seite: Muss ich vielleicht ohnehin nicht, wenn die Bayern im UEFA-Pokal spielen. Oder sendet den auch SAT1?

Denn über Premiere werd‘ ich’s in der nächsten Saison definitiv nicht sehen. Andere Geschichte.

Statt 38.000.000 nur einen Stinkstiefel

Da in diesen Tagen ja keine besonders wichtigen Dinge im Fußball passieren, zumindestens keine, an denen der FC Bayern beteiligt ist, kann man sich mal wieder mit der Zukunft beschäftigen.

Macht ja auch Spaß. So richtig schön spekulieren.

Offenbar soll Real Madrid ein sog. Rekordangebot für Ribéry abgegeben haben. Rekord für die Bundesliga. 38 Mio. Euro!

Da muss ’ne Omma lange für Stricken.

Die Bayern sollen abgelehnt haben. Behauptet das spanische Boulevard. Aber gegen das spanische Boulevard sind BILD & Co hier ja Waisenknaben…

Einfach mal abwarten.

Ob die Bayern Meister werden, oder sich wenigstens für die Championsleague qualifizieren. Und wer in der nächsten Saison Trainer ist, mit welchem Konzept und auf welche Spieler er dabei setzt.

Alles unklar.

Trotzdem hängt imho davon ab, ob Ribéry 2009 oder erst 2010 geht. Denn – und das glaubt ja wohl niemand ernsthaft – über 2010 oder 2011 hinaus sehen wir Ribéry doch nicht im Bayern-Trikot, oder?

Wie auch immer. Es gibt noch mehr Gerüchte.

Knapp vor dem Gastspiel der Königsblauen will die AZ in München erfahren haben (aus dem Schalker Aufsichtsrat, die sind ja bekanntlich recht geschwätzig), dass Rechtsverteidiger Rafinha in München unterschrieben haben soll.

12 Mio. für einen eher schwankenden Charakter?

Auf der anderen Seite:

Rafinha ist ein Guter. Haben mir Schalker immer wieder bestätigt. Ferner erst 23 und voll aklimatisiert. In Deutschland. In der Bundesliga. Womit die Bayern in der Vergangenheit immer gut gefahren sind.

Ausserdem ist er ein Stinkstiefel. Eine Diva. Passt doch zum FC Bayern. Haben alle nach Kahn endlich wieder ’ne Hassfigur. Klasse.

Trotzdem. Auch hier erst mal abwarten.

Persönlich hätte ich lieber den Linksfußrussen. Aber ich habe ja nix zu sagen. Beim FC Bayern. Und Geld habe ich auch nicht.

Schicksalsspiel, Folge 2: Arminia Bielefeld

Das Thema geht doch weiter, oder?

Denn was passiert, wenn die Bayern auf der Alm Punkte lassen? Eben. Klinsmanns Kopf wird gefordert.

Also Schicksalsspiel. Er nennt das ja eher Endspiel. Wie auch immer. Gewinnen müssen wir ohnehin. Für uns. Für den Verein. Für die Meisterschaft.

Und eigentlich müssen wir die Arminen auch weghauen. Vom Papier her.

Zumal ja den Bielefeldern ihr Bayern-Schreck fehlt. Ups, dachte ich spontan – Wichniarek verletzt?

Nein. Jonas Kamper. Aha. Und der ist „Bayern-Schreck“?

Weil er den letzten Siegtreffer für Arminia gegen Bayern geschossen hat?

Na dann.

Bei den Bayern fehlen aber auch jede Menge Spieler!

Allerdings plagen den Bayern-Trainer vor der Partie arge Personalsorgen. So fallen neben Miroslav Klose und Massimo Oddo auch Lukas Podolski, Zé Roberto und Breno wegen muskulärer Probleme aus. Zudem fehlt auch Michael Rensing wegen einer Sehnenverletzung im Finger.

Uiuiui.

Typischer FCBayern.de-Vorbericht. Alles tootal dramatisch. Aber mal im Ernst: Wer war von dieser Liste ein Kandidat für die Startelf? Zé Roberto. Und wer noch? Eben.

Die „Verletzung“ von Rensing kommt Klinsmann ebenfalls ganz gelegen, oder?

„Sehnenverletzung im Finger“

Im Mittelfinger? 😉

Nein. Frei nach Gerland: „Alles nur Gelaber“ – es muss gewonnen werden. Nicht mehr und nicht weniger.

Und wenn Bayer endlich mal aus der Krise findet (ausgerechnet in Wolfsburg?)[1], könnte es Samstag abend… ach ne, ich sag’s besser nicht…

[1] Wäre nur recht und billig, nachdem sie ihr einzig gutes Spiel in diesem Jahr gegen uns im Pokal gemacht haben…

Ultra egozentrischer Schwachsinn und Untergang in Würde

Die Bayern sind aus der Championsleague raus. Jetzt wirklich. Der FC Barcelona war einfach ein bis zwei Nummern zu groß. Hätte man vorher wissen können (vor dem Viertelfinale), wollte man aber nicht wahrhaben.

Je nach Gemütsverfassung (im Falle Klinsmann) sieht man das wohl anders.

Das gestrige Spiel meiner Bayern fand ich phasenweise richtig gut. Das 1:1 stimmt mich versöhnlich, wenn ich auch gerne gewonnen hätte. Der Ausgleich der Spanier zeigte aber – einmal mehr – dass es auch anders hätte ausgehen können, wenn sie über 180 Minuten Ernst gemacht hätten (nämlich mit einem neuerlichen Debakel, weshalb für mich Barca auch klar die CL gewinnen wird – schade, Herr Ballack).

Haben sie aber nicht. In München. Im Rückspiel. Zum Teil auch weil ihnen die Heimbayern dazu keine Gelegenheit ließen.

Wo ist das Problem der Klinsmann-Kritiker, einzugestehen, dass das 0:4 in Nou Camp auch darin begründet lag, dass eine Abwehr ohne Lucio, ohne Lahm, mit Oddo, Breno und Lell auf der völlig falschen Seite, aber sowas von keine Chance gegen den Offensivwirbel der Katalanen hatte?

Man hat doch gestern klar gesehen, dass Lahm als Gegenspieler für Messi selbst für dessen Maßstäbe ’ne andere Hausnummer ist, als ein Lell auf dem falschen Fuß. Und Messi hat – da sind wir uns ja wohl einig – durchaus nicht mit halber Kraft gespielt, wie man an seinen vielen Turbo-Szenen eindeutig gesehen hat.

Nein. Mit der Top-Abwehr – in Top-Form – wären wir gegen Barcelona wahrscheinlich genauso ausgeschieden, aber eben nicht 1:5. Eher ein 0:2 im Hinspiel und vielleicht ein knapper Sieg in München. Ganz zu schweigen davon, was mit zwei Stürmern möglich gewesen wäre. Und damit meine ich keinesfalls Herrn Podolski.

Herr Klose hätte den Ball in der gestrigen 5. Minute wahrscheinlich ins Tor geköpft und keine derartige Akrobatik veranstaltet. Hätte er. Konnte er aber nicht, da schon länger verletzt und er somit unsere Offensive nur halbwertig erscheinen lässt.

Alles bekannt.

Wie gesagt, mit dem Spiel war ich zufrieden. Auch mit den meisten Spielern. Das war eine ganz andere Einstellung als letzten Mittwoch. Da würde gekämpft und man konnte endlich mal sehen, dass selbst mit diesem Ansatz und dem Gewinn des einen oder anderen Zweikampfes, diese Wunderspieler öfter mal einfach viel zu schnell sind. Da kann man die Grätsche ansetzen wie man will, die sind dann schon längst weg. Einen Messi stoppt man zudem zumeist nur so, wie es van Bommel vorgemacht hat. Das ist zwar böse, aber ein wenig Respekt verschafft man sich damit schon. Nach dem Motto: „Überleg‘ Dir zweimal, ob Du mich noch weiterhin lächerlich machen willst!“

Das Ausscheiden und das Spiel gegen Barca ist aber nur ein Teil meines heutigen Themas. Ein ganz anderes, viel schlimmeres Thema ist die Kampagne, die inzwischen übergreifend gegen Klinsmann gefahren wird.

Wenn es aktuell keinen Anlass für Pfiffe und „Klinsmann-raus“-Rufe gegeben hat, dann doch wohl rund um das gestrige Spiel, oder?

Wie bitter ist das denn, das man dem Boulevard so derart in die Karten spielt?

Ohne es gelesen zu haben, kann ich mir vorstellen, dass jetzt wieder nur die Pfiffe und Sprechchöre Thema sind.

Hilft man so dem Verein? Offenbar seinem Verein? Wenn man seine Kampagne gegen den Trainer weiterverfolgt, unabhängig vom Ausgang und Ablauf der Spiele?

Aber um den Verein geht es ja inzwischen nur noch vordergründig. Man zieht sich zwar darauf zurück, aber es geht für viele – gerade in dieser Stimmungslage – um viel mehr.

Worauf sich das begründet?

Auf Beobachtung. Und zwar keine selektive, sondern zwischen den Zeilen und abseits des Spielfelds.

Mir ist das vor Jahren schon aufgefallen und ich werde in meinem Eindruck immer wieder und immer mehr bestätigt. Es gärt im Verein. Und seiner Anhängerschaft. Vor allem in der Anhängerschaft.

Die Etablierung der sog. Ultras, vor allem auch in Opposition zu den „altgedienten“ Fans, enthält jede Menge Konfliktpotential.

Wieso komme ich plötzlich auf die Ultras? Vor allem, da ich so selten in München im Stadion bin?

Ganz einfach. Mit offenen Augen Fan sein, bedeutet, manches klarer zu sehen.

Nach dem gestrigen Ausgleich der Spanier, der, zugegebenermaßen perfekt und Weltklasse herausgespielt war, dröhnten fast unmittelbar die „Klinsmann-raus“-Rufe durch’s Stadion. Für mich völlig unverständlich.

Sicher waren die lauter als sonst. Vor allem hörte es sich lauter an, da bei allen anderen Zuschauer plötzlich die Vorfreude über den wohl doch noch möglichen Sieg verschwand und viele so dann auch ihren Gesamtfrust äußerten – aber was konnte Klinsmann in diesem Augenblick für das Gegentor? Stand er auf dem Platz? Hatte er den Seinen befohlen, wie Slalomstangen dem Treiben von Messi&Co. zuzuschauen? Für mich hatte er sein Team – ähnlich wie gegen Frankfurt – sogar sehr gut eingestellt. Irellevant, ich weiß.

Kurz nach diesen lauteren „Klinsmann-raus“-Rufen (gehört ja inzwischen bei einigen Bayern-Fans schon zum guten Ton), kamen aber noch diverse andere Rufe, schon etwas leiser und für viele vielleicht nicht mehr ganz so verständlich.

Diese Rufe waren so wirr, dass sich selbst Reif dazu aufgefordert sah, diese den geneigten Zuschauern mitzuteilen und man hörte aus seinen Worten, dass er selbst einigermaßen fassungslos war.

Da wurde zunächst gegen den Vorstand gewettert („Vorstand raus“) und sofort erkannte ich Stimmlage, Geschwindigkeit und Melodie wieder.

Da riefen nur noch Ultras! Und die sind ja bekanntlich auf den Vorstand tatsächlich nicht gut zu sprechen. Ob man da im Rahmen der Anti-Klinsmann-Welle, die Chance auf eine erneute Destabilisierung oder zumindestens größeren Keil im Verein sieht?

Ich will es nicht ausschließen. Würde mich zumindestens nach den Ereignissen der letzten Jahre nicht wundern.

Die anschließenden Gesänge wurden nicht hochwertiger. Man feierte – einmal mehr – Michael Rensing, der ja plötzlich der Heilbringer des deutschen Fußball zu sein scheint, rief nach Olli (Kahn) (ach so), Mehmet Scholl, feierte Ottmar Hitzfeld und – als Steigerung – abschließend noch Udo Lattek!

Wieso bloß? Weil der in Barcelona geweint haben soll? Was glaubt ihr, wie oft ich schon bei Bayern-Spielen geweint habe??

Egal.

Ich – als Bayern-Fan in über 30 Jahren – halte diese Entwicklung für sehr kritisch. Der Ultras jetzt. Und damit mich keiner falsch versteht: Der Grundgedanke hat durchaus Charme und mit dem kann ich mich auch identifizieren: Bedingslose Hingabe zum Verein und volles Engagement.

Nur leider wird von vielen Ultras – auch von unseren – etwas ganz anderes gelebt.

Erstens ist die Südkurve gespalten. Ist mir – mal wieder – im Spiel gegen Hannover aufgefallen. Da singen oben die „Alt“-Südkurven-Fans – rund um die bekannte Trompete und unten – am Zaun – die Ultras. Nur in ganz wenigen Fällen singt man gemeinsam. Wieso?

Weil es zweitens offenbar zur Ultra-Philosophie gehört, Lieder zu singen, die ausser den Ultras keiner mitsingen kann, die möglichst kompliziert sind und über die man dann in den Wettstreit mit anderen Ultras steht.

Was hat das mit dem Anfeuern des eigenen Teams zu tun?

Aber wie sollte das auch gehen, schließlich steht der Capo ja auch immer mit dem Rücken zum Spielfeld, sieht also gar nicht „was abgeht“

Nein. Für mich steht seit gestern fest, was ich von der sog. „Anti-Klinsmann“-Stimmung in der Allianz-Arena zu halten habe. Und mit dem Gedanken daran geht’s mir irgendwie besser.

Ein anderer Gedanken durchzuckte mich gestern übrigens auch noch: Wie wäre es, wenn wir – ganz zum Wohle des Vereins – an Klinsmann festhalten würden? So aus Prinzip?

Denn aus keinem anderen Grunde will die skurrile Allianz aus Boulevard, Ultras und (vielleicht sogar zu Recht) frustrierten Normalo-Fans ihn ja weghaben.

Allein mir fehlt der Glaube, dass KHR, UH Co. dem Druck standhalten.

Ribéry hat sich verliebt

Es geschah wohl am letzten Mittwoch.

Ribéry verlor mit seinen Bayern beim spanischen Vertreter FC Barcelona. Eben dieser wirbelte die Bayern gehörig durcheinander.

Das gefiel dem ehrgeizigen Franck wohl sehr. So würde er selber gerne spielen. Aber seine aktuellen Mitspieler können das nun einmal nicht.

Also macht der jetzt mal langsam Nägel mit Köpfen. Vor Wochen noch von den vielen Wechselgerüchten genervt, hat sich seine Meinung inzwischen wohl gedreht.

Was 45 Minuten so ausmachen können.

Erst gesteht er seinem Nationalmannschaftskumpel Henry in der Halbzeit seine Liebe, dann steckt er dem bayerischen Capitano, dass dieser in Spanien mal Stimmung für ihn machen soll.

Der FC Bayern dementiert, führt Sprachprobleme van Bommels an.

Ich dagegen neige eher dazu, Insidern zu glauben. Sowohl des spanischen Fußballs als auch der spanischen Sprache.

Was wäre eigentlich so schlimm daran, wenn Ribéry zum spanischen FCB (meinem Lieblingsverein in Spanien) wechseln würde?

Sicher. Er würde dort sicherlich ab und an mal auf der Bank sitzen – oder glaubt er ernsthaft, sofort neben Messi, Henry und Eto’o gesetzt zu sein? – aber viel wichtiger wäre es ja, was sein Wechsel für uns bedeuten würde.

Erstens gibt’s für ihn jede Menge Geld (und einen Hleb?). Zweitens müssten wir dann tatsächlich was an unserem Spiel ändern, womit wir drittens nicht mehr so leicht auszurechnen wären. Und der Zauber Ribérys (in der Bundesliga) ist doch spätestens seit seiner permanenten Dreifach-Bewachung verflogen, oder?

Vor allem, da die restlichen zwei ungedeckten Mitspieler eben keinen Vorteil aus ihrer Spielsituation ziehen.

Klar. Ribérys Abgang wäre ein Verlust. Aber vielleicht auch eine Chance?

Wer weiß das schon. Zunächst steht erstmal nur fest, dass van Bommel durchaus gesagt hat, was er gesagt hat…

Ich kann mir nicht helfen, aber

irgendwie habe ich ein seltsames Gefühl vor dem morgigen Rückspiel. In der Championsleague. Gegen Barcelona.

Wir sind mausetot. Aber sowas von. Alle rechnen damit, dass wir ausscheiden. Ich auch.

Aber dann höre ich, dass Lahm wieder dabei sein soll (im Gegensatz zu Prinz Pause und Oddo). Ferner Messi und Henry nicht. Man will sie schonen.

Ist Barcelona jetzt übermütig?

Wahrscheinlich. Und dies völlig zu Recht. Ferner bin ich weit davon entfernt, an ein Wunder zu glauben. Denn sollte Bayern in Führung gehen und vielleicht auf 2:0 erhöhen, eventuell noch in der ersten Hälfte – was würde Barca dann machen?

Ernst, wahrscheinlich. Rückzuck machen die dann ’ne Handvoll Tore. Wahrscheinlich. Sicher ist das aber nicht.

Wie gesagt: Ich hab‘ da so ein Gefühl.

Schicksalsspiel, Folge 1: Eintracht Frankfurt

Es geht los. Glaubt man dem Boulevard findet heute Klinsmanns erstes Schicksalsspiel statt.

Auf der anderen Seite: Hat Klinsmann bei derlei „Journalisten“ nicht schon seit Saisonbeginn solche Spiele?

Insgesamt kommt das Restprogramm den Bayern natürlich schon irgendwie entgegen. Aber was ist schon leicht zu nennen in diesen Tagen?

Ausgerechnet Eintracht Frankfurt.

Könnte man meinen.

Ausgerechnet einer der bayerischen Heim-Gegner, über die ich mich in den letzten Jahren mit am meisten aufgeregt habe.

Ob’s diesmal wieder so kommt?

Keine Ahnung. Der Druck ist zumindestens schon mal da. Für alle. Ob das beflügelt oder hemmt werden wir sehen.

Der Eintracht wird’s wie immer recht sein. Destruktiv-Fußball kann schließlich auch positiv sein. Vor allem wenn man nur 6 Punkte vorm Relegationsplatz liegt.

Hoffen mir mal auf das Beste. Und das ist nicht unbedingt ein schönes Spiel sondern eher 3 Punkte.

Das Knallerspiel aus Bayernsicht ist ohnehin erst morgen. Entweder haben wir dann den HSV wieder überholt – bei eigenen 3 Punkten – oder zumindestens liegt der VfB wieder 6 Punkte hinter uns.

Meine Güte. Soviel ist noch möglich. Ob’s dem Boulevard gefällt?

Abends im Privat-TV-Videotext

Ich mag Videotext ja irgendwie. Ist so herrlich BTX. So herrlich C64.

Aber Infos kommen da fast twitterlike an. Wenn Fußball ist jetzt.

Vorzugsweise nutze ich hier den ARD-Text, ab und zu – je nachdem, was ich gerade schaue – auch den vom ZDF (früher war’s mal das gleiche).

Wenn ich ganz krass drauf bin, verirre ich mich aber durchaus mal zu den Privaten. RTL, SAT1 und so.

So wie gestern abend.

Und was sehe ich? Das manche VT-Redaktion thematisch ganz gut vom FC Bayern lebt. Und von Gerüchten.

Holla.

Da wäre zum einen das Gerücht aus England, dass die Bayern Wenger von Arsenal loseisen wollen. Zur neuen Saison.

Mal wieder.

Diesmal aber echt jetzt.

Mit 5,6 Mio. Euro Gehalt und der Zusage weiterer namhafter Zugänge.

Als Bayern-Fan ist man für solche Gerüchte zugänglich. Träumen wir doch seit Jahren vom Fußball Arsenals.

Daneben gab’s aus Italien Gerüchte um eine neue Kaufwut von Juve. Die wollen nicht nur Diego, nein auch noch Ribéry obendrauf. Im Tausch gibt’s für die Bayern ein paar Euros und Buffon.

Da wird die Meldung zwar unglaubwürdig, aber lustig ist’s schon.

Zum Abschluss wurde Luca Toni zitiert, in einer fast schon süß zu nennenden Weise:

„Wir müssen versuchen zu gewinnen: für den Trainer und die ganze Mannschaft. Wenn wir gewinnen, haben wir weiter die Chance in der Bundesliga zu gewinnen. Wenn wir den Titel in der Bundesliga gewinnen, dann ist das Jahr einigermaßen gerettet. Falls nicht, ist das ganze Jahr gescheitert.“

Ich sag’s ja. Videotext kann auch Spaß machen.

P.S. Im SAT1-Text tauchte dann auch noch der Name Diego Benaglio auf. 10 Mio. Euro sollen die hier schon im Sommer geboten haben…