„Ich habe sehr viel von Bayern profitiert, Bayern aber auch sehr viel von mir.“
Christian Nerlinger, bayerischer Ex-Sportdirektor
BL 2013/14 #23 FC Bayern – FC Schalke 04
Spiel: FC Bayern – FC Schalke
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Schalke
Saison 2012/13
09.02.2013 FC Bayern – FC Schalke 04 4:0 (2:0)
Königsblauer Aschermittwoch oder 70-Mio-B-Elf
Die Bayern haben den nächsten Gegner auf dem Weg zur 23.Meisterschaft besiegt. Deutlich im Ergebnis, zäh im Zustandekommen. Starten wir vor dem Spiel selbst.
Unser Trainer, der hier und da gerne mal kritisiert wurde und wird, macht aktuell vieles richtig. Nicht nur weil jeder der gewinnt Recht hat, nein, auch mit seinem Schachzug, die zuletzt weniger kritisierten denn vielmehr kritisierenden Sportskameraden Robben, Gomez und Boateng – überraschend(?) – in der Startelf aufzubieten. Vielen Vertreter der schreibenden, sendenden oder schlichtweg klassischen Front, zuckte womöglich der Stift, hier von einer B-Elf zu berichten. Allein der Marktwert der drei Protagonisten verhinderte dies.
Für mich gilt hier: Ein Verein, der drei Spieler von der Bank ins Spiel einbringen kann, die geschätzte 70 Mio. Euro wert sein mögen, allein um ihnen Spielpraxis zu geben für die anstehenden schweren Aufgaben in allen(!) Wettbewerben, kann zuletzt nicht viel falsch gemacht haben.
Bei einem Gegner, der heuer den besten Saisonstart seiner langen Vereinshistorie feiern durfte und in München eher wie ein Abstiegskandidat agierte, verbieten sich solche Vergleiche sicher. Uns kann das nicht weiter stören, oder wie es Herr Schweinsteiger nach dem Spiel so treffend analysierte: “Wir können nichts dafür, wenn unsere Gegner schwächeln.”
Das Spiel selbst lief, wie es oft läuft, wenn der FC Bayern beteiligt ist. Entweder der Gegner steht mit allen Spielern am eigenen Strafraum, oder er sucht sein Heil im “Mitspielen”. Ein Glück, dass in dieser fabulösen Saison beides zumeist keinen Erfolg beschert. Unsere Gegner sind vor, während und nach den Spielen verunsichert. Ein Traum für uns.
Hinzu kam im Spiel gegen die Königsblauen, dass – vor allem in HZ1 – die Herren Ribery, Martinez und Alaba einen Weltklasse-Tag erwischt hatten. Denn auch wenn man über das Foul an Ribery und Robben diskutieren kann – Fehlentscheidungen waren beide SR-Pfiffe nicht und die Ausführungen beider Standards(!) stehen ohnehin außerhalb jeglicher Diskussion. Ganz zu Schweigen von der Verdientheit der 2:0-Pausenführung.
Unseren Kritikern gehen so langsam die Argumente aus. Wie auch im Fall Javier Martinez. Man hört, sieht und liest diesbzgl. rein gar nichts mehr. Warum? Weil seine unfassbare Präsenz, Balleroberung und Ballverteilung genau das ist, was wir zuvor bei ihm beobachtet haben, wofür wir bereit waren, die “wahnsinnige” Ausstiegsklausel zu bezahlen und was er – nach einer gewissen Eingewöhnungszeit in München – nun auch vollends auf den Rasen brennt.
Tja und was uns der gute David seit seiner Rückkehr erneut und noch weiter anbietet, spottet ohnehin jedem Verdacht der Kritik. Alle drei Jungs sind einfach nur eins: Weltklasse!
Saison 2011/12
26.02.2012 FC Bayern – FC Schalke 2:0 (1:0)
Le roi Franck de retour oder Platzt so ein Knoten?
Ist mein Französisch besser als Ribérys Deutsch?
Für das Spiel am gestrigen Sonntag war dies unerheblich. Allein, der 2007er-Ribéry ist zurück. Zu dumm für die Schalker, dass es in diesem Spiel geschah. Fraglich wie lange er bleibt.
Erfreuen wir lieber an dem Ist-Zustand.
Was wurde im Vorfeld nicht alles geschrieben und diskutiert. Nun, rund um den FC Bayern wird immer viel diskutiert und mit dem Wort Krise ist man ja ohnehin schnell bei der Hand. Da passt so ein Spiel wie gestern eben nicht immer in die üblichen Schubladen.
Andererseits: Es war nur ein Spiel, es war überfällig und man könnte als Anhänger des FC Bayern eventuell ein klein wenig darüber irritiert sein, dass dieses Potential erst jetzt und nicht schon seit Rückrundenstart abgerufen wurde.
Wo ständen wir, wo stände der BVB tabellarisch, wenn wir diese Einstellung, diese Laufbereitschaft und diesen Willen (nicht nur bei Ribéry) von Anfang an gesehen hätten? Sieben Punkte besser?
Lassen wir das lieber, nichts von dem was hinter uns liegt ist noch zu ändern. Schauen wir nach vorne. Oder allenfalls noch einmal auf das Spiel zurück.
Fast alles auf dem Platz präsentierte sich verbessert. Sicher, Franck zündete auch schon in Basel früh den Turbo. Im Gegensatz zur Championsleague-Begegnung schob er aber nicht schon nach 10,15 Minuten Frust und stellte den Motor ab.
Herr Müller zeigte ebenfalls ansteigende Form. Zwar blieb ihm weiterhin ein Tor vergönnt verwehrt, aber so nah wie gegen Schalke war er einem Erfolg zuletzt nie und jede Faser an seinem Körper zeugte von dem Willen, den wir alle an ihm 2010 lieben lernten. Ein großer Unterschied.
Robben war ebenfalls in manchen Situationen der Alte. Wenn auch immer noch jede Menge Luft nach oben ist.
Allein die Stürmer (Gomez wie Olic) fielen hier aus dem Rahmen. Es war einfach kein Spiel für sie. Barcelona-esk. Gänzlich ohne vorderste Offensivkräfte. Wobei man natürlich demMario ein kleines Mental-Problem unterstellen darf. Solche Chancen – teilweise blank vorm Tor – semmelte er noch in der Hinrunde reihenweise in die Maschen.
Luxusproblem in diesem Match.
Weiter nach hinten betrachtet zeigten wir eine gute bis solide Leistung. Unser Franzose überstrahlte im Mittelfeld natürlich alles und in seinem Fahrwasser schwangen sich phasenweise auch die anderen Mitstreiter (Alaba & Gustavo) zu einer guten Leistung auf.
Was die Abwehr betrifft sind wir so weit als wie zuvor.
Saison 2010/11
30.04.2011 FC Bayern – FC Schalke 04 4:1 (3:1)
Die Berg- und Talfahrt geht weiter bis zum Schluss
So spät war ich schon lange nicht mehr dran. Ist ja fast wie früher, als wir Fußballblogger noch unter uns waren und man frühestens am Montag mal entspannt daran dachte was zu denken. Und zu schreiben.
Vergangenheit.
Ebenso wie bald hoffentlich diese Saison.
Mich macht diese ewige Berg- und Talfahrt fertig.
Vor allem, weil man dann immer wieder Angst haben muss, dass nach einem fulminanten Spiel wie am Samstag gegen Schalke ein schrecklich erbärmlich Spiel in Hamburg beim dortigen FC St. Pauli folgen wird, folgen muss.
In den letzten Wochen war es immer so. Ob unter van Gaal oder eben unter dem Sportskameraden Jonker.
Nein, das war jetzt gemein. Prinzipiell gefällt mir das unter ihm schon besser als während des späten van Gaal.
Der Unterschied zwischen dem Remis in Frankfurt und den spektakulären Siegen gegen Leverkusen und Schalke sind einfach die frühen Tore. Oder etwa nicht?
3:1 nach 20 Minuten ist einfach mal ‘ne Hausnummer. Und wären die Bayern bei den Daum-Kickern in der Anfangsphase ähnlich agil und zielstrebig gewesen, dann hätten wir uns die letzte Woche der Desillusionierung sparen können.
Sicher. Herr Robben stand mal wieder im Bayern-Trikot auf dem Platz.
Aber erstens fehlte er auch gegen Leverkusen und zweitens war in der zweiten Halbzeit da schon viel weniger Pracht.
Ich glaube auch für ihn wird es Zeit. Das wir die Saison abpfeifen und dann eine lange Sommerpause folgt. Echt jetzt.
Und obwohl ich eigentlich recht leer bin, will ich mich doch mal kurz zum Spiel und dem Drumherum auslassen.
Wie schon angedeutet ist geteiltes Leid, halbes Leid. Und so freute ich mich ja wie Bolle, dass gerade in dieser Phase unser Tweetpass anstand.
Sehr gut. Mal ohne Rücksicht auf Verluste beim Spiel mitgehen und ausflippen – das war schon nicht schlecht. Hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Und man twittert während eines Spiels gleich viel weniger…
Die Mit-Tweetpass-Ianer sahen das wohl ähnlich und so war der späte Nachmittag und Abend eine rundum runde Sache. Gerne wieder.
Gerne wieder (und vor allem in den letzten beiden Spielen der Saison) darf der eine oder andere Bayern-Akteur so agieren wie gegen die Königsblauen. Das hatte – vor allem in der ersten Halbzeit – schon etwas sehr bitteres im Nachgang. Von wegen, ach was wäre bloß möglich gewesen, wenn…
BL 2013/14 #22 Hannover 96 – FC Bayern
Spiel: Hannover 96 – FC Bayern
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Hannover
Saison 2012/13
20.04.2013 Hannover 96 – FC Bayern 1:6 (0:3)
Liga an der kurzen Leine oder Bayern ballert für Barca
Murmeltiertag in der Fußball-Bundesliga. Es ist Samstag und wir werfen einen Blick auf die Aufstellung unseres FC Bayern. Erneut rotiert unser Trainer als gäbe es kein Morgen. Wir machen uns Sorgen, ob das wohl gut geht, weil ja [beliebigen Gegner einsetzen] aktuell gar nicht so schlecht drauf ist. Ergebnis? Ein Sieg klarer als der andere. Die Vertreter der Spannungs- und Marketing-Fraktion im deutschen Fußball mag dies betrüben, uns Bayern erfreut es im größtmöglichen Umfang.
Wir brauchen keine Spannung. Nicht nach den letzten zwei Jahren. Wir brauchen klare Erfolge, eine klare Positionierung als Antwort auf die schwarz-gelbe Herausforderung. Rekorde um ihrer selbst willen. Klingt eindimensional, wird aber für unser angekratztes Selbstverständnis benötigt. Die Liga an der kurzen Leine. Und – sind wir mal ehrlich (sic!) – selbst die kühnsten Optimisten hätten doch nicht damit gerechnet, dass diese Saison so unfassbar überlegen ablaufen würde. Mit wiederholten 1b- oder 1c-Aufstellungen wird der größte Teil der Liga beherrscht. Sicher, für die Top-Teams der Liga sieht die Startelf sicher immer noch anders aus, aber eben auch die Spiele gegen Mannschaften wie Hannover sahen in den letzten Jahren alles andere als so dominant aus wie am Samstag. Remember Historie.
Klar, Hannover war nicht der Gegner der letzten Jahre. In und um den Verein herum gibt es massive tektonische Störungen, nicht nur Fans, sondern vielleicht auch der eine oder andere Spieler waren nicht zu 100% bei der Sache. Andererseits: So was sollte es eigentlich bei heutigen Bundesliga-Profis nicht mehr geben. Und das 1:0, welches Herr Alaba quasi erzwungen hat, war ja tatsächlich ein Eigentor. Aber als Argument für die Hannoveraner mag dies trotzdem nicht gelten, hatten die Bayern zuvor schon Chancen zur Führung und zirkelten sie die Bälle an Pfosten und Latte.
Die Münchner sind eben in bestechender Form. Der gesamte Kader, nicht nur die Top-11. Und Gegner wie die Niedersachsen werden heute auch als neuer Deutscher Meister mit Rekordvorsprung brutal ernst genommen. Selbst vor einem anstehenden “Gigantengipfel” gegen Barcelona. Pech für all die “grauen Mäuse” der Liga, gegen die der FC Bayern in den letzten Jahren immer wieder Punkte gelassen und somit Meisterschaften der Konkurrenz mit ermöglicht hat (keine Ausrede, denn der BVB erlebt genau diesen Effekt ja in der aktuellen Saison – willkommen im Club).
Kommen wir zum Spiel.
Unser Trainer überraschte mit einer neuen Variante in der Rotations-Startelf. Diesmal mit “zwei Stürmern” – Gomez und(!) Pizarro. Wobei Pizarro tatsächlich eher auf der “10? spielte. Berauschend, wie sich herausstellen sollte. Und auch Gomez durfte – ebenso wie Pizarro – zweimal einnetzen und somit seine Laune, die trotz “Bankdasein”, erstaunlich gut ist, weiter steigern. Ein Startelf-Einsatz im Hinspiel gegen Barcelona dürfte ihm sicher sein. Überhaupt ist diese Gesamtsituation, die unsere sportlich Verantwortlichen hier vor der Saison hergestellt haben (Gomez nicht mehr nur Alleinunterhalter, schwächelnde Backups wie Olic und Petersen abgeben, etc. – dafür Mandzukic und Pizarro geholt) und die unser Trainer wirklich brilliant optimierte, nur zu loben. Wann war dies jemals der Fall, dass wir drei Top-Stürmer im Kader haben, die über eine gesamte Saison so verteilt ihre Topleistungen präsentieren? Was gab es neben Rummenigge, was neben Wohlfahrt, neben Elber, Makaay, Klose, Toni? Keine solche Dichte zumindest. Ein Erfolgsfaktor. Man kann es nicht oft genug wiederholen.
Saison 2011/12
23.10.2011 Hannover 96 – FC Bayern 2:1 (1:0)
Unfassbar lächerlich hanebüchen – die Bayern an der Leine
Anschnallen, Leute – es geht los.
Ich will mich nicht schon wieder selbst zitieren. Aber ich hatte Recht. Schon wieder.
Die Bayern verlieren ihr Gastspiel an der Leine. Ein Spiel das sie nie verlieren dürfen. Aber wie soll das funktionieren, wenn wir an allen drei Toren unmittelbar beteiligt sind?
Den Elfer darf Herr Lahm niemals verschulden. Beim 0:2 hat Herr Gustavo zwei Optionen: Entweder Ball weghauen oder Fuß wegziehen. Es kam zum Mittelweg. Und somit bekam der Ball – selbst für Herrn Neuer – eine unhaltbare Kurve. Niemals wäre der Ball gefährlich geworden.
Womit auch das dritte Gegentor nach dieser unsäglichen Rekordzählerei von uns selbst verschuldet wurde.
Das ist einfach nur unfassbar.
Unfassbar ist auch die Leistung von Herrn Lahm in den letzten Spielen. Gegen Neapel verschuldete er durch sein Stellungsspiel das einzige Tor der Italiener, die ansonsten sicherlich keins gemacht hätten. Und gegen Hannover? War seine Leistung über die vollen 90 Minuten mit “mangelhaft” noch geschmeichelt. Somit gerieten wir mit dem Platzverweis für Boateng mit zwei Mann in Rückstand. Gegen Ende des Spiels hielt er sich vornehmlich am gegnerischen Strafraum auf – womöglich um Schlimmeres in der Defensive zu verhindern.
Apropos Platzverweis Boateng.
Als Bayern-Fan muss man ja vorsichtig sein. Ein Recht zur Beschwerde über den Schiedsrichter hat man schließlich per se nicht. Bayern-Dusel, you know?!
Die gesamte Szene war lächerlich.
Zunächst erschloss sich mir ein klares Foul am Sportskameraden Pinto in keiner der Wiederholungen. Sei es drum. Der Schiedsrichter hat gepfiffen. Was der Sportsmann Pinto daraus machte war hingegen eher unappetitlich. Was die Kollegen Boateng und Kroos ihm auch mitteilen wollten.
Der niedersächsische Betreuer/Arzt stürmt heran, um lebensrettende Maßnahmen einzuleiten und schubst seinerseits die Bayern-Spieler. Nicht, dass ich hier eine Legende stricken will, nein, nein, der Platzverweis – allein für die Dummheit – war schon gerechtfertigt. Die Schubserei ging allerdings vom Gegner aus, was ich nur noch einmal hervorgehoben haben wollte (der war für Sie, Herr Schmadtke, von wegen Arzt daran gehindert zum Spieler zu kommen).
Um diese unwichtige Kleinigkeit geht es mir aber auch gar nicht.
Vielmehr um die Tatsache, dass der Schiedsrichter (über den sich die Hannoveraner in der Vorwoche noch so arg echauffierten, Stichwort “Torklau”) im Nachgang mit den Slomka-Kickern mehr als sanft umging. Oder gibt es für Trikotzerren und -ziehen jetzt keine gelbe Karte mehr?
Saison 2010/11
05.03.2011 Hannover 96 – FC Bayern 3:1 (1:0)
Die Wochen der Wahrheit #5: Hannover 96
Seit längerer Zeit gibt es einmal wieder zwei getrennte Beiträge zu eigentlich einem Thema: Dem FC Bayern.
Dieser Beitrag hier beschäftigt sich ausschließlich mit dem gestrigen Spiel unserer Mannschaft in Hannover. Ein anderer mit dem aktuellen Zustand unseres geliebten Vereins.
Irgendwie war mir schon vor dem Anpfiff unwohl. Ok. Die Auszeit – aufgrund einer Gelb-Sperre – tat Herrn Schweinsteiger vielleicht ganz gut. Aber als sich dann auch noch Herr Gustavo verletzt für dieses entscheidende Spiel gegen einen Mitkonkurrenten (schlimm genug, dass wir in dieser Saison Hannover als solchen sehen müssen) abmeldete, schwante mir Böses.
Somit fielen also Besetzung A und B auf unseren beiden 6er-Positionen (oder 6er und 8er, oder wie auch immer) aus. Es spielten Besetzung C (Kroos) und D (Pranjic).
Und irgendwann zeigte sich das dann auch. Unser defensives Mittelfeld war abermals in dieser Woche des Horros offen wie ein Scheunentor.
Ungebremst prallten die Angriffe der Niedersachen auf unsere wackelige Abwehr. Und dabei war Herr Breno noch der Turm in der Schlacht, was sich – nach den Einschätzungen der letzten Wochen und Monate – schon sehr merkwürdig anhört.
Aber wenn man von Seiten des Kaders gezwungen ist, auf der Position des Linksverteidigers einen Herrn Badstuber einzusetzen, der von allem Formlosen noch der Loseste ist, dann zeigt sich das dann halt auch. Dessen Seite war über die volle Dauer seiner Anwesenheit defensiv nicht existent.
Ich tendiere dazu mich zu freuen, wenn ich mal Recht habe. In Bezug auf unsere Aufstellung und deren Konsequenzen bereitet mir dies körperliche Schmerzen.
Herr Pranjic war entscheidend am 0:1 beteiligt, als er im Mittelfeld den Ball dem Gegner überließ. Wo habe ich dies schon einmal gelesen?!
Herr Pranjic hatte auch sonst kaum etwas Positives zum Spiel seiner Manschaft beizutragen. Und Herr Kroos? Na Herr Kroos war mit der Schweinsteiger-Vertretung noch mehr überfordert, als Herr Schweinsteiger aktuell selbst.
Apropos überfordert.
Weisheiten #270
„Ich bin ein Typ, der solche Spiele liebt. Vor Bayern habe ich Riesen-Respekt. Sie sind im Vergleich zum Vorjahr noch einmal besser geworden. Aber wir werden uns nicht verstecken. In zwei Spielen ist alles möglich.“
Mesut Özil, Realist
BL 2013/14 #21 FC Bayern – SC Freiburg
Spiel: FC Bayern – SC Freiburg
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Freiburg
Saison 2012/13
27.04.2013 FC Bayern – SC Freiburg 1:0 (1:0)
Bayern-Banalität, Breisgau-Brasilianer und Barca
Wie soll man einen solchen Bericht starten? Einen Bericht über ein Bayern-Spiel, dass wirklich kaum jemand wirklich gekümmert hat? Also mich jetzt schon, weil ich im Prinzip immer jedes Spiel gewinnen will, aber viele andere Mitglieder der Bayern-Community doch eher nicht. Wie auch, wenn es sich in diesem Spiel gegen die – ehemals als Breisgau-Brasilianer betitelten – Freiburger um die – sind wir schon wieder ehrlich – unwichtigste Partie der gesamten Spielzeit handelte.
Wir sind Meister. In Rekordtempo. Wir stehen ferner im Pokalfinale. Wir haben das Championsleague-Halbfinal-Hinspiel gegen das – so die Definition – stärke Fußball-Team unseres Planeten hinter uns und das Rückspiel in drei Tagen vor uns. Wen kümmert da Freiburg? Jetzt nix gegen Freiburg, es wäre gegen jedes Team (außer vielleicht dem BVB (obwohl, die wären ja in exakt der gleichen Situation gewesen)) das gleiche gewesen. Nein, voller Fokus auf die Partie in Camp Nou am Mittwoch.
Aus genau diesem Grund vollzog unser Coach eine, in der Geschichte des FC Bayern einzigartige Rotation in der Startelf: 10 (in Worten Zehn) Spieler wurden im Vergleich zum Dienstag-Spiel gegen Messi und Co. aus der Aufstellung rotiert. Uff. Natürlich ist das in diesen Tagen nur im direkten Vergleich eine “Sensation”, weil Heynckes in der mehr als luxeriösen Position ist, zweierlei Teams zu haben. Eine nationale Mannschaft und eine Elf für die europäische Königsklasse. Würde man die Startaufstellungen der letzten Bundesligapartien vergleichen, sähe es weniger spektakulär aus. Aber gut.
Je mehr zuletzt rotiert wurde, desto mehr waren wir von den Ergebnissen und der nationalen Rekordjagd dieser Spielzeit beeindruckt. Mussten wir uns in der jüngeren Vergangenheit noch Sorgen in derlei Konstelationen machen, schlafen wir seit Wochen hier mehr als ruhig. Unser zweiter Anzug passte. Für die nationale Konkurrenz. Spannungsfanatiker und Romantiker mögen dies diametral entgegengesetzt beurteilen, aber mir ist das so schon lieber.
Gegen die Streich-Kicker war dies nun anders. Ein Hauch von Hitzfeld und van Gaal wehte durch das weiterhin prall gefüllte Rund unserer Arena. Kein Kantersieg mit 1b-Elf, keine Demontage des jeweiligen Gegner stand auf dem Plan, nein, es wurde ein Arbeitssieg. Auch für diesen gab es – natürlich – drei Punkte (jetzt 84 – alleiniger Punkte-Rekord in 50 Jahren Bundesliga – für die nächste Ewigkeit (sic!))), aber diese drei Punkte holten uns vielleicht gerade rechtzeitig noch einmal punktuell auf den Boden zurück. Nicht alles fliegt uns dieser Tage ohne größere Aufwände zu, nein, auch ein FC Bayern muss dafür – jedes Mal! – hart arbeiten. Keine wirklich störende Erkenntnis vor dem größtmöglichen Showdown in Katalonien.
Saison 2011/12
10.09.2011 FC Bayern – SC Freiburg 7:0 (3:0)
Von Gomery, Dominanz und Kahnscher Verbissenheit
Vor dem 10.Spieltag ist die Tabelle nicht zu gebrauchen.
Sagt man so. Und haben wir Bayern im letzten Jahr auch gesagt.
Eigentlich ist dies aber eine Aussage derer, die nicht an der Tabellenspitze stehen oder zumindest schlechter platziert sind, als die eigenen Ansprüche es vermuten lassen.
Deshalb ist dieser Spruch eher was für Dortmunder oder Hamburger. Oder die Bayern der Saison 2010/11.
Selbstverständlich ist an der Aussage so oder so etwas Wahres dran. Am Anfang einer Saison müssen sich viele Mannschaften erst einmal finden und somit sehen wir Zuschauer Ergebnisse, die wir im weiteren Verlauf der Saison (der etablierten Mannschaften) in der Regel vermissen.
So denkt man auch immer wieder über die sogenannten Überraschungsmannschaften. Wie die letztjährigen Mainzer, Hannoveraner oder eben Dortmunder.
Bei allen drei Teams hielt die Euphorie mehr oder weniger bis zum Ende der Saison. Derlei kommt nicht oft vor. Lag aber – schaut man sich die aktuelle (schiefe) Tabelle an, vielleicht doch eher an der Schwäche “der Anderen”, also Schalke, Bremen, oder eben den Bayern.
Worauf ich hinaus will:
Immer den Augenblick genießen. Mehr bleibt einem im Fußball nicht übrig. Das habe ich – zum Beispiel – jedem Dortmunder rund um die Meisterfeiern ins Ohr geflüstert. Ob man es hören wollte oder nicht.
Denn wenn ich gestern Herrn Hummels im Interview höre, “dass das ja wohl jetzt öfter passieren wird, dass die Borussen-Gegner sich jetzt nur noch hinten rein stellen”, kann ich nur erwidern:
Willkommen im Club!
Und jetzt noch schön die Dreifachbelastung über ein paar Jahre durchhalten und wir können davon reden, dass der BVB mal wieder auf Augenhöhe mit den Bayern agiert.
Aber lassen wir das mal beiseite, denn tatsächlich gibt es ja einige – weniger Verrückte – im schwarz-gelben Umfeld, die diesen Umstand genauso vorhergesehen haben.
Und warten wir den 10.Spieltag ab. Bis jetzt sind es nur fünf Punkte Rückstand auf die Bayern. Vor genau einem Jahr lagen die Bayern ihrerseits auf Platz 8, vier hinter dem BVB und sieben hinter Mainz. Gefühlte Lichtjahre her.
Fußball eben.
Saison 2010/11
29.10.2010 FC Bayern – SC Freiburg 4:2 (1:0)
Komm zur B-Elf, da erlebst Du was
Freitagabend-Spiele sind sch**sse. Deshalb verpasste ich die größten Dramen im Spiel meiner Bayern vor und unmittelbar nach Anpfiff.
Badstuber verletzt, Demichelis in der Startelf und auch dieser nach 10 Minuten am Spielfeldrand mit einer Nähnadel im Oberschenkel. Alter.
Welch eine Dramaturgie dann aber im Fortgang, dass ausgerechnet dieser Spieler einen Kopfball zum nicht unerheblichen 1:0 in die Freiburger Maschen drischt.
So muss das eigentlich sein, Martin – wo war derlei in den letzten 1-2 Jahren? Mehr solche Spiele und um Deinen Stammplatz gibt es überhaupt keine Diskussionen.
Aber wer auch immer Tore für den FC Bayern im Rahmen dieser Aufholjagd schießt, schießt solch somit in unsere Herzen. Wir haben gerade nur eine B- bis C-Elf auf dem Platz? Who cares. Tore sind Tore und Punkte sind Punkte.
Nimmt man die Ergebnisse des heutigen Samstag hinzu, war es doch bisher ein (fast) perfekter Spieltag. Zu solchen Einschätzungen bin ich in dieser Saison noch viel zu wenig gekommen. Es wird Zeit.
Überhaupt ist die aktuelle Zeit doch – bei all der spielerischen Defizite – mehr als spannend, oder?
Was sind das für Spielertypen, die da plötzlich so nach und nach aus dem zweiten Glied zur bayerischen A-Klasse aufrücken? Ein Timoschtschuk ist gar nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft, ein Pranjic bereitet drei(!) Tore vor, noch dazu teilweise per Eckball(!!)?
Da wird einem schon ganz schön was geboten. Auf diesem B-Niveau.
Aber was heißt schon B-Niveau, wenn es Tore und Punkte bringt?
Stand jetzt gerade sind wir vier Plätze nach oben gerutscht, haben weiterhin nur drei Punkt Rückstand auf Platz 3 und morgen spielen 1. und 2. gegeneinander.
Es könnte schlechter aussehen.
Klar, diverse Spieler laufen immer noch ihrer Form aus der Vorsaison hinterher, aber was will man machen, es hilft ja nix. Wir haben aktuell keine anderen Spieler und werden auch in den nächsten Monaten keine anderen bekommen.
Ich gebe zu, dass dies eine eher positive Betrachtung der aktuellen Ereignisse ist und dieser Rückblick auf das Spiel auch schlechter hätte ausfallen können, wenn wir das Spiel nicht gewonnen hätten. Aber wenn wir uns schon wieder einen Braafheid auf dem Platz leisten können und der eines seiner seltenen Tore erzielt – na dann kann es uns nicht so schlecht gehen.
Übel ist weiterhin das Verletzungs- oder doch-nicht-Zurückkehrer-Pech (Badstuber, Klose, Ribéry), aber scheinbar dreht sich gerade die Grundstimmung der Göttin Fortuna zu unseren Gunsten. So auf die Spiele bezogen. Ich kann nicht behaupten, dass mich das stört.
BL 2013/14 #20 1.FC Nürnberg – FC Bayern
Spiel: 1.FC Nürnberg – FC Bayern
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Nürnberg
Saison 2012/13
17.11.2012 1.FC Nürnberg – FC Bayern 1:1 (0:1)
Fränkische Teilzeitkämpfer und Bayerische Schonkost.
Wer bisher noch nicht von meiner Differenziertheit überzeugt war, der sollte sich mal meine Live-Tweets zum Gastspiel unseres FC Bayern im Frankenland anschauen. Aus Gründen konnte ich das Spiel nicht wirklich live sehen. Allenfalls Twitter und Ticker standen mir zur Verfügung. Dieser Umstand erzeugt bei mir per se einen grundsätzlichen Frust.
Verstärkt wurde dieses Gefühl dann durch den Spielverlauf und erst recht durch das Endergebnis. Ich ließ mich zu diversen – eher destruktiven – Tweets herab. Behielt mir aber eine Hintertür offen. Schließlich hatte ich ja keine Live-TV-Bilder gesehen…
Über diesen Kurznachrichtendienst wurden mir auch Einschätzungen über die FCN-Fans, -Spieler, den Schiedsrichter und Interviews unserer Spieler zugetragen. Übel. All das ließ nichts Gutes vermuten.
Dann – am späteren Abend – begann ich damit, mir ein eigenes Bild von diesem Remis zu machen.
Am Ende des Tages Spiels stand für mich fest:
Selbst schuld, FC Bayern!
Man muss Herrn Schäfer auch und gerade als Bayern-Fan nicht mögen, aber seine Einschätzung, dass einer “Millionentruppe” da einfach mehr einfallen muss, wenn sie auf eine Mannschaft wie die Clubberer trifft, kann ich voll und ganz unterschreiben.
Und was bitte sollte dieses Gejammer von Schweinsteiger & Co. nach dem Spiel? Über die harte Spielweise der Nürnberger?
Sind wir hier – mit Verlaub – beim Mädchenfußball?
War der FCN die erste Mannschaft, die mit Leidenschaft, Einsatz und Wille gegen uns gespielt hat?
Unsere Mannschaft sollte sich vielmehr die Frage stellen, weshalb wir nicht schon in der ersten Halbzeit die entscheidenden zwei oder drei Tore erzielt haben, die das Spiels nie wieder so emotional hätten werden lassen wie im zweiten Durchgang!
Ja wo samma denn?
Das war ganz großes Tennis, was wir gestern direkt vom Anpfiff weg zeigten, die Führung nur folgerichtig und der Club das berühmte Kaninchen vor der bayerischen Schlange. Dann muss man aber das Kaninchen auch verschlingen, Leute.
Was auch immer Club-Coach Hecking seinen Spielern beim Pausentee gesagt hat – plötzlich erlebte man die Franken, wie ich es schon von Anfang an erwartet hatte. Und unsere “Millionarios” konnten da kaum etwas entgegen halten, bzw. waren nicht in der Lage gegen diesen Willen, diesen Einsatz, diese Laufbereitschaft noch Torgefahr zu entwickeln. Von daher geht die Punkteteilung in Ordnung.
Ganz zu schweigen davon, dass wir unseren Vorsprung auf den Tabellenzweiten(!) noch ausgebaut haben. Unglaublich.
Saison 2011/12
31.03.2012 1.FC Nürnberg – FC Bayern 0:1 (0:0)
Die Mutter aller Spiele-des-Jahres oder Bayerische Zocker
Dieser Bericht wird mehr als eine Facette haben.
Ein Handlungsstrang handelt von den Handlungen unseres Trainerstabs. Einerseits war ich schockiert, als ich vor dem Spiel von der massiven Rotation in unserer Startelf erfuhr. Andererseits ging es zwar gut, war es aber ein Tanz auf der Rasierklinge.
Sicher, nach dem Spiel ist man immer schlauer und wirkt es unglaublich weitsichtig hier ein paar Stars 60 Minuten geschont zu haben.
Was wäre allerdings passiert, wenn die Herren Contento, Pranjic oder Timoschtschuk – aufgrund ihrer fehlenden Spielpraxis den entscheidenden Fehler zum Rückstand in Nürnberg gemacht hätten?
Glück gehabt.
Im Prinzip kann ich unseren Trainer hier ja sogar verstehen. Spieler schonen ist wichtig und richtig. Aber erstens haben wir dafür nicht die Bank. Also nicht ohne einen – spürbaren – Qualitätsverlust. Zweitens hätte man doch einigen Spielern diese Spielpraxis geben können. In diesen – gefühlten – 10:0-Sieg-Spielen.
Apropos spürbar.
Ging schon nach dem Seitenwechsel ein gewisser Ruck durch unsere Mannschaft, war es imho endgültig um den Club geschehen als Schweinsteiger und Ribéry den Rasen betraten. Zuvor zeigte sich die – übliche – Mauertaktik mit Kontern ja noch erfolgreich, danach kamen die Hecking-Kicker aber nicht mehr aus ihrer Höhle heraus.
Bis auf die Schlussphase. Unfassbar, wie sehr die Bayern da das Ergebnis noch einmal in Gefahr brachten. Später mehr dazu.
Nein, ich hatte zwar nach der 60.Minute immer noch Zweifel, ob wir das entscheidende Tor wirklich erzielen würden, aber das Grundgefühl war schlagartig besser. Auch weil vor allem Schweinsteiger hier richtig stark agierte. Unser Franzose fand zunächst nicht statt. Allein seine Anwesenheit verschob die Statik der Defensive der Heimmannschaft hingegend vorentscheidend.
Am Ende muss man mit diesem Arbeitssieg zufrieden sein. Meine Befürchtungen nach den oben erwähnten leichten Siegen wurden bestätigt. Gladbach, Hannover und Nürnberg hätten mich auch weniger Nerven kosten können. Das wir am Ende jetzt doch so gut da stehen finde ich gut. Überraschend gut und ich will nicht tauschen.
Fußball ist immer noch so. Vor ein paar Wochen hätten wir im Frankenland verloren und der BVB keinen 4:4-Ausgleich in der 93.Minute bekommen.
Derlei lässt mich nicht vom Triple träumen, aber es zeigt mir, dass unsere Lage zumindest nicht “hoffnungslos” ist, was mir reicht. Im Moment.
Saison 2010/11
09.04.2011 1.FC Nürnberg – FC Bayern 1:1 (0:1)
Kraftloser FC Bayern und ein Punktverlust mit Ansage
Was für eine Saison.
Ich für meinen Teil habe den Kaffee auf. Fast jeden Spieltag fühl’ ich mich genötigt, nicht nur einen reinen Spielbericht sondern auch noch Statements zu irgendwelchen Randthemen rund um den FC Bayern zu verfassen. Über den Trainer, unsere Führungsriege oder unsere Fans.
Mir reicht das langsam.
Der liebe Kaisergrantler hat dies sehr schön zusammengefasst.
Bisher hat mich ausschließlich interessiert, was auf dem grünen Platz passiert. “Randgeschichten” […] haben mich nicht die Bohne interessiert. […] Seit ca. 15 Monaten blogge und twittere ich rund um den FC Bayern. Und plötzlich fühle ich mich gezwungen, mich mit Themen zu beschäftigen, die ich wahrscheinlich vor dieser Zeit nur am Rande wahrgenommen hätte.
So isses. Und manchmal bin ich deshalb richtig angenervt.
Heute ist das erneut so und deshalb gibt es – einmal mehr – mehr als einen Bericht.
Dieser hier beschäftigt sich nur mit dem Spiel. Punkt.
Vor dem Spiel hatte ich gemischte Gefühle. Auswärtsspiel in Franken. Immer mit Brisanz verbunden. Von Seiten der Clubberer. Wieso und weshalb erschloss sich mir viele Jahre nicht. Irgendwann habe ich aufgegeben. Und es akzeptiert.
Zu Beginn des Spiels erweckte alles den Anschein, dass es endlich einmal wieder was werden könnte mit einem Sieg in der bayerischen Fremde. Es kam anders. Und das hat Gründe.
Diese Gründe will ich heute, in diesem emotional aufgeladenen Umfeld, in dem wir uns befinden, nicht werten, sie lediglich auflisten.
Da wäre zunächst einmal die Tatsache, dass Herr Gomez durchaus seine beiden mehr als 100%-tigen Chancen verwerten darf. Mehr oder weniger alleine auf Herrn Schäfer zulaufend und ca 4,5m vor dem Tor, den Ball auf dem Fußball – wäre unser Torero mental und auch sonst auf der Höhe, wäre alles in Butter und ich müsste keinen weiteren Bericht schreiben. Hat er aber nicht und somit fiel unsere saisonale Defensivschwäche erneut einfach recht übel auf.
Des Weiteren spielen wir zwar seit einigen Wochen schon (wieder) mit der berühmt-berüchtigten Flügelzange Robbéry, aber so richtig Weltklasse ist das aktuell nicht immer, oder?
Weisheiten #269
„Als junger Profi will man immer höher hinaus, zu immer besseren Vereinen. Aber es gibt nichts Besseres mehr als Bayern.“
Arjen Robben, Fan.
BL 2013/14 #19 FC Bayern – Eintracht Frankfurt
Spiel: FC Bayern – Eintracht Frankfurt
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Frankfurt
Saison 2012/13
10.11.2012 FC Bayern – Eintracht Frankfurt 2:0 (1:0)
Bayern auf Trapp. Adler sind keine Doggen.
Der FC Bayern hat am Wochenende das Topspiel gegen Eintracht Frankfurt gewonnen. Klingt komisch, ist aber so.
Oder wie lange und wie oft wollen wir in solchen Fällen die Tabelle ignorieren?
Die Tabelle lügt nicht und das Spiel hat ja tatsächlich bewiesen, dass die Eintracht völlig zu Recht als „Überraschungsteam“ der Liga klassifiziert wird.
Sicher, den Frankfurtern bringt dieses Lob herzlich wenig, aber hier hatten wir endlich mal einen Gegner, der sowohl nicht nur „hinten drin stand“ sondern uns sogar gefährlich hätte werden können.
Ganz anders als z.B. Leverkusen, die ja nur unter Zuhilfenahme größtmöglicher Glücksgötter die Punkte aus München entführen konnten.
Klar, der Sieg des FC Bayern ist insgesamt verdient gewesen, auch und vor allem aufgrund der zweiten Spielhälfte und dem Chancenplus in der Summe des Spiels (Trapp hielt die Eintracht länger im Spiel als von mir erwartet).
Aber der Frische der hessischen Gäste hatten die unseren Alle-3-Tage-ein-Spiel-Helden zunächst wenig entgegen zu setzen.
Das Pressing des Gegners und eventuelle mentale Probleme auf unserer Seite führten zu unserer ersten Halbzeit – wie wir dann sehen durften.
Aber wieso wieder auf hohem Niveau jammern?
Auch Arbeitssiege bringen drei Punkte. Und hätten wir an diesem Tag eine bessere Chancenverwertung unser eigen genannt, hätte es einen – sagen wir einmal – zumindest diskussionswürdigen Elfmeter für uns gar nicht gebraucht.
Saison 2010/11
27.11.2010 FC Bayern – Eintracht Frankfurt 4:1 (1:1)
Belgischer Murmeltiertag oder Die Mauertaktik bröckelt
Ich hatte da ja schon so meine Befürchtungen. Als ich die Aufstellung sah. Daniel van Buyten wirklich ernsthaft in der Startelf? Ist Demichelis wieder krank?
Nein, war er nicht, unser Trainer gab nur unserem belgischen Pannen-Verteidiger in der Mitte mal wieder eine Chance.
Übel.
Meine Befürchtungen sollten sich bestätigen.
Denn selbst die – einmal mehr – mehr als defensiv agierenden Frankfurter brachten fertig, dass es bei ihren spärlichen Kontern mehrfach lichterloh in unserer Defensive brannte. Nach einem Abschlag(!) vom Frankfurter Tor verschätze sich van Buyten ein erstes, bei der Flanke unmittelbar vor dem Ausgleich der Hessen ein weiteres Mal.
So viele Fehler beim sogenannten Kopfballungeheuer van Buyten?
Irgendwas ist da mächtig faul. Und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es stimmt, was Paule Breitner in der letzten Ausgabe des „Blickpunkt Sport“ zum Besten gab, dass nämlich bei vielen Spielern im Kader, aufgrund der vielen nicht gewonnenen Spiele und des Rückstandes in der Tabelle, die Unsicherheit um sich greift.
Hallo? Wie alt ist van Buyten? Wie viele Bundesliga-, Championsleague- und Nationalmannschafts-Spiele hat er auf dem Buckel?
Das kann es ja nicht sein.
Richtig schlecht wurde es mir aber, als ich sah, dass unser Trainer zur Halbzeit Herrn Demichelis für Herrn van Buyten einwechselte. Aber – oh Wunder – die Abwehr agierte plötzlich mit mehr Sicherheit. ‘Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich derlei nach den letzten Debakeln (mit Herrn Demichelis) noch einmal sagen würde.
Um das Thema abzuschließen (und weil mir zu Herrn van Buyten sonst nix mehr einfällt): War es das beim FC Bayern? Für unseren Catcher-Sohn? Man weiß es nicht, aber es deutet viel darauf hin.
Zu meinem großen Glück haben meine Bayern das Spiel aber trotz dieser Defizite deutlich gewonnen. Und das freut mich auch oder gerade, weil der Gegner Eintracht Frankfurt heißt. Nicht weil ich ein Problem mit den Fans hätte – die waren wie immer lautstark und bemerkenswert, nein, eine Spielweise, wie die der Frankfurter stört mich immer wieder maßlos.
Und obwohl die Eintracht in dieser Saison schon beeindruckende Offensiv-Feuerwerke abgebrannt hat und auch gar nicht gegen die Abstieg spielt (im Moment), griff man erneut zur Mauertaktik. Wie all die Jahre zuvor.
Wieso?
Na ist ja auch egal. Denn das freut mich ebenfalls: Die Mauertaktik, gerne auch einmal wider der eigenen Natur (nicht wahr, Herr Schaaf?!), von Gastmannschaften in München, beginnt langsam zu bröckeln.
Saison 2009/10
24.10.2009 FC Bayern – Eintracht Frankfurt 2:1 (0:0)
Die hessische Bestie ist besiegt.
Ich weiß es. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache. Frankfurts Bilanz in München ist ernüchternd. Aber gefühlt geht mir die Eintracht in München seit Jahren auf die Nerven.
Gestern gab’s wieder so ein Spiel.
Spiel auf ein Tor. Und Nikolov der beste Frankfurter. Wie ermüdend das ist.
Auf der anderen Seite: Jetzt haben sie wenigstens noch einen Franz, der den Rest von der Linie kratzt, der an Nikolov vorbeigeht. Na bravo.
Auch klar: Es waren keine 40 Torchancen. Dafür fehlt den Bayern aktuell die Inspiration. Und Cleverness vor dem Tor.
Ansonsten hätte zumindestens ein Toni schon in Halbzeit 1 zwei Buden gemacht und der Drops wäre gelutscht gewesen.
So aber konnten die Skibbe-Kicker ernsthaft aus dem Nichts die Führung erzielen.
Was dieses „aus dem Nichts“ betrifft, gehen mir im Rahmen des FC Bayern so langsam allerdings die Superlative aus.
Einmal, ein einziges Mal steht die bayerische Abwehr ungeordnet und die Hessen zimmern den Ball in Butts Tor.
Unfassbar.
Zum Glück war kurz zuvor ein gewisser Herr Robben eingewechselt worden und mit ihm (und Müller auf rechts) ging plötzlich beim FCB doch mal die Post ab und zeigte sich, wie limitiert die grauen Mäuse aus der Bankenhauptstadt wirklich sind.
Harmlos.
Aber gegen uns reichte es bis zur 69. Minute. Was ich fast noch schlimmer finde.
Keine Frage, dass der Ausgleich mehr als verdient war und gut, dass ein Robben den Ball wirklich über die Linie drückte. Einem Gomez hätte ich zugetraut, dass er aus 2 Metern das leere Tor nicht trifft…
Meine Güte ist der neben der Spur.
BL 2013/14 #17 VfB Stuttgart – FC Bayern
Spiel: VfB Stuttgart – FC Bayern
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Stuttgart
Saison 2012/13
27.01.2013 VfB Stuttgart – FC Bayern 0:2 (0:0)
Von halbhoch springenden Pferden. Und schwäbischen Lieblingen.
Je länger so eine Siegesserie andauert, desto größer wird ja bekanntlich der Druck. Der Druck diese Serie fortsetzen zu wollen, zu müssen. Vor dem Gastspiel meines FC Bayern im Schwabenländle beim ansässigen VfB war das nicht anders.
Nach dem Spiel musste ich mir selbst die Frage stellen: Wieso eigentlich? Hat dieses Spiel nicht erneut bewiesen, dass die Bruno-Kicker uns liegen? Zumindest in letzter Zeit? Wie lange ist ein Punktgewinn der Stuttgarter gegen uns nun her? Gar ein Sieg? Ich kann mich kaum erinnern. Wenn, dann an dieses komische Gefühl, als es früher ins Neckarstadion und oft schief ging. Manchmal wurden nach Erlebnissen dort gar Erfolgstrainer entlassen.
Schnee von gestern. Die Gegenwart sieht so aus, dass mir – sozial – bekannte Schwaben-Zwitscherer vor, während und nach gemeinsamen Spielen immer wieder ein „wie erwartet“ entgegen schleudern. Euch sei ab sofort erwidert: Ja, ich bin bereit. Bereit zu akzeptieren, dass der schwäbische VfB so etwas wie ein Lieblingsgegner für uns zu werden scheint.
So auch am Sonntag. Einer nicht sonderlich überragenden ersten Halbzeit, nach der wir auch hätten zurückliegen können, folgte eine geschenkte Führung (ich zitiere mich selbst: “Der war für Robben, Molinaro!”) und eine Traumkombi von van Buyten(!), Mandzukic und Müller. That’s it.
Man darf darüber diskutieren, ob wir es ohne die geschenkte Führung so locker hätten nach Hause schaukeln können, oder wir ja ohnehin noch einen Elfer hätten kriegen müssen (wirklich?). Muss man aber nicht. Es gibt keinen Grund zurück zu schauen. Hat der BVB dass während seiner berauschenden zwei Meisterschaften gemacht? Waren alle 68 Spiele reine Kunstwerke aus dem Fussball-Lehrbuch? Wen kümmert das? Ich muss mir da keine Rechtfertigungen ausdenken.
Ein Sieg ist ein Sieg, 11 Punkte Vorsprung sind ein Brett!
Ich bin davon überzeugt, dass wir zu mehr in der Lage gewesen wären, wenn wir gemusst hätten. Mehr Laufbereitschaft, mehr Pressing, mehr Ribery, mehr Speed. Unser Pferd musste aber nun einmal nicht höher springen, so what?!
Saison 2011/12
11.12.2011 VfB Stuttgart – FC Bayern 1:2 (1:1)
Von schwäbischen Emotionen, Herbstmeisterschaften und Bildern im TV
Ich habe ja Verständnis. Für viele Dinge. Andere nennen so was Charaktereigenschaft. Ich Realismus.
Ich habe also Verständnis. Für Gegner unseres FC Bayern. In diesem Fall Schwaben. Und allen anderen Bevölkerungsgruppen. Die gerne dagegen sind. Also gegen den FC Bayern.
Ich habe Verständnis, dass man im Stadion – oder wenn man es einfach so sehen will – emotional reagiert, wenn Dinge wie die gelben Karten für Fouls am Sportskameraden Robben verteilt werden.
Aus dem Stadion und ohne Zeitlupe kann man vielleicht übersehen, dass beide Fouls, Fouls waren und zweitens auch gelb-würdig.
So ist es, so war es und so wird es bleiben.
Von mir aus – ich gehe noch eine Verständnisstufe weiter – kann man auch glauben oder behaupten, dass Herr Robben ein Schauspieler sei.
Für mich ist er einfach ein professioneller Fußballer, der in seiner Karriere das eine oder andere Mal verletzt war und dies nicht nur weil er in die Grasnarbe getreten hat. Da war schon der eine oder andere Körperkontakt dabei. Und wenn so ein Spieler unterbewusst Mechanismen entwickelt, die ihn schützen, dann ist dies nur zu verständlich.
Tritten gegen die eigenen Knochen auszuweichen ist so ein Reflex.
Wie auch immer. Man kann über dieses Thema endlos streiten. Aber nicht wenn es um das Gastspiel meiner Bayern in Stuttgart geht.
Aus meiner (TV-Bilder-)Sicht waren alle Fouls an Robben Fouls und alle Karten gerechtfertigt. Punkt. Wer das nicht so sieht, muss dem FC Bayern schon ein nicht geringes Maß an Verachtung entgegen bringen.
Aus Sicht der Spieler klang all dies nach dem Spiel ohnehin zumeist anders. Möge sich jeder Fan jeden Wortfetzen so zurechtlegen, wie er es zur Untermalung der eigenen Meinung braucht.
Am Ende des Tages bleibt: Herr Molinaro muss Herrn Robben einfach zweimal nicht von hinten und aus vollem Lauf in die Beine treten. Dann darf er 93 Minuten auf dem Platz mitspielen. So sieht’s aus.
Ich habe übrigens ferner Verständnis dafür, dass Verantwortliche des VfB nach dem Spiel in jedes Mikro ihre Verschwörungstheorien absondern. Habe ich, doch. Schließlich kennen wir derlei doch auch aus den eigenen Reihen – nicht wahr, Herr Hoeneß?
Saison 2010/11
19.12.2010 VfB Stuttgart – FC Bayern 3:5 (0:3)
Das Spiel der fünf Halbzeiten oder Winterpause. Schade.
Was für ein Spiel. In allen fünf Phasen.
Erst ein schwäbischer VfB der – na klar – gegen uns mächtig Gas gibt. Einige unserer Herren Fußballer zeigten sich mehr als überrascht darüber. Dann ein FC Bayern, wie wir ihn lieben. Eiskalt und gnadenlos.
Nach dem 0:2 höre ich mich selber sagen: “Wenn wir jetzt noch das 0:3 machen, dann glaube selbst ich, dass in HZ2 nix mehr schief geht”.
Und was passiert?
Die Bayern rund um den agilen Müller und den endlich wieder starken Ribéry machen das.
Sicher. Unser Gegner zeigte eine Defensivleistung, in der selbst die Sportskameraden van Buyten und Demichelis noch eine Verstärkung darstellen würden, aber zu solchen Fehlern und Unaufmerksamkeiten muss man den Gegner erst einmal zwingen. Und ganz ehrlich: Der FC Bayern hat in dieser Hinrunde schon genug Punkte mit solchen Dingen liegen gelassen und somit den Dortmundern die Chance zu solch einem großen Vorsprung gegeben.
Gleichwohl ist der FC Bayern im auslaufenden Jahr 2010 der FC Bayern. Und somit erlebten wir – wie unzählige Male zuvor – erneut ein Deja Vu.
Schlafmützige Bayern fangen sich direkt nach Wiederanpfiff ein Gegentor, das den Gegner tatsächlich noch einmal aufbaut.
Endlich, ja endlich einmal sehe ich danach aber meine Mannschaft, mein Team, dass sich wehrt und rigoros zurückschlägt.
Zack. Zack.
5:1 führen die Bayern beim schwäbischen Abstiegskandidaten. Ich kann mein Glück kaum fassen. Sollte ich aber besser, denn die Münchner haben an dieser gewissen Art von Aufbauarbeit Gefallen gefunden und somit gelingt es diesem – phasenweise zweitklassigen – Gegner doch tatsächlich noch einmal so etwas ähnliches wie Spannung ins Spiel zu bringen.
Hallo, FC Bayern?
Beim Stand von 5:1 – auswärts – in der 54. Minuten darf man nie und nimmer innerhalb von 6 Minuten noch zwei Gegentore fangen. Echt nicht.
Sowas geht gar nicht.
BL 2013/14 #18 Borussia Mönchengladbach – FC Bayern
Spiel: Borussia Mönchengladbach – FC Bayern
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Gladbach
Saison 2012/13
18.05.2013 Borussia Mönchengladbach – FC Bayern 3:4 (3:2)
Der Jupp’sche Kreis oder Rekord-Aus
Frauen von Fußball-Fans haben es nicht leicht. Gibt es Nachwuchs wird es kompliziert. Erst Recht, wenn der Nachwuchs noch nicht im “ich bin mit Papa beim Fußball” – Alter ist. Dann muss Sie immer einspringen, wenn Er in Ruhe Fußball schauen will. Ganz zu schweigen von der Kinderbetreuung bei Live-Spielen.
Meine Frau ist so eine Frau. Und sie leidet still. Es gibt natürlich Reparationsleistungen meinerseits, aber rund um die Spiele unseres FC Bayern steht sie parat. Ich hingegen fand es nun einmal an der Zeit in den Rückzahlungsmodus einzusteigen. Die Saison kurz vor der Ziellinie und wenn man die technischen Möglichkeiten hat – warum nicht der Liebsten mal anbieten, ein 15:30-Spiel erst am Abend zu konsumieren? Wer konnte denn so was ahnen?!
Ich versichere an Eides statt, dass ich um 15:30 meinen letzten Tweet las und in die Lego- und Playmobil-Problematik einstieg. Bis 17:15 fasste ich mein Smartphone nicht an. Herrje. Ich fing an, die ersten 10, 15 Tweets von 15:31 nachzuscrollen und starrte schockiert auf mein Display – Null zu Zwei?? Schneller Wechsel zur Ticker-App, zwecks Beleg, was danach passiert war. 4:3? Und Dortmund? Gegen Hoffenheim?! Die Fortuna meiner Frau abgestiegen? Dann das 2:2. Relegation. Was? Abseits? Also doch P17? Puh. Wer bitte denkt sich so was aus? Aber gut, dass ich in aller Ruhe die Eroberung der Löwenburg verhinderte und den Bauernhof inkl. Weide und Tiere noch fertig gebaut bekam. Wer braucht schon solch einen Stress?
Im Ernst: Man kann es ja eh nicht ändern und am Ende des Tages war mir nur wichtig, dass wir in Mönchengladbach dann noch gewonnen haben. Über das Wie habe ich mich im Nachgang informiert. Und nur weil der Ablauf “ein wenig” dramatischer verlief als erwartet, ändere ich doch nicht mehr meine Überschrift, die ich mir vor dem Spiel zurecht gelegt hatte (ein Novum).
Es schloss sich ja tatsächlich ein Kreis für unseren Trainer. Den gebürtigen Mönchengladbacher, der hier als Spieler seine größten Erfolge feierte und die ersten Jahre seiner Trainerlaufbahn verbrachte. Nicht nur einmal wird er in diesen Tagen auf sein (sportliches) Leben zurückgeblickt haben – sicher nicht ganz ohne Stolz (lassen wir die BL-Intermezzo (Intermezzi?) in Frankfurt, Schalke & Gladbach mal außen vor)!
Dann diese Begrüßung und Verabschiedung in Gladbach. Derlei ist dort wohl noch keinem Bayern-Trainer zuteil geworden. All das und noch viel mehr wird auch so einen erfahrenen Haudegen wie Heynckes bewegt haben. Seine Tränen während der Nach-Spiel-PK waren eindeutiges Zeichen dieser Emotionen. Ein rundum gelungener Tag im Borussia-Umfeld. Denn auch seine Spieler wussten um die “historische” Bedeutung dieser Stunden – für ihren Trainer. Anders ist kaum zu erklären, wie die Bayern nach einem 1:3-Rückstand nach 10, 11 Minuten noch so dermaßen sowohl Gegner als auch Spiel dominieren sollten und völlig verdient (sogar um ein, zwei Tore zu niedrig) das Spiel für sich entscheiden konnten. Ein letzter Sieg, ein paar letzte Rekorde. Für den Trainer, für die Ewigkeit. Also die echte jetzt, nicht die von 2012.
Saison 2011/12
20.01.2012 Borussia Mönchengladbach – FC Bayern 3:1 (2:0)
Gegen Gladbach kann man mal verlieren.
Der FC Bayern hat zum Rückrundenauftakt beim Tabellenvierten verloren.
Das ist schlecht. Hat aber ebenso eindeutige wie belegbare Gründe. Den Verein aus dem Spielbetrieb zurückzuziehen wäre gleichwohl nicht zielführend.
Einige Gedanken schossen mir während und nach dem Spiel bezüglich dieses Beitrages, seines Titels und Inhaltes durch den Kopf. Einige wurden wieder verworfen andere werden sich wieder finden.
Ein Gedanke war “Murmeltiertag”.
Herr Neuer machte seinen zweiten spielentscheidenden Fehler in der Bundesliga seit er beim FC Bayern spielt. Zum zweiten Mal verlieren wir gegen Mönchengladbach, obwohl wir uns zuvor eines Sieges mehr als sicher waren.
Falsch gedacht.
“Werden wir jetzt am Ende der Saison mit sechs Punkten Vorsprung Meister?” war der nächste Gedanke. Wieso sollte es nicht so kommen, wenn doch die Rückrunde eine Kopie der Hinrunde zu werden droht?
Droht sie denn?
Eher wohl nicht. Denn die Borussias sind nach 17-18 Saisonspielen in einer anderen Verfassung als noch im letzten Sommer oder Frühherbst. Und wer garantiert uns jetzt die zurückliegende zu-Null-Serie?
Eben.
Genug der Gedankenspiele und zurück zum Spiel. Und meinen Empfindungen.
Ich war nicht im Stadion. Obwohl ich kurzfristig sogar Karten angeboten bekommen hatte. Aber als zweifacher Vater organisiert man nicht mal schnell einen Babysitter-Ersatz. Anderes Thema.
Weshalb ich das überhaupt erwähne?
Weil ich im Stadion, oder in Gesellschaft, oder ohne schlafende Kinder bestimmt aufbrausender und extrovertierter auf das Spiel meines FC Bayern reagiert hätte. Mit Sicherheit.
Saison 2010/11
06.11.2010 Borussia Mönchengladbach – FC Bayern 3:3 (1:2)
Von Dominanz, Arroganz und jeder Menge Fohlen-Dusel
So was macht mich richtig wütend. Immer wieder. Auch nach fast 35 Jahren als Bayern-Fan.
Erstaunlich oft überkommt mich dieses Gefühl, wenn meine Bayern in Mönchengladbach spielen. So wie heute.
Nach einhelliger Meinung wollten die Bayern gegen den Tabellenletzten ihre Aufholjagd fortsetzen.
Ein albernes Unterfangen und ich hätte es besser wissen müssen.
„Klar weiß ich, dass solche Planspiele zumeist Unglück bringen“
Andererseits sah es in der kompletten ersten Halbzeit so ganz und gar überhaupt nicht danach aus, als würde der FCB den Platz als Verlierer oder mit einem Remis verlassen.
Schon der frühe Rückstand war an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Lässiges, allzu lässiges Defensivverhalten einiger bayerischer Akteure an der Seitenauslinie und dann eine Flanke, ein Torschuss, der – natürlich in einem Spiel gegen uns – diese ach so tollen Flugeigenschaften dieses neuen Ligaballes repräsentieren muss.
Über die Flugbahn des Balles wird Butt wohl noch seinen Enkeln erzählen.
Trotzdem ließ die Antwort der Münchner nicht lange auf sich warten. Schon wenige Minuten später wuchtete Mario – Tor-Phönix – Gomez den Ball – aus dem Stand – in die Maschen des Fohlentores.
Hier offenbarte sich eine Gladbacher Defensivschwäche in der ersten Halbzeit, die in der bayerischen Gegnerschaft dieser Saison ihresgleichen suchte.
So unfassbar schlecht agierte noch keine Abwehr gegen uns. So harm- und hilflos, dass es uns zwar eine Freude war, für die Gladbacher aber größte Befürchtungen bezüglich des Verbleibs in der höchsten deutschen Spielklasse wecken musste.
Allein Herr Altintop überlief seinen Gegenspieler dermaßen, wie es sonst nur ein Robben in Bestform vermag. Logische Konsequenz war das Führungstor. Auch in seiner Ausführung. Diese Leichtigkeit des Seins sollte Herrn Schweinsteiger kurze Zeit später aber noch zum Verhängnis werden, als er den Elfmeter – in seiner Entstehung der Höhepunkt der Gladbacher Hilflosigkeit – gegen den Pfosten setzte.