Guardiola.

Keine Wortspiele von mir zu diesem Thema. Sind ja eh alle schon gemacht worden. Von fast allen.

Der FC Bayern bekommt zum 01.07.2013 einen neuen Trainer. Josef – Jupp – Heynckes beendet seine dritte Amtszeit bei unserem Verein, Josep – Pep – Guardiola i Sala tritt seine Nachfolge an. Der – was man so liest – begehrteste Trainer auf dem Erdball. Ich kann nicht abstreiten, dass mich dieser Umstand stolz macht. Und ich dieser Tage viel Freude in mir trage. Aber wie ich es – auf Twitter, auf dem #tkss oder sonst wo – gesagt habe: #Pep ist nicht gleich #JM8. Will sagen, die Hysterie – auch und gerade von mir – rund um die Verpflichtung von Javier Martinez war eine ganz andere Liga als das Thema Guardiola. Und das hat gar nix mit ihm zu tun, dass liegt an mir.

Ich bin dazu in der Lage total durchzudrehen, völlig auszuflippen und alle Grenzen fallen zu lassen. Wer mir in diesen wilden Tagen auf Twitter folgte, weiß wovon die Rede ist. Selbst einige langjährige Verfolger folgen mir seitdem nicht mehr. Aus Gründen. Kein spanischer Tweet, keine Übersetzung, keine Meldung von Flughäfen, kein Bild eines FCB-Autos war vor mir sicher. Die Euphorie überstieg alles je da gewesene. Warum? Weil sich bei mir / bei uns Bayern-Fan eine wochenlang aufgebaute Erwartungshaltung, Enttäuschung, Hoffnung und Frust auf einmal entluden. Wenn ich an den Bilbao-Präsident denke, spüre ich schon wieder dieses Zucken.

Und dann diese Verdichtung der Emotionen. Sollte es wirklich sein, dass der FC Bayern „mal was Verrücktes“ machen würde? So wie all die Reals, Milans und ManUtds? JA! Groß. Nun, dieser (Höhe)punkt liegt hinter uns. Und wer einmal den höchsten Hohepunkt erlebt hat, der empfindet einen normalen Höhepunkt nur noch als… Punkt. Mit dieser Analogie will ich in keinster Weise die Großartigkeit dieses Transfers kleinreden, aber ich muss ja auch nicht 24 Stunden schenkelklopfend auf dem Boden liegen vor Lachen. Manchmal reicht auch ein Schmunzeln. Loriotesk.

Ich bin begeistert. Davon, dass Guardiola sich tatsächlich für den FC Bayern und nicht für das Geld entschieden hat. Selbst wenn dieser Satz aus dem Munde eines Bayern-Fans bizarr klingt. Es geht um dieses Scheich- oder Russen-Geld, dass – und da sind wir uns ja alle einig – nicht nur „böse“ ist sondern auch jedes seriöse Wirtschaften im Fußball endgültig ad absurdum führte. Ich find es klasse, dass unser neuer Trainer tatsächlich ein Mensch ist, dem andere Sachen wichtiger zu sein scheinen. Und dass diese „guten Sachen“ nun mit meinem Verein verbunden werden.

Ich bin begeistert wie mein Verein diesen Transfer abgewickelt hat. Es drang nichts(!) nach außen. Und was waren wir ahnungslos als der Vertrag – nachweislich – längst unterschrieben war. Herrlich. Ich finde auch den Stil der Pressemitteilung meines Vereins klasse. Derlei war ich in den letzten Jahren bei Trainerwechseln nicht (mehr) gewohnt. Danke dafür.

Sicher, der FC Bayern wäre nicht der FC Bayern und die Medien nicht die Medien, wenn am Folgetag nicht schon wieder „Zwietracht“ gesät werden würde. Oder zumindest der Versuch gestartet wird. Unser Präsident gibt dem ZDF ein Interview und die Medienvertreter, denen nach dem, für sie überraschenden #Pep-Big-Bang, die Stories auszugehen drohen, machen sich nicht die Mühe, dessen Aussagen ungekürzt wiederzugeben. So entsteht der Eindruck, man habe Heynckes doch – gegen seinen Willen – vor die Tür gesetzt. Geschenkt, man muss derlei nicht lesen. Ich für meinen Teil habe mir in der ZDF-Mediathek zumindest das Interview angesehen. Und für mich klingt das nicht unbedingt so. Für mich klingt das so, dass es natürlich ziemlich naiv gewesen wäre, erst nach der Mitteilung von DonJupp kurz vor Weihnachten in die Verhandlungen mit Guardiola einzusteigen. Definitiv. Man hat mit ihm, respektive seinen Beratern gesprochen. Ja, und? Wir hatten einen Trainer, dessen Vertrag zum Saisonende auslaufen würde und Guardiola war auf dem Markt. Ich kann ferner nicht erkennen, dass die „bisherige Sprachregelung“ des Vereins etwas anderes behauptet hat. Aber ich habe ja auch keine Ahnung.

Jetzt ist Guardiola verpflichtet, er lernt Deutsch und er tut dies in New York. Weiter weg von Heynckes und einer noch zu spielenden Bundesliga-Rückrunde geht es nicht. Mehr Souveränität und Professionalität ebenfalls nicht. All das wirkt – bis auf weiteres – perfekt.

Womit wir zu meiner Einschätzung des Trainers Guardiola kommen.

Es steht außer Frage, dass er mit Barcelona maximalen Erfolg hatte und ein großer Trainer ist. Selbst wenn man Max Merkel zitieren will, dass Messi & Co. vielleicht auch ein Spazierstock zum Championsleague-Sieg geführt hätte. Aber ist das so? Was wissen wir denn schon? Nur weil Guardiola nicht der Lautsprecher oder ein eher kein… extrovertierter Typ wie Basler, Klopp, Sammer, Lattek oder Mourinho ist / war? Wissen wir wirklich etwas zu sagen über seine Qualität als Trainer? Nein. Andererseits hat er selbst uns allen noch nicht gezeigt, dass er als Trainer auch außerhalb Barcelonas funktionieren kann. Ein Wagnis. Für ihn und für uns. Ich bin bereit dafür.

Guardiola hat für mich auch keine Auswirkungen auf die Bundesliga, deren Außenwirkung oder andere Dinge, die in den letzten Stunden kolportiert wurden. Mir als Bayern-Fan muss auch niemand auf die Schulter klopfen oder den Verein für diesen Transfer beglückwünschen, denn es steht selbstverständlich fest, dass wir Guardiola genau deshalb geholt haben, um erneut eine Ära zu prägen. Er soll für uns den Erfolg sichern und uns auch in Europa – ohne die Bundesliga zu vernachlässigen – zu höchsten Weihen führen. Warum sollten wir das abstreiten? Dafür muss uns niemand lieben – alles andere wäre sogar sehr merkwürdig!

Ob Guardiola das kann, oder wir ihm dazu die Zeit geben werden – wer weiß das schon. Aber eins steht fest: Wenn einem Trainer das möglich gemacht wird (in München) – dann ihm! Denn Guardiola ist genau der „Welttrainer“, der unsere Großkopferten in der Führungsriege ruhig stellen kann. Keine Personalie hätte hier mehr elektrisiert als #Pep. Die (Fußball)welt schaut ab sofort nach München. Noch mehr als zuvor. Und unsere Führung wird es sich gut überlegen, ob sie einen Guardiola verbrennen wollen. An dem Feuer könnten sich selbst Rummenigge, Hoeneß oder Beckenbauer die Finger verglühen. Seine Chance. Eine Chance, die Klinsmann und später van Gaal nicht hatten.

Der FC Bayern steht vor einer goldenen Zukunft. Oder epochalen Veränderungen in der Führung. Es könnte ein entscheidender Schritt in die Zukunft sein. Oder eben die Zementierung des Provinziellen.

Bienvenido a Munich, el señor Guardiola! (Pff, Google Translate)

Der FC Bayern wird Deutscher Meister. Oder?

Winterpausenspielerei.

Klar, es ist Fußballfreie Zeit. Aber der Gedanke schwirrte schon länger mal in meinem Hinterkopf herum. Wie sehr sich die aktuelle von der letzten Saison unterscheidet. Und was der Grund dafür ist, dass alle Welt uns schon zur Meisterschaft gratulieren will.

Aus diesem Grunde habe ich dieser Tage eine Excel-Datei angelegt und die Punkte des FC Bayern mit denen des BVB verglichen. 2011/12 und 2012/13.

Die Auflösung ist ganz einfach: Die Dortmunder stehen – im Vergleich zur letzten Saison – nicht viel schlechter da. Lediglich vier Punkte haben sie in dieser Hinrunde weniger gewonnen als in der Double-Saison. Allein, der FC Bayern hat derer fünf mehr gewonnen, was in der Summe einen Unterschied von neun Punkten ergibt. Bedenkt man nun, dass die Borussia den Bayern in der letzten Rückrunde insgesamt acht Punkte abgenommen hat, wären die Bayern somit mit einem Punkt Vorsprung Deutscher Meister. Oder so.

Natürlich ist dies eine Milchmädchenrechnung. Sie soll ja auch etwas ganz Anderes zeigen: Der FC Bayern macht ernst. Man nimmt die Bundesliga ernst, die Gegner, die Borussia! Bedenkt man nun ferner, dass die Bayern vor Jahresfrist vor allem den Auftakt der Rückrunde mächtig versemmelt haben (Dortmund gewann die ersten sieben(!) Spiele nach der Winterpause, die Bayern hingegen holten nur 14 von 21 möglichen Punkten) und dies so nicht unbedingt erneut zu erwarten ist, kann es für die Münchner nur eine einzige Marschroute geben:

Einfach nur immer so weiter machen, Kurs halten. Selbst eine erneute Rekord-Rückrunde sollte dem BVB heuer nicht mehr helfen.

Packen wir es an.

Auf geht’s, Ihr Roten!

P.S. Habe ich Leverkusen vergessen? Ja, klar. Die Spieler hoffentlich nicht (bis 16.03.).

Paule hat verstanden. Ein Fazit.

Einige Tage ist es jetzt her, da habe die Frage gestellt, was meine Community so von meinen Gedanken und was sie so überhaupt von diesem Blog hier hält.

Das Ergebnis meiner Umfrage ist relativ eindeutig und wird sich nun wohl nicht mehr groß verändern. Mehr als 3/4 meiner User sind mehr als zufrieden so wie es ist. Und das finde ich gut. Natürlich. Und gesagt habe ich das ja nicht nur einmal, dass ich einfach mal von Zeit zu Zeit so ein Feedback brauche. Als Bestätigung oder als neue Motivation. Und diese Motivation ist angekommen. Angekommen ist auch, dass kaum jemand ernsthaft für meine Beiträge bezahlen würde. Zumal viele ohnehin in den Kommentaren zu meinen Beiträgen den größeren Mehrwert erkennen. Dagegen habe ich gar nichts, es freut mich vielmehr. Klar geworden ist mir dies erst wieder mal durch die Kommentare – wozu solche Umfragen doch gut sein können…

Fakt Nummer 1: Es bleibt dabei – und nichts anderes habe ich ja immer wieder gesagt – für Beiträge auf Breitnigge.de muss man auch in Zukunft kein Geld bezahlen.

Fakt Nummer 2: Ich werde weiterhin meine Arbeit und die Kosten rund um dieses Blog durch Werbung refinanzieren. Mit Werbebannern müsst ihr also weiterhin leben. 😉

Fakt Nummer 3: Die „Spendenmöglichkeiten“, die – wie zuvor – auf Freiwilligkeit beruhen, werde ich ausbauen, oder zumindest deutlicher kennzeichnen. Flattr ist ja hier als Begriff öfter gefallen. Wer mag kann sich dort ja registrieren und mich (und andere) darüber ein wenig unterstützen. Als weitere Option werde ich – per Plugin – auch Paypal anbieten, erste Recherchen haben da ganz smarte Möglichkeiten aufgezeigt.

Fakt Nummer 4: Es gab Featurewünsche, die ich hier mal kurz aufliste:

1. Schreibstil (Absätze, Kurz-Sätze)

2. Weniger Verweise auf Twitter oder zumindest inkl. Links. 😉

3. Kurz-Vorberichte zu Spielen zwecks Kommentiervorlage

4. Durchnummerierung der Kommentare

5. Mehr Paule-Kommentare

Zu 1.) Hier muss ich einfach mal abwarten, was sich in Zukunft ergibt. Ich gebe zu, dass ich mich ein wenig habe treiben lassen, weil mir diese – mehr gedankliche – Art zu schreiben schon sehr viel Spaß macht. Andererseits: Was nützt es, wenn die (meisten) Leser diesen Spaß eben nicht haben…

Zu 2.) Ich werde mich bemühen. Mir fällt es halt ab und an schwer, zu akzeptieren, dass es immer noch jede Menge von Menschen gibt, die mit diesem Web 2.0-Kram – abgesehen von diesem Blog hier – so gar nix am Hut haben. Offenbar bin ich da ein Pendler zwischen den Welten. Ich werde mich bessern. Und es muss mir auch niemand aus Prinzip auf Twitter folgen, obwohl ihm das eigentlich gar nichts gibt. 😉

Zu 3.) Tatsächlich ist dieser Punkt selbst bei mir ein schon länger schwelendes „Problem“. Warum? Weil es mich selbst am meisten stört, dass ich nicht mehr die Zeit wie früher habe, die Beiträge zum Spiel schneller zu verfassen und somit die Kommentare unterhalb der Beiträge „ausfransen“. Das ist keine Kritik an euch, allein, mich als Leser (des Beitrags) würde dies irritieren. Andererseits sind dies natürlich Tendenzen, die eher die Form eines Forums annehmen. Ich weiß, für viele ist Breitnigge.de schon längst ein „Forum“, selbst wenn dieses „Weblog“ technisch hier (noch) etwas ganz anderes ist. Eins könnt ihr mir so oder so glauben: Ich binde mir nicht auch noch die Verantwortung für ein Forum ans Bein. Allein aus rechtlichen (Haftungs)gründen hört es dann für mich vom Aufwand her auf.

Worauf es hinauslaufen wird und was ich in der Rückrunde nun einmal testen werde: Ich werde – und in WordPress ist das auch sehr smart zu realisieren – 17 Bundesliga-Vorberichte erstellen, die relativ wenig eigenen Content und vor allem Statistiken, Links und Co. enthalten. Diese werde ich automatisiert rund um das Spiel publizieren lassen und euch somit die Möglichkeit geben, hier völlig frei das laufende Spiel zu kommentieren.

Ist das was?! 😉

Zu 4.) Puh. Hier habe ich mir schon einmal die Zähne ausgebissen. Aufgrund der damaligen Recherche lasse ich ja die Comment-ID in den Kommentaren anzeigen, damit man zumindest eine Option hat, sich auf einzelne Kommentare zu beziehen. Das aktuelle Theme, dass mir erstens weiterhin sehr gut gefällt und zweitens schon jede Menge Arbeit enthält (in der Anpassung, da es ja eines der Worpress-Standard-Themes ist), möchte ich deshalb nur sehr ungern aufgeben. Sorry. Ich kann aber die Tage noch einmal recherchieren, ob nicht doch was möglich ist.

Zu 5.) Das ist ein Punkt. Über das Smartphone ist hier sicherlich mehr möglich, als es das Bloggen über dieses Gerät vermag. Will sagen: Ich versuch es!

Noch was vergessen? Nein? Dann bitte weitermachen und von den Neuerungen überraschen lassen. 😉

Von Fragezeichen bis Begeisterung oder Kirchhoff nicht Schlaudraff

Der FC Bayern gab heute auf seiner Webseite den Transfer von Jan Kirchhoff bekannt. Ich bin ganz ehrlich, mir war zuvor sowohl der Name, als auch unser Interesse völlig unbekannt. Weshalb ich zunächst nur Fragezeichen empfand als ich davon hörte.

Und dann die üblichen Kommentare. Vom Schlage „Viel Spaß in München auf der Bank, Jan!“. Wie soll man da anders reagieren als mit dem üblichen Durchzug? Auch und gerade wenn man erfährt, dass andere Vereine aus der Liga (Schalke, Dortmund) wohl ebenfalls interessiert waren und „wir es denen jetzt mal wieder gezeigt haben“. Nicht nur ich musste in diesem Moment an Uli Hoeneß, Klaus Allofs und Jan Schlaudraff denken.

Relativ schnell wich dieser Eindruck aber den fundierten Berichten über diesen Spieler, die auch bei mir die Zweifel auflösten. Kirchhoff ist jung, hat aber schon einige Bundesligaerfahrung. Er ist U21-Nationalspieler, er ist im Sommer Ablösefrei. Und er ist spielstark, schnell und unser sportdirektorMatthias ist von ihm begeistert, weil er ihn „seit Jahren beobachtet“. Na dann.

Erst recht wurde all dies schlüssig, wenn man bedenkt, dass den Sportskameraden van Buyten und Timoschtschuk jetzt nicht zwingend die Zukunft gehört, weshalb schon zwei Stamm- oder Vertretungs-IV-Optionen im Sommer 2013 wegfallen dürften. Wir haben dann Dante, Badstuber, Boateng und eben Kirchhoff. Dazu als Vertretung Martinez und wenn alle Stricke reissen die van-Gaal’sche Option Gustavo. Ich persönlich finde das in Ordnung. Alles gut.

Die Krönung ist dann noch der Eindruck, dass der Verein hier planvoll agiert. Sei willkommen, Zukunft!

Paules Crowd oder Breitnigges Funding

Was ist das jetzt schon wieder?

Was, Crowdfunding? Das hier.

Aber der Reihe nach. Wenn ich allerdings nur wüsste, wo die Reihe anfängt. Vielleicht da: Ich finde den Gedanken faszinierend, dass man nicht wie früher – und ich habe diese Zeiten in der New-Economy-Blase vor mehr als 10 Jahren miterlebt – größere (Einzel-)Geldgeber von seiner Idee, seinem Projekt überzeugen muss, nein, man überzeugt einfach „die Masse“.

Wieso von einem Geldgeber 100.000,- Euro, wenn man auch von 100.000 Geldgebern 1,- Euro bekommen kann?

Gedankenspiele.

Ein anderer roter Faden für diesen Beitrag ist viel konkreter. Ich erziele mit meinem Weblog (und anderen Webseiten) Einnahmen. Werbeeinnahmen. Nicht die Welt, aber zumindest so viel, dass ich mir dafür extra einen Steuerberater nehmen musste, weil man da mit der Lieschen-Müller-Steuer-DVD-aus-dem-Aldi irgendwann nicht mehr weiter kommt und jede Menge Geld ans Finanzamt verschenkt.

Am Anfang waren diese Einnahmen ein Taschengeld, dass meine Kosten für den Betrieb meiner multiplen Aktivitäten im Netz deckten. Über die Jahre wurde es kontinuierlich mehr und führte sogar dazu, dass ich mir wieder diverse Live-Spiele in München leisten wollte, konnte, inklusive Flug und Hotel.

Und auch wenn ich diese Einnahmen nie als feste Einnahmen einkalkuliert habe – denn Werbeeinnahmen können von einem Monat auf den nächsten wegbrechen – gewöhnte ich mich schon ein wenig daran – klar, wer würde dies abstreiten.

Konkret ist es nun so, dass eine größere Einzelvermarktung definitiv zum Jahreswechsel wegfällt. In Zahlen bedeutet dies ca. 60% weniger Einnahmen. Kein Drama, aber es könnte durchaus sein, dass das Spiel gegen Arsenal, für welches zur Zeit eine Karte auf dem Weg nach Bonn ist, dass einzige Spiel in der Rückrunde bleiben wird.

Auch dies ist nicht schlimm – warum erzähle ich es dann überhaupt?

Weil ich meine Leser, meine Community, meine Crowd hier an meinen Lebensumständen teilhaben lassen will. Ich will euch alle mit einbeziehen. Zumindest möchte ich den Versuch starten, für mich persönlich herauszufinden, was für ein Potential in euch, meinen Lesern – ob treu oder neu – steckt.

Es soll jetzt noch gar nicht um ein professionelles Crowdfunding gehen, soweit sind wir noch nicht, aber ab und an befrage ich meine Leser zu diversen Themen – inzwischen fast schon eine Tradition. Diesmal bin ich noch gespannter als sonst, was dabei heraus kommt.

Über Geld zu reden ist ja – zumindest in Deutschland – immer so eine Sache. Und ich trete nun auch nicht als Bittsteller auf, damit ihr mir weiterhin „mein FCB-Fan-Leben“ finanziert. Nein, mein Interesse geht noch einen Schritt weiter.

Ich selbst bin schon, seit dem ich im Internet und seinen Diensten aktiv bin, der Meinung, dass Arbeit ihren Preis und vor allem ihren Wert hat. Ich habe es nie als selbstverständlich empfunden, dass „im Internet alles kostenlos zu sein hat, weil es ja schließlich das Internet ist“. Hinter jeder (ok, fast jeder) Webseite steckt Arbeit. Mal mehr, mal weniger. Und diese Menschen machen dies nicht alle nur zu ihrem Privatvergnügen. Ich gebe zu, dass Breitnigge.de anfangs nur ein Hobby von mir war. Und das ist es auch heute noch. Aber ist ein Unterschied, ob man ein Blog „zusammen kloppt“, dass 50 Leser im Monat hat und es eigentlich egal ist, ob man Beiträge zum Spiel schreibt oder nicht, oder ob man ein Weblog mit teilweise um die 2.000 Lesern pro Tag am Leben halten will und es quasi „erwartet“ wird, dass zu jedem Spiel ein Bericht folgt und am besten auch noch mit individuellem Stil, der sich von all den anderen Nachrichten-Quellen unterscheidet. Während man ganz nebenbei noch ein privates Familienleben mit Frau und Kindern und einen nicht minder fordernden Job hat.

Mich soll hier niemand falsch verstehen, ich mache all dies immer noch sehr, sehr gerne und werde es sicherlich auch noch eine lange Zeit so weiter machen, ich will nur illustrieren, was hinter diesen Zeilen oftmals für Anstrengungen stehen.

Im Übrigen nicht nur bei mir, es gibt da noch jede Menge andere, noch viel größere Webseiten, oder Blogs die noch viel mehr Arbeit erfordern, dahinter kann ich mich locker verstecken.

Wie gehen wir also vor und wo will ich hin?

Wir rollen das Pferd von hinten auf. Ich will zunächst einmal wissen, wie die allgemeine Zufriedenheit mit Breitnigge.de ist. Danach interessiert mich, ob ihr der ähnlichen Meinung wie ich seid, ob es für auch einen Wert darstellt, was hier so regelmäßig zu lesen ist. Und abschließend ein paar Fragen zu organisatorischen Dingen.

Was mir übrigens ebenfalls völlig klar ist: Sollten die Umfragen ergeben, dass ich meine obige Meinung exklusiv habe und keinerlei Bereitschaft besteht, meinen Gedanken zu folgen, werde ich das akzeptieren. So funktioniert Demokratie nun einmal. 😉

Umfrage 1: Wie zufrieden bist Du mit Breitnigge?

P.S. Bevor ich das vergesse: Sollte das mit „Paules Crowdfunding“ erfolgreich sein, wird Breitnigge.de natürlich werbefrei werden (und bleiben) – denn dann seid ihr ja meine „Financiers“ und somit ein entscheidender Teil von Breitnigge.de. Analog zu App.net – dem „besseren“ Twitter. 😉

Qatar München FC

Heute erfuhr ich über einen Twitterlink von den neuesten Entwicklungen beim neuesten Feindbild aller Fußballfans – außerhalb von Paris – PSG (Paris Saint-Germain Football Club).

Gut, erstens ist die Umbennung eines Vereins (Hoffenheim, etc.) oder eines Stadions (Schalke, Dortmund, Hamburg, etc.) jetzt auch in Deutschland weiß Gott nichts Ungewöhnliches, gibt es erstens PSG selbst erst seit 1970 und tauchte der Name „Paris FC“ zweitens in der eigenen Geschichte schon 1972 einmal auf – hier geht es mir aber um die Gesamtentwicklung. In der allerjüngsten Vergangenheit.

Mich – wie soll ich das sagen – schockiert(?) PSG mehr als die ManUtd.-Übernahme durch Glazer und auch mehr als das Russen-Spielzeug Chelsea.

Warum?

Weil selten Geld noch weniger eine Rolle spielte. Auch und gerade in Zeiten des aufkommenden FFP (ab 2015).

Dieser „Sponsoring-Deal“ schlug imho dem Fass den Boden aus.

Als Hauptsponsor soll die Tourismusbehörde von Qatar (QTA) für vier Jahre(!) 150-200 Mio. Euro(!) an PSG zahlen. Pro Jahr!

Zum Vergleich: Der FC Bayern erhält pro Saison ca. 25 Mio. Euro vom Hauptsponsor Telekom und liegt damit in Europa schon ziemlich weit oben.

Natürlich ist es bei solchen Summen recht einfach dem Sinn des FFP zu entsprechen, nämlich Ein- und Ausgaben weitestgehend in der Waage zu halten und trotzdem weiter hemmungslos am Transfermarkt zuzuschlagen.

Das größte Geschmäckle erhält diese Geschichte nun, da das FFP von UEFA-Präsident Michel Platini initiiert wurde, der Europa-Chef von „Katar Sports Investments“ (Besitzer PSG) hingegen Laurent Platini heißt – sein Sohn.

Bisher steht eine Antwort der UEFA zum „Sponsoring“ Qatars bei PSG noch aus. Eine Antwort, die mich sehr interessieren wird, vor allem unter den schon laufenden Strafen gegen aktuell „ähnlich“ agierende Teams, wie z.B. Malaga.

Andererseits: Wer ist hier verantwortlich?

– Die, die eine solche Lücke(?) im FFP nutzen?

– Die Lücke selbst?

– Oder vielleicht doch die, die das FFP erstellt und abgesegnet haben?

Warum ich als Fan des FC Bayern überhaupt darüber schreibe?

Weil ein Uli Hoeness einmal gesagt hat, dass „so lange er etwas beim FC Bayern zu sagen hat, kein Scheich beim FCB was zu sagen haben wird.“

Ich werde ihn beim Wort nehmen. Denn ein FC Bayern hat derlei gar nicht nötig (auch kein Gazprom-Invest). Will ich zumindest hoffen.

Und sollte es doch einmal – unter Hoeness‘ Nachfolgern – zu einem solchen Investorenmodell kommen bin ich weg.

Zuerst aus dem Stadion. Was meine generelle Liebe zum FC Bayern betrifft, muss ich zunächst einmal meine dann akuten Emotionen abwarten. Aber das bleibt hoffentlich nur ein Gedankenspiel.

Apropos „was sagen“.

Sind eigentlich schon Aussagen unserer Führungsriege über PSG übermittelt? Sind doch sonst auch immer die glühendsten Verfechter des FFP…

Paule der Schiriversteher – eine Lobhudelei

Anfangs war ich ein bisschen wütend. Wirklich nur ein kleines bisschen.

Ich hörte diesen Podcast und dachte: Was ist das denn? Schiedsrichter sind ja auch nur Menschen. Und plötzlich konnte ich diesen Menschen nicht mehr böse sein. Oder so.

Natürlich ist dies nicht ganz richtig, denn schon seit der fabulösen Schiedsrichter-Dokumentation rund um die EM 2008, die uns einen nie zuvor gekannten Einblick in die Welt der Schiedsrichter gewährte, war ich „auf der Spur“. Auf der Spur der Schiedsrichterversteher.

Jetzt nun dieser Schiedsrichter-Podcast „Collinas Erben„. In der Regel sprechen hier die beiden Ex-Schiedsrichter(!) Klaas Reese (Twitter: @sportkultur) und Alex Feuerherdt (Twitter: @lizaswelt) über die Fußball-Regeln, driften aber in letzter Zeit immer mehr auch in das Tagesgeschäft der Bundesliga ab.

Mir gefällt das sehr, zeigt es doch einen Blickwinkel auf unser aller Fußball, der uns durch die Berichterstattung der üblichen Verdächtigen (ARD, ZDF, Sky, LigaTotel, Sport1, etc.) zumeist verwehrt bleibt.

Warum?

Wohl weil die Quote drückt und mit „trockenen“ Regel-Themen und unpopulistischen Fakten kaum die Masse der Zuschauer zu begeistern ist. Schade eigentlich.

„Trocken“ ist hier ohnehin das falsche Wort. Nicht allein die Tatsache, dass ich beide persönlich kenne und sie mehr als schätze, führt dazu, dass ich über viele Dinge im Rahmen der regelmäßigen Podcasts schmunzeln kann (Elfmeter gegen FCK-Torhüter in der 90.Minute durch Linienrichter Alex F.!). Nein, die Themen werden auch derart plastisch aufbereitet, dass man sein Weltbild als Fan nachhaltig verändert.

Ich kann nun nicht mehr ohne schlechtes Gewissen über den Schiedsrichter schimpfen. Ich habe vielmehr in der Szene schon den Hintergedanken, was wohl im nächsten „Collinas Erben“ – Podcast darüber gesagt werden wird.

Das kann man gut oder schlecht finden – es ist zumindest besser als einen niederländischen Schiedsrichter-Assistenten tödlich zu attackieren.

Wem das alles zu viel Lobhudelei ist – selber reinhören!