Die bayerische Defensiv-Achterbahn oder Schwäbische Plagegeister. Besiegt.

Murmeltiertag in Stuttgart. Fast.

Dem Anschein nach haben wir in vier Tagen zwei identische Spiele in Stuttgart erlebt. Aber nur anscheinend. Weil diese widerspenstigen Schwaben einfach nicht aufgeben wollten. Nicht nach einem 1:5 und nicht nach einem 0:2 und 2:3.

Erst in den letzten vier (Nachspiel-)Minuten sah ich zum ersten Mal in den 180 schwäbischen Momenten, dass das Team resignierte. Anders wäre ein Kopfball(!)-Tor von Herrn Ribéry wohl auch nicht möglich gewesen. Davon träumt selbst ein Ribéry noch in Jahren…

Apropos Träumen.

Das „weiter, immer weiter“ ist natürlich nur eine Seite. Die andere ist, dass der VfB aus Stuttgart eine weniger als zweitklassige Abwehr hat. Alter Schwabe, was haben wir da für Fehler gesehen.

Diese Schnitzer waren so eklatant, dass unsere Defensiv-Künstler wohl ganz neidisch wurden, diesen Umstand nicht auf sich sitzen lassen wollten und in einen fröhlichen Wettstreit einstiegen: „Wer blamiert sich am schönsten?“.

Schlimm.

11(!) Tore in zwei Spielen zu erzielen ist eine bemerkenswerte Tatsache, aber 6 Tore zu kassieren kein wirkliches Ruhmesblatt.

Naja. Jetzt ist ja Winterpause und das Trainerteam legt unseren Abwehrspielern hoffentlich ’ne Worst-Of-DVD unter den Tannenbaum.

Persönlich bin ich zufrieden. Irgendwie. Es hätte alles viel schlimmer kommen können. Klar hatten wir ’ne Menge Pech und noch viel mehr Unvermögen in dieser Hinrunde. Auf der anderen Seite, könnten wir auch schon in allen Wettbewerben außen vor sein.

Und so war ich vor diesen Doppelspielen gegen den VfB mal wieder unklar bis skeptisch. Aber das war ich auch schon gegen Schalke oder Frankfurt zuvor. Man denkt halt immer, dass der Gegner nach einer ersten Niederlage umso wütender ins zweite Spiel geht und unsere Jungs dem nicht standhalten.

Und jedes Mal wurde ich dann eines besseren belehrt. Zum Glück. Denn so einen Abschluss hätte ich nach dieser Berg- und Talfahrt in dieser Hinrunde nur ganz schwer verkraftet.

Das Ende einer Hinrunde gibt immer wieder Anlass auch einmal zurückzublicken. Für den großen Bogen fehlt mir jetzt Zeit und Muße aber das eine oder andere möchte ich schon noch mitteilen.

Beim FC Bayern stehen Veränderungen an. Müssen Veränderungen her.

Ich bin unschlüssig, ob die Spielweise unseres Kapitäns nach seiner verletzungsbedingten Pause schon mit seinem bevorstehenden Abschied zu tun hat, allein, es fehlt mir die Erklärung für solch van-Buyten-haftes Verhalten.

Kaum einmal kommt ein Pass vernünftig zum Mitspieler. Im Pokal war wenigstens wieder Schweinsteiger dabei, der die meisten dadurch entstehenden Probleme noch ablaufen kann.

Überhaupt Schweinsteiger. Der soll am Sonntag noch spielunfähig gewesen sein? Das ist eine besondere Erwähnung wert, was er in dieser Verfassung auf den Stuttgarter Acker zauberte.

Aber wir waren ja bei den Problemen.

Links hinten.

Meine Güte, Herr van Gaal, wer ist denn jetzt hier der gesetzte Spieler?

Zuletzt saß Contento auf der Bank, weil es Pranjic sei. Gegen die Pokal-Schwaben war dessen Seite aber wieder so verwaist, wie es nur ein Braafheid zuvor geschafft hatte.

Übel.

Und was war die erste Aktion unseres eingewechselten belgischen Innenverteidigers? Er legte dem Gegner fast den Ball zum Gegentor auf (also er legte ihm schon Ball auf, allein dieser versenkte den Ball nicht in den bayerischen Maschen)!

Von Herrn Lahm müssen wir in diesem Zusammenhang gar nicht erst anfangen, der reiht sich in zunehmendem Maße seit dieser Hinrunde in die Leistungskurven unserer restlichen Defensive ein.

Hallo, Trainer, Manager, Präsident – übernehmen Sie!

Gleichwohl wollen wir nicht alles schlecht reden.

Es gab auch gute Ansätze in der gestrigen Pokalschlacht.

Thomas Müller, Gomez, Ribéry, Schweinsteiger, Klose (ja Klose, aber nur aufgrund der Tore).

Das war phasenweise schon klasse was da – auf diesem Boden – für ein Passgenauigkeit und Zug zum Tor gezeigt wurde.

Wenn alle im Kader eine dermaßen aufsteigende Form wie unser Herr Müller hätten, wir hätten nicht nur die geforderten 30 Punkte zur Bundesliga-Winterpause schaffen können.

Vergangenheit.

Jetzt also gegen Aachen. Und viele sagen: „War mir völlig klar, dass wir gegen Aachen ran müssen, als ich das Los gesehen habe.“

Ich sage: Das gleiche Gefühl hatte ich schon, als ich das Los „Schalke“ sah. Und auch schon vor der Auslosung, als ich befürchtete, dass wir noch einmal nach Kaiserslautern müssen.

Um es kurz zu machen finde ich nicht, dass das Los „Aachen“ wirklich schlecht ist. Ich bin da bei allen, die denken, dass da noch eine Rechnung offen ist. Januar und Februar sind die Monate der Abrechnung. Schließlich finden da in der Bundesliga auch ein, zwei Rückspiele dieser 0:0-Begegnungen aus der Hinrunde statt.

In diesem Sinne: Auf geht’s in die Winterpause, Ihr Roten! Und kommt gesund und topfit wieder raus.

Das Spiel der fünf Halbzeiten oder Winterpause. Schade.

Was für ein Spiel. In allen fünf Phasen.

Erst ein schwäbischer VfB der – na klar – gegen uns mächtig Gas gibt. Einige unserer Herren Fußballer zeigten sich mehr als überrascht darüber. Dann ein FC Bayern, wie wir ihn lieben. Eiskalt und gnadenlos.

Nach dem 0:2 höre ich mich selber sagen: „Wenn wir jetzt noch das 0:3 machen, dann glaube selbst ich, dass in HZ2 nix mehr schief geht“.

Und was passiert?

Die Bayern rund um den agilen Müller und den endlich wieder starken Ribéry machen das.

Sicher. Unser Gegner zeigte eine Defensivleistung, in der selbst die Sportskameraden van Buyten und Demichelis noch eine Verstärkung darstellen würden, aber zu solchen Fehlern und Unaufmerksamkeiten muss man den Gegner erst einmal zwingen. Und ganz ehrlich: Der FC Bayern hat in dieser Hinrunde schon genug Punkte mit solchen Dingen liegen gelassen und somit den Dortmundern die Chance zu solch einem großen Vorsprung gegeben.

Gleichwohl ist der FC Bayern im auslaufenden Jahr 2010 der FC Bayern. Und somit erlebten wir – wie unzählige Male zuvor – erneut ein Deja Vu.

Schlafmützige Bayern fangen sich direkt nach Wiederanpfiff ein Gegentor, das den Gegner tatsächlich noch einmal aufbaut.

Endlich, ja endlich einmal sehe ich danach aber meine Mannschaft, mein Team, dass sich wehrt und rigoros zurückschlägt.

Zack. Zack.

5:1 führen die Bayern beim schwäbischen Abstiegskandidaten. Ich kann mein Glück kaum fassen. Sollte ich aber besser, denn die Münchner haben an dieser gewissen Art von Aufbauarbeit Gefallen gefunden und somit gelingt es diesem – phasenweise zweitklassigen – Gegner doch tatsächlich noch einmal so etwas ähnliches wie Spannung ins Spiel zu bringen.

Hallo, FC Bayern?

Beim Stand von 5:1 – auswärts – in der 54. Minuten darf man nie und nimmer innerhalb von 6 Minuten noch zwei Gegentore fangen. Echt nicht.

Sowas geht gar nicht.

Und wann hört das endlich mal auf?

Klar. Wir wissen nicht, wie es mit Schweinsteiger gelaufen wäre. Aber Ottl und van Bommel gehen in dieser Form gar nicht. Ganz zu schweigen von Herrn Lahm, der am eigenen 16er den Ball vertändelt und fast noch ein weiteres Gegentor verschuldet (um nur mal eine Szene unseres Ex-Flügel-Weltstars zu nennen)!

Komische Stimmung. Irgendwie.

Zum Abschluss der Hinrunde darf ich einen fast perfekten Bayern-Spieltag erleben. Rückstand um Rückstand auf diverse Konkurrenten aufgearbeitet um auf einem Europapokalplatz zu überwintern und ferner mit der Erkenntnis, dass der BVB tatsächlich noch verlieren kann.

Alles gut. Eigentlich. Aber andererseits schade. Weil es erstens immer noch zu viele Streuverluste und Risiken in diversen Mannschaftsteilen gibt und wir zweitens offenbar aktuell mit aufsteigender Kurve agieren und es mich schon interessiert hätte, ob wir das nächste Spiel ebenfalls so gespielt und Dortmund ebenfalls… ach was solls. Es ist Winterpause und wir wollen nicht übertreiben.

Jetzt noch den Pokal im Wiederholungsspiel von Sonntag gut über die Runden bringen und dann ein paar Tage durchschnaufen.

Wann fängt das berühmte Trainingslager an? Und wie geht es Robben?

In diesem Sinne: Auf gehts, Ihr Roten! Und zwar in die Rückrunde.

Die falsche Begegnung zur falschen Zeit

Die Bayern spielen im Achtelfinale der Championsleague gegen Inter Mailand. Die Revanche für die Final-Schlappe der letzten Saison.

Zu doof, dass Inter inzwischen nur noch ein Schatten seiner selbst ist und wir nicht im Finale in dieser Form gegen sie spielen durften.

Aber so ist nun einmal das Leben.

Wenigstens spielen wir zunächst auswärts und haben wir nach der Winterpause hoffentlich wieder ein paar gesunde und fitte Hoffnungsträger zurück auf dem Platz.

Wollen wir doch mal sehen, wie wir gegen Mailand aussehen mit Robben und Ribéry.

Vielleicht schaffen es aber die Italiener doch noch irgendwie, dass beide in den Partien fehlen. Hat mit Ribéry im Vorjahr ja auch geklappt…

Weltpokalsiegerbesieger-Besieger und Der ewige Basti

Ich bin spät dran. Ich weiß. Mal wieder. Aber im Büro gibt es die übliche Jahresendrallye.

Zwei Dinge haben die Gazetten und sonstigen Kanäle rund um das Spiel gegen die Kiezkicker beherrscht. Die Tatsache, dass die Bayern wohl nun die beste Heimmannschaft der Liga sind (merkwürdige Tatsache anhand unserer Tabellensituation) und natürlich die erhoffte Vertragsverlängerung unserer neuen Mittelfeldmotors Bastian Schweinsteiger.

Meine Güte. Sollte Schweinsteiger bis zu seinem neuen Vertragsende in München bleiben, war er dann 18(!) Jahre im Verein. Das ist schon ganze Menge. Scheint aber eine neue Tendenz beim FC Bayern zu sein, eine neue Ära.

Denn ebenso die derBastian spielen ja noch weitere Eigengewächse wie Lahm, Müller und Badstuber längerfristig bei unserem Verein.

Wer will da noch davon sprechen, dass Eigengewächse und Talente beim FC Bayern keine Chance haben? Die üblichen Verdächtigen. Aber die kann man eh nicht überzeugen…

Nein, ich find‘ das mit Schweinsteiger richtig gut. Und ich bin ehrlich. Neben der Verlängerung von Müller ist das die wichtigste Nachricht in diesem Rahmen. Bei den Herren Badstuber und Lahm ist das eher das Vertrauen, auf künftige (Badstuber) oder zurückkehrende (Lahm) Stärke.

Zukunftsmusik.

Zurück zum Spiel.

Direkt nach Anpfiff wähnte ich mich im falschen Film. Die Hamburger Sportskameraden legten los wie die berühmte Feuerwehr und brachten unsere Defensive nicht nur einmal bedenklich in Schwierigkeiten. Am Ende sind wir schlauer und begriffen, dass dieses Spiel im Rahmen des diesjährigen Musters eine Vertauschung der beiden Halbzeiten mit sich brachte:

Ein starke zweite und extrem viel Schwimmübungen zum Start der ersten Halbzeit.

Sei es drum. In unserer Punktesituation nehmen wir es, wie es kommt.

Und es scheint zu kommen. Also Besserung. Herr Ribéry gewinnt pro Spiel 5-10 Prozent und ist demnach aktuell schon wieder bei… na auf jeden Fall besser als zuvor.

Daneben hatte Herr van Bommel diesmal keine rotwürdigen Fouls dabei. Ein deutliches Zeichen für bessere Fitness?

Sicher. Es gab Ausfälle. Herr Müller als Mittelstürmer. Aua. Aber sind wir nicht zu streng. Dafür, dass der FC Bayern gegen St.Pauli mehr oder weniger ohne echten Stürmer auf dem Platz stand, war das alles recht ordentlich.

Überhaupt, St.Pauli.

Ich sag es ja nur ungern (nein, ist gelogen, mir gefällt das sehr gut), aber St.Pauli ist die bessere Hamburger Mannschaft. Nicht zwingend tabellarisch, aber wenn ich die beiden Spiele vergleiche, dass war St.Pauli doch weit aus näher an einem Sieg gegen uns und wir gegen die Stadtteilkicker mehr in Bedrängnis als über die vollen 90 Minuten gegen HSV. Iss so. Bringt aber nix, denn beide liegen hinter uns und haben andere Probleme. Also abhaken.

Die Hinrunde ist nun fast rum. Robben trainiert (bald) wieder (noch so Wahnsinnsmeldung) und wir können uns nun voll und ganz auf die schwäbischen Bruno-ianer einstellen.

Na, ob das ein Auftakt nach Maß für den neuen VfB-Trainer wird? Ich hoffe nicht.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Gruppenphasenrekord oder Ribéry-Festspiele?

Besser spät als nie. Also der Bericht zum Basel-Spiel und Abschluss der diesjährigen Gruppenphase.

Wir haben einen neuen Rekord erzielt. An erzielten Toren und gewonnenen Spielen. Ist doch so, oder?

Insgesamt hört sich das sehr gut an. Trotzdem bizarr.

Denn schaut man sich die Gruppenspiele im Einzelnen und im Vergleich die Bundesliga im speziellen an, dann wirken diese Zeilen wie Hohn.

In der Königsklasse scheinen wir heuer das Glück gehabt zu haben, was uns in der Bundesliga fehlte. Da gewannen wir Spiele, obwohl unsere Abwehr ebenso schwamm wie in der Liga. Da erzielte der Gegner auch gerne mal die Tore, wenn wir selbst das nicht hinbekamen.

Ich erinnere mich an weniger Pfostenschüsse oder unberichtigt abgepfiffene Abseitstore.

Kurzum: Alles super. Oder?

Naja, sagen wir mal so: Besser so souverän in die Gruppenphase einziehen, als kläglich auszuscheiden und sich nur daran erfreuen zu können, den – nur noch ein Schatten seiner selbst gewesenen – Titelverteidiger zu schlagen.

Wenn wir ehrlich sind.

Und die K.O.-Runde startet eben erst in der so dermaßen mit Hoffnungen vollgeladenen Rückrunde, wie es noch nie eine zuvor beim FC Bayern gab.

Hoffnung zum Beispiel auf einen starken Ribéry, wie man ihn schon im Basel-Spiel sah. Wenn man nicht das Spiel gesehen, sondern nur die Berichte der Print-Journalisten gelesen hat.

Er hat zwei Tore erzielt, dass ist zunächst mal sehr gut. Beim ersten Tor stand er allerdings einfach nur mal richtig im Raum. Die wirkliche Leistung erbrachte hier Herr Contento, der tatsächlich in einem Monsterspurt den Ball noch von der Seitenauslinie kratzte und zum Franzosen spielen konnte. Großes Kino. Wie der Prä-WM-Jahr Lahm oder Herr Lizarazu. Egal.

Nein. Das war noch nicht wieder alte Ribéry. Denn abgesehen von den beiden Toren war da, vor allem in der ersten Halbzeit, noch viel heiße Luft und viel Festrennen gegen 2-3 Gegner.

Andererseits: Es ist eine Entwicklung erkennbar. Irgendwie. Und vielleicht, wenn die Kurve bis zum Rückrundenstart Mitte Januar weiter in der Weise ansteigt, ja, dann könnte es vielleicht soweit sein. Aber man weiß es nicht.

Und was soll ich groß nachtreten? Die Gruppenphase ist gespielt, wir haben – ergebnistechnisch – eine sehr gute, eine ausgezeichnete Leistung abgeliefert. Punkt.

Jetzt noch die restlichen drei Pflichtspiele gegen St.Pauli und den schwäbischen VfB abziehen und gut iss.

Dann atmen wir alle mal tief durch, pflegen Robbens Oberschenkelmuskelloch und gehen in uns.

Was es alles braucht für eine erfolgreiche Rückrunde.

Aber was ist eine „erfolgreiche Rückrunde“?

Für mich?

Erreichen der Championsleague. Entweder direkt oder über eine sichere Qualifikation. Also eher Platz 2, notfalls aber auch P3.

Und in den Pokalwettbewerben?

Also DFB-Pokal ist so eine Wundertüte. Im Prinzip würde ich da sagen: Gewinnen. Aber so was hängt eben von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel einem Robben wie im Halbfinale in der letzten Saison. Andererseits ist ein Ausscheiden auch kein echter Mehrwert bzgl. Erholung. Sind ja kaum Spiele…

Tja und was ein Weiterkommen in der Championsleague betrifft bin ich diesmal eher skeptisch. In der letzten Saison gab es neben Glück, Toren zu richtigen Zeitpunkten und Hammertreffern a la Robben (2:3 ins Florenz und Manchester) doch auch jede Menge Willen. Und einen Klose, der im Florenz die deutlichste Abseitsstellung der Fußballgeschichte zu seinem Vorteil nutzen konnte…

Vielleicht sollten wir in beiden Wettbewerben nur von Runde zu Runde denken und in der Liga wie gesagt auf Platz 2 schauen.

Sonst noch was zum Basel-Spiel?

Unsere Innenverteidigung stand soweit sicher. Muss man in diesen Tagen ja besonders hervorheben. Die Flügel machten ab und an sogar Dampf, ein Ribéry phasenweise mit Geniestreichen und gutem Stellungsspiel.

Unser Kapitän sucht immer noch. Und zwar seine Passsicherheit und Form. Herr Kraft zeigte erneut, dass er aktuell schon ein guter Backup ist.

Schweinsteiger wie immer Dreh- und Angelpunkt, Gomez mit ganz, ganz wenigen Bällen, Kroos mit noch weniger Schüssen.

Es hat gereicht und nur das zählt ja wohl.

Jetzt die Weltpokalbesieger besiegen und in den schwäbischen Abschluss dieses Fußballjahres 2010 starten.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Belgischer Murmeltiertag oder Die Mauertaktik bröckelt

Ich hatte da ja schon so meine Befürchtungen. Als ich die Aufstellung sah. Daniel van Buyten wirklich ernsthaft in der Startelf? Ist Demichelis wieder krank?

Nein, war er nicht, unser Trainer gab nur unserem belgischen Pannen-Verteidiger in der Mitte mal wieder eine Chance.

Übel.

Meine Befürchtungen sollten sich bestätigen.

Denn selbst die – einmal mehr – mehr als defensiv agierenden Frankfurter brachten fertig, dass es bei ihren spärlichen Kontern mehrfach lichterloh in unserer Defensive brannte. Nach einem Abschlag(!) vom Frankfurter Tor verschätze sich van Buyten ein erstes, bei der Flanke unmittelbar vor dem Ausgleich der Hessen ein weiteres Mal.

So viele Fehler beim sogenannten Kopfballungeheuer van Buyten?

Irgendwas ist da mächtig faul. Und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es stimmt, was Paule Breitner in der letzten Ausgabe des „Blickpunkt Sport“ zum Besten gab, dass nämlich bei vielen Spielern im Kader, aufgrund der vielen nicht gewonnenen Spiele und des Rückstandes in der Tabelle, die Unsicherheit um sich greift.

Hallo? Wie alt ist van Buyten? Wie viele Bundesliga-, Championsleague- und Nationalmannschafts-Spiele hat er auf dem Buckel?

Das kann es ja nicht sein.

Richtig schlecht wurde es mir aber, als ich sah, dass unser Trainer zur Halbzeit Herrn Demichelis für Herrn van Buyten einwechselte. Aber – oh Wunder – die Abwehr agierte plötzlich mit mehr Sicherheit. ‚Hätte ich auch nicht gedacht, dass ich derlei nach den letzten Debakeln (mit Herrn Demichelis) noch einmal sagen würde.

Um das Thema abzuschließen (und weil mir zu Herrn van Buyten sonst nix mehr einfällt): War es das beim FC Bayern? Für unseren Catcher-Sohn? Man weiß es nicht, aber es deutet viel darauf hin.

Zu meinem großen Glück haben meine Bayern das Spiel aber trotz dieser Defizite deutlich gewonnen. Und das freut mich auch oder gerade, weil der Gegner Eintracht Frankfurt heißt. Nicht weil ich ein Problem mit den Fans hätte – die waren wie immer lautstark und bemerkenswert, nein, eine Spielweise, wie die der Frankfurter stört mich immer wieder maßlos.

Und obwohl die Eintracht in dieser Saison schon beeindruckende Offensiv-Feuerwerke abgebrannt hat und auch gar nicht gegen die Abstieg spielt (im Moment), griff man erneut zur Mauertaktik. Wie all die Jahre zuvor.

Wieso?

Na ist ja auch egal. Denn das freut mich ebenfalls: Die Mauertaktik, gerne auch einmal wider der eigenen Natur (nicht wahr, Herr Schaaf?!), von Gastmannschaften in München, beginnt langsam zu bröckeln.

Beim FC Bayern ist man derlei ja eigentlich gewohnt – mal mehr, mal weniger ausgeprägt. Aber zu Saisonbeginn haben wir gegen diese Teams noch mächtig Punkte gelassen.

Dies scheint sich imho in den letzten Wochen geändert, bzw. stabilisiert zu haben. Sehr gut.

Dafür gibt es Gründe. Ein Mario Gomez in unfassbarer Form. Ein Timoschtschuk, der sich mehr und mehr zum Leistungsträger entwickelt. Ein Schweinsteiger, der beim FC Bayern nicht mehr wegzudenken ist und aktuell die zweite Wandlung durchmacht, vom 6er zum 8er. Und ferner ein rückkehrender Ribéry, der pro Spiel 10-15% seiner Form wiederfindet und es Gegner wie Frankfurt schwer macht, oder sie zumindest derart beschäftigt, dass Spieler wie Herr Müller mehr Räume bekommen.

Als Bayern-Fan hat man inzwischen gesunkene Ansprüche. Man ist froh, wenn Spiele überhaupt gewonnen werden. Man schielt nicht mehr nach oben. Also nach ganz oben. Man freut sich aktuell schon über einen späten Ausgleich in Hoffenheim.

Wollen wir hoffen, dass diese 1-Spiel-Tendenz auch ein zweites Spiel lang anhält. Befürchten muss man allerdings, dass sich unser nächster Bundesliga-Gegner schon für das bayerische Gastspiel geschont hat. Anders ist die königsblaue 0:5-Niederlage in der Provinz nicht zu erklären.

Warten wir es ab. Genug Wut um Bauch wird man ob der letzten Saison wohl haben. Andererseits hatte man auf hessischer Seite auch zuvor viel Hoffnung in die Abwesenheit der Sportskameraden Robben gesetzt…

Gibt es noch mehr zu einzelnen Spielern zu sagen?

Butt hielt ordentlich. Beim Gegentor war er machtlos. Vor allem, da Herr van Buyten (schon wieder dieser Name) noch viel mehr den Überblick über Ball und Gekas verlor und somit dieser ungehindert und lässig einschieben konnte.

Breno ebenfalls zumeist sicher. Trotzdem teile ich die Befürchtungen, die ich die Tage auf Twitter las, dass ich immer irgendwie unsicher bin. Ich nenne es mal das Kuffour-Syndrom. Man weiß nie, ob da nicht spontan ein Bock hervorgeholt wird. Und seine Geschwindig- und Gelenkigkeit liegt auch nur marginal über der seiner IV-Kollegen. Ganz zu schweigen von seiner Zweikampf-Eleganz, die zumeist im (gefühlten) Foul endet.

Wie auch immer. Lassen wir ihm noch ein wenig Zeit.

Lahm und Pranjic diesmal auf richtigen Positionen und solide. Defensiv gab es ja auch nix zu tun, denn die Konter der Frankfurt liefen in der Regel über die Mitte. Allein Pranjic könnte man grottiges Stellungsspiel und somit Teilschuld am/vor dem hessischen Ausgleich vorwerfen.

Sehr gut Herr Timoschtschuk, im Gegensatz zu Herrn Kroos. Meine Güte, dessen Fehlpassquote auf der 6 lässt sich Zahlen ja kaum ausdrücken. Hätte Herr Schweinsteiger keinen Schwegler-Schlag abbekommen, wäre van Bommel mit Sicherheit für unseren Ex-10er-Hoffnungsträger eingewechselt worden.

Apropos van Bommel. Dessen Quote war in diesem Bereich nicht viel besser. Halten wir ihm zugute, dass er lange verletzt, ungespielt, übermotiviert und hektisch war.

Müller, Gomez und Ribéry hatte ich ja schon erwähnt. Das ist inzwischen wieder gehobener Durchschnitt und teilweise die alte Vorsaison-Klasse. Weiter so.

Was das Toreschießen angeht, nähert sich derThomas von seinen Bewegungen übrigens immer mehr demGerd. Oder wie sonst sollte man seine Hüftdrehung vor dem 2:1 interpretieren? Nach derlei Drehungen müsste Herr van Buyten ärztlich behandelt werden…

Fazit: Sieg und Platz 5 nach dem 14.Spieltag ist besser als nix. Jetzt gilt es aber nachzulegen. Bei Schalke0zu5. Schwer genug wird das. Nicht nur, weil wir uns gegen Mannschaften schwer tun, die mitten im Abstiegskampf stecken.

Das halbvolle bayerische Glas. Halbleer.

Die Bayern sind CL-Gruppensieger. Das ist – angesichts dieser Gruppenphase – schon fast ein Hohn.

Klar, wir standen kurz vor einem Startrekord, aber sind wir mal ehrlich – waren alle Siege wirklich souverän
herausgespielt?

Ich erinnere mich da an ein Spiel in Cluj, als wir – ähnlich wie wenige Tage später in Gladbach – nach der
Halbzeit in Tiefschlaf verfielen und fast das Spiel aus der Hand gegeben hätten.

Oder eins in Basel, als wir durch individuelle Abwehrfehler fast das Spiel aus der Hand gegeben hätten.

Oder ein Heimspiel gegen Cluj, als wir…

Ach was red‘ ich, es ist beliebig austauschbar.

An was wird man sich nach dieser Saison, oder dieser Hinrunde wohl noch am ehesten erinnern? An eine Berg- und Talfahrt unseres FC Bayern? Das wir nur 45 Minuten gut spielen können? Das wir keine Abwehr haben und trotzdem mit sogenannten defensiven Anführern auf dem Platz Verträge bis 2016 verlängern, während ihre Leistung seit der WM dafür keinen Anlass mehr bietet?

Wahrscheinlich.

Persönlich habe ich vom gestrigen Desaster in Rom (noch) nicht gesehen, nur gehört – auf Bayern5 – und das ist oft noch schlimmer, als nur Augenzeuge zu sein. Weil viel mehr Informationen auf den Konsumenten einwirken. Ich kann also nur aufgrund, der mir vorliegenden Informationen urteilen.

Die erste Halbzeit war gut, mit einem Gomez, der weiterhin mit seinem Torriecher und seiner Erfolgsquote aus
dem aktuellen Team heraussticht. Wer hätte dies vor der Saison erwartet? Zu dumm, dass viele andere weiter unter ihren Möglichkeiten bleiben.

Ob es gestern mit einem Herrn Schweinsteiger besser gelaufen wäre? Man weiß es nicht, aber wahrscheinlich
hätten wir dann in der zweiten Halbzeit auf den Außenbahnen nicht spiegelverkehrt spielen müssen!

Alter Schwede. Die Taktik, dass man einen Linksfuß rechts und einen Rechtsfuß links spielen lässt, mag
funktionieren, wenn mindestens Herr Robben auf dem Platz steht (wie in Lyon im Vorjahr, als sich Altintop auf der Ribéry-Position glänzend zeigte), aber Herr van Gaal, was hatten Sie sich dabei gedacht, Herrn Pranjic dort spielen lassen zu müssen?

Nach den mir zu Ohren gekommenen Beschreibungen, wurde über genau diese Seite Gegentor 2 und 3 initiiert. Übel.

Warum durfte / musste Ribéry nicht durchspielen und wurde Herr Altintop für den offenbar völlig überforderten Herrn Lahm aufs Spielfeld gebracht? Warum Herr Müller runter – der ja, nach einhelliger Meinung und seiner Schaffenspause auf der Bank, wieder fit sein soll?

Fragen über Fragen.

Allein es bleibt die Tatsache, dass wir in dieser Saison nicht konstant und konzentriert genug agieren. Warum ist das so und warum wird das – nachdem die Hinrunde nun bald um ist – nicht abgestellt?!

Für uns Fans ist es mehr als bitter, wenn wir so langsam die Gewissheit erlangen, dass es völlig egal ist, ob wir mit den Händen einen Vorsprung herausspielen, da wir diesen ja mit dem Hintern ohnehin wieder umwerfen.

Von daher ist für mich das Glas halbleer und nicht halbvoll. Wie uns bestimmt wieder diverse Kommentare nach dem Spiel aus dem Dunstkreis der Mannschaft und ihrer Verantwortlichen weiß machen wollten.

Ich bin immer wieder hin und her gerissen.

Weil ich von van Gaal absolut begeistert bin. Aber trotzdem fand ich die Hoeneß-Kritik inhaltlich richtig. Nachdem ich merkte, was medial daraus gemacht wurde, war ich angewidert. Ebenso störte es mich, dass von Seiten des Vereins und seiner Troika immer wieder nachgelegt wurde, man fast den Eindruck gewinnen konnte, die Herren wollen Herrn van Gaal vielleicht doch irgendwann loswerden.

Dann aber so ein Spiel und solche taktischen Fehler und ich bin wieder total wütend. Auch auf van Gaal.

Was soll ich mit so einer Gefühlswelt nur anfangen?

Offenbar das Übliche: Weitermachen, immer weiter machen.

Na dann.

Wie wäre es damit, wenn wir Frankfurt schlagen? Das wäre doch mal was. Am besten liegen wir zur Halbzeit zurück. Alles andere gefährdet den Sieg.

Und beim Thema Transfers?

Geld in die Hand nehmen!

Sollen wir darauf verzichten, nur weil van Gaal oder wer auch immer, seine Fehler aus dem Sommer nicht eingestehen will?

Die Sache ist doch so (und das ist nicht als Bashing gemeint): van Gaal hatte vom Verein freie Hand, die Mannschaft punktuell zu verstärken. ER wollte das nicht, weil er auf die Jugend setzt (noch so ein roter Faden in seiner Vita – hätte man wissen können). Das ging schief (wie schon 2006/07). Auch und vor allem, weil sein Kader – im Prinzip sehr stark – durch Verletzungen auf den Schlüsselpositionen – nicht die Gestalt hat(te), die es für dieses Konzept gebraucht hätte.

Badstuber und Thomas Müller wären in dieser Saison so nicht möglich gewesen.

Wie auch immer. Wir Fans können da eh nix machen. Wir müssen essen, was uns vorgesetzt wird. Vom Verein. Von den Verantwortlichen.

P.S. Herr Kraft hat scheinbar gezeigt, dass wir uns die Neuer-Mios sparen können?!

Der FC Kindergarten tritt auf der Stelle

Soll ich mich wirklich noch darüber aufregen?

Das der FC Bayern, seine Verantwortlichen und Spieler weiter von der deutschen Meisterschaft faseln und das so was „einer Spitzenmannschaft nicht passieren darf“?

Könnte ich, aber diese allwöchentliche Schallplatte hat einen Sprung.

Ich bin da – zur Abwechslung – mal ganz bei Herrn Beckenbauer. Was der FC Bayern gerade abliefert ist nicht tauglich, sich als Meisterschaftskandidat oder Spitzenmannschaft zu bezeichnen.

Klar kann man durchaus noch Meister werden und sicher wird dieser große Abstand auf Dortmund so nicht bis zum Saisonende bestehen bleiben. Aber dann muss man auch entsprechend auftreten. Auf dem Platz. Wenn man wirklich die deutsche Meisterschaft gewinnen, verteidigen will.

Der Punkt ist: Wut über einen Punktverlust, Betroffenheit über die – erneut – vergebene Chance, näher an Dortmund und all die anderen Teams vor uns heranzukommen ist eine Sache.

Die Chancen aber wirklich auch mal zu nutzen, offenbar etwas ganz anderes.

Und dabei will und kann ich keine der Ausreden mehr hören.

In Gladbach muss man einfach nur den Elfmeter versenken. Gegen einen Gegner, der zwar grottige Kölner 4:0 besiegen kann, im nächsten Heimspiel aber direkt wieder verliert. Gegen ein Spitzenteam wie Mainz.

In Leverkusen hat man – spielerisch, läuferisch und vom Ergebnis her – einen Gegner am Boden, steht kurz davor mit dieser verdienten 1:0-Führung in die Halbzeitpause zu gehen. Und dann spielt man – völlig unbedrängt – am Mittelkreis dem Gegner aus drei Metern(!) den Ball in die Beine, läuft in einen Konter und verschuldet somit einen Elfmeter und den Endstand.

Wieder zwei Punkte weiter weg vom sogenannten Ziel Meisterschaft.

Practise what you preach.

Man darf bis zur Winterpause keine Punkte mehr abgeben? Man will in jedem Spiel konzentriert zu Werke gehen?

Ja bitte, dann aber mal endlich machen.

Ganz ehrlich, so wird das nix mehr. Und ich bin es auch leid, hier nach jedem Sieg ein Gefühl des Aufbruchs und nach jedem anschließenden Punktverlust des Niedergangs zu erleben. Das nervt.

Es sind sicherlich immer nur Kleinigkeiten, die uns in dieser Saison fehlen. Neben dem WM-Loch, Robben und all der anderen Dinge, die wir uns immer wieder anhören mussten. Aber irgendwann sind die kleinen Dinge in der Addition doch ein ganz schön großer Berg.

Wir gewinnen als Mannschaft, wir verlieren als Mannschaft.

Ja, ja.

Eher gilt ja wohl, dass die, die nicht ganz außer Form sind, die anderen mitziehen.

Womit wir bei den Details sind.

Zu unserer Innenverteidigung fällt mir echt nix mehr ein. Zur Formkurve von Herrn Lahm ebenfalls nicht. Dass ein Ribéry ins Spiel kommt und die Bayern danach immer harmloser werden, steigerte dieses Unwohlsein ins Unermessliche.

Unter der Woche wurde unser Trainer noch für seine Worte in Richtung Ribéry belächelt – am Samstag sahen wir in aller Deutlichkeit was hier Sache ist.

Nix gegen eine fehlende Form nach so eine Verletzungszeit, aber wie passt das zu dem Mundwerk unseres kleinen Franzosen?!

Ich bin – nach einem Tag Nachdenken – zwar nicht mehr so wütend, aber immer noch sprach- und perspektivlos.

Was kann man überhaupt noch tun?

Zumindest nicht von der Meisterschaft träumen. Das geht vielleicht wieder, wenn wir mal anfangen, Chancen auf Tabellensprünge und Punktverkürzungen zu nutzen.

Wichtig ist aktuell noch nicht einmal Platz 2 oder 3, nein, wichtig ist, dass wir das machen, was wir wollen und uns immer wieder sagen – vor und nach dem Spiel: Gewinnen.

Jedes Spiel. Mit dem Willen von der ersten bis zur letzten Minute. Erst dann sollten wir anfangen von irgendwelchen Zielen oder Spitzenteam-Eigenschaften zu fabulieren.

Im nächsten Spiel gäbe es dafür – mal wieder – eine gute Gelegenheit.

Auf geht’s, Ihr Roten!

Nach dem Bayern-Derby gehts den Bayern besser als vorher

Nein, ich bin zufrieden. Sicher, auch diesmal hätte der Sieg höher ausfallen dürfen, aber Elfmeter verschießen, können bei uns mehr Leute als welche zu versenken.

Wichtig war allein, dass wir endlich mal wieder einen Big-Point gemacht haben. Und damit ist nicht gemeint, dass wir – wie früher – einen großen Schritt in Richtung Meisterschaft oder Titel gemacht haben, sondern vielmehr, dass wir endlich einmal die Chance genutzt haben, mit einem Sieg drei Plätze gutzumachen. Je länger die Saison nämlich dauert desto unwahrscheinlicher wird so was.

Zurückschauen auf verlorene Punkte bringt da wenig, nach vorne muss man blicken und solche Spiele wie am Sonntag gewinnen.

Am nächsten Spieltag zeigt sich dann endgültig, ob meine Lieblinge auf dem Weg der Besserung sind, denn mit Leverkusen wartet in dessen Stadion ein Gegner, den wir wohl tatsächlich als potentiellen Meisterschaft-Konkurrenten sehen müssen. Wenn sich all die aktuellen Euphorie-Teams wieder mit dem Paternoster nach unten bewegen.

Was mir für Gastspiel in der Farbenstadt Hoffnung macht?

Ribéry ist zurück. Breno macht Druck. Pranjic scheint die linke Aussenbahnbaustelle zumindest temporär zu schließen. Unser lange verkannter Ukrainer macht die Zentrale dicht und Herr Schweinsteiger kann so die Offensive ankurbeln. Ganz davon abgesehen, dass Herr Gomez einer der Gewinner der Krise zu sein scheint. Er trifft und trifft.

Es sah schon einmal schlechter aus in dieser Saison. Und anders als die meisten Protagonisten im letzten Fehlpass-Podcast, sehe ich die Gesamtsituation des FC Bayern nicht wirklich so extrem schlecht.

Die Saison ist halt quer. Ok. Und Robben fehlt immer noch an allen Ecken und Enden. Sicher. Aber wir gewinnen wieder Spiele. Wenn auch zu wenig. Siehe Gladbach. Andere Teams hingegen (Mainz) entwickeln aktuell einen negativen Drive. Das ist gut und kommt uns zugute.

Ferner macht mir Hoffnung, dass die sogenannte B-Elf inzwischen Spieler aus der zweiten in die erste Reihe bringt.

Momentan bin ich davon überzeugt, dass Spieler wie Gomez, Pranjic oder Timoschtschuk auch nach der Rückkehr der Stammkräfte im Team bleiben sollten. So komisch das klingt, aber diese Spieler haben sich mit der Spielpraxis entwickelt. Auch wenn im Falle Gomez eine kleine Anpassung im Spielsystem vonnöten war, aber immerhin zahlt er uns allen inzwischen mehr als zurück.

Bricht einem als Trainer da ein Zacken aus der Krone? Nein. Na also.

Das Spiel gegen den Club lief gut. Auch wenn unsere Gäste hinterher – natürlich – einmal mehr die Schuld bei sich suchten. Ist aber auch normal. Fällt uns Bayern ja auch oft schwer, zuzugeben, dass der Gegner einfach mal besser war. Wenn auch nur phasenweise – wie in Gladbach.

Am Ende zählt der Sieg. Und das wir drei Plätze und jede Menge Punkte auf die Konkurrenz gut gemacht haben. Jetzt noch gegen Leverkusen und Frankfurt nachlegen (ohne das geht’s leider nicht, Jungs) und die Hinrunden-Welt sieht doch schon wieder anders aus, oder?

Insgesamt hat mir die gesamte Mannschaft sehr gut gefallen und auch die Rückkehr des merklich brennenden Ribéry machte richtig Spaß. Trotzdem soll nicht unerwähnt bleiben, dass Herr van Buyten und Herr Altintop leider – und teilweise massiv – hinter den Erwartungen zurückblieben. Zu Herrn Kroos hatte ich ja in den letzten Wochen schon einiges zum Besten gegeben. Teilweise Weltklasse(-Pässe), teilweise Fehlpässe oder Larifari wie aus dem Nichts. Schade.

Einzig eine Sache konnte ich im gestrigen Spiel nicht nachvollziehen: Weshalb musste Herr Demichelis für Herrn Breno Platz machen und nicht Herr van Buyten? Will unser Trainer hier allen Ernstes andeuten, dass er eher auf unseren Belgier als auf unseren Argentinier setzt? Schlimme Sache. Einmal mehr zeigte unser Sohn eines Catchers doch wo seine Schwächen liegen – wieso diese also noch einmal aller Welt zeigen? Es weiß doch jeder Bescheid.

Anyway.

Das Spieler zurückkehren ist gut. Sehr gut. Ribéry wird uns, wenn er weiter behutsam aufgebaut wird und jedes Mal so brennt wie gegen die Franken, in dieser Hinrunde noch viel Freude bereiten und falls Müller seine Atempausen auf der Bank weiter dazu nutzt, seinen leeren Akku aufzuladen – ja, was soll uns dann noch bis zur Robben-Rückkehr betrüben?

All dies sage ich wohlgemerkt unter der Voraussetzung, dass uns Schlafmützigkeiten wie in Gladbach erspart bleiben.

Volle Konzentration ist angesagt auf unserer Klettertour.

Auf geht’s, Ihr Roten!

P.S. Eigentlich wollte ich die Spuk Spuck-Attacke Pinolas noch mehr in diesen Beitrag einbinden, aber inzwischen denke ich, dass das die DFL-/DFB-Gerichtsbarkeit schon zur Genüge tun wird, von daher kann ich mir das sparen.

P.P.S. Werden noch Wetten angenommen, ob sich Herr van Bommel bei der holländischen Nationalmannschaft erneut verletzt?!

Breitnigge – Podcast #09

Puh, na das hat ja mal gedauert. Bis ich mich mal wieder zu einem neuen Podcast aufraffen konnte. Fast ein Jahr.

Folgende Themen wurden beackert:

– Bastian Schweinsteiger und seine (Vertrags-)Situation beim FC Bayern (auch im Vergleich zum 2006er-Ballack)

– aktuelle Comebacks beim FC Bayern

– Vorschau auf das bayerische Derby am Sonntag

– Transfergerüchte rund um den FC Bayern

Viel Spaß!

Podcast bei Podhost.