Explosive pfälzisch-bayerische Gemengelage, Die

Nach dem gestrigen Sieg der Pfälzer Aufsteiger gegen den amtierenden Doublegewinner konnte man aus deren Umfeld Stimme hören, die von einem verdienten Sieg sprachen.

Dies sei entschuldigt, wenn wir mal all die Emotionen aus dem Spiel und das bekannte Thema aussen vor lassen.

Für die Niederlage des FC Bayern gab es trotzdem gute – und belegbare – Gründe.

1. Der Spielplan

Trainer van Gaal hat schon recht, wenn er sagt, dass Spiele gegen euphorisierte Aufsteiger an den ersten 5 Spieltagen besonders schwierig sind. Kaiserslautern machte da keine Ausnahme. Und der Spielplan spielte ihnen in die Hände. Letzte Woche der Auswärtssieg beim Lieblingsgegner. Einer Mannschaft, die nur deshalb nicht schon im letzten Jahr abgestiegen ist, weil es leider genug andere Teams gab, die noch schlechter agierten (in diesem Zusammenhang kommt mir übrigens gerade noch die damalige Niederlage der Kölner in Lautern wieder hoch, die den Abstieg der Pfälzer in die dritte Liga verhinderte…). Und dann eben gegen die Bayern. Ein Heimspiel dem die ganze Region nun schon seit vier Jahren entgegenfiebert.

2. Die Vorbereitung

Es geht fließend weiter. Denn – und das ist doch wohl allen klar – wenn der FC Bayern ein vollständige Vorbereitung genossen hätte (wie eben ein FCK), dann hätten wir wohl kein 0:2 erlebt.

3. Die WM

Altes Thema. Gehört zu den Punkten 1+2. Somit sind wohl alle Bayern-Gegner in den nächsten Wochen noch leicht im Vorteil. Je weiter die Zeit voranschreitet, desto geringer wird er. Pech für die Spät-Hinrunden-Gegner.

4. Die Chancenverwertung und Konzentration vor dem Tor

Die Bayern hatten Chancen. Und zwar jede Menge. Die beste war die erste 100%tige. Hätte Müller diese genutzt (warum nicht, siehe 1-3), wäre es ein anderes Spiel geworden. Ebenso die massive Drangperiode zu Beginn der zweiten Halbzeit. Gleiche Phrase: Eine Verwertung und wir hätten ebenfalls ein anderes Spiel gesehen.

Ist alles nicht passiert. Immer fehlte etwas. Sei es die Übersicht (herrlich hier van Gaal: „Wir sind der FC Bayern. Müller muss seine Nebenleute sehen!“), die Konzentration oder die Flanken (Pranjic! Lahm!!).

Im Gegensatz dazu die Lauterer? Drei Chancen, zwei Tore in 66 Sekunden. Ohne Worte.

5. Die Geschwindigkeit

Jetzt mal ehrlich: Wann hatte der FCK die meisten Probleme? Als die Bayern s c h n e l l spielten. In diesen Phasen hatten die Bayern ihre größten Gelegenheiten. Wieso merkt man sowas als Spieler nicht und gibt dem Gegner somit den spielerischen Knockout? Kommen hier wieder die Punkte 1-3 ins Spiel?

Der FCK hat weiterhin eine gute Zweitligamannschaft, aber wenn man sein eigenes Potential so wenig durchsetzt, dann hat eben auch dieser Zweitligist die besten Chancen auf drei Punkte.

6. Arjen Robben

Meine Güte. Selten war es überdeutlicher, wie sehr uns ein Robben fehlt. Oder jemand, der dem zugedeckten Ribéry Entlastung verschafft. Robben ist Geschwindigkeit, Robben ist Verwirrung, Robben ist Gefahr für jeden Gegner.

Nichts, oder kaum etwas davon, sah man im gestrigen Spiel.

Das Wolfsburg-Spiel war da wohl für viele ein wenig Augenwischerei. Gut, dass es dort trotzdem zu drei Punkten gereicht hat.

7. Leidenschaft

Bei all der fehlenden Klasse der Lauterer und bei all unserer Überlegenheit in fast allen messbaren Werten: Leidenschaft kann man auch erwarten, wenn man 60 oder 80 Spiele der Vorsaison in den Beinen hat, oder?

Bis zur starken Bayern-Phase rund um die Müller-Chance war das doch Schlafwagen-Fußball der Bayern. Hätten wir direkt vom Anpfiff weg die Power wie nach dem Seitenwechsel gehabt, das Spiel wäre schnell entschieden gewesen. So aber hatte Lautern nach dem 2:0 die Chance, mit der eigenen Leidenschaft in der Defensive, die Räume noch enger zu staffeln und das Ergebnis über die Zeit zu retten.

Kein Vorwurf an dieser Stelle an unseren limitierten Gegner. Die Lauterer fuhren eine klare Pokalspiel-Strategie. Und die Bayern waren nicht dazu in der Lage dieses Problem zu lösen.

8. Holger Badstuber

Ich habe ja lange „gehalten die Schulter“ über ihn. Und seine Spielweise in der Vorsaison auf die falsche Position geschoben. Aber im gestrigen Spiel kamen mir all diese Szenen (vor allem aus der CL-Vorsaison) wieder in den Sinn. Holger Badstuber ist für mich der Inbegriff des hölzernen Spielers. Da ist so gut wie keine Geschmeidigkeit. Ok, muss ja auch nicht. Aber gestern war da – zum Beispiel – dann wenigstens noch nicht einmal der Charakter eines Fels in der Brandung zu spüren. Da war nur Unsicherheit. Und das haben seine Gegenspiel auch recht schnell gemerkt. Sein Fehler vor dem 0:2? Kann passieren. Er ist jung. Seine Unsicherheiten in der zweiten Halbzeit, als er mehrmals a la Serbien-Spiel von Gegenspielern auf dem Flügel dübiert wurde? Übel. Und zur Krönung dann die Szene, als er seinen Gegenspieler abgedrängt glaubte, abdreht, dieser aber durchzieht und im Hechtsprung ihm den Ball noch an den Oberschenkel schnibbelt und somit eine Ecke herausholt. Da war bei mir der Geduldsfaden gerissen.

Ich sehe da keine Entwicklung. Und irgendwie entdecke ich bei ihm wesentlich mehr WM-Loch als bei einem Thomas Müller, dabei hat Badstuber doch nur einen Bruchteil von dessen Spiele absolviert. Und dazu dann noch sein Phlegmatismus. Schlimm.

9. Das Defensivverhalten

Es war allerdings nicht nur Badstuber, der uns zu denken geben sollte, wenn wir schon gegen einen Aufsteiger, der – und diese Zeit wird kommen – über die gesamte Saison wohl gegen den Abstieg spielen wird, in der Defensive Probleme haben (wie lange schauen wir uns Contento an?).

Sicher, ein Ribéry hat auch nicht gerade jeden Gegenspieler über das gesamte Spielfeld gejagt, aber von einem van Bommel darf ich das schon eher erwarten und der gute Mark ist viel, viel tiefer in der Krise als zum Beispiel Schweinsteiger. Und somit sind wir dann nun einmal wesentlich anfälliger im Rückwärtsgang.

Womit sich der Kreis schließt.

In den nächsten Wochen wird es besser werden, muss es einfach besser werden, denn mit diesen Voraussetzungen war aktuell (noch) nicht mehr zu erwarten. Das wussten wir – dachten allerdings, dass es nach Supercup, Pokal und Wolfsburg-Spiel schon viel besser aussähe. Sieht es nicht. Zumindest Stand gestern.

10. Das Stadion, die Fans, die Stimmung, die Hölle und das Fritz-Walter-Wetter

Alles Schmarrn.

Wie es van Bommel nach dem Spiel völlig korrekt sagte: Wir haben in der letzten Saison Championsleague gespielt, zum Beispiel in Old Trafford. Da ist mehr Musik drin.

Und tatsächlich habe ich da in den letzten 30 Jahren schon wesentlich schlimmere Erlebnisse gehabt. Standard würde ich sagen. Der Rest ist vom Lauterer Umfeld (Pfeifen im Walde) und den Medien (Sensation!) geschürt.

Aber wie sagte es doch der (während des Spiels wie ein Geisterkranker umherirrende und nach Spiel zumeist ganz normale) Lauterer Trainer nach Spielschluss im Interview:

„Das werden jetzt alle Mannschaften hier erleben.“

Nö, denke ich nicht.

Denn wenn den Pfälzern all die grauen Mäuse und nicht minder destruktiven Bollwerke der Liga über den Weg laufen, ist es schnell vorbei mit der Herrlichkeit – denn ein Spiel aktiv gestalten ist etwas ganz anderes, als sich mit zwei 5er-Ketten am eigenen Strafraum zu versammeln und auf schnelle Konter und zwei defensive Mega-Aussetzer in der Abwehr des Gegners zu setzen (womit wir wieder bei den gestrigen Schwächen der Bayern wären).

Einfach mal abwarten was die nächsten Wochen für beide Teams so bringen.

Das einzig Positive an der nun anstehenden Länderspielpause ist, dass sich ein Arjen Robben erholt und (ein gesperrter) Ribéry ungestört seinen Rückstand aufarbeiten kann, während keine Pflichtspiele diese Bayern-Schwäche zementieren.

Die Akte Robben 01/10 – was bisher geschah

[23.05.2010] Der Bayern verliert das Championsleague-Finale gegen Inter Mailand. Arjen Robben – auf dem Höhepunkt seines Schaffens und seiner Fitness – bleibt die Triple-Krönung versagt. Die Vorbereitung auf die WM beginnt.

[05.06.2010] Beim 6:1-Schützenfest der Niederländer gegen Ungarn verletzt sich Arjen Robben. Seine WM-Teilnahme ist in Gefahr.

[24.06.2010] Arjen Robben gibt sein Comeback in der niederländischen Nationalmannschaft und bringt sogleich jede Menge Schwung ins Spiel der Elftal, die danach bis ins Finale stürmt.

[11.07.2010] Die Niederlande rund um Arjen Robben verlieren das WM-Endspiel gegen Spanien. Speziell Robben vergibt eine größe Tormöglichkeit und verabschiedet sich in den Urlaub.

[03.08.2010] Schock beim FC Bayern. Im Rahmen einer Routine-Untersuchung zum Saisonstart wird bei Arjen Robben eine schwere Muskelverletzung festgestellt.

Eine Kernspintomographie bei Vereinsarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ergab einen Muskelriss im linken Oberschenkel von Arjen Robben.

Vereinsarzt Müller-Wohlfahrt zeigt sich schockiert.

„Es handelt sich um eine erhebliche Verletzung, ich finde es unverantwortlich, dass man diese Verletzung nicht genauer diagnostiziert und Arjen hat spielen lassen. Ich hatte von meiner Seite aus mehrfach diagnostische Hilfe angeboten, diese wurde aber nicht in Anspruch genommen.“

[04.08.2010] „Wunderheiler“ Dick van Toorn zweifelt die Diagnose des FC Bayern an.

„Ich finde es seltsam, dass der Spieler eine neue Muskelverletzung haben soll […] Meiner Meinung nach ist der Muskelfaserriss, den die Ärzte von Bayern München gefunden haben, eine alte Verletzung oder eine Narbe. Ich bin der Meinung, dass Robben spielen kann.“

Im Boulevard geht van Toorn noch einen Schritt weiter.

„Ich habe Arjen fünf Tage in Holland behandelt. Es ist nicht möglich, dass durch meine Methode das Risiko einer neuen Verletzung gestiegen ist. Ich habe schon hunderte Spieler behandelt und es hat immer geklappt. Als wir fertig waren, war Arjen 100 Prozent fit.“

Er räumt aber gleichzeitig ein, dass er nicht wisse, ob „er verrückt sei, oder Müller-Wohlfahrt“.

[05.08.2010] FC Bayern-Vorstandchef Rummenigge macht sich Luft.

„Wenn ich ein Auto miete, muss ich das ja auch in ordentlichem Zustand zurückgeben. Man hat uns, wenn ich das mal so sagen darf, Arjen Robben enteignet und dann demoliert wieder in die Garage gestellt.“

[06.08.2010] Bayern-Trainer van Gaal greift die Verantwortlichen der niederländischen Nationalmannschaft an.

„Es ist die Aufgabe des Trainers, aber vor allem des Arztes, den Spieler zu schützen. Das wurde nicht gemacht.“

Erste Details über die Art der Behandlungen Robbens beim niederländischen „Wunderheiler“ werden bekannt.

[11.08.2010] Dem FC Bayern liegen nun die Aufnahmen der Kernspintomographie von Arjen Robben vor, die direkt nach seiner Verletzung im Vorbereitungsspiel der holländischen Nationalmannschaft gemacht wurden. Diese (sollen) belegen, dass die nach der WM vom FC Bayern festgestellte Verletzung schon damals existierte.

[…] die Münchner sind sich sicher: Der Muskelriss, das fünf Zentimeter große Loch im Oberschenkel, das Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt vergangene Woche feststellte, ist keine neue Verletzung.

„Jetzt haben wir den Beweis, dass der Muskelriss vor der Weltmeisterschaft passiert ist“, sagte Rummenigge: „Der Status ist derselbe.“

Am gleichen Tag wird bekannt, wieviel Geld der Ausfall Robben den FC Bayern kostet.

Wegen einer Klausel im Vertrag von Arjen Robben muss der FC Bayern dessen Gehalt drei Monate lang voll zahlen – trotz dessen Verletzung […] Nach Berechnungen von Sport Bild macht das bei einem geschätzten Jahresverdienst des 26-Jährigen von vier Millionen Euro fast 11.000 Euro pro Tag.

Der FC Bayern „hofft weiter, das Thema ohne Gerichtstermin gütlich mit dem Verbandschef klären zu können“.

Als Lösung für derlei Probleme mit Nationalspielern wird eine Versicherung ins Spiel gebracht, die 2002 nach der Deisler-Verletzung abgeschlossen wurde.

Abhilfe könnte […] eine Versicherung schaffen, wie sie der […] DFB nach dem Kreuzbandriss von […] Sebastian Deisler im Test-Länderspiel gegen Österreich vor der WM 2002 […] abschloss. In den Augen von Magath wäre die Lösung des Problems […] keine Hexerei: „Wenn man will, kann man die Problematik lösen. Nur scheint keiner daran ein Interesse zu haben.“

[14.08.2010] Arjen Robben spricht davon, „noch in der Hinrunde zurückzukehren“.

Das wäre ja wohl eher Anfang Dezember. Bislang war immer nur die Rede von 2-3 Monaten. Also Oktober oder November. Übel.

Der FC Bayern redet von „finanzielle Entschädigung“ seitens des „niederländischen Fußball-Verband KNVB“.

[16.08.2010] Hoeneß fordert Kompensation für Robbens Ausfall und nennt Einsatz Robbens bei der WM weiter fahrlässig.

Wir haben in (Hans-Wilhelm) Müller-Wohlfahrt den besten Sportarzt der Welt mit einer Aufklärungsquote von 100 Prozent. Wenn der Herr van Toorn die Verletzung nicht erkennen kann, dann sollte er sich eine Brille kaufen. Es war grob fahrlässig von den Holländern, Arjen Robben bei der WM auch nur eine Sekunde spielen zu lassen […] Er hat bei dem Turnier verletzt gespielt, und wir sind jetzt die Leidtragenden. Das kann doch nicht wahr sein. Wir verlangen eine Kompensation. Die genaue Summe kann ich Ihnen nicht nennen. Aber die muss so aussehen, dass wir keine Einbußen haben. Sie sollen uns vom ersten bis zum letzten Tag seines Ausfalles die Kosten ersetzen.

Fortsetzung folgt.

VW-McClaren gegen den Audi mit Wohnwagen

Oder so (ich konnte nicht widerstehen).

Die Bundesliga hat uns wieder.

Man hat ja soviel gehört. In diesen Tagen. Vor allem, dass diese Sommerpause so kurz gewesen sein soll. Kam mir ganz anders vor.

Egal.

Jetzt geht es endlich wieder rund. Und zum Auftakt der neuen Saison (ich überlege, erst zum Anpfiff einzuschalten um diese Pseudo-Eröffnungszeremonie zu verpassen) spielen also die Meister der letzten zwei Jahre gegeneinander.

Ob dies ein guter oder schlechter Gegner für unsere Bayern ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Wäre der Gegner zu schwach, wird er von unseren Spielern gerne einmal unterschätzt, ist er zu stark, würde man wohl diese merkwürdige Vorbereitung sofort bemerken.

Wolfsburg liegt da aktuell – meiner Meinung nach – in der Mitte.

Zwar hat man sich beim VW-Werksteam massiv verstärkt (nicht mit bayerischen Maßstäben, aber offenbar die größten Ausgaben in der Liga), aber andererseits auch einen ganz neuen Trainer.

Einen Trainer, den man hierzulande nur mit dem Engagement bei der englischen Nationalmannschaft in Verbindung bringt. Allerdings war da viel mehr.

P.S. Für dieses 1999er Grinsen müssen wir heute eigentlich haushoch gewinnen…

Was soll man also von diesem Spiel halten?

Dem FC Bayern fehlen wichtige Leute. Robben und Olic. Um nur einmal zwei zu nennen. Die wichtigsten allerdings.

Alle anderen (wichtigen) Spielen sind wohl dabei. Zumindest anwesend, ob sie schon in Bestform sein werden, wage ich einmal zu bezweifeln.

Die Wolfsburger hingegen befinden sich in der Lage der Bayern von vor einem Jahr: Neuer Trainer, neues System, neue Spieler.

Kurzum: Man weiß es nicht.

Ich vertraue allerdings unserem Trainer, dass er das hinbekommen hat. Mit diesem Vorbereitungs- und Verletzungsproblem.

Einstweilen und um mich in Stimmung zu bringen, lese ich mir noch einmal die Berichte rund um das letzte Heimspiel gegen Wolfsburg durch und schaue mir das hier an.

Euch auch viel Spaß dabei!

Auf geht’s, Ihr Roten!

Wie erfolgreich eine Saison war, merkt man oft erst danach

Wie bitte?

Die Bayern stellen den Trainer des Jahres und die ersten VIER Platzierten bei der Wahl zum Spieler des Jahres?

Waren wir wirklich so dominant? Scheinbar.

Lustig, dass ich gerade heute diese Notiz veröffentlichte.

Achso. Und Glückwunsch Herr Robben und Herr van Gaal!

Für die C-Elf hat es noch gereicht, für die B-Elf nicht

Der FC Bayern hat den DFL-Supercup gewonnen. Glückwunsch. Vor dem Spiel hätte ich damit nicht unbedingt gerechnet. Denn im Gegensatz zu diesem Sponsoren-Cup vor einigen Tagen, als wir mit einer C-Elf antraten, rechnete ich in diesem Spiel allenfalls mit einer B-Elf.

Es waren zwar durchaus der eine oder andere WM-Star dabei, aber von Vorbereitung konnte man bei diesen Sportskameraden ja nun wirklich nicht sprechen. Im Gegensatz zur überwiegenden A-Elf der Königsblauen.

Und was durfte ich dann stattdessen bewundern?

Das unsere zusammengewürfelte Not-Elf (teilweise mit 1a-Vorbereitung, teilweise seit 5,6 Tagen erst aus dem Urlaub zurück) dieses neue „Schalker Dreamteam“ in HZ1 trotzdem mehr als dominierte.

Kaum zu glauben, wenn man einige Szenen vom THC im Hinterkopf hat.

Toll.

Gut übrigens auch für Magath, der somit die Fortsetzung seiner Radikalkur weiter treiben darf. Ein Raúl macht eben noch keinen Sommer. Und von der Spielstärke, die sogar Real selbst in den Schatten stellen soll (von der einzelne Königsblaue zuletzt schwärmten), sah ich bis auf 3-4 Augenblicke im Spiel eigentlich nix.

Wie soll das bloß enden, wenn bei den Bayern alle Stars wieder am Start und die gesamte Mannschaft auf dem gleichen Level ist? Böse?

Abwarten.

In der Bundesliga und vor allem international warten noch ganz andere Kaliber auf den FC Bayern als diese Schalker.

Aber zurück zum Spiel.

In besagter erster Halbzeit hatten beide Teams ihre 100%-tige Torchance. Die Bayern dagegen mit einem klaren Plus an Spielanteilen und in den Zweikämpfen. Allein, weitere Torchancen blieben bei den Rothosen aus.

Nach dem Seitenwechsel nahm dann endlich auch der Ruhrpott-Club am Geschehen teil und erspielte sich Gelegenheiten. Im Vergleich zur Vorsaison schon ein Fortschritt.

Das es nicht reichte, lag an der größeren Klasse im bayerischen Kader. Ganz egal, ob man voll im Vorbereitungssaft steht oder frisch aus den Flitterwochen kommt – Qualität löst sich nicht in Luft auf.

Ohnehin darf man immer wieder den Eindruck gewinnen, dass das mannschaftliche Gefüge – im Abwesenheit von Robben und Ribéry noch größer ist. Dafür die spielerischen Glanzlichter geringer – es vermag sich jeder seine Lieblingsversion heraussuchen.

Ok. Ein Olic rennt immer, gibt immer 150%. Aber auch ein Müller, der doch noch tief im roten Bereich sein müsste, sprintete schon wieder, als gäbe es kein Morgen. Der Wahnsinn. Auch wenn es mich irgendwie an Uli Hoeneß erinnert. Dessen Markenzeichen war ebenfalls immer die Dynamik, die Schnelligkeit. Bis seine Karriere dann früh mit 27 Jahren beendet war. Wir hoffen allerdings das Beste. Nicht nur, weil sich die Sportmedizin seit 1979 ein wenig weiterentwickelt hat.

Begeisternd wie auch Lahm und Schweinsteiger schon wieder nah an ihrer Topform spielten. Ist das noch WM-Euphorie, oder liegen die harten Trainingseinheiten noch vor ihnen?

Was man nicht so gerne sah, waren die üblichen Verdächtigen – und das hatte nichts mit Vorbereitung zu tun, denn was Pranjic, Demichelis und Co. so zeigten, lässt vielleicht allenfalls unsere Konkurrenz hoffen.

Schlimm.

Naja. Ein Titel ist ein Titel. Und da wir dann ja doch vom BundesJogi die Freigabe für eine überwiegend störungsfreie Restvorbereitung bekommen haben, vertraue ich nun einfach auf unseren Trainer, bis zum Saisonstart gegen Wolfsburg ein schlagkräftiges Team auf die Beine zu stellen.

P.S. Oder müssen wir uns wegen Windeck doch Sorgen machen?

P.P.S. Ist Thomas Kraft klasse oder was?

Weisheiten #145

„Es handelt sich um eine erhebliche Verletzung. Es ist unverantwortlich, dass man das bei der holländischen Nationalmannschaft nicht genauer diagnostiziert hat und ihn bei der WM spielen ließ. Ich hatte mehrmals meine Unterstützung angeboten, aber die wurde nicht in Anspruch genommen. Durch den Muskelriss steht Robben jetzt acht Wochen nicht zur Verfügung.“

Bayern-Doc Müller-Wohlfahrt zur Robben-Verletzung.

Der FC Bayern räumt ab!

Naja.

Es ist jetzt auch nicht wirklich eine Überraschung, dass der FC Bayern bei den VDV-Wahlen zum besten Spieler, besten Trainer, besten Neuling abräumen würde.

Nach dieser Steigerung in der Rückrunde, nach diesen Titeln.

Ob es allerdings ein Trost für Robben (zwei Finals verloren) oder Müller (ein Finale verloren, eins erst gar nicht erreicht) ist?

Trotz all der sonstigen Ehrungen?

Vielleicht.

Aber auf jeden Fall muss man sich noch Ziele bewahren. Beides ist unseren erfolgreichen Bayern-Spielern in dieser Saison dann doch gelungen.

Auf ein Neues!

Gregory van der Wiel, 22, FC Bayern München?

Nachdem unsere Baustelle in der Abwehr über links nicht geschlossen werden konnte, versucht man es jetzt einfach über rechts?

Jetzt soll es Gregory van der Wiel werden. Lahm hat schon zugestimmt, mal wieder die Seite zu wechseln.

Doof, dass Ajax wohl nix davon weiß und der FC Chelsea nun auch hellhörig geworden ist.

Andererseits: Es ist immer noch Sommerpause und die Sportseiten wollen gefüllt werden…

Elftal gegen Selecao

Heute starten die Viertelfinalspiele bei dieser WM.

Die Holländer (jaha, Niederländer) gegen die Brasilianer. Eines dieser vorweggenommenen Endspiele.

Elftal gegen Selecao.

Für wen hier mein Herz schlägt ist völlig klar.

Bestimmt nicht für diese dauergrinsenden sogenannten Zauberfußballer vom Zuckerhut, die inzwischen europäischer spielen als die Europäer.

Nein.

Los Arjen, zeig‘ Kaka, Lucio und Co. wo der Hammer hängt!

Ich sag jetzt mal was ganz Doofes, aber

bei der anstehenden WM sind mir die Holländer mehr als sympathisch.

Nein, doch. Ganz ehrlich.

Aber wieso auch nicht. So als Bayern-Fan haben uns unsere Holländer in dieser Saison verzaubert. Ein bärenstarker Kapitän, ein Trainer, der uns nach Jahrzehnten endlich den Fußball gebracht hat, den wir zuvor immer nur bei anderen bewundern durften und ein Flügelflitzer, der in Deutschland und vielleicht auch in Europa auf der Liste der potentiellen Fußballer des Jahres weit oben stehen dürfte.

Wieso sollte man dann – neben der deutschen Nationalmannschaft – also nicht der Elftal die Daumen drücken?

Für mich kein Widerspruch.

Vor allem nicht, wenn ich solche Zitate lese. Auch wenn derlei den hanseatischen Fußballanhängern ein leichtes Stechen beschert…

Rafael hat mir gesagt, wenn Bayern ihn fragen würde, ob er käme, würde er mit dem Fahrrad nach München fahren, nur um hier einen Vertrag zu kriegen. Er wollte auch gerne nach München wechseln.