Du bist echt nie zufrieden!

So meine Frau nach dem gestrigen Schlusspfiff in Bochum.

Ihr Einwand ist verständlich. Hatten die Bayern doch zuvor eine erneute Galavorstellung abgeliefert und 5:1 beim überforderten Verein für Leibesübungen Bochum 1848 abgeliefert.

Und ja. Heute sehe ich das schon wieder entspannter. Vor allem weil im gestrigen Abendspiel eigentlich die falsche Mannschaft gewonnen hat. Wenn man das Programm des letzten Spieltages und eine mögliche Herbstmeisterschaft des FC Bayern betrachtet.

Aber…

…die Bayern führten schon in der 56. Minute, also erst 11 Minuten nach Anpfiff der zweiten Halbzeit, mit 5:0. Auswärts. Und die Herrlich-Kicker waren damit noch gut bedient. Hatten die Bayern, die gestern, nach der Turin-Demonstration, schon wieder aus einem Guss spielten, doch auch noch jede Menge Gelegenheiten liegen lassen, oder waren am starken Bochumer-Keeper gescheitert.

Sowas geht nicht.

Schlendrian hatten wir lange und oft genug in dieser Hinrunde. Aus genau diesem Grund stehen wir ja aktuell auch nur auf Platz 3!

Und gegen so einen Gegner, der sich so dermaßen als Kaninchen vor der Schlange präsentiert (ja, ich kann auch mal zugeben, dass ein Sieg des FC Bayern überwiegend von der Schwäche des Gegners abhing), muss man dann auch mal 10 Tore machen.

Nur so hatte es ja Werder Bremen zuvor geschafft, eine derartige Tordifferenz aufzubauen. Mit einem Schlachtfest. In Freiburg. Nach diesem Spieltag sieht das Verhältnis nämlich plötzlich gar nicht mehr berauschend für Werder aus. Egal. Nur ein Nebeneffekt.

Nimmt man die letzte halbe Stunde des Spiel, dann hat nämlich Bochum das Spiel mit 1:0 gewonnen. Noch dazu mit einem Freistoß in den Winkel, dessen Zustandekommen lächerlicher nicht sein konnte.

Und wer war schuld? Herr Demichelis. Es ist schon eine Kunst, in dieser Mannschaft, die in diesen Tagen uns Bayern-Fans alle so dermaßen berauscht, noch solch‘ eine Leistung abzuliefern. Respekt. Ich glaube, Micho, Deine Zeit ist wohl langsam gekommen.

War noch vor Wochen Herr Schweinsteiger (aus meiner Sicht, zu Recht) das Objekt meiner Hauptkritik, sieht sich nun unser argentinischer Innenverteidiger dieser ausgesetzt. So schnell kann das gehen.

Überhaupt, Schweinsteiger.

Unmittelbar nach dem 5:0 ausgewechselt, gab es für mich danach einen Bruch im Spiel der Bayern. Irgendwie. Seltsam genug, dass ich sowas mal sagen würde, aber mit der Einwechslung Robbens, fühlte ich mich plötzlich an die Saison 2001/02 erinnert. Als die Bayern einen fulminanten Saisonstart hinlegten (10-1-1). Und dies ohne den Maximo Leader Effenberg. Was dazu führte, dass alle Beobachter nur noch sagten: „Was soll erst noch passieren, wenn jetzt auch noch Effenberg zurückkommt?“

Antwort: Nix mehr.

Die Bayern verloren bei seinem Comeback in Bremen mit 0:1. Warum? Weil wohl alle im so erfolgreichen Kollektiv dachten, dass man mit der Anwesenheit „Stefans des Großen“ nicht mehr kollektiv spielen müsse. Denkste.

Gestern lief es nach der Einwechslung des Magiers Robben ähnlich. Man gab ihm Ball und schaute voll freudiger Erwartung zu, was er damit so veranstaltete.

Dumm, dass die Bochumer aus diesem Umstand kaum Kapital schlugen, was allein daran lag, dass sie die 57 Minuten von den Bayern mit zumeist über 70% Ballbesitz (auswärts!) und fünf Toren – eins schöner als das andere – so gedemütigt wurden, dass sie vor lauter Aufregung den Schalter zum Umlegen nicht mehr fanden.

Es wäre schade, wenn wir gegen Hertha, oder spätestens (oder hoffentlich, wenn Rib&Rob beide – parallel – mal länger gesund sind) in der Rückrunde feststellen sollten, dass die Münchner Bayern in einem Kollektiv der Namenlosen erfolgreicher spielen, als mit den Künstlern und Virtuosen Ribéry und Robben.

Warten wir das mal ab und wollen wir bitte nicht auf diesem sphärisches Niveau jammern.

Nein. Im Grunde sollte man mit diesem Ergebnis und seinem Zustandekommen zufrieden sein. Und das Herr Demichelis stark und Herr Müller ein wenig abfielen in der Gesamtleistung der Mannschaft, machten alle anderen Spieler mehr als wett. Sowas nennt man nun einmal Kollektiv.

Jetzt sind es nur noch zwei Punkte auf Leverkusen und ein Punkt (bei besserem Torverhältnis) auf Schalke.

Aber welcher Bayern-Fan hätte noch vor 14 Tagen überhaupt davon geträumt, dass wir uns nun in dieser Situation befinden? Ich hatte es erhofft, aber geglaubt definitiv nicht!

Schalke jetzt gegen Mainz im eigenen Stadion, ebenso gegen Mönchengladbach. Dazu die Bayern gegen eine Berliner Hertha, die offenbar gerade rechtzeitig zum Abschluss der Hinrunde wieder das Punkten anfängt – das wird wohl doch nix mit der Herbstmeisterschaft.

Immerhin ist Norden abgehängt. Noch etwas, dass ich mir vor Tagen noch nicht vorstellen konnte. Jetzt im direkten Duell gegeneinander. Da öffnet sich für die Bayern gar die Chance, den Abstand auf die ehemaligen Überflieger Liga noch zu vergrößern.

Alles rosarot in diesen Tagen.

Der FC Bayern ist nicht der HSV und Gladbach nicht Schalke

Seit der FC Bayern auch mal wieder drei Punkte in Serie holt, merkt man plötzlich, was da in der Tabelle möglich ist und wie sehr einen die vielen Remis am Weiterkommen gehindert haben.

Am letzten Freitag wäre eine Punkteteilung im Heimspiel gegen die Fohlen fatal gewesen. Vor allem nach den gestrigen Ergebnissen der Konkurrenz. Also der Konkurrenz, die inzwischen hinter uns liegt. Hamburg, Hoffenheim, Wolfsburg und Co.

Und das von mir vor einigen Tagen thematisierte Restprogramm der tabellarischen Bayern-Gegner zeigt langsam Wirkung. Gut so.

Am wichtigsten sind aber – wie erwähnt, die eigenen Hausaufgaben.

Schlimm genug anzusehen war es ja. Das Spiel. Am Freitag. Zeitweise ein Rückfall in überwunden geglaubte Zustände.

Erneut musste uns eine Mannschaft aus dem eher unteren Tabellendrittel zeigen, wie man ein Konzept auf den Rasen zaubert. Ok. War jetzt nicht so schwierig. Zwei Fünfer-Ketten rund um den eigenen Strafraum und bei Gelegenheit gefällig kontern.

Ähnlich wie Schalke in München. Oder Leverkusen. Zumindestens in den jeweiligen zweiten Halbzeiten. Schlimmer Fußball aber eben auch von den Bayern.

Besonder hervor tat sich in dieser Rubrik unsere Abwehr. Und hier vor allem Herr Demichelis.

Ist ja sehr schon, dass Herr van Gaal das Problem auf dem linken Flügel mit dem gelernten IV Badstuber lösen will und nun schon zum dritten Mal in der gleichen Startformation antrat (noch ein Kritikpunkt weniger). Aber dafür müssen wir den Argentinier auf seiner sog. Stammposition ertragen?

So langsam mache ich mir da Gedanken. Nicht nur weil er in meinen Augen hier den neuen Schweinsteiger gibt (also von einem schlechten Spiel ins nächste stolpert), sondern weil ich mich inzwischen frage, was in seinem Fall die Ausnahme war: Seine Weltklasse-Saison 2007/08 oder die Zeit davor und danach?!

Auch hier haben wir also offenbar eine Baustelle.

Ein Witz, wie leichtfüßig die Gladbacher da in der ersten Halbzeit durch unsere Defensivreihen tänzeln durften. Allein dieser ungewohnte Zustand – noch dazu so unerwartet in gerade diesem Spiel – verhinderte wohl eine gewisse Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Das 1:1 zur Halbzeit hätte auch anders lauten können.

Welche Probleme wir aber jetzt doch auch auf der IV-Position zu haben scheinen, zeigte sich mir, als van Buyten verletzt ausgewechselt wurde (später mehr dazu) und wir einen Breno mal wieder zu Gesicht bekamen.

Alter Schwede.

War das sein übergewichtiger Bruder oder geht da in seinem Körper gerade irgendwas ab?

Wieviel Kilo hat der denn bitte zugelegt? Wird sowas nicht kontrolliert? Wofür gibt es diesen ganzen Hightech-Kram??

Naja. Ist zum Glück in HZ2 nicht mehr Schlimmes passiert. Der Druck der Bayern – auch mit Arjen – 50% – Robben war dann für die Borussen wohl doch des Guten zu viel und somit war nach dem Sensationsfreistoß Badstubers Hängen im Schacht.

Allerdings hatte ich nicht mehr auf dem Screen, dass wir gegen die letzten drei Gegner in der Bundesliga doch noch einmal so sehr „zittern“ müssten.

Kommt jetzt hoffentlich in Bochum und gegen Hertha anders.

Gut fand ich am Freitag die Leistung Butts. Einige Paraden waren sehr Kahn-esk. Und was hab ich da so nebenbei auch noch gehört? Butt hat aktuell in der Bundesliga die besten Werte und Statistiken? Nicht schlecht.

Der Rest des Spiels ist schnell zusammen gefasst: Arbeitssieg!

Nicht mehr und nicht weniger.

And for me, it’s scheißegal.

Die van-Gaal-Bayern haben in dieser Hinrunde schon viel zu viel Punkte fahrlässig verschenkt. Da gibt es noch einiges aufzuholen. Allein um die Tabelle noch ein wenig gerader zu rücken. Das Bild war ja phasenweise schon mächtig schief.

Ein Punkt liegt mir aber noch am Herzen.

Am liebsten mag ich ja die Trainer, die immer so souverän und wortgewandt tun und dann zwischendurch doch den Straßenköter rausholen.

Nimmt man meine differenzierten Worte und die Statements der Gladbacher Spieler nach dem Schlusspfiff zusammen, kommt ein ganz gutes Bild zusammen:

Bayern glücklicher Sieger, Gladbach in der ersten Hälfte stark, am Ende aber unterlegen, vor allem, weil die Bayern dann irgendwann doch ihre individuelle Klasse ausgespielt haben.

Was muss ich dann aber nach dem Spiel im Sky-Nachbericht für Interviews mitanhören? Herr Frontzeck, seines Zeichens Gladbacher Urgestein und vielleicht allein schon deshalb prinzipiell nicht gerade Pro-Bayern eingestellt, stellt im Nachgang des Spiels die Neutralität des Schiedsrichters in Frage.

Der Freistoß, der zum Siegtreffer der Bayern geführt habe, sei ja völlig „unberechtigt gewesen“ und überhaupt hätte „Herr Weiner ja all die Kleinigkeiten nur gegen seine Gladbacher gepfiffen“.

Allein, was sich „van Bommel da alles erlauben durfte. Der hätte normal mit Rot vom Platz gemusst“.

Ganz ruhig, Michael.

Willst Du etwa behaupten, der „Metzger“, der „Schlächter“ van Bommel genießt inzwischen in der Bundesliga Artenschutz?

Mark van Bommel hat in diesem Spiel erst seine vierte gelbe Karte in dieser Saison bekommen. Alles Zufall?

Mal ganz tief durchatmen, bitte. Und dann unterhalten wir uns über Deinen Spieler Rob Friend.

Einem Spieler, der im Luftzweikampf unserem Abwehrchef van Buyten so dermaßen den Ellbogen ins Gesicht, ins Auge rammt, dass eben jenes in Windeseile komplett zuschwillt und man das Schlimmste befürchten muss.

Anschließende Untersuchungen bestätigen diese Gedanken zwar nicht, trotzdem würde ich Dir empfehlen, dass Du in Deinem Verfolgungswahn auch mal das andere Auge benutzt und nicht nur das eine, mit dem Du Deine Borussia betrachtest.

Ich kann Deinen Frust ja verstehen (nicht die Siege in Hamburg oder Schalke wiederholt zu haben). Aber wir wollen doch im Rahmen der Realität bleiben. In Zeiten des wohl größten Wettskandals in Europa muss man ferner ganz vorsichtig sein, was eigene, aus der Emotionalität heraus geäußerte Mutmaßungen über Schiedsrichter und ihre Entscheidungen betrifft (komplett unverständlich, weshalb Frontzeck hier ein Sammer zur Seite sprang, der zuvor eher klare und logische Analysen zum Besten gab – alte 92er-Meisterverbundenheit? Lächerlich.).

Das Gute: Nächste Woche, nein, schon am Dienstag, redet kein Mensch mehr davon, was ein Herr Frontzeck für Probleme mit diesem Spiel hatte.

Und womit? Mit Recht.

Irgendwas passt da nicht ins Bild.

Auf der anderen Seite ist der Fußball wohl einfach so. Um eine meiner beliebtesten Phrasen der letzten Tage zu benutzen.

Wenn man sich anschaut, wie Leverkusen am Wochenende die Stuttgarter auseinander genommen hat und in Halbzeit zwei sogar noch mit angezogener Handbremse spielte. Man sich ferner vor Augen führt, wie die Bayern die Heynckes-Kicker im zweiten Durchgang in München im Griff hatten und parallel aber so dermaßen harmlos beim obigen schwäbischen VfB agierten, dann, ja dann passt da irgendwas nicht zusammen.

Meine Meinung.

Ob wir wohl in Stuttgart klar gewonnen hätten, wenn wir in diesem Spiel schon wieder mental auf der Höhe vom Hannover-Spiel gewesen wären?

Wahrscheinlich. Aber wer weiß das schon. Und irgendwie ist das doch auch gut so, oder?

‚Wollte Euch ohnehin nur an meinen Gedanken teilhaben lassen, als ich das Schlachtfest am letzten Wochenende verfolgen durfte…

Ach Leute, der Fußball ist so schnelllebig.

Unfassbar wie schnell so was geht.

Vor Wochenfrist war noch alles in Sack und Asche und jetzt hat der FC Bayern sogar schon eine kleine Serie gestartet.

Neben der Tatsache, dass uns zwar das Boulevard schon aus der Championsleague und in das Bundesliga-Mittelmaß geschrieben hatte, wir aber nun wieder leben. Und immer noch tanzen. Auf allen Hochzeiten.

Herrlich, wie schwer es nun wieder den üblichen Verdächtigen fällt, das Haar in der Suppe zu finden und man sie dabei von Spiel zu Spiel mit immer größerer Begeisterung beobachten kann.

Selbstverständlich ist noch längst nicht wieder alles Gold was glänzt, das ist mir völlig klar. Aber es ging um Siege, um Punkte. Um all dem Wirbelsturm rund um van Gaal den Wind zu entziehen.

Nicht mehr und nicht weniger.

Schlimm genug, dass der FC Bayern in dieser Saison mehrmals schon Siege weggeschenkt und Chancen vergeben hat.

Jetzt endlich wurde die Lässigkeit der Konkurrenz mal wieder bestraft. Geglaubt habe ich es tatsächlich erst mit dem Abpfiff in Hannover. Mein Grinsen beim Betrachten der Tabelle werd‘ ich seitdem nicht mehr los. Plötzlich steht die graue Maus FCB wieder vor einem Team wie dem HSV, der ja zwischendurch schon für den Erfinder des modernen Fußballs gehalten wurde.

Eine Momentaufnahme. Aber trotzdem nicht weniger wichtig.

Das Spiel ist schnell erzählt.

Die Bayern dominierten. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Aber nur wenige Male legten sie eine derartige Effizienz an den Tag. In fast allen Mannschaftsteilen. Vor allem aber im Sturm. Und im Mittelfeld stand selbst ein Schweinsteiger den meisten Aktionen nicht allzu sehr im Weg. Immerhin.

Ansonsten Chancen herausspielen, Chancen nutzen, Spiel gewinnen, nach Hause fahren. Punkt.

So machen das andere schließlich auch. Und so haben das die Bayern in der Vergangenheit genauso gehandhabt.

Und jetzt gegen Gladbach. Heimspiel.

Da passt es ganz gut, dass eventuell Robben wieder spielen kann. Einen Spieler, den wir mehr als gebrauchen können, denkt man daran, dass wir jetzt nur noch gegen unterklassige Mannschaften mit 10-Mann-Defensiv-Riegel spielen werden.

Mit der neuen Effizienz ist mir aber inzwischen nicht mehr bange vor diesen letzten drei Spielen in der Liga.

Was die Championsleague betrifft reden wir natürlich von einem ganz anderen Spiel. Aber schaden können uns solche Spieler auf dem Platz bestimmt nicht. Gegen keinen Gegner.

Glaskugel 0910 # 01

Die entscheidenden Wochen auf dem Weg zur Herbstmeisterschaft stehen an.

Jetzt nicht für den FC Bayern. Dafür liegt zuviel Holz vor unserer Hütte. Aber so insgesamt. Und für die van-Gaal-Kicker gilt es eben bis zum Winter den Abstand zur Spitze nach Möglichkeit so gering wie möglich werden zu lassen.

Ist-Situation:

1. Leverkusen 13 26:09 +17 27 Punkte
2. Werder Bremen 13 29:10 +19 26 Punkte
3. FC Schalke 04 13 21:12 +09 25 Punkte
4. Hoffenheim 13 24:11 +13 23 Punkte
5. Hamburger SV 13 27:17 +10 23 Punkte
6. 1. FSV Mainz 05 13 19:17 +02 22 Punkte
7. FC Bayern 13 19:11 +08 21 Punkte
8. Wolfsburg 13 25:23 +02 21 Punkte

Mir ist natürlich klar, das uns solche Spielchen in den letzten Jahren nur Unglück gebracht haben. Aber vielleicht ist das alles nur Einbildung und auf der anderen Seite ist das Restprogramm der letzten vier Spieltage mehr als interessant…

Leverkusen – Stuttgart
Hannover 96 – Leverkusen
Hertha BSC – Leverkusen
Leverkusen – Mönchengladbach

Werder Bremen – Wolfsburg
1. FC Köln – Werder Bremen
Werder Bremen – FC Schalke 04
Hamburger SV – Werder Bremen

Mönchengladbach – FC Schalke 04
FC Schalke 04 – Hertha BSC
Werder Bremen – FC Schalke 04
FC Schalke 04 – 1. FSV Mainz 05

Hoffenheim – Dortmund
Hamburger SV – Hoffenheim
Hoffenheim – Frankfurt
VfB Stuttgart – Hoffenheim

1. FSV Mainz 05 – Hamburger SV
Hamburger SV – Hoffenheim
1. FC Nürnberg – Hamburger SV
Hamburger SV – Werder Bremen

1. FSV Mainz 05 – Hamburger SV
Frankfurt – 1. FSV Mainz 05
1. FSV Mainz 05 – VfB Stuttgart
FC Schalke 04 – 1. FSV Mainz 05

Hannover 96 – FC Bayern
FC Bayern – Mönchengladbach
VfL Bochum – Bayern München
FC Bayern – Hertha BSC

Werder Bremen – Wolfsburg
Wolfsburg – SC Freiburg
Wolfsburg – Dortmund
Frankfurt – Wolfsburg

Tja. Witzig irgendwie. Für mich geht die Herbstmeisterschaft klar an Leverkusen. Bei dem Programm keine Frage. Vor allem weil sie mit „leichten“ Gegner wesentlich weniger Probleme haben, als der FC Bayern. Der ein ähnlich „einfaches“ Programm zu bewältigen hat.

Was aber bitte ist das ein Programm für Werder und den HSV? In drei von vier Spielen geht es noch gegen direkte Konkurrenten. In der Tabelle zumindestens. Klarer Vorteil hier für Werder, die zum einen Lauf haben und denen zum anderen, im Vergleich zum HSV nicht so entscheidende Spieler wie Zé Roberto fehlen. So leid mir das tut *hüstel*, aber der HSV wird bis zur Winterpause noch ein paar Plätze durchgereicht. Meine Meinung.

Selbst Schalke und Mainz spielen immerhin noch die Hälfte ihrer Spiele gegen Tabellennachbarn.

Kommen einem die Aussage von Uli Hoeneß nach dem Stuttgart-Spiel immer noch so komisch vor? Jetzt mal abgesehen davon, dass die Bayern dafür auch mal hätten selbst gewinnen müssen?

Hier meine Vorhersage für die Herbstmeisterschaft:

Jemand anderer Meinung?

…in schlechten Zeiten zueinander stehen…

Meine Güte. Ich habe echt andere Sorgen. Und jetzt hatte ich auch noch Probleme, den richtigen Ansatz für diesen Beitrag zu finden.

Klar. Spontan war ich nach dem Sonntag-Spiel meiner Bayern auch rasend vor Wut und Enttäuschung. Es mal wieder nicht geschafft zu haben, näher an die Tabellenspitze zu rücken. Einmal mehr die Steilvorlagen der Konkurrenz (Alter, was war das denn HSV? Wolfsburg?) nicht genutzt zu haben.

Das alles ist schlimm. Und unerträglich. Sicher.

Aber kann ich es ändern? Können wir etwas ändern? Ich kann mich aufregen und wütend mit dem Fuß aufstampfen. Auch das.

Das hilft van Gaal oder gar den Spielern aber nicht weiter, oder?

Und so wie ich die Sache sehe, können die jede Hilfe gebrauchen.

Von ihren Gegner brauchen sie nicht darauf zu hoffen.

Wie schon nach dem Heimspiel gegen Schalke befürchtet, zeigte selbst die Offensiv-Feuerwehr aus der Chemiestadt, wie sehr man gegen die eigene Natur spielen und „trotzdem“ gegen den FC Bayern erfolgreich sein kann (P.S. Ich höre natürlich trotzdem nicht mit dem Fußball auf).

Überhaupt hatte ich während der zweiten Halbzeit den Eindruck einen Murmeltiertag zu erleben.

Am Ende gab’s dann überhaupt keine Nachspielzeit mehr und ein erneutes Remis mit zwei weiteren verlorenen Punkten in einem Heimspiel.

Desweiteren pfeifende Fans. Nach dem Abpfiff. Nach der weiteren Enttäuschung. Aber auch schon kurz nach der 15. Minute. Nach dem Ausgleich der Heynckes-Kicker. Dabei konnte man doch nach der frühen Führung der Münchner – noch dazu durch „Problem“-Kicker Gomez – so etwas wie Erleichterung, Aufbruch spüren.

Die zarte Pflanze der Hoffnung keimte und der eine oder andere Fan ließ sich davon anstecken.

Und all das war wie weggeblasen, als Top-Form-Kiessling den Ball in bayerische Netz zimmerte?

Hätte es da nicht auch den versammelten Fan-Touristen gut zu Gesicht gestanden, hier über den eigenen Schatten zu springen und stattdessen die eigene Mannschaft anzufeuern?

Nein?

Lieber wieder und weiter dem Boulevard nach den Mund und den Zeilen pfeifen?

Stimmt. Ist ja auch einfacher. Mit dem Strom zu schwimmen.

Da kann man seinen Frust schließlich viel besser loswerden. Und sein gutes Recht ist es ohnehin. Schließlich ist der FC Bayern ein Dienstleister und man hat gutes Geld bezahlt, um in der Arena bestens unterhalten zu werden!

Zu polemisch?

Sorry. War mir so danach. Wenn man mal den Spieß umdreht.

Apropos.

Meine Stimmung nach dem Spiel schlug recht schnell um. Also von Frust in Trotz. Warum?

Da wir hier von einem Sonntagsspiel reden, noch dazu um 15:30, haben all die Free-TV-Sender, nebst sog. Sportjournalisten, keine Wahl, als bis 21:45 abzuwarten. Mit Bildern. Oder eigene Vermutungen rauszuhauen. Um die eigene inhaltliche Leere, bzw. vorgefertigten Phrasen unter die Leute zu bringen.

Derlei erlebte ich gestern beim ZDF. Im Rahmen der Sport-Reportage(?) „unterbrach“ Rudi Cerne ernsthaft das Programm, um zu Thomas Wark in die Mixed-Zone der Allianz-Arena zu schalten. Für ’nen Stimmungsbericht. Schließlich hatte der FC Bayern gerade ein „Endspiel“ van Gaals „nicht gewonnen“.

Oh mein Gott!

Herr Wark („dieses Remis ist eher eine Niederlage“) hatte natürlich den Durchblick. Er hatte erfahren, dass die drei Bayern-Bosse sich zurückgezogen hatten. „Um sich abzustimmen.“ Eine Ablösung van Gaals stünde also unmittelbar bevor. Man wolle sich wieder melden.

Doof. Heute ist van Gaal immer noch im Amt.

Aber macht ja nix. Als Sportjournalist darf man ungestraft irgendeinen Müll zum Besten geben. Ob erfunden, abgeschrieben oder auch nicht. Völlig egal. Wenn’s sich als falsch herausstellt, schreibt, redet man halt am nächsten Tag was anderes.

In anderen Berufen hat solch ein (Fehl-)Verhalten ganz andere Auswirkungen. In diesem Beruf nicht die Bohne.

Schlimm ist daran nur, dass ich mich immer und immer wieder darüber aufrege. Dabei ist es das nicht wert. Und ich werde die Hysterie hier und generell in den Medien ohnehin nicht aufhalten oder zurückfahren können.

Mehr als hier meine Meinung zum Besten zu geben, kann ich nicht machen. Aber immerhin das.

Diese ganze Gemengelage führte zu diesem Bericht und hat den eigentlichen Spielbericht völlig überlagert.

Der FC Bayern hat ein äußeres und inneres Problem.

Von aussen, weil die Medien und alles was dazugehört, die aktuelle sportliche Situation als dramatische Katastrophe aufbauen. Dabei würden immer noch diverse Teams mit uns tauschen wollen. Solche „schlechten Zeiten“ hätte viele gerne. Sofort.

Oder haben die alle doch Recht? Wenn man „die Ansprüche“ des FC Bayern zugrunde legt? Aber was sind „die Ansprüche des FC Bayern“?

Das Triple gewinnen, während man einem neuen Trainer einen neuen Kader an die Hand gibt und neben einem erfolgreichen Spiel auch noch eine nie dagewesene Schönheit oben drauf setzt?

Operation am offenen Herzen? Ohne Komplikationen?

Achso.

Und was sind diese sogenannten „Mechanismen des Marktes“? Wenn nicht von den Medien erfunden?

Eben.

Von innen, weil tatsächlich irgendwas in der Mannschaft des FC Bayern nicht zu stimmen scheint.

Auf der anderen Seite haben wir in dieser Saison schon einige berauschende Spiele gesehen. Gegen unterschiedliche Gegner. Vom Papier, von der Form her.

Es geht also. Mit diesen Spielern. Mit diesem Kader. Wieso also nicht immer?

Weil es doch nur Menschen sind? Die verdammt gut kicken können. Müssen sie nur mal wieder zeigen.

Ganz einfach.

Selbst gegen Leverkusen gelang dies phasenweise. Und worüber würden wir jetzt reden, wenn Timoschtschuk kurz vor der Pause den Ball 10 Meter vor dem Bayer-Tor noch gestoppt und dann überlegt in von Adler freigegebene Ecke geschoben hätte? Oder Adler nach Gomez‘ Hackentrick keinen solchen Reflex gezeigt hätte? Wie zum Beispiel Neuer auch gegen Toni?

Wohl kaum würden wir vom Weltuntergang an der Säbener Straße sprechen, oder?

Uns allen stünde es gut zu Gesicht, mal endlich durchzuatmen. Weniger Harakiri, mehr Gelassenheit.

Wollten wir das nicht alle auch endlich umsetzen? Nach Enkes Tod? Jetzt mal abgesehen vom Boulevard?

Dann mal los.

P.P.S. Zum Spiel fällt mir sonst nix mehr ein.

Wir fahren nach Schalke, um zu gewinnen. Für Robert.

Oder so.

Zumindestens der erste Teil des Zitats ist echt. Von Hanno Balitsch. Noch einer, der das mit Robert Enke alles vorher gewusst hat.

Wieso auch nicht. Das mit dem Auswärtssieg für Hannover jetzt.

Geht das Leben weiter, oder nicht?

Meine Meinung zum Thema Enke habe ich ja schon zum Besten gegeben. Kann man ähnlich sehen, muss man aber nicht.

Aber glaubt eigentlich irgendjemand ernsthaft, dass sich jetzt in der Bundesliga etwas ändern wird?

Will jetzt keiner mehr gegen Hannover gewinnen? Wegen Robert?

Wird es jetzt keine Schmähungen mehr von den Rängen geben, nur weil es vielleicht einen Spieler auf dem Platz geben könnte, der davon betroffen sein könnte. Jetzt auch als Tabu-Thema?

Ich mein‘, klar, das wäre ja jetzt direkt mal eine Chance für die Schalker Fans, hier mal Charakter zu zeigen. Und sämtliche Schmähungen gegen den Gegner zu unterlassen. Nur die eigene Mannschaft nach vorne zu peitschen. Damit sie gegen Hannover das Heimspiel gewinnt?

Oder wäre das politisch inkorrekt? Weil Hannover schließlich Enkes Team war?

Und kommt es im nächsten Hannover-Spiel tatsächlich zum ausbleibenden Jubel, sollten die Bayern im Auswärtsspiel an der Leine siegreich sein? Sowas habe ich schon ernsthaft gelesen.

Für mich ist das alles weltfremd.

Ein Fußball-Fan mag das vielleicht noch differenziert sehen können. Aber in einem Stadion, in einer „Kurve“ gibt es „die Fans“. Da geht der einzelne Fan „in der Masse“ unter.

Und „die Masse“ differenziert nicht. Deshalb wird es auch in Zukunft derlei emotional getriebene Ausbrüche geben, die den Gegner insgesamt, einzelne Spieler, den Schiedsrichter oder wen auch immer, beleidigen, herabsetzen und verunglimpfen werden.

So ist nun einmal Fußball. Auch das kann man gut oder schlecht finden (und schlecht finden dies vor allen all die Gutmenschen, die in diesen Tagen eine Veränderung in der Gesellschaft fordern).

Damit mich keiner falsch versteht: Ich bin eigentlich gar nicht so. Aber zwischen An- und Abpfiff verändere ich mich. Das ist eine eigene Welt. Welcher (wirkliche) Fan (mit allen Konsequenzen) kann derlei abstreiten?

Es ist hier auch kein einfaches „weiter so“ gemeint. Das wird es nicht geben. Aber eben auch kein „jetzt wird alles anders“.

Was es geben wird – und sowas gibt’s (soweit ich weiß) auch beim FC Bayern schon – ist eine intensivere Betreuung rund um die Spieler. Psychologisch. Professionell.

Das ist gut und richtig.

Ferner wird es – sofern hier die Gesellschaft insgesamt ein Vorbild für den Fußball wird – irgendwann mehr Akzeptanz geben. Zum Beispiel auch für homosexuelle Fußballer (irgendwo habe ich den Vergleich mit Westerwelle/Wowereit gelesen – in der Politik geht’s, wieso dann nicht auch im Fußball? Alles nur eine Frage der Homophobie unter Hetero-Männern?).

Dann sind betroffene Spieler, dann ist der Mensch, der immer noch dahintersteht, eventuell stark genug, die „Schwulen“-Sprüche in Stadien locker(er) zu verarbeiten.

Aber stellen wir uns nur mal vor, man wüsste von der Depression eines Spielers. So wie im Falle Deisler. Gab es ab diesem Zeitpunkt wirklich keine Sprüche und Rufe mehr bezüglich seiner Krankheit? Wirklich nicht?

Dafür muss man stark sein. Als Spieler, als Mensch, als Persönlichkeit. Und das kann man erreichen. Mit entsprechender Hilfe.

Trotzdem geht imho der Alltag weiter.

Wie? Sehen wir dann ja in Schalke.

Der Worte sind genug gewechselt

Als ich erfuhr, dass Robert Enke an Depressionen litt, wollte ich endlich die Gelegenheit nutzen, derlei zu thematisieren.

Schon rund um das Thema Deisler und sein Buch war ich kurz davor. Dann glitt mir das alles wieder aus den Händen. Und auch heute ließ ich ab von diesem Vorhaben.

Allerdings ganz bewusst.

Sicher. Auch ich trauere um Robert Enke. So wie ich um jeden wildfremden Menschen trauere, den ich nie kennengelernt habe und allenfalls aus dem Fernsehen kenne.

Was da an Anteilnahme über die multiplen Kanäle aufprallte, fand ich bemerkenswert. Davor habe ich natürlich den größten Respekt – ich könnte das aber nicht. Enke war weder meine Frau, noch mein Kind, meine Familie oder ein enger Freund. Anders kann ich das leider nicht sehen.

Wo ich allerdings mehr als nah bei Enke bin, ist das Thema Verlust eines Kindes, bin ich doch selbst Vater eines fast zweijährigen Sohnes.

Na wie auch immer. Wenn sich die Emotionen wieder ein wenig gelegt haben, werde ich mir einen Bericht zum Thema überlegen.

Denn das wäre doch ein echtes Vermächtnis Enkes, wenn wir das (Tabu-)Thema Depressionen (gerade im Bundesliga-Fußball) beackern und somit fernab der aktuellen Schlagzeilen am Leben halten und uns damit auseinandersetzen, oder?

Weiter, immer weiter. Wurschteln.

Was für ein gebrauchter Tag.

Heute morgen mal eben in die Kinderambulanz und später dann erstens den Anpfiff verpasst und bis zur 30. Minute überhaupt keine Bilder, weil meine Smartcard lt. Sky falsch eingesteckt war (was zum Einen Quatsch war und ich zum Anderen nicht zum ersten Mal lesen durfte). Kurz bevor ich an der Sky-Hotline ausfällig geworden wäre, kamen dann doch die ersten Szenen. Vom Jubel über’s 1:0.

Na fein.

Bis dahin kommen meine Betrachtungen also kompett aus der Retorte. Weder hatte ich zuvor was vom Lahm-Interview, der Aufstellung oder sonstwas mitbekommen.

War vielleicht auch ganz gut.

Meine Gedanken und Emotionen rund um das Spiel sind schnell zusammengefasst.

Erstens war ich schockiert, dass es insgesamt nur 2 Minuten Nachspielzeit gab und die auch noch zu früh abgepfiffen wurden. Dies vor allem deshalb, weil die Schalker in der zweiten Halbzeit komplett auf Defensive umgestellt hatten und in bester Köln-Manier das eigene Tor vernagelten. Ein derartigen Zeitspiel über 47 Minuten hätte ich nicht erwartet. Und dabei reden wie hier vom Tabellenvierten, der heute die Chance hatte auf Platz 2 zu springen und letzten beiden Punkteteilungen in ihrer Remisserie mit begeisternden Offensiv-Spiel erkämpft hatten.

Von Teams wie Köln und Co. erwarte ich ja nix ausser diesem Destruktiv-Fußball – aber Schalke?

Parallel fiel mir auf, dass die ja nicht das erste Team waren, die so gegen uns gespielt haben. Werder Bremen, aktuell Tabellenzweiter, hat das in der Arena ganz genauso praktiziert.

Wenn jetzt Leverkusen in 14 Tagen auch noch so bei uns auftritt und wider der eigenen Natur spielt, höre ich mit dem Fußball auf!

Am schlimmsten ist natürlich, dass diese gegen uns so erfolgreiche „Spielweise“ inzwischen europaweit bekannt und beliebt ist. Ätzend.

Zweitens war ich erstaunt, dass viele der Schalker Jugendspieler auf dem Platz nichts von Thomas Müllers Spiel in Bordeaux gelernt hatten. Dessen Übermotivation in Sachen Körperlichkeit hatte entsprechende Folgen. Ausser ein paar gelben Karten war das bei den jungen Knappen anders.

In diesen Bayern-„Dusel“-Tagen hab‘ ich das nicht anders erwartet.

Gibt es zwei Meinungen zum Thema Robben? Als Schalker forderte man reflexartig Rot. Klar. Verstehen kann ich das durchaus. War Robben doch in Halbzeit 2 der einzige Grund, richtig Angst vor den Bayern zu haben (auch hier freue ich mich (mit Robbery) schon auf das Rückspiel).

Ich denke, er hätte sich über derlei nicht beschweren können.

Wenn ich er gewesen wäre, hätte ich definitiv Rot und eine längere Sperre bekommen.

Warum?

Ich hätte, nachdem mich dieser Grünschnabel dort so und in der Nähe meiner, seit Wochen beschädigten körperlichen Problemstelle mit voller Absicht getroffen hätte, zugeschlagen. Für mich hatte das etwas von diesen Jagdszenen, denen sich ein Ribéry zu seiner Anfangszeit beim FC Bayern ausgesetzt sah.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf, kann man zumindestens etwas mehr Verständnis für seine Reaktion aufbringen. Und ja. Ich weiß, politisch korrekt sind derlei Gedanken nicht. Aber ich bin nun einmal kein Gutmensch. Sonst wäre ich ja Bremer…

Drittens war ich einmal mehr frustriert. Über meine Bayern. Und das erneut ein Gegner soviel Dusel hatte, in entscheidenden Szenen, doch noch einen Fuß, eine Fingerspitze und sonstwas zwischen Ball und Torlinie zu bekommen.

So geschehen im Rahmen der bayerischen Monsterchance kurz vor der Halbzeit, als erst Bordon seinen Fuß ins Spiel brachte und Neuer mit seiner Fingerspitze Toni den Ball vom Fuß nahm. Bitter.

Langsam nerven mich auch diese ganzen Zahlen und benutzen will ich sie auch nicht mehr. 700 Ballkontakte? Super. 70% Ballbesitz. Astrein. Aber Tore? Wieder Mal (nur) van Buyten?

Geht einfach gar nicht. Am Ende wär’s mir aber egal gewesen.

Erneut haben wir also eine Chance verpasst, näher an die Tabellenspitze zu kommen. Stattdessen sind wir zwei Plätze abgerutscht. Platz 8! Am liesten würde ich bis zur Winterpause gar nix mehr sagen. Zu den immer gleichen Themen, fällt einem irgendwann nichts Neues mehr ein, oder?

Mit der Herbstmeisterschaft war es das zumindestens jetzt mal. Endgültig. Im Gegensatz zum Umfeld des FC Bayern habe ich da heute nämlich ganz und gar keine Entwicklung gesehen. Gegen Bordeaux fehlten Müller und van Buyten. Mussten wir Brafheid und Pranjic ertragen. Klare Kausalität. Mehr nicht.

Zum Thema Lahm und dessen Themen sag‘ ich hier zunächst mal noch nix, deshalb gehen wir an dieser Stelle mal davon aus, dass es rund um die Münchner durchaus ein System gibt.

Das Problem: Es steht und fällt mit Ribéry. Fehlt er, sehen wir Resultate wie in den letzten Wochen. Wann er wieder dabei ist, steht in den Sternen (zuletzt habe ich was von einer Zahnbehandlung gehört, weil man den Entzündungsherd ganz woanders als in den Beinen vermutet…), ergo auch Spiele wie gegen Wolfsburg und in Dortmund.

Und Pokalauftritte wie gegen Oberhausen und in Frankfurt scheinen die Ausnahme zu sein, denn wieso sollten diese Spieler mal mit Einstellung spielen und mal ohne?

Nein.

Ich bin weiter der Ansicht, dass wir uns nun bis zur Winterpause weiter durchwurschteln werden/müssen. Und dann geht’s los.

Erstes Fazit, erste Entscheidungen, erste Anpassungen.

Für eine Rückrunde, die uns alle in die richtige Richtung bringen wird.

Was anderes bleibt uns jetzt ohnehin nicht mehr übrig.

Denn eins steht fest: Spielen wir gegen Leverkusen wie gegen Schalke oder gar gegen Bordeaux und spielt Leverkusen wie Leverkusen und nicht wie Bremen oder Schalke (oder, oder, oder), dann nehmen die uns auseinander. Und wir erleben ein neues Werder-Debakel.

P.S. Zur Einzelkritik habe ich heute keinen Bock.