Das war ja alles absehbar, oder?

Ehrlich gesagt ist mein emotionaler Zustand rund um das Ende des gestrigen Gastspiels des FC Bayern in Frankfurt nicht zitierfähig.

Komischerweise ging es kurz danach schon wieder.

Vielleicht lag es an den immer platter werdenden Allgemeinplätzen der sog. Sport-Journalisten bei Dienstleistern wie z.B. Sky.

Nach dem dritten Satz fiel Studio-Moderator Dieter Nickles nichts Besseres ein, als einen Zusammenhang zu konstruieren zwischen dem nächsten Gegner in der Championsleague und den späten Toren der Eintracht.

Wie leer muss man argumentativ sein, wenn man immer wieder auf die gleichen Phrasen zurückgreift?

Höre ich so etwas, kanalisiert sich mein Ärger sofort in eine andere Richtung und plötzlich bin ich so gar nicht mehr auf van Gaal wütend, weil er einen 17-Jährigen über 90 Minuten durchspielen lässt, obwohl der doch massive Schwierigkeiten in der Defensiv-Bewegung hat.

Eine Tatsache, die sogar die Hessen derart schnell durchschaut haben, dass die sich wohl irgendwann sicher waren, ihre Niederlagen-Serie zu durchbrechen.

Hätte aber alles nicht sein müssen.

Klar war der Sieg der Frankfurter verdient, weil sie überwiegend mehr in das Spiel investiert haben und die Bayern nur ab und an ihre Offensivpower an den Tag legten.

Aber wenn es rund um den FC Bayern aktuell kein Kader-Problem gäbe, müsste nicht ein ukrainischer 6er den Mittelstürmer geben und allein vor dem gegnerischen Torwart die 150%-tige Chance auf das 0:2 und somit die Vorentscheidung in diesem Klassiker vermasseln.

Der Hintergedanke im Winter war sicherlich nicht schlecht. Bankdrückern mal ein wenig Spielpraxis zu geben. Aber faktisch waren die Bayern mit nur zwei einsatzbereiten Stürmern in die Mainmetropole gereist, von denen sich einer dann auch noch kurz vor dem Spiel verletzte (Olic).

Dazu noch die Dauerverletzung namens Ribéry und ein Pranjic, von dem wohl inzwischen niemand im Verein mehr so recht weiß, weshalb man ihn eigentlich haben wollte…

Da war das übliche Mittel, Robben mit 3-4 Gegnern zuzudecken plötzlich wieder eine scharfe Waffe und die bayerische Offensive zumeist lahmgelegt.

Das Mittelfeld an sich war zwar wie üblich besetzt, vor allem defensiv – die Probleme in unserer Defensive konnte dies aber nicht überdecken.

Im Gegensatz zu den Problemen durch die Mitte, die uns in den letzten Spielen so heimgesucht hatten, bekamen wir gestern über die Flanken Ärger.

Sicher könnte man jetzt darüber nachdenken (was ich auch während des Spiels getan habe), dass ein Alaba ja auch schon gegen Florenz auf seiner Seite Probleme hatte und eben am Freiburger Gegentor vor Wochenfrist durch sein Stellungsspiel nicht völlig schuldlos – aber hallo?

Wir reden hier von einem Spieler, der noch nicht mal volljährig ist. Der jüngste Bundesliga-Spieler der Bayern aller Zeiten.

Entweder man setzt auf die Jugend, oder man macht es nicht. Und der Verein hat diesem Spieler durch einen langfristigen Profivertrag ja nun einmal das Vertrauen ausgesprochen.

Trainer wie z.B. Magath, Klinsmann, Röber oder Funkel hätten Alaba bestimmt spätestens zur Halbzeit aus dem Spiel genommen.

Wäre das Tor zum 1:1 so zu verhindern gewesen und auch die darauffolgende Schockstarre, die zum 1:2 führte?

Vielleicht (dann wäre sicherlich ein anderer Bayer in die Bresche gesprungen).

Aber Alaba wäre somit ebenfalls erledigt gewesen. Ähnlich wie Herr Braafheid. Und der ist einige Jahre älter.

Nein. Vertrauen ist gut. Und ich finde es auch gut, dass der Verein, in der Person van Gaal das endlich auch mal durchzieht.

Es sei denn, Alaba wird ab jetzt zum Dauernervenbündel und wir verlieren Spiele in Serie. Wovon ich nicht ausgehe.

Schlimmer sieht es vielmehr mit der Personaldecke in der Innenverteidigung aus.

Herrn Demichelis’ Gesicht wurde ja bekanntermaßen von Herrn Ballack im Freundschaftsländerspiel(!) zertrümmert. Bekannt (Ribéry ja mit ähnlichem Schicksal – anderes Thema).

Herr van Buyten nun – wenn ich mich recht entsinne – zum zweiten Mal in dieser Saison mit Klischko-Gegner-Gesicht. Na bravo.

Völlig unvermittelt bekommen wir vor Augen geführt, welches Chaos auf dieser Position seit zwei Jahren herrscht.

Timoschtschuk, zuvor eingewechselt und zunächst in der Offensive an der Vergabe der Vorentscheidung beteiligt, rückt ganz nach hinten und übernimmt die Position des Belgiers.

Die wievielte Kombination war das auf dieser Position?

Unser Trainer hat nach Spielschluss die Auswechslung van Buytens in einen kausalen Zusammenhang mit den beiden Gegentoren gebracht. Dies vermag ich nicht zu beurteilen, da ich Timoschtschuk nicht direkt beteiligt sah, aber von Vorteil war das Durcheinanderwirbeln hier sicherlich nicht.

Und gegen Schalke, zum Auftakt der nun wirklich harten Wochen, fehlt Daniel nun ebenfalls.

Gegen Kuranyi und Co. Ich freu’ mich.

Aber Ribéry soll ja wieder dabei sein. In Schalke.

Also der Ribéry, der jetzt wieder 3-4 Wochen braucht, bis er wieder bei 60-70 Prozent liegt?

Das hört sich gut an.

Wie ich das gestern auf Twitter fast geschrieben hätte (es dann aber – mal wieder – von meinem E-Mail-2-Twitter-Dienst nicht übermittelt wurde): Es hätte ein Bayern-Spieltag werden können. Hätte.

Natürlich war es gut, dass Leverkusen inzwischen auch eine kleine Auswärtsschwäche entwickelt und beim BVB insgesamt verdient verloren hat, aber hätten die Bayern dieses 1:0 einfach nur über die Runden gebracht, wären es jetzt schon 6 Punkte auf Vizekusen!

So was ärgert mich.

Denke ich dagegen an das letzte Spiel gegen Freiburg, als es im Grunde fast entgegengesetzt lief (verdienter Sieg nach langem 0:1), muss ich leider einmal mehr einen meiner Lieblingssätze zum Besten geben:

Es gleich sich alles immer wieder aus!

Verliert jetzt der FC Magath 04 heute auch noch in Hamburg, ist im Grunde ja nix passiert.

Aber wie gesagt: Persönlich hätte ich mir – vor diesem Wochen der Wahrheit – etwas mehr Polster gewünscht. Vor allem aufgrund der Tatsache, dass wir ja jetzt unseren Stamm zu einem nicht geringen Teil aus Nachwuchskräften oder fachfremden Personal zusammenstellen müssen. Und unsere Gegner haben eine weitaus geringere Belastung (ich freue mich diesbzgl. übrigens schon auf die nächste Saison, wenn Schalke und Vizekusen dann Dreifachbelastung nur die Plätze 4-6 spielen werden – Fußball-Naturgesetz).

Nicht dass die Bayern dies – wie erwähnt – nicht gewohnt wären. Dabei ist aber auch ein Kader vonnöten, der diesem Anspruch und Maßstab standhält.

Mehr als die Hoffnung bleibt somit wohl nicht. Die Hoffnung am Ende der Saison nicht mit leeren Händen dazustehen.

Am Mittwoch gibt es den ersten Meilenstein zu meistern. Auf geht’s

Der Robin, der Häuptling der Breisgau-Gutmenschen

Ich war gestern Abend verhindert. Von daher sah ich keine Livebilder vom Gastspiel der Freiburger Kellerkinder beim FC Bayern.

Auf der Heimfahrt ein paar Wortfetzen auf SWR3 und ein Moderator dem, ob des 0:1, das Wasser im Mund zusammenlief. Das erinnerte mich an alte Dietmar Schott-Zeiten auf WDR1 – vor allem wenn der FC Bayern verloren hatte.

Egal.

Kurz bevor wir zu Hause aufschlugen, noch einmal ein Blick des Moderators auf den Spielstand – „oh, schade, Robben hat gerade den Ausgleich gemacht. Aber schon ein Remis ist ja eine Sensation für die Freiburger.“

All das musste ich ertragen, ohne selbst etwas von den Gesagten beurteilen und einschätzen zu können.

Als der Wagen geparkt und der Thronfolger umgebettet war, schnell Pay-TV an und jubeltende Bayern im Interview. Das reichte ja schon fast an Information.

Dann aber das Interview mit Robin Hood Dutt.

Alter Schwede, danach kann man die Uhr stellen. Die Freiburger wurden klar benachteiligt. Aber sicher doch.

Nur ist das leider immer wieder die gleiche Platte bei Herrn Dutt. Mich erinnert das fatal an den guten alten Cato.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Freiburg in jedem Spiel – ganz besonders gegen die Bayern – benachteiligt wird.

Tja.

Aber schauen wir doch mal ernsthaft auf besagte Szene.

Butscher berührt den Ball mit der Hand. Alle Freiburger sprechen von „angeschossen“. Wobei man sich unter den Gutmenschen mit der Entfernung nicht sicher ist. Butscher selbst will „10 cm“ erkannt haben, Dutt „einen Meter“. Wie auch immer.

Erstens hat der Schiedsrichter eine aktive Handbewegung gesehen.

Zweitens hat er dies nach dem Schlusspfiff und dem Studium der TV-Bilder immer noch so gesehen.

Drittens kann man das wirklich so sehen, wenn man die Wiederholungen so anschaut. Abgesehen davon, man will es nicht sehen.

Trotzdem ist natürlich nicht minder klar, dass ein anderer Schiedsrichter in einem anderen Spiel vielleicht anders hätte entscheiden können. Grenzwertig. Aber Freiburgs Abstieg ist natürlich beschlossene Sache. Alle Bundesliga-Schiedsrichter haben sich zusammengerottet und wollen die einfach in die zweite Liga pfeiffen.

Ist doch offensichtlich.

Die Schiedsrichter sind schließlich auch dafür verantwortlich, dass die Freiburger bis letzte Woche in gefühlten 50 Heimspielen kein Tor mehr geschossen haben und sich die Hannoveraner endlich mal wieder drei Punkte sichern konnten. Hannoveraner, die seit Enkes Tod so ziemlich gar nicht mehr auf die Reihe bekommen haben.

Das kann alles auf gar keinen Fall an Freiburg selbst liegen. Geht einfach nicht.

Zumindestens nicht in der verwirrten Welt Herrn Dutts.

So. Das musste mal gesagt werden.

Und jetzt zum Rest.

Spontan wollte ich meinen Bericht etwas positiver gestalten. Aber dann las ich gerade beim lieben Zechbauer den Bericht zum Spiel und lies mich überzeugen.

Weil ich ja selbst nichts live und über 90 Minuten sehen konnte. Nur den ausführlichen ASS-Bericht.

Die ersten 60 Minuten müssen wohl wirklich schlecht gewesen sein. Aber dann erinnerte man sich in den Reihen des FC Bayern an die eigenen Fähigkeiten und rang die wackeren Tabellenvorletzten nieder.

Verdient, wie wohl selbst die SC-Verantwortlichen einräumen mussten.

Robben war hier das Spiegelbild des Spiels. Zunächst schwach und einfallslos und dann wirbelnd und der entscheidende Unterschied. Mit Einzelaktionen. Und Standards(!).

Aber so bleiben die Schalker schließlich seit Wochen „oben dran“. Wieso sollte derlei für die Bayern nicht gelten?

Den Rest sollen andere beurteilen, ich kann’s diesmal nicht. Persönlich bin ich nur froh, dass es tatsächlich zu drei Punkten gereicht hat – in der Vergangenheit, auch der jüngeren, war derlei nicht immer sicher.

Sind wir froh, dass wir einen Robben haben und zünden wir jeden Tag ein Kerze an, dass er sich in dieser Rückrunde nicht noch einmal verletzt.

Ansonsten: Diese Woche mal so richtig ausruhen, CL-Auslosung entgegenfiebern und auf die reduzierte Frankfurter Eintracht konzentrieren.

Der Jörg, der Daniel und jede Menge Robbenwind

Ist das nicht komisch, dass ich zum zweiten Mal in Folge über einen Torwartfehler berichten muss? Hat der FC Bayern (schon) wieder ein Problem im Tor?

Auf der anderen Seite: Butt glich seinen Fehler wohl mit seiner Kahn’esken Parade gegen Gilardino aus. Ebenso wurde Kloses Abseits-Tor im Hinspiel durch Gilardinos Abseits vor dem 0:2 ausgeglichen.

Ferner gab es jeweils einen Sieg und eine Niederlage.

Knapp war’s also. Und bei Wirbelwind Robben können wir uns bedanken, dass es trotzdem zum Viertelfinale reichte.

Was sich nicht ausglich und fast schief gegangen wäre, war die indiskutable Leistung unseres Abwehrbollwerkes Daniel van Buyten!

Alter Belgier, was war das denn?

Klar ließ Butt den – vom Wind mehr als unberechenbar gemachten – Ball prallen. Aber Herr van Buyten darf Herrn Vargas durchaus dem Ball abnehmen, bevor dieser ihn in den spitzen Winkel zimmert. Hat er nicht.

Ebenso wie beim 1:3 seine stümperhafte – wie nennen wir es – Aktion(?) gegen Jovetic.

Albern. Zumindestens nicht Championsleague-like.

Zum Glück haben wir die Robbéry-Power-Offensive, da kann man sich so eine Defensive leisten. Noch.

Aber wir haben mit dem Viertelfinale ja jetzt ohnehin unser Minimalziel schon erreicht. Da macht es ja nix, wenn’s die Endstation wird, oder?

Zu pessimistisch? Keine Ahnung. Aber mit dieser Abwehr, wo immer mal ein anderer sich seine Aussetzer nimmt, wird’s sicher nicht reichen. Gegen welchen der sieben Hochkaräter auch immer.

Zukunftsmusik.

Es gab rund um das Spiel auch viel Erfreuliches.

Unseren Kapitän zum Beispiel. In Halbzeit zwei war das echt gut. Ebenso die Steigerung von Ribéry, die Kondition Robbens nach seiner Grippe und das Debut Herrn Alabas. Respekt.

Insgesamt bin ich wohl zufrieden. Kommt selten vor. Aber wie man gegen Florenz nie aufgegeben hat und immer wieder zurückkam, das fand ich klasse. Und Florenz ist, selbst wenn man das nach der Auslosung und im Vorfeld dachte, keine Laufkundschaft. Wie die durch die Vorrunde marschiert sind, sollte man nicht unter den Teppich kehren.

Gegen die Geistesblitze unserer Künstler war aber auch in der kalten Toskana kein Kraut gewachsen.

Und der Rest wird schon.

‚Hach bin ich heute dann doch noch oberflächlich optimistisch geworden…

Von Jörg, dem 45-Minuten-Poldi und jeder Menge Aluminium

Sind wir mal freundlich: Herr Podolski lieferte gestern in der ersten Halbzeit die besten 45 Minuten seit der WM 2006 ab.

Darüber mag man sich als Bayern-Fan ärgern, auch wenn die meisten, mich eingeschlossen, längst ihren Frieden mit diesem Missverständnis (also PrinzPeng und die große, weite Welt) gemacht haben. Als FC-Fan würde es mich aber zum Kochen bringen, wenn es erst eines Heimspiels gegen des FC Bayern braucht (am 25.Spieltag der Saison), bis man bei einem Fußballprofi wie ihm zum ersten Mal vollen Einsatz, Biss und Laufbereitschaft sieht.

Wohl gemerkt nur über 45 Minuten, aber das reichte, um die Bayern, den frischgebackenen Tabellenführer, zum Seitenwechsel in Rückstand zu bringen.

Albern. Und lächerlich.

Eine zutiefst mittelmäßige Mannschaft wie der kölsche FC, der nur im realitätsfernen Anspruchsdenken des Umfeldes auf Championsleague-Niveau spielt und im Heimspiel zuvor noch mit sage und schreibe 1:5 böse unter die Räder kam, wurde vom flügellahmen Branchenführer perfekt aufgebaut.

Ich hatte davon nichts mitbekommen, aber kurz vor Anpfiff, als ich per Sky die Mannschaftsaufstellung las, war plötzlich keine Rede mehr davon, dass alle Nationalspieler unversehrt von diesen Witz-Länderspielen zurückgekehrt waren.

Ribéry angeschlagen auf der Bank, Robben gar mit Grippe in München geblieben. Hallo?

Na fein, dachte ich, dann gibt’s ja für Startformation keine Ausreden. Bezüglich Laufen, rennen und kämpfen.

So ging auch das Spiel los. Mit bayerischer Dominanz und Ball- und Gegnerkontrolle.

Und einem aufgedrehten Podolski. Dem in der 8.Minute Flipperähnlich der Ball perfekt vor den einzigen Fuß fiel, dem man annähernd sowas wie fußballerische Fähigkeiten zuschreiben kann (mit dem rechten Fuß geschossen, wäre der Ball aus dem Stadion geflogen). Zack an die Latte. Ein Weckruf. Für die 11 Innenverteidiger des FC.

Fortan schaffte man es zumindestens 4-5 Mal die bayerische Abwehr in durchaus gefährliche Konter zu zwingen.

Weshalb die meisten Kommentatoren sich genötigt sahen, die Führung der Kölner der Pause „als nicht unverdient zu bezeichnen“.

Für mich kein Grund.

Ein Grund wäre es schon eher, wenn man einräumt, dass die Bayern das Spiel vor dem Pausentee zwar mehr als dominiert haben, aber vor dem Tor viel zu harmlos wirkten. Darüberhinaus fehlte den van-Gaal-Kickern jeglicher Dynamik und Geschwindigkeit im Spiel nach vorne. Ein Umstand der ohne Frage der Abwesenheit unserer Flügelzange geschuldet war.

Schlimm. Irgendwie vermittelte man insgesamt den Eindruck, dieses Gastspiel nicht sonderlich ernst zu nehmen und schon die Vorbereitung auf das wichtige CL-Rückspiel in Florenz gestartet zu haben. Nach innen wie nach aussen.

Nicht vergessen möchte ich an dieser Stelle übrigens denJörg. Immerhin war er nach dem Spiel souverän genug, seinen Torwartfehler einzuräumen. Und wenn diese neuen Bälle 100x so schlimm flattern, Alter, den Ball musst Du mit links halten. Oder mit rechts. Das gibt’s doch nicht. Natürlich setzte dieser geschenkte Ball dieser Halbzeit die Krone auf.

Hilft aber alles nix.

In der Kabine gab es von van Gaal offensichtlich die richtigen Worte. Endlich spielte mein Verein so, wie man es vom Anpfiff an erwartet hätte: Schnell, variantenreich, mit Druck und den FC in den eigenen 16er einschnürend.

Darüberhinaus Chancen fast im Minutentakt gegen eine Abwehr, die diesen Namen phasenweise nicht verdiente.

Warum nicht gleich so? Wo ist das Problem, immer 100% zu geben? Warum nur unterschätzt man derlei Gegner und lässt nicht erst nach einem 3:0 die Luft raus?

Da steckst Du nicht drin.

Insgesamt wäre ein Sieg der Bayern verdient gewesen. Zwar war Köln in Halbzeit 1 stark, viel stärker als vermutet, aber der Druck, den die Bayern nach dem Seitenwechsel aufbauten, war dann doch ’ne ganz andere Liga. Und neben dem Lattentreffer von PrinzPeng, trafen die Aluminium-Könige der Liga (Schweinsteiger zum 7.Mal!) zweimal Pfosten oder Latte.

Das gibt’s einfach nicht!

Trotzdem: Es sind weiterhin drei Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger und folglich muss Bayer in Nürnberg gewinnen. wie schwer das ist, haben die Bayern schon leidvoll erfahren müssen.

Aber ehrlich gesagt halte ich es nicht für möglich, dass derlei Ergebnisse gegen die Bayern auf andere Gegner übertragbar sind. Die Bayern sind nun einmal der Aufbaugegner der Liga. Da beisst die Maus keinen Faden ab.

Aus genau diesem Grund können wir uns nur auf uns selbst verlassen. Und sollten wir Halbzeiten wie die erste in Köln für den Rest der Saison ab sofort und bitte dringendst vermeiden!

Noch was? Einzelkritik? Nö. Eigentlich nicht.

Das Thema Butt habe ich schon angesprochen. Schweinsteiger lieferte eines seiner besseren Spiele ab, Contento wird langsam immer besser und sicherer, die IV stand zumeist gut und die Offensive – naja, ohne Ribéry und Robben nur die Hälfte wert. Von daher der FCB erst in Halbzeit 2 auf einem Niveau, dass eines Tabellenführers würdig ist.

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa.

Schon komisch irgendwie. Wenn es dann soweit ist, ist man plötzlich ganz ruhig.

Völlig weg die Nervösität der letzten Wochen, die mehr oder weniger ausgeprägte Wut ob dieser Unterbrechung unserer schönen, jahrzehntelangen Siegesserie gegen die Hamburger.

Alles weg. Alles gut. So plötzlich. Mit dem Pfiff, der ein Spiel für gewöhnlich so beendet.

Vielleicht lag es auch an den Tränen des Thronfolgers, der sich, ob unseres Urschreis im Rahmen des Ribéry-Hammers, so sehr erschrak, dass er ein paar Minuten erst mal Abstand hielt und nur nach intensivsten Bemühungen von der eigentlichen Freude dieses Moments überzeugt werden konnte.

Wer weiß das schon. Trotzdem gab es kaum einen (fußballerischen) Moment in meinem letzten Jahrzehnt, der mich mit mehr Begeisterung, Befriedigung und Beruhigung erfüllte, als diese 78. Minute im ewig jungen Nord-Süd-Duell.

Und das nach all diesen bitteren Pillen der letzten Jahre. Ebenso bitter wie unnötig. Aber inzwischen so intensiv, dass einige Wirrköpfe sich schon dazu hinreissen ließen, den HSV als sog. Angstgegner für unseren FC Bayern zu klassifizieren.

Absurd.

Sicher. Wir hätten das Hinspiel nicht unbedingt verlieren müssen, wenn wir nur unsere Chancen genutzt hätten, aber in den Jahren zuvor hatte der Ausgang so ganz und gar nichts mit Angst und Gegner zu tun, sondern eher mit Schiedsrichtern.

Alles Geschichte. Wie auch das letzte Heimspiel, das vorletzte oder noch davor liegende Gastspiel an der Elbe.

Diese sog. Serie ist beendet. Und dies völlig zu Recht.

Zwar war der FC Bayern gestern nicht so stark zu gegen Juve, Bremen oder in Bochum. Aber wer wollte leugnen, dass es in unserer aktuellen Lage vielleicht wichtiger war einfach nur die drei Punkte einzufahren.

Von „unserer Lage“ zu sprechen und diesen Begriff eher negativ zu besetzen, mag für Aussenstehende immer noch befremdlich wirken, vor allem, da wir nun endlich wieder Tabellenführer sind.

Aber die Bayern hätten es auch gestern gegen den HSV wieder versauen können. Mit ihrer mangelhaften Chancenverwertung und den fast perfekten Einladungen zu Nordlicht-Toren.

Sowas geht eigentlich gar nicht.

Bis zum Tor von Ribéry musste man ja phasensweise erneut Bedenken haben, ob einige Spieler überhaupt Tabellenführer werden woll(t)en.

Gefallen hat mir das ganz und gar nicht. Über Minuten gab es ein Fehlpassfestival nach dem anderen. Zusammen mit dem Labbadia-Kickern zwar, aber trotzdem mehr als unnötig. Für meine, unsere Nerven.

Klar. Der Sieg war verdient. Er hätte aber gerne früher und deutlicher feststehen können. Allein, der HSV hat es nicht zugelassen. Und viele FCB-Spieler zeigten ebenfalls nicht ihre Topleistung. Unsere Flügelzange lahmte über nicht wenige Strecken des Spiels (und ja, ich werde wohl nie begreifen, wo sich die 2-3 freien Mitspieler verstecken, wenn Ribéry und Robben gedoppelt, gedrittelt oder geviertelt werden).

Hinzu kam, dass Schweinsteiger und van Bommel ebenfalls nicht über die vollen 90 Minuten die Defensive dicht hielten – der eine oder andere Konter rollte viel zu schnell auf’s Butt’sche Tor.

Zum Glück hatten die Hanseaten, bis auf den einen Trochowski-Schuss und den Ball auf der Latte, wenig Zielwasser getrunken, weshalb derlei Fehlverhalten folgenlos blieb.

In unserer Offensive nicht weniger Fragezeichen.

Gomez und Müller.

Manchmal denke ich wirklich, dass ich andere Spiele sehe. Natürlich war Müller bemüht, aber wieviele Fehlpässe waren das gestern wieder? Wie wenig Konzentration vor dem Tor? Da ist weiterhin Luft nach oben. Zum Glück kam es endlich einmal zu einer Auswechslung, Gegen Olic. Der mich aber ebenfalls nicht mehr so arg überzeugt, wie zum Ende der Hinrunde.

Nein. Aktuell macht es wohl eher das Kollektiv und die neue Effektivität aus. Zauberfußball war Januar, Anfang Februar. Jetzt ist März und Tabellenführung.

Teilweise schwierig zu entscheiden, was mir lieber ist.

Tabellenführung, damit endlich mal das Gerede des Boulevard und die ewig gleichen Phrasen des obersten Vertreters der sprachlichen Langeweile, Rene Adler (manchmal glaubte ich ernsthaft – wie bei weiland Helmut Kohl – man hat(te) das Interview-Band von der Vorwoche eingelegt), ein Ende finden kann?

Zauberfußball, damit wir weiter in der Dominanz und Demütigung des Gegners schwelgen können?

Die Wahrheit liegt wohl – wie so oft – in der Mitte.

Mit zauberhaften Einzelmomenten die Tabellenführung klar machen und ab jetzt nicht mehr abgeben!

Das könnte mir gefallen.

Dann könnte ich mich auch damit anfreunden, dass wir unsere Heimspiele gegen den HSV noch nicht wieder mit 6:0, 6:2 oder 6:2 für uns entscheiden…

Noch was?

Achja.

Die Schweinsteiger-„Attacke“, die zur späteren Auswechslung des Sportskameraden Rost führte, war natürlich keine Absicht (nur falls die üblichen Verdächtigen dies evtl. anführen wollten), sondern allein Kampf um den Ball und diesem muss sich Rost aussetzen, selbst oder gerade wenn er angeschlagen ins Spiel geht.

Zweitens zeigte der Sportskamerad Lahm seinem Gegenüber Demel, wie man mit einem Gegenspieler umgeht, der einen vorführt oder vorführen will. Trickreich war Elia nur für kurze Zeit aktiv. Danach kochte Lahm ihn mit einer astreinen Parade nach der anderen ab und der neue Wunderknabe sah keinen Stich mehr. Demel dagegen brannten nach dem (zugegeben etwas provokanten) Spielchen Ribérys die Sicherungen durch, was sich in einem dunkelgelb-würdigen Foul widerspiegelte. Was wiederum an eine köstliche HSV-Serie erinnerte, als man unter dem Übungsleiter Doll Woche für Woche Platzverweise kassierte…

Naja, lassen wir das mal alles ruhen und erfreuen wir uns an Folgendem:

Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey!

Wir brauchen einen Spielmacher

Es wird schlimmer, oder? Und die Entwicklung ist auch klar zu erkennen.

Da kann van Gaal noch so sehr am Sky-Mikro explodieren, das war großer Mist.

Mist war die erste Halbzeit, Mist war, dass wir nach dem 1:0 nicht noch in HZ1 nachgelegt haben und Mist war auch die zweite Halbzeit, weil wir zwar gefühlt über 90% Ballbesitz hatten, daraus aber rein gar nix gemacht haben.

Nürnberg ermauerte sich einen Punkt, der allein noch nicht zum Klassenerhalt reicht. Vor allem wenn der Club sich darauf jetzt was einbildet.

Die einzigen, die sich gerade vor Lachen nicht mehr einkriegen sind die Schalker und Vizekusen.

Um was wollen wir wetten: Morgen liefert Bremen ’ne grottige Heimpartie ab und breitet den Heynckes-Kickern den roten Teppich aus. Würde passen.

Aber dass der FC Bayern sich nur auf sich selbst verlassen kann, ist ja schon länger bekannt.

Kleiner Trost: van-the-Man verletzt und der HSV prompt nur Remis.

Läuft es insgesamt so weiter, ist der aber nächste Woche in München wieder dabei und agiert sicher ähnlich wie in Stuttgart.

Genug der Jammerei.

Den Bayern fehlt in diesen Tagen so einiges.

Erstens Konsequenz.

Ansonsten hätte Gomez kurz vor Schluss freistehend den Siegtreffer erzielt.

Zweitens Unabhängigkeit von Ribéry und Robben.

Sind beide oder zumindestens Robben nicht dabei, läuft bei uns nix zusammen. Vor allem gegen stark defensive Team. Wie Nürnberg. Aber so spielen ja im Grunde alle Teams gegen uns. Selbst Schalke. Bei ihrem München-Gastspiel.

Deshalb drittens ein Spielmacher. Wenn die Flügel dicht sind, oder einfach die komplette Zange fehlt, wo bleibt dann die Kreativität in der Mitte? No chance. Ob das Flügel-System aber jetzt schon gescheitert ist? Abwarten.

Zum Glück hat weder Demichelis ein Tor verschuldet noch Ottl oder Breno eins erzielt.

Trotzdem darf man den Ball vor dem Nürnberger Ausgleich mehrfach klären. Scheibenschießen im Bayern-Strafraum. Lächerlich.

Bemerkenswerter Nebeneffekt: Die Diskussion um unsere Siegesserie ist zu Ende. Können wir uns also wieder um das Wesentliche kümmern. Tatsächlich Siege zu feiern.

Bitte direkt gegen den HSV wieder damit anfangen. Doppelt wichtig.

Mehr fällt mir momentan nicht ein. Leergeschrieben. Nach meinem Twitter-Ticker. Einzelkritik ist da ebenfalls schon geäußert.

Gute Nacht.

Das hier ist Championsleague, Freunde!

Na, habe ich es nicht gesagt?

Das war gestern ja mal ein feines Zittererlebnis meines FC Bayern. Und erneut musste uns ein irreguläres Tor helfen. Erneut gab es aber auch keine Frage, wer hier der verdiente Sieger war.

Trotzdem darf man sich auch mal auf dem Platz konzentrieren und nicht als Nervenbündel umherirren. Einem Contento mache ich da vor dem Ausgleich der Italiener keinen Vorwurf. In seinem ersten CL-Spiel? In seinem Alter?

Nein. Da sind andere Stammkräfte gefragt.

Es ist eben Championsleague. Und da trafen die Bayern auf eine nur dem Anschein nach schwächelnde Florenzer Mannschaft. Das war ein Taktik, wie sie perfekter nicht sein konnte. Aus Sicht des 11. der italienischen Liga.

Eine perfekt auf den FCB abgestimmte Taktik, die genau der Gegenentwurf zu unserem Spiel war. Ribéry und Robben aus dem Spiel nehmen, die Mitte dicht machen und ansonsten die Schwächen der bayerischen Defensive aufdecken.

Hätte fast geklappt. Aber nur fast. Und eigentlich kann auch unser Gegner von Glück reden, dass die Chancenverwertung (auch hier: in der CL gibt es nicht so viele wie in der Bundesliga – andere Liga halt) in dieser Rückrunde noch nicht wesentlich besser geworden ist.

Trotzdem muss der Schiedsrichter und erst recht der Linienrichter Kloses Abseits sehen. Alter Schwede, soviel Abseits habe ich noch bei keinem Tor gesehen. Echt nicht. Waren das 1,5 oder eher 2 Meter?

In diesen Tagen fällt es schwer dagegen zu argumentieren und ich habe, ehrlich gesagt weder Zeit noch Lust, Dusel-Gegenbeispiele herauszusuchen. Wenn jemand von euch was parat hat, bitteschön. Was ich allerdings, ist, dass es sich ausgleicht. Immer. Irgendwann. Spontan fallen mir all unsere Latten- und Pfostentreffer in der Bundesliga ein, oder der von Toni in Bordeaux. Nur mal so.

Ist aber latte. Der Schiedsrichter hat’s anders entschieden und dass eben dieser Spielleiter offenbar kein Freund der Italiener ist (EM 2008), ist ja nicht unsere Sache und sowieso nur Spekulation.

Davon ab war es ein eher mittelmäßiges Spiel. Taktisch geprägt. Von Florenz. Die Bayern agierten ob dieser Starre wie in der Hinrunde: statisch und zu langsam. Trotz Ribéry und Robben.

Aber wie nach dem Spiel von van Bommel und van Gaal erwähnt: wird Robben von drei Gegenspielern belästigt, muss man den Ball schnell auf die andere Seite spielen. Wird dort Ribéry ebenfalls von 3-4 Spielern attackiert, wieder zurück, etc.

Irgendwann entsteht so schon die erforderliche Lücke.

Apropos Lücke.

Aufgrund der roten Karte spielte Florenz die Partie mit 10 Mann zu Ende. Machte allerdings keinen Unterschied, ob man rund um den Strafraum mit 10 oder 9 Feldspielern agiert.

Beim FC Bayern sah das aber lange Zeit ähnlich aus. Und hier verstehe ich van Gaal manchmal nicht so recht. Sicher hat er seine Prinzipien und wenn er mal von einem Spieler überzeugt ist, zieht er das mit ihm durch. Aber wieso dürfen Demichelis und Müller immer und immer wieder so lange auf dem Platz stehen?

Bei Demichelis mag es ja noch die fehlende Alternative sein, aber Müller hängt doch ein Olic im Nacken, oder sehe ich das falsch?

Zumindestens gibt Olic immer wieder nach einer Einwechslung Gas und auch wenn noch nicht wieder in dieser Zauberform vom Ende der Hinrunde ist, so vermag er doch von der Leistung her aktuell einen Müller mehr als zu übertreffen.

Das mich keiner falsch versteht, ich bin von Müller ebenfalls überzeugt. Junge Talente aus dem eigenen Nachwuchs zu integrieren, noch dazu, wenn sie das Vertrauen lange Zeit derart zurückgegeben haben, sind auch meine Sache, aber dass ein Thomas Müller seit Wochen nur noch auf Reserver läuft – sieht das van Gaal nicht?!?

Noch dazu am gestrigen Abend, an dem Florenz mehrere undurchdringliche Abwehrriegel aufgebaut hatte, hätte es doch mehr als einen Gomez im Sturmzentrum gebraucht. Ein zurückgezogener Müller, zusammen mit Robben und Ribéry? Wen sollten die im Strafraum anspielen? Diese Taktik erschloss sich mir nicht.

Später zeigte sich ja auch, dass zumindestens, was die Laufbereitschaft betrifft, das Duo Klose/Olic aktiver und effektiver war.

Im Nürnberg-Spiel gibt’s die nächste Chance auf Einsicht, Louis.

Mit der Verletzung van Buytens (warum fällt immer der falsche Innenverteidiger aus?) kam ein Contento ins Spiel. Ein Contento, der mich ja schon im Pokalspiel begeisterte. Nicht dass ein Badstuber auf der linken Aussenverteidiger-Position wirklich schlecht gespielt hätte, aber Contento ist dort einfach besser geeignet. Sah man im späteren Verlauf, als er seine Nervösität abgelegt hatte. Da war mehr Zug nach Vorne. Nach hinten musste gestern – spätestens nach dem 1:1 ohnehin nicht mehr gearbeitet werden.

Dumm nur, dass Badstuber und Demichelis so gar nicht zusammenpassen. Der eine ein Nervenbündel und andere ein junger Spieler, der zur Zeit noch einen starken Partner (van Buyten) braucht, um seine Topleistung abzurufen – soll der Badstuber etwa dem Micho aus der Krise helfen?!

Ich könnte auch noch was zu Schweinsteiger schreiben, dass er erneut ein wenig fahrig war und diverse Fehlerpässe nebst einer gewissen fehlenden Konzentration an den Tag legte, aber ich habe eine andere Theorie, die ich, falls sie stimmt, für wesentlich bedenklicher halte:

Standen gestern etwa kranke Spieler auf dem Platz? Und was sagt das über unseren Kader aus?

Der besagte Magen-und-Darm-Virus scheint zum einen „in der Bayern-Kabine“ ja immer noch nicht ausgerottet zu sein und zum anderen erfuhr man so nebenbei, dass Schweinsteiger (eben kein Magen-und-Darm) und Robben (meine Güte, hat der nach dem Schlusspfiff gepumpt) wohl erkältet ins Spiel gegangen sind.

Bedenkt man dies, muss man vor der Leistung und dem Laufpensum Robbens erneut den Hut ziehen. Respekt.

Respekt auch vor der, nach dem Spiel geäußerten Selbstkritik.

Von van Gaal und vor allem von van Bommel.

Tatsächlich hatte dieser nämlich vollkommen Recht, dass, wenn er „richtig“ zum Ball geht, das Gegentor niemals fällt. Warum steht van Bommel denn beim Eckball am Pfosten und geht dann doch zusammen mit Butt eher mittig auf den Gegner und öffnet so die kurze Ecke?

Man weiß es nicht. Aber van Gaal wird auch dies in der heutigen Besprechung thematisieren. Ein Lerneffekt wird eintreten. Da bin ich mir mit unserem Trainer einig.

Überhaupt wird das Rückspiel ein anderes Spiel werden.

Oder glaubt irgendjemand, dass Florenz mit der gestrigen Taktik das Spiel zu gewinnen glaubt?

Mit entsprechender Konzentration und Konsequenz – vor dem Tor des Gegners und dem eigenen – wird das alles schon schiefgehen. Wenn man das Hinspiel als rechtzeitigen (und auch für die Bundesliga endgültig letzten) Warnschuss akzeptiert.

Noch ein anderes Thema, dass mir seit gestern im Kopf herumspukt:

Haben die Bayern aktuell wieder den berühmten – von unseren „Freunden“ herbeigeredeten – Dusel?

Oder ist es vielmehr so, dass man das Glück – sprichwörtlich – auch erzwingen kann? Im Gegensatz zu unserer Hinrunde. Oder hatte die gar nix mit Pech zu tun?

Was denkt ihr darüber?

Ist das Viertelfinale schon erreicht?

Irgendwie komisch. Ab heute steht dieses medientechnisch ebenso aufgeteilte wie aufgeblähte Achtelfinal-Event in der Königsklasse an und die Bayern haben mit dem Los Florenz eigentlich nicht unbedingt Los-Pech gehabt.

Wer aber das Achtelfinale schon als gegessen ansieht und sich bereits auf’s Viertelfinale freut, dem darf ich – ich werde diesbzgl. nicht müde – die Gruppenspiele (Hin- und Rückspiel) gegen eben jenen Gegner zur Lektüre empfehlen.

Seinerzeit lagen wir ja alle noch im Klinsmann-Delirium und glaubten tatsächlich eine mehr als überzeugende Vorrunde in der Championsleague absolviert zu haben.

Dabei war es nur pures Glück, dass wir, zum Beispiel gegen die Toskana-Kicker, nicht genauso untergegangen sind wie heuer gegen Bordeaux.

Und nur, weil Florenz der Spielmacher fehlt, ist da die Messe noch lange nicht gelesen. Ist unser Gegner im Rahmen der Konter-Aktivitäten nur halb so stark wie im letzten Heimspiel 2008, dann Gnade unser Abwehr Gott.

So meine aktuelle Stimmung.

Um die Offensive mache ich mir da nicht so viele Sorgen, da spielt die Zeit bei Rib&Rob klar für uns, aber Gegentore sind in der K.O.-Runde nun einmal tödlich.

Und das unser Heimspiel ein Schiedsrichter pfeifft, der es nicht wirklich mit italienischen Mannschaften hat, tröstet da nur am Rande.

Nein. Konzentration ist wichtig. In allen Mannschaftsteilen. Und dann ab nach vorne. Mit jeder Menge Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor (gell, Herr Gomez).

So kann man das mal machen und somit direkt für eine mögliche nächste Runde trainieren, wenn es gegen – auch auf dem Papier – die wirklich großen Teams in Europa geht!

Die, die wo nicht Tabellenführer werden wollen.

Zum Kotzen. Ein verfi**tes sch**ss Dre**stor.

So meine Gefühlswelt direkt nach dem Schlusspfiff. Da haben wir den 22.Spieltag, Bayern rauscht inzwischen von Sieg zu Sieg und es fehlt allen Ernstes immer noch ein einziges Tor zu dieser Tabellenführung?

Kaum zu fassen.

Und dann führen die Bayern im Spiel gegen die schwachgelbe Borussia ab der 65. Minute mit 3:1, wissen im Grunde ganz genau, dass ihnen nur noch ein Tor zur Tabellenführung fehlt und was passiert dann?

Die Bayern tun alles, damit es beim 3:1 bleibt. Gomez wird plötzlich zum Klose, als er freistehend(!) noch auf Olic passen will und somit der BVB den Ball klären kann. Und in der 82. Minute nimmt van Gaal auch noch den letzten Hoffnungsschimmer auf sowas wie Kreativität vom Feld. Als ob es Robben irgendetwas für das Spiel gegen Florenz nützt, wenn er zehn Minuten (inkl. zwei Minuten Nachspielzeit) auf der Bank sitzt.

Lächerlich.

Sowas macht mich als Fan rasend vor Wut. Nicht dass ich es nicht ähnlich sehen würde, dass nur die Tabellenführung nach dem 34.Spieltag zählt, aber früher schadet es nicht. Schließlich sind wir nicht der FC Schalke (ich sag‘ nur 2005)!

Schlimm finde ich auch die weichgespülten Statements unserer Bayern. Nach dem Spiel. Da wird dann irgendwas gefaselt von „klar wollen wir Tabellenführer werden“ und „wir haben ja auch alles versucht“. Blahblahblah.

F**k you.

Ich werd‘ echt irre. Vor allem, wenn ich dann im Sportstudio sehen muss, dass beide Tore für Leverkusen Geschenke der Wolfsburger waren.

Wie bitte? Ach, dass ist alles Konjunktiv, dann hätte Bayer halt andere Tore geschossen und morgen ist sowieso das alles schon wieder vergessen?

Ja, ne, iss klar. Aber wehe der FC Bayern ist im Spiel. Dann gilt das Gegenteil.

Womit wir beim Thema und beim Spiel wären.

Nur damit ich den Spinnern und Wirrköpfen, die jetzt wieder aus den Löchern kommen werden, vorab schon mal den Wind aus den Segeln nehmen kann:

Dem 2:1 ging ein Foul von Demichelis voraus (hat der Schiedsrichter später in einer anderen Situation auch so gegen Bayern gepfiffen) und vor dem 3:1 stand Gomez (mal wieder) knapp im Abseits.

So. Reicht das an Objektivität?

Dann brauchen wir ja die Fehlentscheidungen nicht gegeneinander aufrechnen.

Gomez selbst hat im Interview behauptet, dass er „dann einfach den anderen Ball reingemacht hätte“. Wenn das 3:1 nicht gegeben worden wäre.

Ach so. Aber warum dann nicht sicherheitshalber trotzdem?!

Wie auch immer. Da beißt die Maus keinen Faden ab, der Sieg der Bayern ist verdient. Und die Schwachgelben haben (wie alle Verlierer in diesen Tagen – nicht wahr Schalke, und FC?) mal wieder Futter für Verschwörungstheorien. Genießt es. Bald wird, wenn das so weitergeht, der Norden die Borussia ohnehin wieder aus den Europa-League-Plätzen gekickt haben (egal, ob ich das gut finde oder nicht).

Aber ich wollte ja was zum Spiel sagen.

Das war – ähnlich wie gegen Greuther Fürth – phasenweise Grottenfußball der Bayern!

Die ersten 10 Minuten ein Alptraum. Kurz vor der Halbzeit dann wieder. Nur dazwischen und danach war es aus Bayern-Sicht einigermaßen erträglich.

Positiv:

Mark van Bommel mit einem seiner besten Spiele für die Bayern. Zog Schweinsteiger mit. Robben wie oft zuletzt Weltklasse. Ribéry mit ansteigender Form, aber immer noch zu langsam und zu zweikampfschwach. Kommt bald. Hoffentlich.

Ein Sonderlob natürlich für unseren Torhüter. Hier zeigt sich – einmal mehr – der große Irrtum eines Klinsmann: Alter schützt vor Stärke nicht. Weltklasse, was Butt gerade so abliefert. Ohne die Fehlentscheidungen und Butt, hätte der BVB fast die Chance gehabt, das Hinspielergebnis zu egalisieren. Schlimm.

Negativ:

Demichelis, Demichelis und nochmal Demichelis. Raus mit ihm! Warum erkennt das keiner im Trainerstab? Mehr muss nicht sagen. Leider läßt sich van Buyten inzwischen von diesem Nervenbündel anstecken. Ansonsten wären zwei solcher Fehler wie vor dem 0:1 niemals möglich gewesen. Niemals.

Insgesamt war unsere Abwehr gestern über zu weite Strecken ein Hühnerhaufen (Lahm und Badstuber: oh-mein-Gott!). Allein van Bommel ist es zu verdanken, dass wir in der ersten Hälfte nicht noch zwei Tore mehr bekommen haben.

Weiter vorne geht’s direkt weiter: Schweinsteiger. Es ist ja nicht so, dass ich das Bashing suche. Die Zeiten schienen doch vorbei, aber die Vermisstenanzeige, die wir während des Pokalspiels am Mittwoch nach ihm aufgeben wollten, landete gestern direkt im Papierkorb. Alter Schwede, was war das denn? Insgesamt kann ich mich nur an ein, zwei sehr gute Aktionen erinnern – der Rest war wieder die ganz alte Schweini-Schule.

Fehlpassfestival galore.

Auch wenn er da nicht der einzige war.

Auf der anderen Seite: Vielleicht lag’s ja auch am Virus. Der die Bayern-Kabine heimgesucht haben soll. Vielleicht waren all die Genesenen gar nicht so genesen, wie man es uns verkaufen wollte. Wer selber schon mal Magen-und-Darm hatte, weiß, wie schlapp man sich danach noch fühlt.

Egal. Ich will keine billigen Ausreden liefern.

Apropos Ausreden.

Welche Ausreden findet van Gaal gegenüber der Mannschaft, dass ein Thomas Müller, der erkennbar schon seit Wochen nur noch auf Reserve läuft, weiterhin durchspielen darf?

Bei jeder Auswechslung dachte ich, ok, jetzt geht Müller vom Platz. Denkste. Allein der Erkrankung Olic‘ ist es wohl geschuldet, dass dieser nicht früher und für Müller eingewechselt wurde. Denn von arg viel Dynamik war auch beim Kroaten nichts zu merken.

Ganz zu schweigen von Herrn Gomez, der bis auf sein Tor und der Klose-Einlage, kaum in Erscheinung trat.

Womit wir dann auch die Mängelliste durch hätten, oder?

Sicher. Der Frust ist da. Vor allem, weil wir so mit einem Rutsch all die Bayern-seit-55-Spieltagen-nicht-oben-Schwätzer mundtot gemacht hätten. Müssen wir halt eine Woche länger warten.

Oder glaubt jemand, dass wir dieses eine Tor in Nürnberg (7 Niederlagen in 9 Spielen) nicht aufholen, während Leverkusen in Bremen, die scheinbar zurück in die Spur gefunden haben (3 Sieg in letzten 3 Spielen im Februar), sein Glück versucht?

Die B-Bayern bringen's nicht – im Gegensatz zu den C-Bayern

Jetzt mal ehrlich: Was war das für eine schlechte erste Hälfte der gestrigen Bayern.

Zum ersten Mal seit langer, langer Zeit war ich mir (mal wieder) sicher, dass sich van Gaal aber so dermaßen in seiner Aufstellung verzockt hat.

Das war ja mal einfach gar nix. Von Rensing, Demichelis, Tymoshchuk, Lell und Co.

Fehlende Spielpraxis hin, Schnee auf dem Feld her. Mal zumindestens jeden zweiten Ball zum Mitspieler zu bringen, darf man wohl erwarten, von einem Spieler des FC Bayern, oder?

Selbst, wenn man lange – zu Recht, wie sich zeigen sollte – auf der Bank gesessen hat.

Da war nichts mehr zu sehen von der Sicherheit, die der FC Bayern jetzt seit Wochen ausstrahlt, von kreativer und übermächtiger Dominanz, die zwangsläufig zum Erfolg führt.

Natürlich gab es eine optische Dominanz. So um 70% Ballbesitz ist nicht ohne, aber bei so ziemlich jedem Vorstoß der Fürther drohte massive Gefahr für Rensings Tor. Durch die wackelige, nervöse Innenverteidigung, die offenen Flügel oder das Nervenbündel im Tor.

Holla die Waldfee.

Hanebüchener Fehler von Demichelis (wem sonst?) vor dem Ausgleich. Und das 1:2 legt sich Rensing fast selbst ins Tor, während zuvor unsere beiden(!) Innenverteidiger den kleinsten(?) Mann auf dem Platz zum Kopfball hochsteigen lassen.

Aber selbst wenn wir jetzt die tatsächlichen Tore mit den Unzulänglichkeiten der üblichen Verdächtigen begründen wollen, muss man – Vereinsbrille hin oder her – die Führung der Gäste zur Pause als verdient bezeichnen. Und da muss ich noch nicht einmal ein sog. professioneller Kommentator am Sky-Mikro sein, der vom Anpfiff weg die Sensation herbeireden wollte.

Das war einfach großer Käse.

Halbzeit-Fazit: Der zweite Anzug des FC Bayern passt einfach nicht. Diese Schlussfolgerung wird hoffentlich bei der Kaderplanung für die neue Saison berücksichtigt.

Nach dem Pausentee stimmte zumindestens die Ordnung besser. Ein wenig. Und Laufbereitschaft war auch wieder öfter zu sehen. Trotzdem dauerte es bis zur 58. Minute, bis der fränkische Fluch nach 48 Spielminuten ein Ende hatte.

Man kann über den Handelfmeter diskutieren. Vor allem diejenigen, die die Bayern lieber hätten ausscheiden sehen, oder die Bayern einfach nur nicht leiden können. So wie Herr Stoffers zum Beispiel.

Ganz neutral betracht kann man den Strafstoß geben, muss es aber nicht. In der Vergangenheit wurde auch schon für weniger ein Elfer gepfiffen. Für oder gegen den FC Bayern.

Wie auch immer. Es kam zum Ausgleich durch Robben. Keinem anderen hätte ich in dieser Situation die Kugel gegeben. Schon gar nicht Herrn Ribéry.

Aber das ist eine eigene Geschichte. Wirkte Ribéry – direkt nach seinem genialen Pass vor dem 1:0 – immer noch phasenweise wie ein Fremdkörper, änderte sich später dieser Eindruck. Allerdings konnte man einmal mehr sehen, wieviel Ahnung unser Trainer vom Fußball zu haben scheint, denn im Falle unseres kleinen Franzosen scheint er immer wieder das Richtige zu machen. Selbst wenn der aus verletztem Stolz nach seiner Auswechslung (immerhin mehr als 30 Minuten mehr als im letzten Spiel) ein wenig betrübt war.

Dortmund und Florenz – bei aller Liebe, Fürth – sind wichtiger als es dieses Pokalviertelfinale war.

Apropos 58. Minute.

Auch hier muss man Herrn van Gaal Respekt zollen.

Er sah seinen oben beschriebenen Fehler mit der B-Elf ein und schickte die C-Elf auf den Platz. In persona der beiden Nachwuchskräfte Contento und Alaba. Für die Sportskameraden Lell und Tymoshchuk.

Der Wahnsinn. Da kommen die beiden jungen Hüpfer ins Spiel und zeigen den alten Bankhockern was ’ne Harke ist. Das muss ich ehrlich sagen, hat mich begeistert.

Plötzlich war die linke Abwehrseite wieder artgerecht besetzt, Lahm wechselte auf seine (neue) Lieblingseite rechts, kurbelte dort das zuletzt gewohnte Angriffsspiel mit Robben an und Alaba richtete nicht nur den vomTymo gestressten van Bommel auf, sondern gab den Ersatz-Schweinsteiger. Was jetzt mal einfach als Riesen-Kompliment gedacht ist.

Spätestens da wusste ich, dass an diesem Abend nichts mehr anbrennen würde. Die folgenden Tore (Ribéry, Lahm(!)) waren die logische Folge dieser Umstellung. Meiner Meinung nach.

Was bleibt nun?

Das „Experiment“ mit der Schonung der Stammkräfte, bzw. das zuletzt überragende Kollektiv auseinander zu dividieren, ging gerade noch einmal gut. Die Fürther dürfen sich als Sieger der Herzen fühlen (was anderes bleibt ihnen ja ohnehin nicht übrig) und für diesen Büskens, diesen sog. „Eurofighter“, freut es mich natürlich besonders. Allein, weil ich diese ewig aufgewärmten Geschichten und Pseudo-Stevens-Motivationskünste nicht mehr hören und sehen kann. Aber auch das ist ein anderes Thema.

Jetzt noch ein Spiel in Schalke und dann auf nach Berlin.

Spontan hätte ich zwar ein Derby gegen Augsburg (zu doof, liebes ZDF, dass man sich auf das langweiligste Spiel festgelegt hat, dabei hätte man ahnen können, das Schalke den unattraktivsten Langweilerfußball der deutschen Spitzenteams spielt (oder habe ich hier was Falsches mitbekommen – hab’s nur so gelesen)) ganz gut gefunden, aber so ist wenigstens klar, dass es keine Experimente in der Aufstellung und Einstellung geben kann im Halbfinale (als ob das nicht so oder so klar wäre).

Auf geht’s Jungs, stürmen wir den Pott für Berlin und den Pott.