Spiel: FSV Mainz 05 – FC Bayern
Wettbewerb: Bundesliga
Historie: Spiele gegen Mainz
Saison 2012/13
02.02.2013 FSV Mainz 05 – FC Bayern 0:3 (0:1)
Bayern wie es siegt und lacht. Bavariamarsch!
Und ewig dreht sich die Frage nach dem Einstieg in einen Bericht. In einen Bericht über das Spiel des diesjährigen FC Bayern. Ist Euphorie, gar Euphemismus angebracht? Oder eher defensiver Pessimismus? Realismus? Wem das zu wissenschaftlich klingt, dem sei gesagt, dass ich tatsächlich immer wieder zwischen den Stühlen sitze. Während eines Spiels meines Vereins, während ich über einen Beitrag nachdenke und während ich diesen wirklich schreibe. Ganz zu schweigen von dieser grau-trüben und diffusen Zeit zwischen Ab- und Anpfiff unserer Spiele.
Warum? Weil 2011/12 irgendwas in meinem Selbstverständnis kaputt gegangen ist. Nicht einmal “Barcelona” oder das “FinaleDahoam” haben diese Wirkung bei mir erzeugt wie die letzte Saison. Als sich der 2011er-”Zufallsmeister” Borussia Dortmund eben nicht als der übliche “Eintagsfliegen-Meister” der letzten 20, 30 Jahre bestätigte, nein, im zweiten Jahr, mit gestiegener Erwartungshaltung und Mehrfachbelastung lief es bei den Klopp-Kickern sogar noch besser (ok, die Rückrunde des BVB noch in einem Satz mit Mehrfachbelastung zu nennen ist sicherlich sehr gewagt).
Diese Saison hat uns erstmalig gezeigt, dass der Reflex “ja, ja, die stürzen nächstes Jahr schon wieder ab” nicht mehr zieht. Da brach eine Welt zusammen. Irgendwo. Andererseits: Wir fühlten uns getroffen, herausgefordert. Und weil die – Vorurteile galore – “üblichen” Rezepte, den Gegner einfach “klein zu kaufen”, hier nicht funktionierten (weil alle Borussien-Kicker diesen Klopp-Kosmos ja so unfassbar super finden), machte man sich in meinem Verein offenbar mal richtig ernsthaft Gedanken, wie man den Status quo verändern könne. Konkurrenz belebt das Geschäft, eh klar. Nur nicht meine Nerven.
Das Resultat dieser Überlegungen sehen wir in der aktuellen Tabelle. Der BVB steht nur unwesentlich schlechter da als vor Jahresfrist. Wir hingegen – und da sei die bisherige Rückrunde explizit herausgehoben – haben eine schier unglaubliche Steigerung hingelegt, die wiederum die Dortmunder zur Verzweiflung bringen müsste. Aber, ach ja, in Dortmund existiert ja eine andere Fußball-Welt als im Rest… der Welt. Selbst als zweifacher Meister sieht man sich als Underdog.
Saison 2011/12
27.11.2011 FSV Mainz 05 – FC Bayern 3:2 (1:0)
Herzlichen Glückwunsch zur Herbstmeisterschaft, liebe Dortmunder!
Meine schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten.
Schien die Niederlage vor Wochenfrist noch unglücklich zustande gekommen sein, muss man heute die Ereignisse der letzten Wochen offenbar in einem anderen Licht sehen.
Seit dem Ausfall von Herrn Schweinsteiger ist in unserem Spiel der Wurm drin.
Nur Gegner, die wirklich so dermaßen schlechter agieren – wie Augsburg oder Villareal – können von uns noch besiegt werden. Gegen alle anderen Teams – deren “Matchplan” hauptsächlich darin besteht, defensiv die Räume massiv zu verengen und extrem zu pressen – haben wir Probleme.
Das ist nicht gut und kommt zur Unzeit.
Denn während der schwarzgelben Borussia schon wieder alle Gegner den roten Teppich ausrollen (uns eingeschlossen), verlieren wir die Punkte wie bei offenem Fenster im fahrenden Zug.
Natürlich haben wir auch mit Schweinsteiger gegen Gladbach und in Hannover verloren, aber aktuell hat man mehr und mehr den Eindruck, wir könnten noch 2-3 Stunden länger spielen, da passiert nichts mehr.
Umso bemerkenswerter, dass wir heute zwei Tore(!) nach einer Standard-Situation(!!) erzielt haben.
Aber der Reihe nach.
Der Zustand unseres Trainers ähnelte dem unserer Mannschaft. Direkt nach dem Anpfiff schienen wir zwar emsig bemüht unser berühmtes frühes Tor zu erzielen, tatsächlich fingen wir uns aber das persönlich schnellste Gegentor der Saison.
Saison 2010/11
19.02.2011 FSV Mainz 05 – FC Bayern 1:3 (0:1)
Die Wochen der Wahrheit #1: FSV Mainz 05
Der erste Teil der “Wochen der Wahrheit” ist mit Bravour gemeistert. Die Bayern haben ihr Auftaktspiel bei den Ex-Himmelsstürmern aus Mainz gewonnen. Phasenweise sogar begeisternden Fußball gespielt. Und das lass’ ich mir auch nicht kaputt reden. So nach dem Motto: “Ja, aber so gut wie Barcelona sind die Bayern noch lange nicht.”
Ja. Stimmt. Aber war das unser Ziel? Kann das unser Ziel sein? In unserer Situation?
Vor einigen Wochen noch wollten wir nicht nur die Mannschaft, nein auch den Trainer und den gesamten Verein in Frage stellen.
Nun spielt unser aller Verein endlich wieder Fußball, auf den auch andere neidisch sein können und es gelingt uns immer noch nicht, einfach mal für eine kurze Zeit zu entspannen?
Natürlich reden wir hier nur über Mainz und wird Inter und Dortmund ein anderes Kaliber sein. Aber hey, nach manchen Spieltagen der Hinrunde wurde dieser Gegner, der die Tabelle – wie erwartet – nun ein wenig nach unten rutscht, noch von den Medien als Übermannschaft aufgebaut. Und dies nicht nur vom ZDF, das traditionell seine Nähe zu zumeist räumlich nah stehenden Vereinen mehr oder weniger offen zum Ausdruck bringt.
Damit ist wohl inzwischen Schluss.
Selbst wenn HB-Männchen Tuchel, noch einer dieser New-Generation-Trainer, die vor allem – in bester Winnie-Schäfer-Manier – am Spielfeldrand agieren, das alles klein und sich selbst und sein Team groß redet. Die Tendenz ist klar. Und das ein FC Bayern sich nicht zweimal pro Saison düpieren lässt, noch dazu, wenn unsere Weltklasse-Flügel wieder aktiv am Geschehen mitwirken, hätte auch klar sein müssen.
Wie auch immer.
Solche Spiele sind gut. Sie sind gut zwecks Vorbereitung auf wirklich schwierige Aufgaben. Zum Einspielen. Zum Selbstbewusstsein tanken. Nicht mehr und nicht weniger.