Und noch einmal: Wer hätte das vor Wochen gedacht?

Eigentlich war das anders geplant. Am Freitag war mein erster Urlaubstag und da wollte ich sogar mal wieder live bloggen. Oder twittern.

Auf jeden Fall aber die Gelegenheit nutzen, eine Championsleague-Auslosung live mitzubekommen.

Es kam anders. Bekannt.

Den Freitag lag ich schon mehr oder wenig komplett im Bett und erst am späten Nachmittag fiel mir das mit der Auslosung wieder ein.

Videotext an und dann das. Das erste Lächeln des Tages.

Sollte es wirklich möglich sein? Das die alten Bayern wieder die Alten sind? Erfolgreich, mit Losglück und jetzt auch noch mit schönem Spiel?

Wer hätte dies vor Wochen noch erwartet? Oder befürchtet, wie z.B. das Boulevard, dass sich auf van Gaal eingeschossen hatte?

Adenauer. Sag ich da nur.

Dann also gegen Florenz.

Dabei drohte uns neben Barca auch Real, ManU oder Chelsea. Mit dieser Perspektive sah ich vor der Auslosung das Achtelfinale als Endstation an. Dann ist eben im Viertelfinale Schluss. Bis ich sah, welche Partien noch so in der Runde der letzten 16 Teams zustandekommen:

Milan – ManU und Inter – Chelsea?

Also entweder räumen sich in der ersten K.O.-Runde direkt mal zwei von vier Schwergewichten selbst aus dem Weg, oder zumindestens findet der ital. Fußball in der CL bald gar nicht mehr statt.

Beides keine schlimmen Szenarien für mich…

Der dritte Grund, für mein Schmunzeln war das Los des anderen deutschen Vertreters, da der sog. deutsche Meister ja – wie erwartet – seine Segel schon hat streichen müssen.

Wie geht man mit einem Barca-Los im Achtelfinale um? Einfach durch und darauf hoffen, dass es nicht so schlimm wird? Verzweifeln?

Für uns Bayern ist das eine klassische Win-win-Situation: Entweder scheidet der Top-Konkurrent auf dem eigenen, ebenso möglichen, wie irrationalen Weg zum CL-Titel aus, oder wir sind ab dem Viertelfinale (mal wieder) der letzten deutsche Vertreter der Bundesliga in der Königsklasse (ich liebe diesen Satz noch mehr, seit ich erfahren habe, dass er anderen so sehr auf die Nerven geht *g*). Nicht unerheblich, wenn man an die TV-Gelder aus dem größten Topf in Europa denkt (das ist nämlich der deutsche).

Alles Spekulation.

Was fällt mir zum eigentlichen und nächsten Gegner Florenz ein?

Das dieses Los einfacher aussieht als es ist. Und viele wahrscheinlich im van-Gaal-Krisen-und-Klinsmann-CL-Vorrunden-Verherrlichungs-Wahn vööllig verdrängt haben, welch‘ unfassbare Chancen Florenz in beiden Gruppenspielen in Florenz und vor allem in München hat liegen lassen.

Alles schon weg? Keine Erinnerungen mehr? Na dann mal viel Glück, dass die nicht plötzlich wiederkommen, wenn die Italiener das wiederholen und diesmal das Scheunentor auch treffen.

Warten wir es ab und freuen wir uns bis dahin, dass es ingesamt nach dieser Auslosung für den FC Bayern weitaus schlimmer hätte kommen können!

Endspiel-Bayern, oder Die ital. Bestie ist besiegt, oder Ivica Olic – Fußballgott

Überschriften über Überschriften. Eine schöner als die andere.

Mehr habe ich kaum noch zu sagen. Meine halbe Familie ist (mal wieder / immer noch) krank (mich irgendwie eingeschlossen) und da habe ich andere Themen auf dem Radar.

Trotzdem war mir dieser gestrige Fußballabend ein Fest. Laut schreien ging zwar nicht, da wir um jede schlafende Minute des Thronfolgers glücklich waren, aber Papa konnte seine Begeisterung auch so ausleben. Dann halt mehr nach innen. Und im Kopf.

Wo soll man nur anfangen?

Das die Bayern immer dann am stärksten sind, wenn der Druck am größten ist?

Ob die Gala in Turin Rache und Revanche für’s Halbfinale 2006 und all diese knappen Niederlagen und Punktverluste der letzten Jahre gegen Juve waren? Oder wir einen neues Kampfschwein haben? Aktuell so wichtig wie Ribéry und Robben zusammen?!

Antwort: Von allem etwas.

Olic ist ein Genuss. Wie er all den Schnarchnasen im Kader zeigt, wie man das macht. Mit dem Laufen, dem Kämpfen. Genial.

All der Frust dieser destruktiven Spiele. Frust über diesen sog. ital. „Fußball“. Widerlich. Auf einmal alles weg. So befreiend. So eine Genugtuung.

Und dann die Rückkehr des alten Bayern-Gens. Der Höchstleistung unter höchstem Druck. Höchst erfreulich. Und kein Spiel zu früh.

Plötzlich ist alles rosa was zuvor grau war.

Die Bayern überwintern in allen drei Wettbewerben und haben die nächsten Millionen-Einnahmen sicher.

Plötzlich ist van Gaal der brilliante Taktiker. Der Baumeister des neuen FC Bayern. Und das wollen die wissen, die ihn noch vor 2-3 Wochen aus dem Amt schreiben wollten?

Achso.

Ganz ruhig. Wir sollten uns alle ein wenig entspannen.

Genauso wenig wie „in der Krise“ alles schlecht war, haben wir mit dem (ersten) Endspiel in der CL den Fußball neu erfunden. Allenfalls mal angedeutet, zu welch‘ einer Leistung eine van Gaal’scher FC Bayern in der Lage sein könnte.

Zugegeben: Der Gedanke gefällt mir. Das der FC Bayern in naher bis mittlerer Zukunft so auch gegen alle anderen Möchtegern-Gegner-auf-Augenhöhe agieren könnte.

Das hätte was. Mir fallen da spontan ein, zwei bis drei Mannschaften ein, die wir mal ebenso „bestrafen“ sollten…

Zukunftsmusik.

Jetzt stehen wir erstmal im Achtelfinale der Championsleague. Allein dies ist nach den beiden Bordeaux-Spielen schon völlig abwegig gewesen. Wenn wir ehrlich sind.

So schnell kann das aber gehen, wenn man plötzlich anfängt, tatsächlich mal Tore zu schießen. Aus seiner Überlegenheit heraus,

Ist es wirklich so einfach und der einzige Unterschied zur „Krisen“-Phase in dieser Hinrunde?

Scheinbar. Kommen Tore, kommt Selbstvertrauen, kommen mehr Tore, kommt gutes Spiel.

Fußball eben.

Die Kommentatoren nach dem Spiel wollten unisono keinen Akteur hervorheben, waren stattdessen mit allen mehr als zufrieden.

Nö. Kann ich so nicht sehen.

Zum einen muss ich leider sagen, dass der schlechte Eindruck, den wir zuletzt von Herrn Demichelis hatten, sich auch in Turin bestätigt hat und zum anderen mir kein Zacken aus der Krone bricht, wenn ich anerkenne, dass Herr Schweinsteiger ein richtig gutes Spiel gemacht.

Ja wirklich. DerBastian hat für mich gegen Juve das beste Spiel im Bayern-Trikot seit 2006 gemacht. Nicht mehr und nicht weniger.

Klar an einen Olic reicht er als Spieler des Spiels nicht heran, aber für seine Verhältnisse war da fast schon eine wahnsinnige Geschwindigkeit in seinen Aktionen. Respekt.

Nachdem sich nun in den nächsten Tagen die Euphorie ein wenig legen wird (eventuell schon mit einem enttäuschenden Ergebnis in Bochum), werden wir erkennen, dass die folgenden Aufgaben nicht leichter zu werden drohen.

Als Gruppenzweiter bekommen wir den nächsten Gegner aus folgendem Pool:

Manchester United, Real Madrid, FC Chelsea, AC Florenz, FC Barcelona, FC Sevilla oder FC Arsenal.

Soll man sich da jetzt eher Florenz und Sevilla wünschen, oder gleich die Galaktischen 2.0? Vielleicht auch die vorgezogene Revanche gegen Barca? Dann mit Ribéry und Robben?

Keine Ahnung. Wenn wir jetzt nicht die Waffen strecken wollen, muss die gestrige Leistung ohnehin erneut abgerufen werden. Und wer sagt, dass im Februar Ribéry und Robben zusammen fit sind?

So sieht’s aus.

Fragen über Fragen.

Als nächstes stehen ohnehin erst noch die nicht minder wichtigen Duelle gegen den 15. und 18. der Bundesliga an.

Schwer genug.

Zwischen zu Tode betrübt und himmelhoch jauchzend

Die Bayern haben in der Championsleague ihr Endspiel gegen Juventus erreicht. Damit hätte ich nicht gerechnet. Jetzt schon irgendwie mit dem Sieg der Bayern, aber nicht unbedingt mit einem Erfolg für Bordeaux.

Zugegeben. Hätte Bordeaux tatsächlich gegen die alte Dame das Heimspiel verloren, hätte ich mir meine französische Fußballliebe doch mal überlegt (Girondins ist dort mein Team)…

Es kam anders. Gut.

Schlecht für’s Boulevard. Die hatten sich nämlich schon den Abgesang auf van Gaal zurechtgelegt. Sowas nennt man Pech.

Wer konnte schließlich ahnen, dass die Bayern zwar so spielen würden, wie in fast jedem der letzten Spiele, sie aber diesmal auch nur eine einzige Chance endlich nutzen würden?!

Natürlich hielt dies die üblichen Verdächtigen nicht davon ab, weiterhin das Haar in der Suppe zu suchen. Sie werden sich nie ändern, Herr Wasserzier, oder?

Egal. Ein Sieg ist ein Sieg, ist ein Sieg.

Mir doch egal, wie der zustandekam. In diesen Zeiten? Pah.

Weiterhin FIAT. Fehler in allen Teilen. Aber wenigstens ein Sieg. Ein dreckiger. Und jetzt tatsächlich das Endspiel um die K.O.-Runden-Teilnahme. Das hätten die Turiner nicht erwartet und da stimme ich Herrn Sammer zu: Die Bayern haben die bessere Ausgangssituation. Und nix zu verlieren. Vollgas. Eventuell sogar mit Ribéry und Robben. Unfassbar wie schnelllebig der Fußball sein kann.

Das Spiel?

Mehr kann man im Augenblick nicht erwarten. Meiner Meinung nach. Viele Spieler mit ganz großen Problemen. Phasenweise. Dafür aber auch mit entscheidenden Lichtblicken. Paradebeispiel Mark van Bommel.

Aber wen kümmert dies, wenn am Ende der Erfolg steht?

Erst der eine Schritt, dann der andere.

Das es mal wieder einige Operetten-Fans in der Arena gab, die schon in den ersten 15 Minuten anfingen, die Mannschaft auszupfeiffen, zeigt einmal mehr, woran es halt eben auch hapert. Auf der Fanseite.

Zum Glück – und das ist durchaus bemerkenswert – baute hier die Südkurve einen (deutlich hörbaren) Gegenpol auf. Gefiel mir gut.

Ich wiederhol‘ mich an dieser Stelle gerne. Besser so 1:0 gewinnen, als nicht.

Nicht alles, was vorher schwarz war, ist jetzt weiß, aber für mich war ja auch nicht alles so düster. Zuvor.

Mal schauen, wie es jetzt weitergeht.

Auf einzelne Spieler will ich nicht unbedingt eingehen. Nur soviel: Wer das aktuelle Sturmpaar bilden sollte, steht nach diesem Spiel bis auf Weiteres fest, oder?

Na dann bitte.

Rauschende Nacht in Lissabon

Irgendwie weiß ich gar nicht so recht, was ich zum gestrigen Championsleague-Sieg in Lissabon schreiben soll.

Zum einen weil ich mich schon über Twitter live mehr oder weniger leergequatscht habe und zum anderen weil Ihr wieder schneller ward und die Diskussion schon in vollem Gange ist.

Trotzdem mal schnell was von meiner Seite:

1. Die erste halbe Stunde hatte mit der Wirkung des 5:0 imho gar nix zu tun. Das war – mal wieder – Unsicherheit pur. Wie sehr Tore dies ändern können, haben wir in Halbzeit 2 gesehen.

2. Die Geste von Ribéry gegen Toni war das Beste, was ich von ihm seit Wochen gesehen habe. Großes Kino. Den Ball danach einzuschieben, hat man nach dieser Dynamik und dieser geilen Aktion fast schon erwartet.

3. Das Klose-Tor war Abseits. Aus meiner Sicht aber nicht so klar, wie es eben gegen Köln und Klose keines war (ist der Satz verständlich?). Glück für die Bayern. Obwohl meine Beobachtung war, dass der Wille der Portugiesen erst nach dem Elfmeter gebrochen war.

4. Van Bommel hat ebenfalls Glück gehabt, dass er kein Gelb-Rot gesehen hat. Auf der anderen Seite: In der Bundesliga wäre er vom Platz geflogen. Wegen seinem Image und weil die Bundesliga eben Kindergarten ist gegenüber der Championsleague.

5. Glück oder Pech gleicht sich nicht über Wettbewerbe aus. Wäre ja noch schöner. Vielleicht auch noch quer über deutsche Vereine?! Allein der oben erwähnte Unterschied bei Schiedsrichtern und deren Bewertungen zwischen Europapokal und Bundesliga verbietet hier einen Vergleich. Des Weiteren: Richtig Glück hatten die Bayern in der Vorrunde und da vor allem in den Spielen gegen Florenz. Das war Dusel und daran haben die Florentiner wohl heute noch zu knabbern… 😉

Noch was?

Ja. Das hat mal wieder richtig gut getan. Aber kaufen können wir uns dafür gar nix (wie auch für das 5:1 im Pokal). Allenfalls den wahrscheinlichen Viertelfinaleinzug. Nach dem Minimalstziel, die Vorrunde zu überstehen, haben wir somit wohl das Normalziel erreicht. Immerhin.

Und wie der kölsche FC, dessen Eindruck vom Auswärtssieg in München mit einer morigen Heimniederlage gegen Bielefeld zunicht gemacht werden würde, müssen wir in Bremen am Sonntag nun genau da weitermachen, wo wir in Lissabon aufgehört haben.

Müssen wir einfach. Punkt.

Schwäbische Demütigung und bayerische Dominanz

Mein Gefühl hat mich nicht getrügt.

Allerdings hätte ich mit einer derartigen Überlegenheit des FC Bayern dann doch nicht gerechnet. Trotzdem sehr schön anzuschauen.

‚Tschuldigung liebe VfB’ler, aber ein FC Bayern lässt sowas wie das 2:2 zum Hinrundenabschluss nur einmal mit sich machen. Habt Ihr ernsthaft gedacht, nach einer reibungslosen Vorbereitung und mit dem Gedanken an die verlorene Herbstmeisterschaft würde wir bei Euch nicht bis in die Haarspitzen motiviert antreten?

Tja.

Bösen Erwachen aus den Babbel-Träumen?

Nein. Soweit wollen wir nicht gehen. Es war einfach ein sehr schlechtes Spiel der Stuttgarter. Passte so gar nicht zu den Sprüchen von vor dem Spiel. Umso besser der Eindruck, den die Bayern jetzt der Konkurrenz bieten:

Nicht noch einmal so ein Stotterstart in eine Halbserie wie im Sommer. Was das möglicherweise heißt, ist ebenfalls klar:

Trotz Stotterstart lagen wir nur 4 Tore hinter dem Herbstmeister – so sollte eine erfolgreiche Rückrunde kein Problem sein.

Sollte.

Denn schon am Freitag wird’s wesentlich schwieriger.

Warum?

Na weil der Überraschungseffekt, gegen top-motivierte und fitte Bayern anzutreten, jetzt zunächst einmal verpufft ist.

Die Hamburger wissen nun, dass man gegen die Klinsmänner nicht so spielen kann wie der VfB.

Auf der anderen Seite fehlt ihnen Hattrick-Olic und es bleibt die Frage, ob sie tatsächlich was gegen einen solchen FCB ausrichten können, selbst wenn sie es wollen. Am Freitag sind wir schlauer.

Zurück zum Pokalspiel.

Es war ein Genuss.

Die Spielzüge, die Konter, die Schnelligkeit, die Präzision. Klasse.

Trotzdem gab es da noch Luft nach oben.

Ein bißchen weniger Zirkus und Ribéry verwandelt seinen Elfer sicher. Dann wäre das halbe Dutzend voll gewesen. Hätten wir aber wahrscheinlich auch so geschafft, wenn wir nach der 60. Minute(!) und dem 0:5 nicht zwei bis drei Gänge zurückgeschaltet hätten…

Na klar. Auch Gomez hatte noch einen Latten-Treffer und scheiterte ein anderes Mal an Rensing, aber eigentlich hätten die Schwaben das Spiel auch nicht mit 11 Mann beenden dürfen (Boka, aua).

Geschenkt.

Besser 5:1 gewinnen als 1:5 verlieren. So einfach ist das.

Am Freitag kann auch schon wieder alles anders sein, so ist eben Fußball und man weiß nie wie’s ausgeht

Auch wenn MR diese Herberger’sche These im Zusammenhang mit Bayern-Spielen inzwischen für irrelevant hält.

Ich habe die Hinrunde erlebt, ich bin da immer noch ein wenig skeptisch.

Was sonst?

Schweinsteiger. Gute Leistung. Zwei Tore gemacht. Weiter so.

Einwechselspieler. Keiner ist imho abgefallen. Altintop, Ottl, Donovan. Gute Leistung. Vor allem Ottl. Den lobe ich ja nicht immer. Nur wenn’s angebracht ist.

Ein paar Worte zur Championsleague

Muss ich wirklich noch was zur Achtelfinal-Auslosung der Championsleague sagen?

Glückslos? Drei andere Favoriten sicher raus? Sporting im Schatten von Benfica?

Keine Ahnung.

Vielleicht: „im Achtelfinale gibt’s keine leichten Gegner mehr“? *klimper*

Ich sag’s mal so:

Wenn man die Championsleague gewinnen will, muss die Tagesform stimmen und braucht man neben dem Können auch das Quentchen Glück.

Letzteres ist für’s Achtelfinale schon mal vorab geregelt.

Gespielt werden muss aber trotzdem noch und wer weiß, ob’s da als Favorit nicht doch schwieriger wird, als erwartet.

Überlegener Gruppensieg. Oder?

Das war sie also. Die erste CL-Gruppenphase für Klinsmann als Trainer, Luca Toni als Spieler. Und überhaupt.

Überlegen geführt. Wenn man allein den Zahlen glaubt. Vier Siege, zwei Remis. Besser war’s noch nie.

Noch dazu wohl heute (ich kam erst danach nach Hause) eine erstklassige erste Halbzeit.

Aber eben auch eine phasenweise schlimme zweite Halbzeit und ebenso glückliche vier Punkte gegen Florenz.

Trotzdem.

Diverse Teams würden gerne mit dem FC Bayern tauschen. Werder zum Beispiel. Nach einer Grottenvorrunde sind die aber nach nur einem Sieg schon wieder ziemlich mutig.

„Jetzt wollen wir ins Finale. Wir sind stark genug, um den UEFA-Pokal zu gewinnen.“

Beim FC Bayern sind sie da demütiger.

„Es ist immer alles möglich, aber man muss zugegeben, dass wir schwächer als mache große Kaliber wie Barcelona, Chelsea oder Manchester sind. Angesichts der Qualität ihres Kaders haben diese Teams im Augenblick größere Chancen als wir, den Pokal zu holen.“

Richtig.

Und wenn ich mir anschaue, wen wir mit diesem Gruppensieg als Dank so alles bekommen könnten – super:

Chelsea, Inter (danke, Werder), Sporting Lissabon, Atletico Madrid, FC Villarreal, Arsenal, Real Madrid.

Aber was soll’s. Man muss nehmen, was man kriegt. Zuerst auswärts. Immerhin.

Gibt’s noch was zum Spiel zu sagen?

Wie gesagt, Halbzeit 1 habe ich verpasst, sah also nur den 30-minütigen Hühnerhaufen.

Besonders schlimm: Borowski (hat er überhaupt einen Zweikampf gewonnen?) und van Bommel (zwei Ballverluste führten zu zwei Gegentoren).

Wollte ich nach dem 1:3 Rensing auch noch zu dieser Liste hinzufügen, gab er nach seinem Abklatscher nach vorne phasenweise den Kahn und rettete so den Sieg. Gut.

Gut auch, dass Altintop wieder da ist. Konkurrenz scheint das einzige zu sein, was Schweinsteiger aktuell zu helfen scheint. Ist der neue Vertrag erst mal unterschrieben, hat er vielleicht wieder den Kopf frei. Keine Ahnung.

Sehen wir das Ganze mal positiv:

Platz 1 in der Championsleague. Überwintern im Pokal und in der Bundesliga mit Chancen auf die Herbstmeisterschaft. Nicht schlecht. Nur Dusel kann’s also nicht sein.

Auf geht’s in 2009.

Bukarest das europäische Cottbus?

So dachte ich phasenweise während des gestrigen Championsleague-Spiel der Münchner gegen Bukarest.

Und das ein Luca Toni in beiden Spielen insgesamt nur zwei Tore erzielt hat, macht mir echte Sorgen. Bei der gleichen Quote von Torchancen vs. Toren würde man bei jedem anderen Stürmer von einer Krise reden. Vor allem, weil die Gesamtzahl der Chancen und Torschüsse bei anderen Spielern auf dieser Position für Wochen reichen muss.

Wie gegen Cottbus vergaben die Bayern Chancen auf Chancen. Das geht gegen wirklich starke Gegner vielleicht mal schief. Sowas lässt mich nachts nicht schlafen. Bei aller Freude über das Erreichen der K.O.-Runde. Als einzige deutsche Mannschaft. Aber das heißt noch gar nix, schließlich ist das für einen FC Bayern das Minimalziel.

Ob der FC Bayern nach zwei Spielen mit streckenweise Traumfußball jetzt endlich da angekommen ist, wo Klinsmann uns schon zu Anfang der Saison haben wollte?

Keine Ahnung.

Schon das Spiel in Lyon wird hier eine deutliche Sprache sprechen.

Obwohl. Auch die Franzosen haben wir ja in der zweiten Halbzeit im Hinspiel durchaus dominiert und wäre dieser Freistoß von Juninho und der Kopf von Demichelis nicht gewesen, wäre der Gruppensieg schon viel greifbarer.

Hätte, wenn und aber.

Zumindestens werden wir wohl im Rückspiel kein Freistoß-Gegentor bekommen, da der Spezialist ’ne Gelbsperre absitzt.

Insgesamt bin ich froh, dass wir die Gruppenphase überstanden haben. Nach einem Jahr Pause, war ich mir nicht sicher, ob wir uns so schnell wieder zurechtfinden, zumal die Spiele gegen Florenz enger waren, als es die Ergebnisse aussagen.

Geschichte.

Jetzt erstmal Leverkusen und Hoffenheim. Das wird nicht einfacher. Aber wohl zumindestens offensiver. Vom Gegner her. Kommt uns entgegen.

Auf die Spieler will ich gar nicht näher eingehen, Ribéry wie oft zuletzt Weltklasse, aber auch ein Oddo hat’s anscheinend begriffen. Seine Kurve zeigt nach oben und liegt aktuell schon über der von Lell. Was jetzt nicht sonderlich schwierig ist, aber zwischendurch hatte ich echte Zweifel.

Trotzdem ist noch Luft nach oben. Bei ihm, wie beim Rest der Mannschaft. Mit Blick auf die K.O.-Runde.

Die Toskana-Faust in der Tasche

Also wenn ich Florenz-Fan wäre, hätte ich nach den beiden Spielen gegen den FC Bayern gestern Nacht in mein Kopfkissen gebissen.

Da ist man – ungewöhnlich genug – eine der ganz wenigen italienischen Mannschaften, die der Offensive zugeneigt ist, spielt in beiden Spielen die Münchner phasenweise an die Wand – und was kommt dabei heraus?

1 Tor, 1 Punkt.

Kaum zu glauben.

Die üblichen Verdächtigen sprechen hier reflexartig sicherlich wieder vom Bayern-Dusel, ich für meinen Teil kann das so nicht unbedingt unterschreiben.

Wer wie Florenz in beiden Spielen derart viele Chancen auslässt, der hat kein Pech, der zeigt ein Ausmaß an Unvermögen, dass es weh tut. Und zwar den eigenen Fans.

Sowas kann auch demoralisieren. Sah man nach gespielten 168 Minuten im direkten Vergleich. Der Ausgleich brach Florenz endgültig das Genick. Plötzlich liefen die Bayern als ob’s kein Morgen gibt, hatten die Florentiner Defensivprobleme und Klose die Chance tatsächlich so etwas wie ein Siegtreffer zu erzielen. Neben einigen anderen Bayern-Spielern.

Sei’s drum.

Ich bin mit dem Punkt zufrieden. Mit einem knappen 0:1 hätte ich auch leben können. Schließlich gehe ich davon aus, dass wir im nächsten Heim-Spiel Bukarest schlagen. Nur der Gruppensieg wäre dann ernsthaft in Gefahr geraten.

Zum Spiel selbst.

Gestern haben wir zum ersten Mal gesehen, was es heisst, wenn man ein funktionierendes Flankenspiel aufzieht. Also bei Florenz jetzt.

Bei Bayern zeigte sich, dass wir auf dieser Position ein Problem haben. Auf beiden Seiten, wenn Lahm verletzt ist.

Für die Bundesliga reicht ein Zé Roberto als Aushilfskraft, in der CL offenbart auch er seine Schwächen.

Zwei, drei Mal dachte ich, er möchte einen dritten IV geben, soweit stand er in der Defensive zentral. Sein Gegenspieler konnte so ungehindert flanken.

Geht nicht. Gar nicht.

Oddo? Naja, wahrscheinlich war es ein letztes Geschenk an ihn, da es gegen seine Landsleute und für den italienischen Nationaltrainer zur Sache ging.

Tatsächlich zeigte er auch mehr Engagement als zuletzt. Allein, es genügt imho internationalen Ansprüchen in keinster Weise.

Im Sturm war’s trotz 4-4-2 lange Zeit nur ein laues Lüftchen. Die bayerischen Bank ist nicht so stark, wie wir immer glauben.

Dabei fällt mir gerade noch ein Gedanke von gestern Abend ein: Wann sind eigentlich all unsere Flügelspieler endlich wieder einsatzbereit? Was machen Lahm (ok, in zwei, drei Wochen?), Sagnol, Altintop (hatte der nicht zuletzt einen Rückschlag?) und Co. die ganze Zeit?

Anderes Thema.

Im Mittelfeld spielte van Bommel bemüht, aber nicht so stark wie zuletzt. Borowski war – bis auf das allerdings sehr schöne und wichtige 1:1 – kaum zu sehen. Ribéry flink wie eh und je, aber mit zu wenig Unterstützung gegen oft 4 bis 5 Gegenspieler (das werde ich übrigens nie begreifen: Wo sind die 3-4 Bayern-Spieler, die in einer solchen Situation völlig ungedeckt sind??). Eventuell auch, weil Schweinsteiger relativ früh im Spiel einen mächtigen Schlag auf’s Schienbein, die Wade abbekommen hat (und hoffentlich bis Sonntag wieder fit ist).

Überhaupt. Die Spielweise der Florentiner.

Eigentlich haben die Toskana-Kicker das gar nicht nötig, aber ich würde die Spielweise durchaus als „schmutzig“ bezeichnen.

Was Gilardino während des ganzen Spiels so macht, ist imho das Sturm-Pendant zu Herrn Franz. Ich glaube, abgesehen vom Schiedsrichter, hatte jeder Bayern-Spieler mal seinen Ellbogen im Gesicht, oder?

Ganz besonders süß fand ich die Beschwerde von Mutu kurz vor Schluss, der sich genau über ein solches Vergehen gegen ihn beim SR beschwerte. Großes Kino.

Und in der Abwehr werden dort auch keine Gefangenen gemacht.

Im Hinspiel haben wir doch Lahm verloren, oder? Und Florenz‘ Kapitän hätte das Rückspiel eigentlich gar nicht erleben dürfen.

Hätte. Hat er aber.

Umso erfreulicher die Stimmung im Team und auf den Rängen rund um den bayerischen Ausgleich.

Sowas gibt einem so einiges. 😉

Jetzt gegen Bukarest (wieder mit Lahm und Toni?) das Achtelfinale klar machen und am Sonntag gegen Schalke einen weiteren Schritt in die richtige Richtung.

Dann wird doch noch alles gut, oder?

Bayerisches Paradoxon, Ein

Über das gestrige Bayern-Spiel in der Championsleague könnte man zwei Berichte schreiben. Und die würden sich ziemlich unterscheiden.

Einen über die gezeigte Offensivleistung und einen über die Defensive.

Paradox.

Eigentlich hätten die Bayern ein Spiel erleben müssen wie gegen Elbers Lyon oder Makaays La Coruna – es wurde allerdings eins wie gegen Real Madrid in der 2002er-Zwischenrunde.

Ich muss da Marcel Reif zustimmen: Solch‘ ein (Bayern-)Spiel habe ich bislang noch nicht wirklich oft gesehen. Statt 3:0 auch ein 0:3 möglich. Unglaublich, wie fahrlässig Florenz mit seinen Chancen umging und wie eiskalt die Bayern wieder vor dem Tor agieren.

Naja. Schwamm drüber. Ich hab’s so lieber. Wer würde das für sich abstreiten?!

Zu reden sein wird aber noch über die Leistung einzelner Spieler.

Spontan fallen mir da Oddo, van Bommel, später Lell ein. Unsicherheit pur. Komisch.

Ganz anders dagegen ein Schweinsteiger und ein Klose. Beide erneut (Schweinsteiger) und fast wieder (Klose) in ihrer Bestform. Beide Kurven zeigen steil nach oben. Sehr gut.

Ein wenig die Luft ging den Sportskameraden Zé Roberto und Ribéry aus. Dabei brauchen die beide doch jede Menge davon. Ebenso muss die Vielzahl der Fehlpässe kritisieren. Gut war dagegen, dass Zé kurz vor Schluss noch einmal einen derartigen Kraftakt vor dem 3:0 durchzieht und Ribéry trotz dickem Veilchen überwiegend den Durchblick be- und bis zum Schluss durchhielt. Respekt.

Jetzt steht das Tor zum Achtelfinale weit offen. Mindestens ein Punkt in Florenz und wir sind wohl durch. Ebenfalls gut. Hätte ich so zuletzt nicht erwatet.

Was sollte man sonst noch nicht verschweigen?

Ach ja.

Vor’m Toni-Tor war Klose klar nicht im Abseits, Bayern hätte einen Hand-Elfmeter bekommen müssen (oder spielen wir neuerdings Volleyball?) und Florenz‘ Kapitano hätte durchaus Rot verdient gehabt.

Ist halt Championsleague…

Bin ansonsten zufrieden. So kann’s weitergehen.