Der FC Bayern ist nicht der HSV und Gladbach nicht Schalke

Seit der FC Bayern auch mal wieder drei Punkte in Serie holt, merkt man plötzlich, was da in der Tabelle möglich ist und wie sehr einen die vielen Remis am Weiterkommen gehindert haben.

Am letzten Freitag wäre eine Punkteteilung im Heimspiel gegen die Fohlen fatal gewesen. Vor allem nach den gestrigen Ergebnissen der Konkurrenz. Also der Konkurrenz, die inzwischen hinter uns liegt. Hamburg, Hoffenheim, Wolfsburg und Co.

Und das von mir vor einigen Tagen thematisierte Restprogramm der tabellarischen Bayern-Gegner zeigt langsam Wirkung. Gut so.

Am wichtigsten sind aber – wie erwähnt, die eigenen Hausaufgaben.

Schlimm genug anzusehen war es ja. Das Spiel. Am Freitag. Zeitweise ein Rückfall in überwunden geglaubte Zustände.

Erneut musste uns eine Mannschaft aus dem eher unteren Tabellendrittel zeigen, wie man ein Konzept auf den Rasen zaubert. Ok. War jetzt nicht so schwierig. Zwei Fünfer-Ketten rund um den eigenen Strafraum und bei Gelegenheit gefällig kontern.

Ähnlich wie Schalke in München. Oder Leverkusen. Zumindestens in den jeweiligen zweiten Halbzeiten. Schlimmer Fußball aber eben auch von den Bayern.

Besonder hervor tat sich in dieser Rubrik unsere Abwehr. Und hier vor allem Herr Demichelis.

Ist ja sehr schon, dass Herr van Gaal das Problem auf dem linken Flügel mit dem gelernten IV Badstuber lösen will und nun schon zum dritten Mal in der gleichen Startformation antrat (noch ein Kritikpunkt weniger). Aber dafür müssen wir den Argentinier auf seiner sog. Stammposition ertragen?

So langsam mache ich mir da Gedanken. Nicht nur weil er in meinen Augen hier den neuen Schweinsteiger gibt (also von einem schlechten Spiel ins nächste stolpert), sondern weil ich mich inzwischen frage, was in seinem Fall die Ausnahme war: Seine Weltklasse-Saison 2007/08 oder die Zeit davor und danach?!

Auch hier haben wir also offenbar eine Baustelle.

Ein Witz, wie leichtfüßig die Gladbacher da in der ersten Halbzeit durch unsere Defensivreihen tänzeln durften. Allein dieser ungewohnte Zustand – noch dazu so unerwartet in gerade diesem Spiel – verhinderte wohl eine gewisse Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Das 1:1 zur Halbzeit hätte auch anders lauten können.

Welche Probleme wir aber jetzt doch auch auf der IV-Position zu haben scheinen, zeigte sich mir, als van Buyten verletzt ausgewechselt wurde (später mehr dazu) und wir einen Breno mal wieder zu Gesicht bekamen.

Alter Schwede.

War das sein übergewichtiger Bruder oder geht da in seinem Körper gerade irgendwas ab?

Wieviel Kilo hat der denn bitte zugelegt? Wird sowas nicht kontrolliert? Wofür gibt es diesen ganzen Hightech-Kram??

Naja. Ist zum Glück in HZ2 nicht mehr Schlimmes passiert. Der Druck der Bayern – auch mit Arjen – 50% – Robben war dann für die Borussen wohl doch des Guten zu viel und somit war nach dem Sensationsfreistoß Badstubers Hängen im Schacht.

Allerdings hatte ich nicht mehr auf dem Screen, dass wir gegen die letzten drei Gegner in der Bundesliga doch noch einmal so sehr „zittern“ müssten.

Kommt jetzt hoffentlich in Bochum und gegen Hertha anders.

Gut fand ich am Freitag die Leistung Butts. Einige Paraden waren sehr Kahn-esk. Und was hab ich da so nebenbei auch noch gehört? Butt hat aktuell in der Bundesliga die besten Werte und Statistiken? Nicht schlecht.

Der Rest des Spiels ist schnell zusammen gefasst: Arbeitssieg!

Nicht mehr und nicht weniger.

And for me, it’s scheißegal.

Die van-Gaal-Bayern haben in dieser Hinrunde schon viel zu viel Punkte fahrlässig verschenkt. Da gibt es noch einiges aufzuholen. Allein um die Tabelle noch ein wenig gerader zu rücken. Das Bild war ja phasenweise schon mächtig schief.

Ein Punkt liegt mir aber noch am Herzen.

Am liebsten mag ich ja die Trainer, die immer so souverän und wortgewandt tun und dann zwischendurch doch den Straßenköter rausholen.

Nimmt man meine differenzierten Worte und die Statements der Gladbacher Spieler nach dem Schlusspfiff zusammen, kommt ein ganz gutes Bild zusammen:

Bayern glücklicher Sieger, Gladbach in der ersten Hälfte stark, am Ende aber unterlegen, vor allem, weil die Bayern dann irgendwann doch ihre individuelle Klasse ausgespielt haben.

Was muss ich dann aber nach dem Spiel im Sky-Nachbericht für Interviews mitanhören? Herr Frontzeck, seines Zeichens Gladbacher Urgestein und vielleicht allein schon deshalb prinzipiell nicht gerade Pro-Bayern eingestellt, stellt im Nachgang des Spiels die Neutralität des Schiedsrichters in Frage.

Der Freistoß, der zum Siegtreffer der Bayern geführt habe, sei ja völlig „unberechtigt gewesen“ und überhaupt hätte „Herr Weiner ja all die Kleinigkeiten nur gegen seine Gladbacher gepfiffen“.

Allein, was sich „van Bommel da alles erlauben durfte. Der hätte normal mit Rot vom Platz gemusst“.

Ganz ruhig, Michael.

Willst Du etwa behaupten, der „Metzger“, der „Schlächter“ van Bommel genießt inzwischen in der Bundesliga Artenschutz?

Mark van Bommel hat in diesem Spiel erst seine vierte gelbe Karte in dieser Saison bekommen. Alles Zufall?

Mal ganz tief durchatmen, bitte. Und dann unterhalten wir uns über Deinen Spieler Rob Friend.

Einem Spieler, der im Luftzweikampf unserem Abwehrchef van Buyten so dermaßen den Ellbogen ins Gesicht, ins Auge rammt, dass eben jenes in Windeseile komplett zuschwillt und man das Schlimmste befürchten muss.

Anschließende Untersuchungen bestätigen diese Gedanken zwar nicht, trotzdem würde ich Dir empfehlen, dass Du in Deinem Verfolgungswahn auch mal das andere Auge benutzt und nicht nur das eine, mit dem Du Deine Borussia betrachtest.

Ich kann Deinen Frust ja verstehen (nicht die Siege in Hamburg oder Schalke wiederholt zu haben). Aber wir wollen doch im Rahmen der Realität bleiben. In Zeiten des wohl größten Wettskandals in Europa muss man ferner ganz vorsichtig sein, was eigene, aus der Emotionalität heraus geäußerte Mutmaßungen über Schiedsrichter und ihre Entscheidungen betrifft (komplett unverständlich, weshalb Frontzeck hier ein Sammer zur Seite sprang, der zuvor eher klare und logische Analysen zum Besten gab – alte 92er-Meisterverbundenheit? Lächerlich.).

Das Gute: Nächste Woche, nein, schon am Dienstag, redet kein Mensch mehr davon, was ein Herr Frontzeck für Probleme mit diesem Spiel hatte.

Und womit? Mit Recht.

FC Bayern – dies und das – 09/10 #6

Ribéry trainiert wieder. Aber nicht auf dem Trainingsplatz. Eher zuhause. Weil seine Frau die Schweinegrippe hat.

„Er trainiert sehr hart und macht gute Fortschritte“, erklärte Van Gaal. „Man merkt, dass er heiß darauf ist, endlich wieder zu spielen“, berichtete Keeper Jörg Butt vor einigen Tagen: „Es tut ihm weh, uns beim Training zuschauen zu müssen.“

Bemerkenswert, dass das französische Boulevard wieder mehr weiß. Die L’Equipe soll gemeldet haben, dass Ribéry in dieser Hinrunde gar nicht mehr auflaufen wird. Soso. Parallel spekuliert das deutsche Boulevard, dass Chelsea jetzt mal Ernst macht und Ribéry schon im Winter für 50 Mio. Euro verpflichten will.

Aber war da nicht mal was mit einer Transfersperre?

Ega. Ist ohnehin überholt. Andere Wirrköpfe wollen erfahren haben, dass Chelsea sowieso Real das Feld überlassen wird.

Leute, Ihr müsst Euch mal abstimmen, wenn Ihr Eure Berichte auswürfelt…

Was noch?

Was eigenes. Total crazy. Ich weiß. Aber wie wäre es, wenn wir in diesen Zeiten mal einem verschollenen Baumjohann die Schweinsteiger-90-Minuten-Spielgarantie geben?

Schlimmer kann es eh nicht werden und allein die eine Szene, als er – durch zwei Gegenspieler hindurch – kurz vor Schluss die Gomez-Chance vorbereitete, war die spektakulärste Aktion, die ich in den letzten Wochen im Rahmen eines Bayern-Spiels gesehen habe. Vom Team und ganz besonders von Herrn Schweinsteiger!

Wo ist das Problem, Louis?

Sicher, Du hast Probleme. Vor allem mit solchen Spieler wie Herrn Toni. Der schon eingeschnappt ist, wenn er mal ein, zwei Spiele nicht auf dem Platz steht. Dabei wäre es ganz einfach hier Abhilfe zu schaffen: Gut trainieren und Chancen nutzen. wie ein Mario Gomez.

Irgendwann ist jeder Kredit mal aufgebraucht. Doof vor allem, dass der Verein sich – Überraschung – hinter den Trainer gestellt hat. Und nicht nur hinter einen Spieler. Vor allem, wenn man Top-Spieler in der Hinterhand hat, die schlappe neun Jahre jünger sind. Dabei sind die Bayern in diesem Zusammenhang ein echt sozialer Verein. Kann sich noch jemand daran erinnern, wie Real in diesem Sommer mit seinen Abstellgleis-Spielern umgegangen ist?

Eben. Und das nach seiner letzten Saison. Einem Abklatsch seiner Premieren-Spielzeit…

Wie auch immer. Den Trainer in dieser Situation den Rücken zu stärken ist ’ne gute Sache. Ich persönlich ziehe meine Linie ohnehin durch und diskutiere nicht über van Gaal.

Abschließend habe ich gerade gelesen, dass Trainer und Team doch auf der HV aufschlagen werden. Auf der historischen Veranstaltung, auf der ein Manager verabschiedet wird, der fast so lange dieses Amt ausübte, wie ich Bayern-Fan bin.

Unfassbar. Und komisch zugleich.

FC Bayern – dies und das – 09/10 #5

Manchmal hoffe ich, dass das alles nur ’ne Masche ist. Und Nerlinger irgendwann aufwacht und uns den Hoeneß gibt.

Ist das wirklich die Zukunft auf dieser Position im Verein?

Der FC Bayern München wird trotz der Verletzungsmisere um Franck Ribéry und Arjen Robben in der Winterpause keine neuen Spieler verpflichten.

Sportdirektor Christian Nerlinger sieht im Mittelfeld des deutschen Fußball-Rekordmeisters keinen Handlungsbedarf […] „Wir warten gerade im Mittelfeld auf die Rückkehr von Ribéry und Robben. Wenn sie wieder spielen können, wird sich die Mannschaft ganz anders darstellen.“

Ernsthaft?

Also gibt’s einen Masterplan für Sommer 2010?

Nein?

In Euren Augen ist der Kader selbst also Weltklasse und passt perfekt auf den aktuellen Trainer? Und Ribéry und Robben sind in der Rückrunde dann natürlich völlig verletzungsfrei und helfen uns, all die Punkte aufzuholen, die wir aktuell verlieren?

Mhm.

Dann ist ja alles in Ordnung.

Weiter, immer weiter. Wurschteln.

Was für ein gebrauchter Tag.

Heute morgen mal eben in die Kinderambulanz und später dann erstens den Anpfiff verpasst und bis zur 30. Minute überhaupt keine Bilder, weil meine Smartcard lt. Sky falsch eingesteckt war (was zum Einen Quatsch war und ich zum Anderen nicht zum ersten Mal lesen durfte). Kurz bevor ich an der Sky-Hotline ausfällig geworden wäre, kamen dann doch die ersten Szenen. Vom Jubel über’s 1:0.

Na fein.

Bis dahin kommen meine Betrachtungen also kompett aus der Retorte. Weder hatte ich zuvor was vom Lahm-Interview, der Aufstellung oder sonstwas mitbekommen.

War vielleicht auch ganz gut.

Meine Gedanken und Emotionen rund um das Spiel sind schnell zusammengefasst.

Erstens war ich schockiert, dass es insgesamt nur 2 Minuten Nachspielzeit gab und die auch noch zu früh abgepfiffen wurden. Dies vor allem deshalb, weil die Schalker in der zweiten Halbzeit komplett auf Defensive umgestellt hatten und in bester Köln-Manier das eigene Tor vernagelten. Ein derartigen Zeitspiel über 47 Minuten hätte ich nicht erwartet. Und dabei reden wie hier vom Tabellenvierten, der heute die Chance hatte auf Platz 2 zu springen und letzten beiden Punkteteilungen in ihrer Remisserie mit begeisternden Offensiv-Spiel erkämpft hatten.

Von Teams wie Köln und Co. erwarte ich ja nix ausser diesem Destruktiv-Fußball – aber Schalke?

Parallel fiel mir auf, dass die ja nicht das erste Team waren, die so gegen uns gespielt haben. Werder Bremen, aktuell Tabellenzweiter, hat das in der Arena ganz genauso praktiziert.

Wenn jetzt Leverkusen in 14 Tagen auch noch so bei uns auftritt und wider der eigenen Natur spielt, höre ich mit dem Fußball auf!

Am schlimmsten ist natürlich, dass diese gegen uns so erfolgreiche „Spielweise“ inzwischen europaweit bekannt und beliebt ist. Ätzend.

Zweitens war ich erstaunt, dass viele der Schalker Jugendspieler auf dem Platz nichts von Thomas Müllers Spiel in Bordeaux gelernt hatten. Dessen Übermotivation in Sachen Körperlichkeit hatte entsprechende Folgen. Ausser ein paar gelben Karten war das bei den jungen Knappen anders.

In diesen Bayern-„Dusel“-Tagen hab‘ ich das nicht anders erwartet.

Gibt es zwei Meinungen zum Thema Robben? Als Schalker forderte man reflexartig Rot. Klar. Verstehen kann ich das durchaus. War Robben doch in Halbzeit 2 der einzige Grund, richtig Angst vor den Bayern zu haben (auch hier freue ich mich (mit Robbery) schon auf das Rückspiel).

Ich denke, er hätte sich über derlei nicht beschweren können.

Wenn ich er gewesen wäre, hätte ich definitiv Rot und eine längere Sperre bekommen.

Warum?

Ich hätte, nachdem mich dieser Grünschnabel dort so und in der Nähe meiner, seit Wochen beschädigten körperlichen Problemstelle mit voller Absicht getroffen hätte, zugeschlagen. Für mich hatte das etwas von diesen Jagdszenen, denen sich ein Ribéry zu seiner Anfangszeit beim FC Bayern ausgesetzt sah.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf, kann man zumindestens etwas mehr Verständnis für seine Reaktion aufbringen. Und ja. Ich weiß, politisch korrekt sind derlei Gedanken nicht. Aber ich bin nun einmal kein Gutmensch. Sonst wäre ich ja Bremer…

Drittens war ich einmal mehr frustriert. Über meine Bayern. Und das erneut ein Gegner soviel Dusel hatte, in entscheidenden Szenen, doch noch einen Fuß, eine Fingerspitze und sonstwas zwischen Ball und Torlinie zu bekommen.

So geschehen im Rahmen der bayerischen Monsterchance kurz vor der Halbzeit, als erst Bordon seinen Fuß ins Spiel brachte und Neuer mit seiner Fingerspitze Toni den Ball vom Fuß nahm. Bitter.

Langsam nerven mich auch diese ganzen Zahlen und benutzen will ich sie auch nicht mehr. 700 Ballkontakte? Super. 70% Ballbesitz. Astrein. Aber Tore? Wieder Mal (nur) van Buyten?

Geht einfach gar nicht. Am Ende wär’s mir aber egal gewesen.

Erneut haben wir also eine Chance verpasst, näher an die Tabellenspitze zu kommen. Stattdessen sind wir zwei Plätze abgerutscht. Platz 8! Am liesten würde ich bis zur Winterpause gar nix mehr sagen. Zu den immer gleichen Themen, fällt einem irgendwann nichts Neues mehr ein, oder?

Mit der Herbstmeisterschaft war es das zumindestens jetzt mal. Endgültig. Im Gegensatz zum Umfeld des FC Bayern habe ich da heute nämlich ganz und gar keine Entwicklung gesehen. Gegen Bordeaux fehlten Müller und van Buyten. Mussten wir Brafheid und Pranjic ertragen. Klare Kausalität. Mehr nicht.

Zum Thema Lahm und dessen Themen sag‘ ich hier zunächst mal noch nix, deshalb gehen wir an dieser Stelle mal davon aus, dass es rund um die Münchner durchaus ein System gibt.

Das Problem: Es steht und fällt mit Ribéry. Fehlt er, sehen wir Resultate wie in den letzten Wochen. Wann er wieder dabei ist, steht in den Sternen (zuletzt habe ich was von einer Zahnbehandlung gehört, weil man den Entzündungsherd ganz woanders als in den Beinen vermutet…), ergo auch Spiele wie gegen Wolfsburg und in Dortmund.

Und Pokalauftritte wie gegen Oberhausen und in Frankfurt scheinen die Ausnahme zu sein, denn wieso sollten diese Spieler mal mit Einstellung spielen und mal ohne?

Nein.

Ich bin weiter der Ansicht, dass wir uns nun bis zur Winterpause weiter durchwurschteln werden/müssen. Und dann geht’s los.

Erstes Fazit, erste Entscheidungen, erste Anpassungen.

Für eine Rückrunde, die uns alle in die richtige Richtung bringen wird.

Was anderes bleibt uns jetzt ohnehin nicht mehr übrig.

Denn eins steht fest: Spielen wir gegen Leverkusen wie gegen Schalke oder gar gegen Bordeaux und spielt Leverkusen wie Leverkusen und nicht wie Bremen oder Schalke (oder, oder, oder), dann nehmen die uns auseinander. Und wir erleben ein neues Werder-Debakel.

P.S. Zur Einzelkritik habe ich heute keinen Bock.

Dutts Druck und Robbens Rückkehr – Bayern im Breisgau

Freiburgs Trainer Robin Dutt will gegen die Bayern „mutig auf drei Punkte spielen“.

Nur zu. Anti-Fußballer habe ich für diese Saison schon genug gegen uns spielen sehen.

Die Analyse Dutts ist nicht so falsch. Ich sehe es allerdings so, dass, wenn die Bayern endlich mal Ernst machen würden und die Spieler neben ihren unbestrittenen Fähigkeiten eben auch Laufbereitschaft, Willen und Kampf an den Tag legen würden, einfach mal wieder geil auf Tore und Punkte sein würden, dann, ja dann hat kaum ein Team in der Bundesliga überhaupt die Chance gegen uns auf drei Punkte spielen zu können.

Das klingt überheblich? Überheblich war zuletzt vor allem die Einstellung oder Einschätzung der eigenen Leistung einzelner Spieler im bayerischen Kader.

Wie wäre es nun, nach der gefühlten 100. Länderspielunterbrechung, mit dem Start einer Serie? Schon wieder?!

Stören würde es nicht.

Natürlich können wir auch gerne versuchen einen neuen Bundesliga-Rekord aufzustellen: Meister zu werden mit einem möglichst großen Rückstand nach Ende der Hinrunde. Wo liegt hier der Rekord?

Egal.

Im Spiel gegen die Freiburger wird es ganz offensichtlich zu diversen Comebacks kommen.

Kapitän van Bommel steht wieder zur Verfügung – das Ende für Tymo und Ottl auf dessen Position? Abwarten.

Ebenso wird – hoffentlich – die Ex-Tormaschine im Trikot des FC Bayern – Luca Toni – eine echte und vor allem erste Chance in dieser Saison erhalten. Schlimmer kann’s ja nicht werden. Was die Torausbeute betrifft. Wieso dann nicht mal einen frustrierten und hungrigen Wühler in das Getümmel werfen?

Ferner kommt es, glaubt man den Meldungen der letzten Tage, zu einer Blitzrückkehr kommen. Arjen Robben – nur 14 Tage nach seiner Knie-OP – soll wieder auf der Bank sitzen. Für einen möglichen Kurzeinsatz.

Wahnsinn.

Wahnsinn vor allem für Leute wie van Bommel und Toni, denen van Gaal Wochen der Rückkehr und Einarbeitung ins Thema verordnete. Wird da mit zweierlei Maß gemessen?

Auf der anderen Seite: So wichtig wie Robben scheint im Kader kaum ein Spieler zu sein. Da hätte ich schon Verständnis, wenn es da Unterschiede gäbe. Im Gegenzug muss Robben dann aber auch die erwartete Leistung zeigen. Kein Gala-Auftritt wie gegen Wolfsburg, aber zumindestens ein paar Überraschungsmomente, die ein Ribéry offenbar noch längere Zeit nicht anbieten kann.

Endlosthema.

Zurück zu Freiburg.

Dort haben die Bayern, seit dort Bundesliga-Fußball gespielt wird, durchaus mal die eine oder andere Packung bekommen. Allerdings auch mal deftig im Pokal getroffen (7:0, 2004/05).

Alles ist möglich. Und nix genaues weiß man nicht. Macht es Dutt wahr und lässt er seine Breisgau-Buben von der Kette, werden wir definitiv ein anderes Spiel erleben als gegen die kölschen Fußball-Verhinderer.

Mit dieser Aufstellung?

Butt

Brafheid (Lahm) – Badstuber (Demichelis) – van Buyten (Demichelis) – Lahm (Altintop)

Müller – van Bommel – Schweinsteiger – Pranjic (Robben)

Toni – Klose

Update: Robben bricht Abschlusstraining ab. Comeback eventuell auf Mittwoch verschoben. Na dann.

Zwei Wochen. Drei Wochen. Sechs Wochen.

So lange werden unsere Offensivkünstler Ribéry, Robben und Olic wohl noch ausfallen.

Somit können wir das 4-3-3 für den Rest der Hinrunde vergessen, oder?

Auf der anderen Seite: Viel mit Kunst wird unsere Aufholjagd bis zur Winterpause ohnehin nicht zu tun haben.

Da ist Kampf, Laufbereitschaft und Einsatzwille gefragt!

Wie wär’s mal damit, Kollegen?

Schon am Samstag beim SC in Freiburg könnten wir damit anfangen.

Wieder mit 4-4-2? Toni und van Bommel in der Startelf? Vorwärts in die Vergangenheit?

Warum eigentlich nicht. Die sind ausgeruht, vom Robbery-Zauber gänzlich unberührt. Eher vom Typ Arbeiter. Womit wir wieder beim Thema sind.

Die ganze Hinrunde eine Umstellung. So fing es an und so hört es wohl auch auf. Ganz zu schweigen von der Winterpause…

Es wird Zeit.

Für Bundesliga.

Und erzählt mir bloß nicht, wir haben bis Jahresende nochmal so’ne Länderspielpause. Dann flipp‘ ich aus.

Ich bin ein Arschloch!

So schnell geht das.

Da bemüht man sich seit Jahren darum, als Bayern-Fan ein anderes, differenzierteres Bild abzugeben (spätestens seit dem hierfrüher sicherlich nicht immer. Zugegeben.), als jenes, welches die meisten von uns in der Schublade haben und dann haut man mal einen „solchen“ Satz raus und – zack – ist die Schublade wieder auf?

Ja. Scheinbar ist das so einfach.

Worum geht’s?

Nun. Ich bin Fußball-Fan. Bayern-Fan sogar. Da darf man emotional sein. Da darf man immer gewinnen wollen. Da darf man gefrustet sein, wenn man Spiele verliert. Erst recht, wenn man – wie aktuell – drei Pflichtspiele in Folge noch nicht einmal ein Tor schießt.

Da darf man schon mal daran glauben, dass sich alles gegen einen verschworen hat. Zumindestens darf man das als einen weiteren Grund ansehen. Oder? 😉

Sicherlich kann man davon überzeugt sein, dass, wenn uns Herr Petric nicht den entscheidenden Ball in Hamburg über die Linie gedrückt hätte, dies wohl einem anderen HSVer gelungen wäre – ich dagegen bin mehr davon überzeugt, dass ansonsten im Kader der Hanseaten gar kein anderer Spieler (Stürmer) vorhanden gewesen wäre, der da überhaupt instinktiv geständen hätte…

Somit hätten wir – ohne Herrn Petric – in meinen Augen – in Hamburg zumindestens einen Punkt geholt. So wie jetzt andere Teams vielleicht – weil Herr Petric fehlt – gegen den HSV Punkte holen…

Wieso ich das sage?

Weil sich der böse Satz genau darum dreht.

Solche Dinge gehen einem spontan durch den Kopf, wenn man Fußball-Fan ist.

Vielleicht nicht, wenn man sein Leben lang noch nie in einem Fußballstadion war, oder einem Fußball irgendwie auch egal ist, oder man davon überzeugt ist, das „immer der Bessere gewinnen möge“, sprich, wenn man vielleicht sowas wie ein Gutmensch ist.

Dann darf man sowas natürlich nicht sagen. Noch nicht einmal denken!

Ich bin da leider schwächer. Ab und an lasse ich meinen Emotionen freien Lauf. Sorry dafür. Vor allem während des Spiels. Da geht’s mit mir zumeist durch. Da schreie ich, da schimpfe ich, da pflippe ich regelmäßig völlig aus. Vor allem, wenn es für meine Mannschaft nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle.

Ist das für irgendjemanden hier unnormal?

Klar – und das will ich ebenfalls mal klarstellen – freue ich mich nicht über die Verletzung von Herrn Petric. Und ich habe sie ihm auch nicht gewünscht. Mir wäre es stattdessen sogar viel lieber gewesen, wenn wir in Hamburg gegen den dortigen SV in dessen Bestbesetzung 5:0 gewonnen hätten.

Das hätte mir mehr Spaß gemacht, als Petric‘ Tor zuzusehen.

Was ich aber damit sagen will:

Was empfinden gegnerische Fans wohl, wenn ein Ribéry gefoult wird und womöglich ausgewechselt werden muss, dass Spiel der Bayern plötzlich erlahmt und man sich in München doch ein unerwartetes Remis ermauern kann?

Mitleid für den Franzosen? Wollen sie dem FC Bayern am liebsten den Sieg überlassen, uns vielleicht direkt mal ein Tor Vorsprung gewähren? Achso.

Wie sehr hat es wohl die Kölner Fans betrübt, als sie erfuhren, dass unser Flügelflitzer Robben im direkten Spiel vor dem Gastauftritt der eigenen Helden in München, verletzt ausfiel und definitiv das zuletzt gefeierte 4-3-3 der Bayern ausgeschaltet war? Eben.

Und was geht Fans durch den Kopf, wenn sie im Stadion „Tod und Hass dem FCB“ brüllen?

Fußball ist so. Da kann ich, das können wir nicht ändern. Und wer würde das auch ändern wollen?

Nein. Stattdessen waren meine Worte eklig, ätzend, lächerlich, kindisch und wird mir, bzw. uns Bayern-Fans insgesamt diesbezüglich sogar eine „Bayerndenke“ unterstellt.

Also eine Gesinnung, die ausschließlich auf niederen Instinkten basiert, oder wie war das gemeint?

Respekt. Das zeugt von guter Menschenkenntnis. Nicht nur meiner Person, sondern noch ca. 10-12 Mio. anderer Fußballfans aus allen gesellschaftlichen Schichten.

Ist natürlich Quatsch. Und aufregen sollte ich mich darüber erst recht nicht. Da hat Probek schon Recht.

Mich stört es halt nur, wenn Menschen – plötzlich – über mich urteilen, die a) mich überhaupt nicht kennen und b) auch sonst nix über mich zu sagen haben. Abgesehen von Momenten, wenn man in fünf Jahren mal einen Satz raushaut, der zur eigenen Schublade eines Bayern-Fans passt.

Das halte ich wiederum für höchst bemerkenswert.

Eigentlich.

Eigentlich müsste ich mal wieder bloggen.

Eigentlich müsste ich längst was zum Spiel gegen Juve zum Besten gegeben haben.

Eigentlich fehlen da von mir noch ein paar Worte zu den Verletzungen unserer Starspieler in der Offensive.

Eigentlich.

Auf der anderen Seite lässt meine Erkältung nicht zu, dass ich für sowas einen klaren Kopf habe.

Zusätzlich sind meine Wut und mein Frust direkt nach dem 0:0 schon wieder ein wenig verraucht.

Als Überschrift hatte ich sowas im Kopf:

„Eine Mischung aus HSV und Köln“

Wer drauf kommt, wieso, scheint hier Stammleser zu sein.

Das nach dem Spiel unsere Weltklasse-Offensive ausfällt – geschenkt. Passt zu diesen Tagen der herbstlichen Depression. Musste ja fast so weit kommen. Sonst könnte das Boulevard das Wort „Glasknochen“ ja nicht bringen. Wartet man schließlich seit 31.08. drauf…

So wie im Übrigen diese Woche gelaufen ist, verlieren wir sehr wahrscheinlich auch gegen Köln noch Punkte. Zuzutrauen ist es dem FC Bayern dieser Tage.

Dabei war das letzte Spiel gegen die Kölner schon unerträglich!

Zum Wochenabschluss geht’s jetzt in einen Kurzurlaub. Ursprünglich anders geplant, wird er jetzt zum Kururlaub. Doof nur: Kein Sky und wahrscheinlich weder Sportschau noch Sportstudio.

Naja. Vielleicht auch besser so. Bis Sonntag.

Wenn man gegen Liechtenstein spielt, kann man auch gegen den FC Tegernsee spielen!

So Uli Hoeneß vor dem gestrigen Gastspiel seiner Bayern in Dortmund. Am Sky-Mikro.

Es ging insgesamt um die neuerlichen Verletzungen von Leistungsträgern bei diesen unsäglichen Nationalmannschaftswochen.

Ich weiß. Ich kenne das übliche Gefasel.

Man muss sich Nationalspieler auch leisten können. Soll man halt keine kaufen. Die Nationalspieler erhöhen durch ihre dortigen Einsätze den Marktwert im Verein. Bla, bla, bla.

Alles schön, gut und richtig.

Aber muss es wirklich jedes Mal, erstens diese lange Pause sein. Muss es zweitens wirklich eine Woche Vorbereitung für die Nationalmannschaft geben? Müssen wir drittens gegen all die Gurkengegner wirklich spielen?

Ich zitiere hier nicht nur Hoeneß‘ Worte, ich habe diese Überzeugung, was die Nationalmannschaft betrifft, schon länger, das ist nicht unbekannt.

Und wieso soll es ein Argument sein, dass z.B. Vereine wie der FC Bayern dann halt eben keine Nationalspieler kaufen oder unterhalten sollen?

Was ist mit all den Nationalspielern, die erst beim über durch den FC Bayern zu Nationalspielern werden?

Sollen die mit ihrem ersten Länderspiel direkt verkauft werden?

Ich verstehe nicht, dass hier nicht viel mehr in die Kritik eines UH eingestiegen wird. Aber, naja, es ist halt UH-Kritik. Und mit all den Weichgespülten, die in der Bundesliga das Sagen haben, ist halt kein Staat zu machen.

Schon komisch, dass ein Labbadia – aktuell der am meisten Betroffene – so ruhig und gelassen reagiert. So als ob Nationalspieler im Kader des HSV inzwischen zur Normalität geworden und reine Mitläufer sind.

Könnte aber auch daran liegen, dass die Kritik von UH kam. Da hat man immer Hemmungen. Ihm Recht zu geben. Allein der Dortmunder Zorc, im Interview direkt neben Hoeneß stehend, stimmte spontan zu. Vielleicht aber auch nur aus Angst vor einem Hoeneß in Fahrt.

Sicher.

Die üblichen Verdächtigen – die ohnehin Contra sind – kommentieren inzwischen schon wieder in die weichgespülte Richtung. Von wegen, Verletzungen kann man sich auch im Training holen und das die Klubs freie Termine ohnehin direkt wieder mit eigenen Freundschaftsspielen füllen würden und die armen Länder sonst überhaupt keine Chancen mehr auf große Gegner hätten, etc.

Ebenfalls nicht falsch. Von mir aus. Bin ich halt auch mal Gutmensch.

Aber wo ist z.B. das Problem, hier wieder einen Mittwoch/Samstag-Rythmus einzuführen?!

Dann gäbe es – ganz ohne diese Verletzungen – was südamerikanische Nationalspieler betrifft, wenigstens nicht mehr dieses Jetlag-Problem. Dieses Problem unter dem die Bayern mit Elber, Lucio, Demichelis und Co. immer wieder gelitten haben und am Samstag zum Beispiel auch der BVB litt.

Wann wurde Top-Borusse-Valdez eingewechselt? In der 71. Minute. Na fein. Da stand’s schon 1:3. Würde mich als BVB-Fan richtig freuen sowas.

Ach ne.

Wenn sowas aus der Bayern-Ecke kommt, darf man das ja nicht gut finden…

Weisheiten #114

„Dieser böse Ruf verfolgt mich. Aber das ist Quatsch. Ich habe letztes Jahr sehr viele Spiele gemacht. Es scheint aber inzwischen ein Teil von mir zu sein, dass die Leute meinen Namen mit Verletzungen verbinden. Um das loszuwerden, kann ich nicht viel tun … … außer? Spielen, spielen, spielen. Wahrscheinlich muss ich aber drei Jahre durchspielen, damit die Menschen das aus den Köpfen rausbekommen. Genau das werde ich jetzt versuchen. Ich trainiere hart, mache Extra-Schichten, um Verletzungen zu vermeiden. Deshalb bin ich für die Zukunft zuversichtlich.“

Arjen Robben, gesund.