Bayerns Ernst, Bayers Dusel und Paules Erinnerung

Bild Leverkusen gegen FC Bayern
Links im Bild, zwischen den Blöcken: Wer denkt sich bitte so eine Sichtbehinderung aus?

Ich war offenbar lange nicht mehr da. Im Ulrich-Haberland… in der BayArena. Das Dach, das über die Bismarkstraße reicht. Die Schleusen vorm Gästeblock. Der Außenaufgang(!) zum Block. Diese unfassbare Sichtbehinderung während man in G4 sitzt. Und diese Hechtsuppe. Was haben wir gefroren.

Ich war bei Gastspielen in Leverkusen, da stand rechts noch die alte Kurve und waren direkt daneben die Heimfans untergebracht. Ja, ja, die Gästefans standen damals auch mal kurz auf der anderen Seite der Haupttribüne. Andererseits: Wo auch immer wir damals standen, ein Aufenthalt in der Farbenstadt war immer sehr zwiespältig und bot eigentlich im Rückblick die gesamte Bandbreite.

Üblen Klatschen folgten knappe oder deutliche Auswärtserfolge. Aus diesen Spielen stammt meine ausgeprägte Abneigung dem Spieler(!) Ulf Kirsten gegenüber. Aus (torreichen) Gründen. Lassen wir das.

Zeiten ändern sich. Umstände auch. Rund um das Spiel traf ich mich mit vier – auch über Twitter – liebgewonnenen Menschen. Vor dem Spiel mit Alex (@Lizaswelt) und Andre (@fernglasfcb), im Stadion mit Olaf (@kickwelt_de) und Christoph (@RC_KH). Wer sie nicht kennt, sollte sie kennen lernen. Für mich die Abrundung dieses Spiels.

Apropos Spiel.

Ich hatte ja massive Bedenken. Was das Resultat dieser „Revanche“ für die – weiterhin – bislang einzige Saisonniederlage anging. Unser Trainer wollte mit Mandzukic, Müller und Lahm drei Startelf-Kräfte schonen. Geschenkt. Ribéry verletzt, angeschlagen? Eh klar.

Aber wie kommt er auf das schmale Brett, dies im Rahmen des Gastspiels beim Tabellendritten(!) und vor einer Länderspielpause(!) machen zu müssen, gar unseren Franzosen (verletzt!) zur französischen Nationalmannschaft reisen und eventuell „im zweiten Spiel spielen“ lassen zu wollen/dürfen?

Gerne will ich einräumen, dass dieser Umstand im Vorfeld eine „leichte“ Emotion bei mir erweckte…

Das Wort B-Elf waberte in meinen Kopf. Und dann hörte ich den Anpfiff. Die Bayern übernahmen das Kommando in der Bayer-Arena. Zumindest in der ersten Halbzeit. Zumindest überwiegend. Zumindest im Vergleich zu den „Drecksspielen“ gegen Hoffenheim, Düsseldorf und erst Recht gegen Arsenal.

Natürlich war das noch nicht Hinrunde. Noch kein 6:1-gegen-Werder. Aber in der Hinrunde haben wir ja eben auch gegen Bayer verloren. Gegen diese Bayer-Spieler? Diesen Gedanken hatte ich bis zum Halbzeittee.

Einerseits. Andererseits gab es auch nur dieses eine (Klasse)Tor von Gomez. Trotz weiterer Chancen. Ob ich deshalb Zweifel hatte? Nein. Analog zum Arsenal-Spiel. Bis das Gegentor fiel. In einer zweiten Halbzeit, in der Bayer(!) uns(!) einschnürte und presste als gäb‘ es kein Morgen. Am Ende hatte das Heimteam doppelt(?) so viele Eckbälle erzielt wie wir. Einer führte zum Ausgleich. Effizienz muss man leben (Arsenal ick hör Dir treffen).

Den Rest des Spiels kann man auf unterschiedliche Arten beschreiben. Haben die Bayern danach (wieder) ernst gemacht, den Siegtreffer „erzwungen“, eiskalt die eigene Stärke ausgespielt? Wasweissich.

Es klingt komisch in dieser famosen Bayern-Saison, aber das Hinspiel war einer der wenigen Anlässe, in denen ich mich aufregen musste. Ein Gegentor mit massivster Mithilfe und ein quasi Eigentor gaben imho Grund genug dafür. Dass wir jetzt in Leverkusen mit Hilfe eines Eigentores gewannen? Es gab meiner Seele Ruhe. Wie gesagt, dem 2%-tigen Teil davon, der unruhig war.

Noch etwas?

Schweinsteiger bockstark, imho stärkster Spieler auf dem Platz. Gomez mit Weltklasse-Aktion beim Führungstreffer. Robben bemüht, aktuell aber leider kein Ersatz (mehr) für Antreiber Ribéry. Dante mit guter Leistung vor allem gegen Kießling. Martinez deutlich(!) stärker als Gustavo.

Zum Rest fällt mir kaum noch was ein. Auch eine Aussage.

Jetzt erst einmal die Länderspiel-Pause ohne Verluste überstehen und danach volle Konzentration auf das HSV-Heimspiel. Ob es eine Meisterfeier an Ostern geben wird? Ob der VfB Stuttgart(!) gegen den BVB punkten wird? Glauben wir wirklich noch an den Oster-Weihnachts-Hasen-Mann?

Eben. Die vier Punkte müssen wir selbst holen.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Weisheiten #228

„Ich gehe ganz professionell damit um. Ich bin ein Profi, ich trainiere 100 Prozent. Wenn ich reinkomme, wenn ich dann spiele, werde ich alles geben für den Verein und diese Mannschaft. Das ist überhaupt keine Frage […] Es geht um den Erfolg der Mannschaft – und um nichts anderes. Wir wollen Titel gewinnen, das ist das Allerwichtigste. Dafür müssen wir arbeiten und weiter kämpfen. Ich werde sicher auch noch meinen Beitrag leisten können.“

Arjen Robben, Anti-Diva.

Die Rückkehr der Langeweile. Endlich.

Die Guardiola-Welle ebbt ab. Die Bundesliga ist wieder da. Und das ist gut so. Wir wollen schließlich wissen, ob der FC Bayern in der Rückrunde genau da weiter macht, wo er im Dezember aufgehört hat. Ohne zu viel Spannung kaputt zu machen – er hat. Das letzte Opfer: Die SpVgg Greuther Fürth. Und so leid mir das auch tun mag, aber die Fürther sind – wie auch der FC Augsburg, ich erwähnte es bereits – meiner Meinung nach nicht stark genug, die Klasse 1.Bundesliga zu halten. Allem Einsatz und allem vermeintlichen guten Willen zum Trotz. Die Tabelle lügt nicht. Und sie spricht zurzeit eine deutliche Sprache. Ich mag mich täuschen, aber keines der Teams vor den beiden Tabellenletzten erweckt aktuell den Eindruck, noch weiter zurück zu fallen. Eher geht es nach der Winterpause nach oben (siehe z.B. Wolfsburg), abgesehen vielleicht von Hoffenheim. Andererseits: Was weiß denn ich?

Zu meinem Verein. Ich habe diese Tage wieder mit mir gerungen, was ich zu einem Spiel meiner Bayern (gegen die Franken) schreiben könnte. Mir wollte nicht so arg viel einfallen und ich sah mich schon wieder in der Lethargie der ausgehenden Hinrunde gefangen. Bis, ja bis ich auf einmal drauf kam, was das „Problem“ ist. Die Langeweile! Viele Nicht-Bayern-Fans mögen nun einwenden: Klar ist das langweilig, sind ja die Bayern. Nein, es ist diese Dominanz, diese Selbstverständlichkeit, mit der mein Verein heuer die Punkte einfährt. Ich (und meine Nerven) lieben diese „Langeweile“. Es macht mir zumindest mehr Spaß als eine Wurzelbehandlung. Oder die letzten beiden Bundesliga-Spielzeiten. Wir FCB-Fans waren – und sind wir doch mal endlich ehrlich – voller Sehnsucht nach dieser „Langeweile“.

Gut für uns, schlecht für die Bundesliga. Wirklich? Nein, die Leverkusener und die Dortmunder empfinden zurzeit eine ähnliche „Langeweile“. Natürlich immer noch anders als wir Münchner, aber gemeint ist ja nur das emsige Punktesammeln in der oberen Tabellenhälfte (was wiederum für „die Medien“ langweilig sein mag – but who cares?). Und selbst wenn die Dortmunder sich nun gefangen haben sollten – der Punkteabstand im Vergleich zum FCB und zum FCB der letzten Saison hat sich weiter vergrößert. Vielleicht haben es die meisten Fans der Roten irgendwie vergessen, aber vor Jahresfrist haben wir zum Rückrundenauftakt (in Mönchengladbach) verloren(!) und war der BVB mit uns punktgleich, einen Spieltag später waren wir die Tabellenführung quitt und galoppierte uns die Borussia davon und in Grund und Boden. Die Gegenwart ist fabulös.

All diese Gedanken hatte ich in den letzten Tagen im Kopf und sie füllten somit die Leere der Erinnerungen an das konkrete Spiel gegen die Spielvereinigung aus. Gleichwohl will ich trotzdem ein paar Gedankenkrümel verarbeiten.

Das Spiel hatte das übliche Muster gegen Mannschaften aus dem unteren, mittleren oder oberen Tabellendrittel. Je nach dem, was der Gegner so gerade über uns denkt. Eine Chance in München durch massiven Beton vor dem eigenen Tor und vorne hilft der liebe Gott? Oder Verleugnung der eigenen Offensivkraft und mal die Bayern machen lassen? Alles in den letzten Jahren zur Genüge gesehen. Fürth spekulierte wohl (nach dem Beispiel der letztjährigen Borussia aus Mönchengladbach) auf eine bayerische Schwäche zum Hin- oder Rückrundenstart. Falsch gedacht. Denn auch wenn man ein paar Prozente für die Kälte, Handball-Anrenn-Frust oder sonstigen destruktiven Dingen abzieht, hat unsere Mannschaft die Gäste her gespielt. Phasenweise war das Kombinationsspiel wie am Schnürchen, denen Fürth so dermaßen wenig entgegen zu setzen hatte, dass es beim Zuschauen weg getan haben musste. Also denen, nicht uns.

Alles noch nicht wieder bei 100%, noch nicht Gold und auch recht wenig Glanz. Aber es waren drei Punkte, die mehr als verdient waren. Das ganze Team misst sich nicht an irgendwelchen Testspielergebnissen sondern vielmehr an dem harten, kalten Alltag der Bundesliga. Einem Alltag, der uns genug fordern wird bis wir die ersten Highlights der Rückrunde mit den Spielen gegen Dortmund (Pokal) und Arsenal (Championsleague) erleben werden. Jeder dieser drei Punkte muss bis dahin und darüber hinaus für sich erarbeitet werden. Nicht nur für Pep, für Jupp oder sonst wen. Nein, für uns alle. Für unser großes Ziel. In dieser Saison und völlig losgelöst von der sog. goldenen Zukunft mit dem neuen Trainer.

Bis zu diesen „Topspielen“ spielen wir in der Bundesliga keine englische Woche und von vier Spielen dreimal in des Gegners Stadion. Keine Frage, auswärts waren wir in der Hinrunde noch stärker als in der Allianz Arena, aber die Hinrunde ist Geschichte. Wolfsburg scheint gestärkt aus der Winterpause gekommen, will und wird aus dem Keller herauskommen, Schalke wird sich in München für die Demonstration aus dem Hinspiel revanchieren wollen und in Mainz und Stuttgart war es in der Vergangenheit auch nicht immer soo einfach Kantersiege zu erzielen.

Was für den Erfolg spricht?

Wir haben fast alle Spieler wieder an Bord und somit sollte nicht nur der Konkurrenzdruck sondern auch die Leistung steigen. Bei allen Bayern. Nach dem Rückrunden-Auftakt gegen Fürth war da nämlich bei dem einen oder anderen noch Luft nach oben.

Wollen wir uns also an den Stuttgartern am Sonntag abarbeiten? Wollen wir.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Debütanten-Ball-Rausch an der kurzen Leine.

Als Fan des FC Bayern lebt man in diesen Wochen in einem „schizophren“ Zustand. War es in den letzten Jahren, gar Jahrzehnten zumeist so, dass ein Zufalls-, oder Nicht-Bayern-Meister auch nur jeweils für ein Jahr eine Konkurrenz darstellte und wir uns auf diese „Gesetzmäßigkeit“ verlassen konnten, ist seit der letzten Saison alles anders.

Der BVB hat seinen „Überraschungserfolg“ aus 2011 nicht nur in 2012 bestätigt, nein, er hatte es ferner vor Jahresfrist in kürzester Zeit geschafft uns 15 Punkte abzujagen und sich von Rekord zu Rekord zu siegen.

Diese Erfahrung prägt uns noch immer. Ob wir wollen oder nicht. Vom Vorstandsvorsitzenden bis zum Kommentierer hier auf meinem Blog.

Diese Erfahrung hat eine Unruhe zur Folge, die uns nicht nur ständig zwischen den Extremen hin und her taumeln lässt, sondern auch noch völlig neu für uns ist. Sie entspricht so gar nicht unserem Selbstverständnis.

Wie anders ist zu erklären, dass einige von uns (ich will mich da gar nicht intellektuell überhöhen und hier ausschließen), nach den beiden Remis gegen Nürnberg und Valencia nicht nur den alten Trainer endlich los sondern zusätzlich den halben Verein umkrempeln werden woll(t)en, wir alle nach der heutigen Gala gegen Hannover aber eigentlich das Gegenteil verlangen müssten?

Leute, wir haben zwei(!) Tore nach einer Standard-Situation erzielt. Und unser greiser Trainer gibt vor dem Spiel am Mikro zu Protokoll, dass er „dies sogar hat trainieren lassen“! Ungläubiges Staunen.

Und zu allem Überfluss, schießt Sportskamerad Martinez nicht nur sein erstes Tor für den FC Bayern, sondern liefert er imho das erste Spiel in unserem Trikot ab, nach dem ich ohne Zögern sage: Ja, auf Basis eines solches Spielvideos waren wir wohl endgültig bereit hier 40.000.000,- Euro locker zu machen.

Ganz zu schweigen vom ebenfalls ersten Saisontor von Dante (genau solche haben wir von ihm im Gladbach-Trikot einige gesehen) und erst Recht der Explosion nach dem Tor von Rückkehrer Gomez!

Was ist das für eine Geschichte?

Wir haben drei Stürmer für die eine Spielposition.

Der erste, Mandzukic, steht an der Spitze der Bundesliga-Torschützenliste. Der zweite, Pizarro, liefert (von der Bank) mal eben so ein Festival wie gegen Lille ab.
Und der dritte, Gomez, feiert sein Bundesliga-Comeback und erzielt 26 Sekunden nach dem Betreten des Platzes sein erstes Saisontor!

Ist das ein un-fucking-fassbarer Traum?!

Was wäre wohl mit dem Sturmkader der letzten Saison jetzt unsere Situation?!

Wer Zweifel an sich, dem FC Bayern oder ganz allgemein hat, sollte allein nur an dieses Thema denken.

Klar, es war „nur“ Hannover. Eine Mannschaft, die aktuell nicht mehr zwingend in Top-Form agiert. Und auch am Donnerstag erst in der Europa-League gespielt hat. Aber am Anfang des Spiels hat Hannover ja noch einigermaßen gut und mit gespielt. Nicht nur ich hatte bis zum 2:0 Sorge um ein fränkisches Deja-vu.

Unbegründet, wie sich herausstellen sollte. Spätestens mit dem 3:0-Pausenstand war der Drops gelutscht. Und ein Tor schöner als das andere.

Ebenso in HZ2. Und hätte Super-Mario noch ein bißchen mehr Glück gehabt, er oder Ribery hätten das Ergebnis noch unangenehmer werden lassen können. Für die Leine-Kicker.

Andererseits: Auch für ein 5:0 gibt es nur 3 Punkte. Und ob der BVB am nächsten Samstag ähnlich agieren wird, werden wir erst in der nächsten Woche wissen.

Einzelkritik?

Javier Martinez lieferte, wie gesagt, für mich sein bestes Spiel im Bayern-Trikot ab.

Franck Ribery scheint die Rippenprellung nicht mehr zu stören. Merklich.

Thomas Müller bemüht wie immer. Heute brauchte es keine Tore seiner speziellen Art.

Toni Kroos spielte in HZ1 sehr stark. Erst als es nicht mehr nötig war, nahm auch er sich eine Auszeit.

Bastian Schweinsteiger lieferte eine gute Vorstellung an – für die Glanzpunkte waren diesmal andere zuständig (z.B. Martinez).

Die Viererkette ließ kaum gefährliche Aktionen des Gegners zu. Besonders stark: Dante und Alaba. Solide: Lahm. Erneut noch nicht in alter IV-Form: Badstuber (leider).

Herr Neuer hat dann später auch noch die Chance bekommen, sich am Spiel zu beteiligen. Chance genutzt, ansonsten selten gefordert.

An Mandzukic gefiel mir vor allem seine Defensivarbeit. Punkt.

Vor dem „Gigantenduell“ reisen wir jetzt zunächst nach Freiburg. Ein extrem schwieriges Spiel. Denn wer denkt jetzt wirklich an Freiburg? Und nicht schon an Dortmund?

Andererseits: Sind alle Borussen komplett mit den Gedanken bei der Fortuna aus Düsseldorf?

Nein, ich genieße jetzt erst einmal den Moment. Und die Tatsache, dass für uns alle mal wieder das Glas halb VOLL sein sollte.

Und der BVB weiterhin nicht mehr aus eigener Kraft Deutscher Meister werden kann!

Ab morgen heißt es dann: Freiburg putzen!

Auf geht’s, Ihr Roten!

Drei Tage im August oder Königstransfer, Der

Er ist da. Javier Martinez. Unser Königstransfer.

Aber welche Anstrengung liegt da jetzt hinter uns? Sicher, unsere Verantwortlichen haben seit Wochen im Hintergrund wie vor den Mikros Europas für diesen Transfer gekämpft.

Aber was haben wir durchlitten? In den letzten Tagen und Stunden?

Ich denke, dass wir unseren Kindern noch von diesen drei Tagen erzählen werden.

Wer meinem Twitter-Account folgt, wird im Ansatz mitbekommen haben, wie sehr mich das mitgenommen hat.

Am Montagabend spürte ich eine ähnliche Erschöpfung wie nach dem verlorenen #FinaleDahoam. Unglaublich eigentlich, spielte sich doch alles nur auf so einem kleinen Smartphone ab. Aber diese Schnipsel, auf die wir uns alle stürzten, jedes Gerücht, jeder Fake wurde gierig aufgesaugt. Ist er in dieser nächsten Maschine? Was sagt der Flughafen dazu, gibt es einen neuen Tweet seiner Freundin und ist das etwa nicht der echte Account von Bilbao?

Aufregung, Anspannung bis zum Anschlag.

Und dann die Ernüchterung. Als er weder in irgendeiner Maschine saß, noch sich viele Meldungen tatsächlich als Gerüchte oder einfach nur falsch herausstellten. Aber morgen, morgen kommt er dann wirklich…

Zu diesem Zeitpunkt war ich fertig mit dem Thema. Meine Twitter-Timeline bekam das zu spüren. Der Dienstag war ruhig. Fast ruhiger als normal.

Erst am Abend kam dann wieder Bewegung in die Sache, als tatsächlich – man kann es gut oder schlecht finden – die ersten Tweets über das Statement der BILD hereinzwitscherten. Und besagtes Blatt hatte sich bei all dieser Hysterie spürbar zurückgehalten. Was Einigen im Laufe der Tage durchaus auffiel und ein gewissen Nachdenken erzeugte. Wie wir inzwischen wissen, war man dort einfach top informiert, denn alles was gesagt wurde (auch vor zwei Wochen), stimmte so ziemlich mit der Realität überein. Woher nur immer wieder diese Infos kommen? Wer konnte die denen bloß gesteckt haben? Aus dem innersten Kreis?

Wie auch immer.

Als in Schwabing eine echte Bombe gesprengt wurde, Feuer ausbrachen und man sich ernsthaft die Frage stellte, was man da eigentlich gerade abfeiern würde (ob der Bilder von den Bränden), platzte gegen 0:00 der Tweet eines eifrigen #SSND-Reporters in unsere Timeline. Ein Bild (eines Films) von Martinez. Auf dem Weg zur sportärztlichen Untersuchung bei unserem Vereinsarzt. Unbemerkt von allen Reportern, die seit Tagen den Münchner Flughafen belagerten. Verrückt.

Als Martinez die Praxis verließ ein weiteres Bild eines BR-Reporters. Gegen 4:00 morgens.

Ich ging um 23:30 ins Bett. Hätte ich Twitter nur 30 Minuten länger genutzt, hätte ich in dieser Nacht wahrscheinlich gar nicht geschlafen. Vor Aufregung.

Dann die Gerüchte über den Besuch beim spanischen Verband am heutigen Mittwoch. Die sich als wahr herausstellten, weitere Sorgen, weil Bilbao in einem letzten Zucken, Martinez‘ unentschuldigtes Fehlen beim 10:00-Training kritisierte und mit Konsequenzen drohte.

Zum Schluss hingegen die Vollzugsmeldung vom FC Bayern (per Twitter! Ebenfalls vor wenigen Tagen noch unvorstellbar.). Ein letztes Aufflackern der Hysterie (die Retweets dieser FCB-Meldung erreichte Rekordwerte) – und dann war nur noch Stille. Also zumindest bei mir. Und auch nur fast.

Aber da war Erleichterung. Grenzenlose Erleichterung. Dass wir diesen Transfer tatsächlich gestemmt hatten. Das wir uns durchgesetzt haben. Gegen Bilbaos Präsident. Gegen die Kritiker von außen (die aber so oder so unsere Transfers kritisieren würden). Und gegen all die anderen Großkopferten aus Madrid, Barcelona, Manchester und Mailand. Oder wer so alles Martinez ebenfalls haben wollte.

Außenstehende sind immer noch verwirrt ob dieser Begeisterung. Auch Bayern-Fans neigen teilweise immer noch zu diesen Gefühlen.

Ich nicht.

Endgültig sind für mich nun die bösen Geister der letzten Saison vertrieben. Als wäre eine Last von meinen Schultern genommen, der graue Schleicher über unserer Vize-Welt weggerissen worden.

Darum geht es! Welcher Bayern-Fan würde in Abrede stellen, dass die letzten beiden Jahre und besonders die letzte Saison, der letzte Mai an unserem Selbstwertgefühl geknabbert hätte? Dieser Transfer ist ein Statement. Ein Statement, dass wir uns das nicht gefallen lassen, dass wir uns wehren, wieder angreifen wollen.

Auch gegen die europäische Konkurrenz, nicht nur die in der Bundesliga.

Warum?

Weil Martinez imho tatsächlich der Spieler ist, der uns in unserem Mosaik noch fehlt.

Wir haben Dante geholt, um die IV zu vervollständigen. Wir haben Shaqiri geholt, um Alternativen zu Ribéry und Robben zu haben. Und jetzt haben wir endlich einen Martinez, der die offene Wunde 6er schließen kann!

Wer will abstreiten, dass der fehlende – mindestens gleichwertige – Ersatz für den verletzten Schweinsteiger in der letzten Saison der Knackpunkt war?

Natürlich hätten wir fast das Triple geholt und es lag eben nicht nur an der langen Verletzung Schweinsteigers, aber als er zurück kam, war er doch in den entscheidenden Spielen noch nicht wieder im Vollbesitz seiner körperlichen wie geistigen Kräfte?!

Und was wäre möglich gewesen, wenn wir z.b. nur im Pokalfinale einen Martinez statt eines Gustavo hätten aufbieten können? Gerade gegen eine solche Mannschaft wie den BVB?

Dazu kann man stehen wie man will, es ist zumindest meine Meinung und ich bin davon überzeugt, dass wir an Martinez noch so einige Freude haben werden.

Willkommen in München, Javier Martínez Aginaga!

Irgendwas mit großen Bänken, Löchern und Langeweile.

Es ist schon ein Kreuz. Mit dieser Sommerpause.

Wir Fußball-affine Menschen leiden. Und zwar nicht zu knapp. Leuten wie uns (Bayern-Fans) kann da zumeist auch kein Turnier einer Nationalmannschaft helfen.

Abwechslung in diesen – jedes Jahr wiederkehrenden – Wochen zwischen Juni, Juli und August bieten eigentlich nur die täglichen(!) Meldungen rund um unseren Verein. Einerseits.

Andererseits sind diese Meldungen zum Selbstzweck geworden, will sagen, es wird etwas gemeldet, obwohl es eigentlich gar nichts zu vermelden gibt. Was man ja auch an meiner Blog-Beitrags-Frequenz ablesen kann.

Die Langeweile, die eigentlich bekämpft werden sollte, kehrt somit zu uns zurück.

Wirklich übel sind ohnehin nur die Meldungen, die von Verletzungen unserer Spieler berichten. In der Vorbereitung! Aktuell ist diese Liste nicht gering, in den allerletzten Tagen aber nicht größer geworden.

Es fing an mit dem Rückkehrer Schweinsteiger, der ohnehin nur reduziert zurückkam. Die Vorbereitung also nicht vollwertig absolvieren konnte (abgesehen von diesem allgemeinen EM-Fahrer-Thema).

Dann die Alaba-Verletzung. Zack. Dann seine Vertretung Contento, Rafinha. Dann Gomez. Und sicher noch ein paar andere, die mir jetzt gerade entfallen sind.

Das klingt alles nicht gut.

Trotzdem bin ich gelassen.

Warum?

Weil ich erstens noch immer nicht im Fußball-Modus bin. Aus diversen, wechselnden Gründen kaum Vorbereitungs-Spiele meines FC Bayern im TV „bewundern“ durfte und mir somit auch Niederlagen wie am Samstag gegen Werder Bremen erspart bleiben. Zweitens neige ich ferner (zurzeit noch) nicht zu Extremen.

Was ist denn genau passiert?

Obige Spieler fallen ein paar Wochen aus. Ok. Grob gesagt, fällt die Hälfte dieser Zeitspanne in die Sommerpause. Nicht gut, aber auch nicht dramatisch. Punkt. Denn spielen wir etwa in drei Wochen das Pokalfinale, oder gar ein entscheidendes Spiel gegen den BVB um die Meisterschaft?

PLUS: Was passiert mit unserer Startaufstellung?

Mussten unter Herrn van Gaal noch all seine mitgebrachten Spieler ran und in der letzten Saison allerlei Positionsfremde Vertretungen, haben wir jetzt – plötzlich – mehrere Optionen.

Alaba und Contento können in der Anfangsphase dieser, noch nicht einmal gestarteten Saison von Lahm, Badstuber, Gustavo oder Can vertreten werden. Weil wir Lahm mit Herrn Boateng, Badstuber mit Herrn van Buyten oder Herrn Dante, Herrn Gustavo mit Herr Timoschtschuk oder Herrn Can vertreten können.

Und Herr Gomez? Für den steht Herr Mandzukic oder Herr Pizarro in der Startelf / als Backup parat. Und nicht mehr Olic und Petersen. Nix persönlich gegen die beiden, aber konnten wir uns mit beiden ruhig zurücklehnen und den Dingen ihren Lauf lassen?

Nein, ich persönlich denke, dass wir vor dieser Saison die Bank massiv verbessert haben. Viele mögen dies im Rahmen der Transferaktivitäten oft nicht so wahrgenommen haben, aber ich bin fest davon überzeugt, dass es diesbezüglich bei uns in der kommenden Spielzeit weniger Sorgen geben wird.

Ob jetzt Martinez nun doch kommt oder nicht und alles wieder nur eine Boulevard-Ente ist, wird man sehen. Schaden sollte uns ein Spieler seines Kalibers sicher nicht und es sollte durchaus ebenfalls nicht schaden, wenn wir etwas Druck von den Schweinsteiger’schen Schultern nehmen könnten.

Mir wäre dieser Aspekt auch verrückte 40 Mio. Euro wert.

Weisheiten #214

„Bayern München ist immer größer als der einzelne Spieler. Bei einem großen Klub wird es mögliche Härtefälle geben. Da erwarten wir eine Denkweise, dass alles für den Klub gemacht und dies akzeptiert werden muss. In schwierigen Situationen zeigt sich die Klasse […] Die Mannschaft war im letzten Jahr gut. Zu sehr gut ist es nicht so weit. In erster Linie steckt noch Entwicklungspotenzial bei uns, diese letzten Prozente suchen wir bei uns, nicht so sehr außerhalb.“

Matthias Sammer, bayerischer Sport-Vorstand und Aufbruchstimmungswecker

Hallo, ich bin ein verspäteter Artikel. Immerhin.

Dieser Artikel hat Moos angesetzt. Oder Patina. Seit Wochen ist er fällig. Und inzwischen musste ich ihn im Kopf gar umschreiben. Weil wir längst in der Vorbereitung zur neuen Saison stecken. Endlich, möchte ich hinzufügen.

Worum geht es?

Um den FC Bayern in der Saison 2012/13. Und seinen Kader. Oder zumindest den Veränderungen in demselben.

Es musste, sollte sich etwas ändern. Nach der Vize-Saison.

Einige Spieler verließen den Verein, andere kamen hinzu. Ich wollte schon länger mal eine Gegenüberstellung machen, wie da der aktuelle Stand ist. So für mich. Den ihr habt das ja alles schon längst durchdiskutiert… 😉

Wer ging (von hinten nach vorne)?

Butt (T), Breno (A), Pranjic (M), Usami (M), Olic (S), Petersen (S).

Wer kam (ebenfalls)?

Starke (T), Raeder (T), Dante (A), Can (M), Shaqiri (M), Weiser (M), Pizarro (S), Mandzukic (S), Weihrauch (S)

Liest sich gut. Ok, man sollte die ganz jungen Kerle vielleicht herausrechnen, aber über die Breite im Kader ging es ja auch zuletzt und über das Fordern und Fördern von Talenten. Also bitte.

Im Tor sind wir weiterhin sehr gut aufgestellt. Die Abwehr ist besser geworden. Wer würde das bezweifeln, wenn wir den „Tausch“ Dante vs Breno betrachten. Ferner einen van Buyten, der vielleicht mal wieder eine verletzungsfreie Saison einlegt.

Sehe ich die Vergleiche Shaqiri, Can und Weise gegenüber Usami und Pranjic wird mir auch nicht bange. Ebenso wenig bei Pizarro, Mandzukic und Weihrauch vs. Olic und Petersen.

Ende gut, alles gut?

Abwarten.

Natürlich ist hier der „versprochene“ Uli-Kracher noch nicht dabei. Schön wäre das schon. Vor allem jemanden zu finden, der entweder unseren Schweinsteiger massiv unterstützt oder ihm Beine macht. Je nach dem, was der Bastian so braucht in der neuen Saison. Khedira- oder Martinez-Klasse wäre dafür wohl vonnöten.

Müssen wir über einen 10er reden? Ist das Kroos, gar Müller oder sonstwer im Kader? Und falls nicht, brauchen wir so einen? Ich weiß es nicht. Was ich weiß, dass Herr Gomez in der nächsten Saison sicherlich (hoffentlich) mehr Druck bekommt, bekommen kann, als in der abgelaufenen Spielzeit. Dafür sollten Mandzukic und Pizarro schon sorgen.

Nein, ich bin dann doch nicht unzufrieden. Wenn jetzt noch „ein Guter“, „ein Kracher“ kommt, sind auch die Medien zufrieden und wir – sind wir mal ehrlich – doch auch.

Kann losgehen, die Saison!

Update: Herr Martinez hat sich heute klar zu Bilbao bekannt. Na dann.

Bayerische Gerüchteküche, Die #02

Man kommt ja zu nix. Und in der Zwischenzeit läuft die Transfergerüchteküche rund um den FC Bayern über.

Ok. Nach den ersten Verpflichtungen ist es etwas ruhiger geworden, aber zu schreiben gibt es ja immer was.

Wo sind denn die aktuellen Baustellen?

Innenverteidigung.

Na auf der IV-Position brodelt es auf jeden Fall. Der FC Bayern will Herrn Boateng. Herr Boateng will zum FC Bayern. Allein ManCity will nur eins: Geld. Und zwar jede Menge. Gerüchteweise zwischen 12,5 und 20 Mio. Euro. Na dann.

Ich stehe diesen Beträgen gespalten gegenüber.

Einerseits sollte der FC Bayern hier über seinen Schatten springen und endlich mal gutes Geld für gute Spieler auf Schlüsselpositionen ausgeben. Die letzte Saison sollte Warnung genug sein.

Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob Herr Boateng dieser Spieler ist. Wir reden hier eben nicht über Herrn Vidic oder den jungen Herrn Nesta (den ich damals gerne bei uns gesehen hätte).

Schwierig.

Wenigstens hat der Verein endlich erkannt und öffentlich bekannt, dass man so oder so auf dieser Position was tun werde.

Immerhin.

Klose-Ersatz.

Nach dem Abschied Herrn Kloses vermuten einige Fans eine mittelgroße Lücke im Offensivverbund.

Sagen wir es einmal so: Ich bin da ebenfalls zerrissen.

Klose hat mich mit seinem Phlegmatismus und seiner Chancenverwertung oder Torausbeute manchmal auch in den Wahnsinn getrieben, aber er war auch einer, der keinen Stress gemacht hat und tatsächlich zumeist alles gegeben hat.

Im Grunde ist es von mehreren Faktoren abhängig, ob wir noch einen Ersatz für ihn holen.

1. Unser zukünftiges Spielsystem.

Wenn wir nur mit einem Stürmer spielen, dann braucht es keine vier Spieler für diese Position im Kader.

2. Kaufen für die Bank?

Warum sollten wir z.B. den Zweitliga-Torschützenkönig kaufen, um ihn dann auf die Bank zu setzen, wo wir doch in Klose schon den perfekten Bankdrücker hatten?

Gehen wir einfach mal davon aus, dass Herr Olic wieder zurückkommt und alle Anzeichen deuten ja darauf hin. Und gehen wir ferner davon aus, dass sich Herr Gomez nun keine Robben-Verletzung holt.

Kommt nun wirklich noch dieser japanische Wunderknabe, dann sind wir doch offensiv sehr gut und flexibel aufgestellt, oder?

Müssen wir dann wirklich noch einen dieser 35-Mio-Euro-Gomez-Transfers über die Bühne bringen?

Eben.

6er.

Viel kontroverser ist ja das Thema Vidal und die bayerischen 6er.

Verständlich ist das Interesse der Bayern an ihm. Dafür hat er nicht nur gegen uns in der letzten Zeit einfach zu gut und gallig gespielt.

Unverständlich ist hingegen, dass man für ihn nur 10 Mio. Euro geboten hat.

Mal im Ernst, liebe Bayern-Führung: Soll das ein Witz sein? Leverkusen soll einen seiner wichtigsten Spieler für läppische 10 Mio. Euro abgeben? Von denen sie ohnehin nur einen Teil behalten dürfen? Und für einen Herrn Boateng, seines Zeichens (immer noch) Nachwuchs-Kraft und langzeitverletzt, bieten wir ähnlich bis sogar deutlich mehr?

Natürlich ist der Chilene im nächsten Jahr ablösefrei. Aber dann sollten wir es lieber ganz lassen, ihm einen Vertrag ab 2012 geben und bis dahin auf die Herren Schweinsteiger, Gustavo und Timoschtschuk. Denn die haben diese Position richtig gelernt und stehen schon in unserem Kader.

Unser Ukrainer hört dann bestimmt ohnehin auf und dann wäre das doch der perfekte Zeitpunkt für einen Wechsel.

Will man hingegen Vidal sofort haben, sollte man Gas geben. Als ob sich die Herren Völler und Holzhäuser hier auf Spielchen einlassen.

Und all denen, die meinen, dass der Transfer aufgrund unserer 6er-Dichte ohnehin total überflüssig ist, will ich mal was sagen:

Wer sagt, dass die Herren Kroos, Alaba und Pranjic echte oder international messbare 6er sind?

Was hat Herr Kroos bei uns für Partien auf der 6 abgeliefert und wo hat Herr Alaba im Nationalteam gegen uns eine bärenstarke Partie abgeliefert?

Nein. Die heutige Verlängerung mit Herrn Alaba war richtig und wichtig. Gerne kann er noch ein weiteres Jahr auswärtig Spielpraxis und Stärke hinzugewinnen. Und Herrn Kroos hat in dieser Saison – mit seinem Ex-Mentor auf Leverkusen – imho die finale Chance seine quälenden Ketten abzustreifen und beim FC Bayern den Durchbruch zu schaffen. Ansonsten war es das und er muss halt eine Klasse tiefer spielen. Zwar schade, alles andere macht aber dann keinen Sinn mehr.

Somit macht doch die Personalie Vidal viel mehr Sinn, oder?

Was auch immer die nächsten Wochen bringen, ich werde sie gespannt verfolgen.

Saltos, Chancen, Sensationen – aber der Vereins-Miro geht

Was war das damals für eine Aufregung. Als Miro Klose zum FC Bayern wechseln wollte, sollte.

Es wurde sogar seitens der DFL ermittelt (wohl auf Druck der Medien). Von Geldstrafen war die Rede. Ohne Ergebnis übrigens.

Ein Ergebnis gab es dafür im Rahmen einer Fan-Umfrage gegen einen Bayern-Spieler Klose (Der Manuel war also nicht der erste Neuzugang mit Gegenwind. Hui.). 129 Fans!

Half alles nichts. Klose wurde Bayer.

Ich würde jetzt gerne ergänzen „ein erfolgreicher“. Aber das ginge nur, wenn ich diesen Punkt an Titeln festmachen würde.

Seine eigene Leistungsbilanz ist eher ernüchternd.

Der deutsche Nationalstürmer bestritt zwischen 2007 und 2011 insgesamt 98 Bundesligaspiele für den FC Bayern und erzielte dabei 24 Tore.

Um das auch einmal ganz klar zu sagen: Ich versuche mich davon zu entfernen, hier selbst nun einen Klose zu bashen, aber wir reden hier über professionelle Fußballer. Die bekommen jede Menge Geld für ihre Arbeit. Und dabei muss man sich doch an den reinen Zahlen messen lassen müssen dürfen, oder etwa nicht?

24 Tore in 98 Bundesligaspielen? Wie viele Tore haben seine (Ex-)Kollegen Gomez, Elber, Makaay und Co. so in den letzten Jahren im Trikot des FC Bayern erzielt?

Sicher. Klose ist ein Spielertyp, der „sehr mannschaftsdienlich“ spielt. Geschenkt. Für mich ist diese Floskel immer die erste Entschuldigung für Stürmer, die das Tor einfach nicht treffen.

Klose soll es unter van Gaal auch nicht leicht gehabt haben. Hört man so in diesen Tagen. Entschuldigung, ich hatte immer den Eindruck, dass gerade sein Konkurrent Gomez dieses Problem mit unserem Ex-Trainer hatte, sich sogar gegen den Willen des Trainers im Kader aufhielt und diesem erst über Monate von seinen Stärken (Toren) überzeugen musste.

War es nicht vielmehr van Gaal, der Gomez schon bei seinem Dienstantritt sagte und später spüren ließ, dass er nicht „sein Transfer“ gewesen sei und „er ja Klose habe“?

Also bitte.

An den ersten sieben Spieltagen der letzten Saison – als wir (statistisch) die Saison verspielten – wer war da im Sturm des FC Bayern gesetzt?

Eben.

Nein, Miro Klose hat sich viele Verdienste rund um den FC Bayern erworben und seine ersten Monate im Trio Furioso mit Ribéry und Toni setzte seinerzeit Maßstäbe. An einige (entscheidende) Momente wie das Abseitstor gegen Florenz kann ich mich ebenfalls noch sehr gut erinnern.

Aber wo war der Nationaltrikot-Klose im Shirt des FC Bayern?

Sinnbildlich sein Abschiedsspiel in der Allianz Arena…

Ich habe vielmehr Verständnis für Klose. Denn er weiß sicherlich ganz genau, dass er sich beim FC Bayern nicht noch so eine Saison wie die letzte leisten kann. Will er wenigstens in der Nationalelf eine weitere Chance haben, muss(te) er wechseln.

Ganz abgesehen von dem Gehalt was wir uns nun sparen (was imho nur in dieser 2007er-Goldgräber-Stimmung möglich war). Aber ich wollte ja nicht auf dieses Niveau abrutschen.

Uns bleibt also Gomez. Und wir bekommen Olic zurück. Dazu eine frische neue Kraft wie Petersen.

Das ist schon einmal gut.

Hintendran steht ein Thomas Müller, der offensiv flexibel ist und zukünftig bestimmt auch sein muss, um seine Position im ebenso wachsenden wie frischeren Kader zu behaupten.

Braucht es vier Stürmer im Kader? Mit unserem aktuellen Spielsystem? Ich würde sagen, nein. Aber ich hätte auch nichts gegen eine weitere Ergänzung an dieser Stelle. Allein für den Konkurrenzdruck.

Schau’n mer mal.

Bis dahin: Alles Gute, Miro. Noch ein paar schöne Jahre im Ausland.